"Die Telekom macht alles richtig" vs. "Erpressung aus Notwehr" beim Glasfaserausbau

  • Hier mal ein interessanter Bericht von heute:

    Vorwurf an die Telekom: "Erpressung aus Notwehr" beim Glasfaserausbau
    Investoren wollen für 50 Milliarden Euro neue Glasfasernetze bauen und damit das alte DSL-Kupfernetz obsolet machen. Aus Sicht des Mittelstands reagiert die…
    www.golem.de

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Ich lach mich weg. “Die Telekom macht alles richtig.” Die Telekom hechelt hinterher und hat Angst um ihre Pfründe. Den Glasfaserausbau hätten die schon vor 10 Jahren oder noch früher angehen können, aber sie wollten schlicht nicht. Jetzt wo es allen mit DSL reicht und überall Alternative Anbieter die Arbeit übernehmen gehen bei den Herrschaften im Vorstand die Alarmglocken an und es wird panisch alles verglasfasert was nicht bei 3 auf dem Bäumen ist.

    Ist bei vielen deutschen Großunternehmen leider Stand der Dinge, bloß nicht agieren, sondern nur reagieren.

    Das beste wäre tatsächlich, Glasfaser als Open Access Providerunabhängig und jeder kann sich für den gleichen Obulus drauf schalten. Geht z.b. in Dänemark und vermutlich in vielen anderen Ländern auch.

    DK weiß ich aus eigener Erfahrung, weil wir Schwiegermutter auch genötigt haben, den kostenfreien Anschluss legen zu lassen und ich gerade vor ein paar Tagen geschaut habe, was bei ihr gehen würde. Und er voilà, ich kann aus bestimmt 10 verschiedenen Providern wählen, inkl. ihrem jetzigen wo noch DSL läuft.

    So und nicht anders hat das zu laufen, liebes Deutschland. X/

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Keiner der Marktteilnehmer argumentiert offen und ehrlich. Alle wollen ihre Glasfasernetze ohne Wettbewerb betreiben und erwarten, dass die Konkurrenzwirkung der älteren Techniken mit der Zeit abnimmt, so dass die Preise mangels Alternativen steigen können. Die Telekom nutzt ihre Marktvorteile selbstverständlich, um ihr "Infrastrukturmonopol" zu erhalten, aber es wäre töricht anzunehmen, dass die anderen Marktteilnehmer in der Situation anders handeln würden, und offensichtlich versuchen sie, ebenfalls Infrastrukturmonopole aufzubauen.

    Was keiner sagen will: Die Preise der Glasfasernetzbetreiber sind viel zu hoch. Es wäre leicht, der Telekom trotz real verfügbarem Supervectoring-VDSL fast alle Kunden abzunehmen: Geschwindigkeiten oberhalb von 300Mbit/s sind für Glasfasernetze kein Problem. Bandbreite ist nicht so teuer, wie man den Kunden glauben machen möchte, weder auf der letzten Meile, noch im Backhaul und auch nicht darüber hinaus. Aber statt wirklich offensichtlich bessere Angebote zu machen, wird mit Leistung und Nebenleistungen gegeizt und der Preis hoch gehalten. Die Telefon-Allnetflat konkurriert mit 1€/Woche im Mobilfunk, aber die Glasfasernetzbetreiber horten diese Leistung, als wäre sie so kostbar wie Druckertinte.

    Der Kunde sieht Festnetzanschlüsse mit Allnet-Telefonflat und 50Mbit/s für 30€/Monat auf dem Telefondraht und fragt sich zu Recht, warum er mehr für Bandbreite bezahlen soll, die er nicht braucht, um dann mit 20ct/Minute in Handynetze über den Tisch gezogen zu werden.

    Wen würde es interessieren, wenn die Telekom doppelt ausbauen würde, wenn die Konkurrenz schon mit 30€ für 300 Mbit/s und 50€ für ein Gigabit/s am Start wäre? Das ist damit gemeint, sich der Konkurrenz zu stellen, nicht "unfair!" heulen, wenn die Telekom es wagt, ihre eigenen Dienstleistungen anzubieten. Soll sie doch doppelt ausbauen: Wenn die Vorleistungen der anderen oder ihre Angebote an Endkunden wirklich besser wären, würde die Telekom mit dem Doppelausbau nur Geld verschwenden.

  • Aus Sicht der Telekom ist das Verhalten richtig, das kann man nicht wegdiskutieren. Und man kann ihnen da nicht mal einen Vorwurf machen, denn sie sind gezwungen, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Das erwartet nicht nur das Finanzamt von ihnen.

    Im Sinne des Kunden oder des Standortes ist es nicht, wie schon mal an anderer Stelle erwähnt. Aber da hilft dann wohl nur ein regulatorischer Eingriff.

    Wobei in Dänemark der Ausbau auch privatwirtschaftlich erfolgt und es Fördergelder nur für die nicht lukrativen Regionen gibt. Da hat auch das Unternehmen die Hand auf dem Netz, das ausgebaut hat. Klar kann es weitere Anbieter ins Netz lassen, aber dann eben auch zu entsprechenden Konditionen - ganz wie in Deutschland.

  • Das geben die Zahlen aber bei weitem nicht her.

    VATM ist zwar grundsätzlich ein Jammerverein, aber blöd sind die nicht.

    Was gibt was nicht her?

    GF war schon Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrtausends im damaligen FTZ der Post/Telekom in Darmstadt ein Thema. Habe ich persönlich gesehen.

    Spätestens mit der Entscheidung und Verkündung der Telekom, imho im Jahre 2008, innerhalb von 10 Jahren das POTS Netz stillzulegen und alles auf VoIP umzustellen, war bekannt, das man ein performantes und umfassendes, nach damaliger Verbreitung der Festnetztelefonie, IP-Netz benötigte. Und warum ist das ab dem Zeitpunkt nicht geplant und vollständig auf GF umgebaut worden. Dann wäre die Telekom wohl heute fertig damit ...

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wer Glasfaserausbau betreibt, ist mir egal.

    Zu bedenken ist nur eins: Die Ressourcen an Manpower in dem Bereich sind begrenzt.

    Somit macht doppelter Ausbau gar keinen Sinn.
    Hinzu kommen noch die Schäden, die dadurch zusätzlich entstehen.
    So sind jetzt 1/2 Jahr und 3 Starkregen später nach Erschließen unserer Straße schon Schäden zu sehen. Und wir sind kein Einzelfall, toll, wenn jetzt noch ein 2. Unternehmen die Straße aufmacht.
    Es müsste schnellsten durch BNetzA geregelt werden, einmal GF und Open Access pro Liegenschaft.
    Aber man sieht ja noch keinen Bedarf und prüft, .... solange bis es vorbei ist.

    Eine vollflächige Versorgung bis 2030 sehe ich, wie gefordert, bei dieser Ressourcenverschwendung nicht als möglich.

  • Die Ressourcen an Manpower in dem Bereich sind begrenzt.

    Somit macht doppelter Ausbau gar keinen Sinn.

    Das interessiert eine DT aber anscheinend nicht. Sie verlegen lieber selbst anstatt sich woanders einzumieten. Das sei aus Sicht der DT "wirtschaftlicher".

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Da bin ich ja Voll und Ganz bei euch, Überbauen geht gar nicht.

    Bis vor ein paar Tagen gab es hier bei uns einen Wettlauf zwischen e.on und Deutsche GigaNetz. Blöd war für viele halt, dass e.on sich von Osten nach Westen durch die Stadtgebiete arbeitet und für meinen Stadtteil hier war der 31.08. Stichtag bei e.on. Wenn man einen kostenlosen Anschluss haben wollte, musste man sich bis dahin entschieden haben. Für mich stand e.on von vornherein fest, aber der große Vorteil bei e.on war, dass die den Hausanschluss auch ohne abgeschlossenen Tarifvertrag kostenlos gelegt hätten, wohingegen Deutsche GigaNetz das nur in Verbindung mit einem Tarifvertrag kostenlos angeboten hatte.

    Schlussendlich hat sich die Deutsche GigaNetz jetzt aber dazu entschieden, sich aus dem Osten (teilweise) und dem Norden unserer Stadt zurückzuziehen und nur noch den Süden und Westen sowie Teile des Ostens ausbauen zu wollen.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Für mich stand e.on von vornherein fest, aber der große Vorteil bei e.on war, dass die den Hausanschluss auch ohne abgeschlossenen Tarifvertrag kostenlos gelegt hätten, wohingegen Deutsche GigaNetz das nur in Verbindung mit einem Tarifvertrag kostenlos angeboten hatte.

    Und das genau ist dein Fehler. Den kostenlosen Hausanschluss von Eon kann man nämlich einfach so mitnehmen und den DGN nimmt man dann halt per Tarif zusätzlich. Das ist beides kein Beinbruch, da der Einsteigertarif der DGN im Vergleich zu vielen anderen Angeboten nicht überteuert ist. Durch einen Providerwechsel hätte man also zwei quasi kostenlose Glasfaseranschlüsse im Haus gehabt.

  • Wobei die Erfahrung lehrt, dass sich meistens einer von beiden Anbietern zurückzieht, bevor es ernst wird. Du hast jetzt Glück gehabt, weil du dich für den richtigen entschieden hast. Das hätte auch schiefgehen können. Deshalb lautet die Empfehlung, in solchen Situationen immer beide zu beauftragen, und dann in Ruhe abzuwarten, wer aufgibt.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wenn man ein Eigenheim hat dann geht das problemlos, aber ich musste hier in der Eigentümergemeinschaft schon für einen Anbieter kämpfen (man war unterschiedlicher Meinung über die Inhausverkabelung und ob da nicht doch versteckte Kosten kommen würden).

    Insofern würde ich auch nicht von "meinem" Fehler sprechen, es kommt halt immer auf die Situation an.

    Im Endeffekt war es aber auch Zufall, da e.on hier einfach eher mit der Vermarktung angefangen hatte und dadurch einen kleinen zeitlichen Vorteil von ca. 2 Monaten hatte.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas1978 (12. September 2023 um 13:02)

  • Und das genau ist dein Fehler. Den kostenlosen Hausanschluss von Eon kann man nämlich einfach so mitnehmen und den DGN nimmt man dann halt per Tarif zusätzlich. Das ist beides kein Beinbruch, da der Einsteigertarif der DGN im Vergleich zu vielen anderen Angeboten nicht überteuert ist. Durch einen Providerwechsel hätte man also zwei quasi kostenlose Glasfaseranschlüsse im Haus gehabt.

    Und man hätte 2-mal Bauteams, die die Straße, die Zuwege und den Garten aufreißen.

    Uns (Privatstraße) reichen da jetzt schon die Nachwirkungen einer Verlegung. Bei uns laufen jetzt schon 2 Anzeigen wegen Sachbeschädigung (Straßenschäden) und 2 Anzeigen wegen Fahrerflucht (Eingedrückte Zäune/Tore), eine Kommunikation mit den beteiligten Firmen war nicht möglich. Und wir sind hier im Ort kein Einzelfall. Aber aufgrund einer Eigentümerentscheidung wird es keinen 2. Ausbau geben, dies deckt sich mit der Teilungserklärung, die nur ein Medium pro Infrastruktur vorsieht. So etwas verstehen aber wahrscheinlich nur Leute, die gerade ein halbes Jahr vorher 300.000€ (nur Straßendecke, Entwässerung und Beleuchtung) für ihre neue Straße gezahlt haben, die jetzt schon durch die Glasfaserverlegung Schäden erlitten hat. Und ja, wir kennen den § 134 TKG (Beeinträchtigung von Grundstücken), aber zum Glück gibt es bei 26 Eigentümer auch 2 RA. ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Phino (12. September 2023 um 13:06)

  • Und man hätte 2-mal Bauteams, die die Straße, die Zuwege und den Garten aufreißen.

    Uns (Privatstraße) reichen da jetzt schon die Nachwirkungen einer Verlegung.

    Das sind halt die regionalen Unterschiede. Unsere Straßen im Süden NRWs sind zwar nicht privat (gibt es hier so gut wie gar nicht), größtenteils aber so kaputt, dass es keinen Unterschied machen würde ;) Mir wäre Glasfaser im Haus auch wichtiger, als eine asphaltierte Straße davor.

    aber ich musste hier in der Eigentümergemeinschaft schon für einen Anbieter kämpfen

    Kämpfen muss man immer, aber du bist im Recht. Insofern sehe ich da kein Hindernis. Man sollte alles tun, um später nicht auf einen einzigen kriminellen Provider angewiesen zu sein.

    Ich wohne zur Miete in einem MFH mit desinteressierter Eigentümergemeinschaft und Hausverwaltung mit Anti-alles-Einstellung und versuche, eine Ladestation für das Auto und einen Glasfaseranschluss zu bekommen. DAS ist schwierig.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wobei du ja auf die Ladestation mittlerweile ja sogar ein gesetzliches Anrecht hast, das darf dir dein Vermieter nicht pauschal verbieten.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Die Beschlussvorlage der Hausverwaltung enthielt die Bedingung, für eine einzelne Wallbox bereits eine Lastgangmessung und Installation eines Lademanagements vorzunehmen UND sich bei anderweitiger Entwicklung zum Rückbau der kompletten Technik zu verpflichten. Der Vermieter verstand nicht, dass dies einer Vermeidungstaktik gleichkommt und dieses Projekt von einer Einzelperson finanziell nicht zu stemmen ist und hat dementsprechend zugestimmt.