Lokaler Glasfaser Anschluss - kein Gf-Ap? - Neuling

  • Moin zusammen,

    Ich komme aus Neustadt a. Rbge., ist in der Nähe von Hannover, und bei mir bauen die eigenen Stadtwerke unter deren Namen „RASANNNT“ ein eigenen Glasfaser Anbieter auf.

    Ich bin noch nicht so lange in der Glasfaser Welt unterwegs und dementsprechend ist mein Wissen sehr begrenzt.

    Heute war die Firma da zum Einblasen/Einjetten, Installationstermin (ONT) folgt.

    Eine Sache, zu der ich leider nix gefunden hab, hat mich aber sehr verwundert.

    Der nette Herr meinte zu mir, dass es keinen Glasfaser Abschlusspunkt (APL/HÜP, wie auch immer) geben wird, sondern die Faser direkt in‘s ONT gehen wird - meine Frage dazu: ist das normal?

    Er meinte zu mir, dass die das aus Kostengründen erst in MFH ab 6 Parteien machen, wir wohnen in einem EFH mit 3 Parteien.

    Habe mich viel belesen und sowas noch nie mitbekommen/gelesen, bin der Meinung gelesen zu haben, dass der Gf-Ap sonst immer gesetzt wird.

    Bin auf eure Antworten gespannt.

  • Laut https://support.rasannnt.de/hc/de/articles/4417429116049-Wie-schließe-ich-meine-FRITZ-Box-an- ist ein Genexis ONT abgebildet. Theoretisch müsste durch Tausch des ONT Moduldeckel eine GF-TA durch ein F2110/F2115 realisieren lassen.

    Ich würde aber mit solchen Änderungen bis nach Aktivierung des Anschlusses warten. Kann aktuell nicht rauslesen ob AON oder GPON im Einsatz.

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Das Telekommunikationsgesetz (TKG) schreibt einen passiven Netzabschlusspunkt vor. Das ist eine Dose/Gf-TA wie in viele Provider mittlerweile verwenden.

    Gerade die kleineren Provider wie Stadtwerke stellen sich da dumm zu Lasten des Kunden. Bis Mitte September untersucht die Bundesnetzagentur (BNA/BNetzA) ob sie eine Allgemeinverfügung erlässt, die den ONT ebenfalls als Abschlusspunkt gültig werden lässt. Technisch gibt es keinen beweisbaren Grund dafür. Auch die Provider haben bis jetzt keinen Beleg der BNetzA geliefert, der für solch eine Verfügung sprechen würde. Die Provider wollen ihre stromverbrauchende Zwangshardware (stark verfälschend Routerzwang genannt) wieder einführen.

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  • Danke für eure Antworten!

    Also verstehe ich das richtig, dass die das gegen das TKG verstoßen?

    Vielleicht sollte ich die mal darauf aufmerksam machen.

    Habe ich denn dadurch einen Nachteil, außer das ich keinen eigenen Fiber Router nutzen könnte?

    Ich pack euch mal im Anhang ein Bild (von Socialmedia), wie der Anschluss bei denen realisiert wird.

  • Wenn ich jetzt sarkastisch sein möchte, würde ich sagen: "In Stadtwerke Qualität"

    Netzabschluss scheint nicht passiv zu sein, daher ein Verstoß.

    Du kannst drauf aufmerksam machen, dich an die BNetzA wenden. Aber weitere Möglichkeiten sehe ich nicht.

    Vielleicht die Verbraucherzentrale einbinden.

  • Ich würde da kein Fass aufmachen. Durch das Genexis-System kann wie bereits erwähnt der ONT einfach in eine Gf-TA umgewandelt werden. Wenn der Netzbetreiber aber GPON einsetzt und noch kein Verfahren hat, um kundeneigene Modems in sein Netz einzupflegen, ist es nur verständlich, dass erst einmal ein ONT standardmäßig installiert wird.

    Für 99% der Kunden ist die Anbringung eines ONT durch den Netzbetreiber ein Vorteil, da diese dann gar nicht auf die Idee kommen, für teuer Geld einen Glasfaserrouter zu kaufen, der morgen bereits technisch veraltet ist. Sehr viele haben bereits eine Fritz!Box o.Ä. zu Hause, welche vorher von DSL bedient wurde, aber leistungsmäßig gut genug ist, um den neuen Glasfasertarif über den Anschluss am ONT voll ausnutzen zu können.

    Und selbst wenn nicht, haben wir gerade die schöne Situation, dass sowohl gebrauchte Fritz!Boxen mit 1&1-Label (insbesondere 7520 Typ A), als auch performante WLAN-Lösungen zum Ausgleich der WLAN-Schwäche der preisgünstigen Router (insbesondere Telekom Speed Home WLAN) für kleines Geld zu haben sind. Das gab es so extrem vorher noch nie. Man kann sich derzeit für den Preis eines einzigen, neuen Glasfaser-Modem-Routers einen performanten Router und ein leistungsfähigeres WLAN-Mesh-System mit mehreren Satelliten gebraucht zusammenbauen, dafür sollte man dankbar sein.

    Die Sache mit der Endgerätefreiheit und dem passiven Abschlusspunkt wird sich mit der Zeit und der stetig wachsenden Anzahl der Anschlüsse noch von selbst regeln. Und die Netzbetreiber wissen, dass ihr Verhalten nicht richtig ist, sie deswegen in Social Media öffentlich anzuprangern, erfüllt vielleicht einen Unterhaltungszweck, direkt auf einen kleinen Anbieter zuzugehen, erfüllt wohl nicht mal das.

    Versuch mal, in einem verkehrsberuhigten Bereich einem Autofahrer zu erklären, dass unmöglich ein in Bewegung befindlicher Radfahrer legal überholt werden kann. Die Reaktion des durchschnittlichen Autofahrers wird der des durchschnittlichen Netzbetreibers in einer Situation wie hier sehr ähnlich sein.

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  • Sollte die BNetzA keine andere Regelung treffen, wird es sich genau so einpendeln, wie bei xDSL und auch Kabel.

    Zu Beginn war ein separates ADSL-Modem noch völlig normal. Jetzt ist es völlig normal, dass das Modem integriert ist.

    So wird es auch bei xPON kommen.

    Für die meisten ist der ONT natürlich vollkommen in Ordnung. Trotzdem ist es schön, dass wir in der EU die Wahlfreiheit haben.

    Und interessant, dass Genexis bereits ein System auf den Markt gebracht hat, was sich zu einem passiven Gf-TA wandeln lässt. Klevere Idee.

  • DLMttH

    "Für 99% der Kunden ist die Anbringung eines ONT durch den Netzbetreiber ein Vorteil, da diese dann gar nicht auf die Idee kommen, für teuer Geld einen Glasfaserrouter zu kaufen, der morgen bereits technisch veraltet ist."

    Das kann bei einem "normalen Router" nicht passieren? Wenn die Hardware die Übertragungsraen nicht handeln kann, ist auch bei dem Schluß. Versuch mal eine FB7390 an einem 1000/500er GF Modemanschluß zu betreiben und volle Datenrate zu bekommen ...

  • Trotzdem ist es schön, dass wir in der EU die Wahlfreiheit haben.

    Einen ONT nach Wahl oder einen Glasfaserrouter zu nutzen? Das siehst du falsch, im PON auf die Verwendung eines eigenen Endgerätes zu bestehen, ist ein rein deutsches Problem. Aber wir müssen es ja besser wissen, als der Rest der Welt.

    Selbst die Routerfreiheit ist aber nicht EU-weit durchgesetzt. Schon in Österreich zwingt dir so mancher Provider sein Gerät auf.

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  • Du weist doch selbst, was das EU-Recht vorschreibt. Das hat also nix mit Deutschland zu tun.

    Und was interessiert es mich, was Leute in anderen Ländern machen?

    Bei xDSL hat es sich bewährt. Ich sehe nicht, warum sich ein bewährtes Konzept bei xPON nicht auch durchsetzen wird.

  • Das kann bei einem "normalen Router" nicht passieren?

    Mir ging es darum, dass der neu angeschaffte Glasfaser-Router derzeit Gefahr läuft, LAN- und WLAN-seitig bereits morgen nachmittag so veraltet zu sein, dass er sich im Nachhinein nur als Fehlkauf herausstellen kann.

    Eine 7390 hat man ja nicht erst gestern angeschafft, die gehört seit mindestens ein paar Jahren verschrottet und hat ihren Dienst auch dann getan. Da tut die "Neu"anschaffung einer 7520 oder so nicht wirklich weh. Würde ich aber auch nicht propagieren, wenn ich nicht derzeit die Verwandtschaft und Bekanntschaft mit diesen Geräten ausstatten würde, für den durchschnittlichen Preis von 29,10€ pro Gerät, bei welchem ich da jetzt angelangt bin, ist das ein No-Brainer.

  • Du weist doch selbst, was das EU-Recht vorschreibt.

    Die Verwendung eines eigenen Routers!! Zum Beispiel hinter einem ONT. Der ONT ist bei PON der Netzabschluss laut EU-Recht. Der passive Abschluss bei PON ist ein rein deutsches Thema.

    Bei xDSL hat es sich bewährt. Ich sehe nicht, warum sich ein bewährtes Konzept bei xPON nicht auch durchsetzen wird

    Weil bei xPON mehrere Modems am selben Licht hängen, was ein enormes Störpotential hat.

    xDSL hat kundeneigene Kupferleitungen. Da mag ein verrücktes Modem für die benachbarten Leitungen im Bündel vielleicht ungünstig sein, aber ein Totalausfall im Bündel durch ein kundeneigenes DSL-Modem ist wohl deutlich unwahrscheinlicher.

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  • Soll mir Recht sein, wenn die BNetzA das hinreichend geklärt hat und damit EU-Recht nachkommt.

    Was bei xDSL und DOCSIS funktioniert hat, funktioniert bereits jetzt einwandfrei bei xPON. Mindenstens AVM hat sich die GPON-Implementation zertifizieren lassen. Andere können problemfrei nachziehen.

    Und Probleme konnten die Verbände auch nicht vorbringen. Konnten sie bei DOCSIS und Vectoring auch nicht.

    Das passt hier aber alles nicht mehr hin. Dem OP wurde ja hinreichend geantwortet.

    Und offenbar sind die Stadtwerke auf den passiven Netzabschluss vorbereitet. Von daher alles prima.

  • Da tatsächlich ein Genexis verbaut ist, würde ich bis zur Aktivierung definitiv die Füße still halten. Wie geschrieben, kann man beim Genexis das Frontmodul einfach abdrehen und durch ein anderes (passives) ersetzen und damit einen passiven Abschluss erreichen. Solange aber nicht klar ist, ob AON oder GPON, würde ich abwarten. Insbesondere bei GPON würde ich fast wetten, dass die Stadtwerke kein Prozess haben, um eigene Router direkt per Glasfaser anzuschließen. Wäre es jedoch AON, sähe es anders aus..

    Ich würde den Anbieter auch darauf hinweisen, dass die Schnittstellenbeschreibung fehlt. Laut PDF soll diese unter https://rasannnt.de/schnittstelle sein, aber da gibts nur ein 404..

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Moin nochmal in die Runde,

    Erstmal vielen Dank für eure ganzen Antworten.
    Ich wollte aber mit meinem Thread keinen Beitrag erstellen, in denen man sich in den Kommentaren fast "an den Kragen" geht. :D

    Wie im Titel steht bin ich Neuling in der FTTH Welt und hatte einfach absolut kein Plan, ob es normal ist das kein Gf-Ap/HÜP/APL installiert wird, jetzt weiß ich aber bescheid das es nicht normal ist.
    Wenn der Anschluss läuft, werde ich mal nachfragen wieso ,weshalb, warum.

    Ich hatte die Frage bereits in Kommentar #4 gestellt, diese wurde aber überlesen, daher nochmal:

    Habe ich denn dadurch einen Nachteil, dass es keinen Gf-Ap/HÜP/APL gibt?

    #Nachtrag: Wenn kein Gf-Ap existiert, wie könnte überhaupt ein zweiter Anschluss realisiert werden, wenn alle Fasern in "meinem" ONT enden?

    Einmal editiert, zuletzt von kevko (15. August 2023 um 22:37)

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  • Aus meiner Sicht nicht. Da der Genexis mit passenden Modul zum GF-TA umgerüstet werden kann, sehe ich da keine Probleme. IMHO wäre der Genexis dem HÜP gleichgestellt, da nur das Modul, was man drauf dreht, über die weitere Funktion entscheidet.

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    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Habe ich denn dadurch einen Nachteil, dass es keinen Gf-Ap/HÜP/APL gibt?

    #Nachtrag: Wenn kein Gf-Ap existiert, wie könnte überhaupt ein zweiter Anschluss realisiert werden, wenn alle Fasern in "meinem" ONT enden?

    Ergänzend zu dem Beitrag von ConiKost : Die Genexis Fibertwist Baureihe ist ein modulares System. Die Glasfaser(n) terminieren in der Baseplate. Auf diese Baseplate können verschiedene Oberteile aufgedreht werden (daher Fibertwist). AON-ONT, GPON-ONT, Gf-TA mit LC/APC-Buchse, Gf-TA mit SC/APC-Buchse. Diese 4 Varianten sind zur Zeit möglich.

    Ohne aufgedrehtes Oberteil ist eine SC/APC Buchse in der Baseplate zugänglich.

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  • Ergänzend zu dem Beitrag von ConiKost : Die Genexis Fibertwist Baureihe ist ein modulares System. Die Glasfaser(n) terminieren in der Baseplate. Auf diese Baseplate können verschiedene Oberteile aufgedreht werden (daher Fibertwist). AON-ONT, GPON-ONT, Gf-TA mit LC/APC-Buchse, Gf-TA mit SC/APC-Buchse. Diese 4 Varianten sind zur Zeit möglich.

    Ohne aufgedrehtes Oberteil ist eine SC/APC Buchse in der Baseplate zugänglich.

    Weiß jemand, ob die Deutsche Glasfaser dieses System auch mit aufgesetztem ONT nutzt? Bei mir in der Wohnung wurde nämlich solch ein Fibertwist installiert, allerdings mit einem GF-TA Oberteil versehen. Der Anschluss ist noch nicht in Betrieb und ich frage mich, ob der Techniker vor Ort das Oberteil austauschen wird, anstatt noch ein zweites Gerät hinzu zu stellen. Dies fände ich, auch optisch, die schönste Lösung.