Netzbetreiber wollen freien Glasfaser-Router verbieten

  • In De kann man ja auch nicht mehr in der Fritz!Box 55xx eine GPON-Seriennummer eintragen. In allen anderen Ländern ist dieses noch möglich. Aber das wollte das GROßE T halt haben, und AVM hat es umgesetzt, denn entpackt man die FW und schaut in der entsprechenden Datei nach steht das da

    Code
    return config.GPON and (config.country ~= "049" or g_is_internal_or_inhaus_version)

    Daher denke ich, dass sie große Probleme haben mit den unterschiedlichen HWs und Anbieder dieser. Wenn man nun ein Gerät benutzt, was mehr stört, als es soll, führt das halt zu einem zusammen Bruch.

    FTTH-Ausbau mit GPON (Gigabit Passive Optical Network) | MPC Service
    Die am häufigsten eingesetzte Methode, um echte Glasfaseranschlüsse (FTTH) zu bauen, ist GPON ➤ So funktioniert GPON ✓ OLT, Splitter, ONT ✓
    www.mpcservice.com

    Weil bei GPON sind ja so einige Leute auf einer Leitung. Die man noch mal bündelt könnte.

  • Letztendlich hat der Endanwender bei Direktanschluss an die GF keine nenneswerten Vorteile bezüglich Geschwindigkeit oder Useability. Oder sehe ich das zu verkürzt? Bliebe eigentlich nur die Platzersparnis des wegfallenden ONTs und evt. ein marginal geringerer Stromverbrauch bei im Router integriertem Modem. Und eine Steckdose weniger belegt ...

    Im Gegenzug erhält der Kunde ein stabileres GPON-Netz, da der GF-Betreiber nur zulässige, ihm bekannte ONTs installiert. Ich sehe da eigentlich mehr Vor- als Nachteile.

  • Wie gesagt, meines Wissens gibt es im Moment keinen Provider, der vorbehaltlos alle Geräte in sein Netz lässt. Es funktioniert eigentlich ziemlich oft, sogar mit SFP Modulen mit spezieller Firmware, die andere ONTs klonen können. Nicht umsonst steht in dem Artikel, dass praktische Fehlerfälle kaum bekannt sind. Allerdings kaufen in Deutschland wahrcheinlich 90% den Provider ONT, und von den verbliebenen 10% kaufen 90% eine Fritzbox. Und die funktionieren halt üblicherweise. Aber ob es am Ende für jeden »5,95 EUR Alibaba Medienwandler« funktioniert, da bin ich skeptisch.

    Da gebe ich dir absolut recht.
    Ich bin hier in der Straße als »Fachberater Glasfaser« unterwegs.

    Von 26 DNS:NET-Anschlüsse haben 23 den ONT, 2 haben eine 55xx und ich habe ein SFP-Modul* in einer Unifi UDM SE.

    Es gab hier 2 Nutzer (mit Hintergrundwissen) die sagen WLAN ist ihnen wichtig und haben deshalb eine 7590 AX genommen an Stelle der 5590.

    Aufgrund der Bemerkung unten sieht man, dass es sehr wohl funktioniert, dass andere »Modem/ONT« in einem GPON-Netz funktionieren und eingebracht werden können. Jedenfalls hat sich die Technik-Hotline bei DNS:NET nie quer gestellt.

    *ich habe nicht nur eins getestet :lol: Unifi-Modul, Telekom Glasfasermodem, FS.com und das LuLeey 2.5G XPON ONU LL-XS2510, aber auch den ONT. Bis auf das Unifi Modul funktionieren allen gegenüber dem Netzbetreiber DNS:NET, allerdings haben das Telekom- und das FS.com-Module Probleme mit den Geräten von Ubiquiti. Die beiden Module funktionieren wohl gut in Sophos oder MikroTek Geräte.

    Das Modul LuLeey 2.5G XPON ONU LL-XS2510 war in allen Test bisher das Beste mit dem Realtek-Chipsatz DFP-34X-2C2, damit gibt es weitere Modelle. Kostenpunkt ca 50 € wie das Telekom-SFP-Modem.

    Einmal editiert, zuletzt von Phino (2. August 2023 um 10:24)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Für die meisten Anwender ist die Verwendung des Provider-ONT auch gar keine schlechte Lösung.

    Ich interveniere jedoch immer dann, wenn der Eindruck entsteht, das der Provider-ONT völlig ausreichend ist. Aktuell versuchen die Provider in D das TKG zu unterwandern/ignorieren und wenn die Kunden nicht mehr aktiv die freie Wahl des Endgerätes fordern, dann wird es sicherlich bald durch Allgemeinverfügung der BNetzA einen Zwangs-ONT geben.

    Deshalb muss zwar nicht immer laut TKG gerufen werden, jedoch sollte auf Sätze wie "keine nennenswerte Vorteile" oder "völlig ausreichend" verzichtet werden.

    Phino könntest Du in einem eigenen Thread tabellarisch deine Ergebnisse darstellen? Damit wäre sicherlich vielen geholfen, die ein GPON SFP-Modul für ihre MikroTIK oder Ubiquity Hardware suchen.

  • Daher denke ich, dass sie große Probleme haben mit den unterschiedlichen HWs und Anbieder dieser. Wenn man nun ein Gerät benutzt, was mehr stört, als es soll, führt das halt zu einem zusammen Bruch.

    Die Probleme sind eher logistischer Art, da bisher die Philosophie war "wir erlauben nur Hardware des Herstellers X". Mit der Endgerätewahlfreiheit kehrt sich das allerdings um. Aus einem Whitelisting wird ein Blacklisting, das grundsätzlich dynamischer ist.

    Zu den Störungen: dieses Argument ist seit Jahren durch die Einführung der Rogue Detection im GPON kein starkes mehr, dennoch wird es gebetsmühlenartig wiederholt. Bisher hat kein einziger Gf-TK-Provider der BNetzA einen Beleg für eine Störung durch ein Nicht-Provider ONT/Router geliefert! Auch das kann nicht oft genug wiederholt werden.

  • Zu den Störungen: dieses Argument ist seit Jahren durch die Einführung der Rogue Detection im GPON kein starkes mehr

    Aber sie erfordert halt, dass zumindest gewisse Teile des Datenstroms noch erkannt werden. Gegen eine "Taschenlampe" auf passender Wellenlänge hilft das nicht.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Ja, klar. Man muss unterscheiden, ob es ein absichtlicher, bösartiger Störer ist oder nicht. Gegen ersteres kann man gar nichts machen, analog zu den Jammern in Mobilfunknetzen. Da hilft nur Strafandrohung, technisch ist dem nicht beizukommen.

    Bei gewöhnlichen, unabsichtlichen Fehlfunktionen greifen die mittlerweile vorhandenen Mechanismen im GPON.

  • Du meinst so etwas wie die Fehler in dem Nokia-ONT (Provider-Gerät) von Deutsche Glasfaser und anderen? Das ist weder ein Argument für, noch gegen ein Endegerät, welches vom Kunden verwendet wird.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Du meinst so etwas wie die Fehler in dem Nokia-ONT (Provider-Gerät) von Deutsche Glasfaser und anderen?

    Habe ich nichts mitbekommen gibt es da nen Link zu ?

    Ich meine von einfachem Aufhängen des ONT was zu Support aufwand beim ISP führt bis zu schwerwiegenderen Fehlern wie Störungen des PONs.

  • Hallo Phino,

    ich hoffe ich lenke jetzt nicht zu weit vom Thema ab...

    *ich habe nicht nur eins getestet :lol: Unifi-Modul, Telekom Glasfasermodem, FS.com und das LuLeey 2.5G XPON ONU LL-XS2510, aber auch den ONT. Bis auf das Unifi Modul funktionieren allen gegenüber dem Netzbetreiber DNS:NET, allerdings haben das Telekom- und das FS.com-Module Probleme mit den Geräten von Ubiquiti. Die beiden Module funktionieren wohl gut in Sophos oder MikroTek Geräte.

    Das Modul LuLeey 2.5G XPON ONU LL-XS2510 war in allen Test bisher das Beste mit dem Realtek-Chipsatz DFP-34X-2C2, damit gibt es weitere Modelle. Kostenpunkt ca 50 € wie das Telekom-SFP-Modem.

    Du hast da dann die MAC von einem anderen Gerät reingeklont oder hast Du Dir das provisionieren lassen?

    Wenn geklonte MAC, dann ist das doch frei austauschbar mit dem Original-Modem? Man könnte also beliebig tauschen falls mal ein Troubleshooting anfällt?
    Wir das Ding übermässig heiss?

    Danke für Deine Einschätzung!

  • Hallo Phino,

    ich hoffe ich lenke jetzt nicht zu weit vom Thema ab...

    Du hast da dann die MAC von einem anderen Gerät reingeklont oder hast Du Dir das provisionieren lassen?

    Wenn geklonte MAC, dann ist das doch frei austauschbar mit dem Original-Modem? Man könnte also beliebig tauschen falls mal ein Troubleshooting anfällt?
    Wir das Ding übermässig heiss?

    Danke für Deine Einschätzung!

    Ich habe die SN des ONT in dem Modul geklont. Somit kann ich einfach zwischen dem ONT/FB und meinem SFP-Modul in der UDM SE wechseln ohne Rücksprache.

    Es ist auch eine Frage, in welcher Schreibweise die ISP-Seite die Modem-SN erwartet oder im ONT steht.

    Es kann 12-stellig sein. ersten 4 Stellen als ASCI (z.B. XPON) und die 8 Stellen als 4x HEX

    oder

    16-stellig ist alles in HEX geschrieben. XPON = 78 70 6f 6e

    und danach z.B. 12 23 45 67

    Die Daten übergibst du an die Weboberfläche des SPF-Modul Device Serial Number

    Allerdings ist dies auch etwas Anbieterabhängig. DNS:NET reicht zum Priorisieren nur die SN des Modem/SFP-Stick. Andere ISP wollen auch noch das PLOAM Passwort, dann muss diese auch noch angepasst werden.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • In De kann man ja auch nicht mehr in der Fritz!Box 55xx eine GPON-Seriennummer eintragen. In allen anderen Ländern ist dieses noch möglich. Aber das wollte das GROßE T halt haben, und AVM hat es umgesetzt, denn entpackt man die FW und schaut in der entsprechenden Datei nach steht das da

    Code
    return config.GPON and (config.country ~= "049" or g_is_internal_or_inhaus_version)

    Daher denke ich, dass sie große Probleme haben mit den unterschiedlichen HWs und Anbieder dieser. Wenn man nun ein Gerät benutzt, was mehr stört, als es soll, führt das halt zu einem zusammen Bruch.

    https://www.mpcservice.com/gpon/

    Weil bei GPON sind ja so einige Leute auf einer Leitung. Die man noch mal bündelt könnte.

    Sorry. Aber verständlich ist das abschalten des klonens schon. Denn dann kann nämlich versucht werden, mit dem Original parallel einen Anschluß zu betreiben. Und das ist nicht wirklich gut.

  • Letztendlich hat der Endanwender bei Direktanschluss an die GF keine nenneswerten Vorteile bezüglich Geschwindigkeit oder Useability. Oder sehe ich das zu verkürzt? Bliebe eigentlich nur die Platzersparnis des wegfallenden ONTs und evt. ein marginal geringerer Stromverbrauch bei im Router integriertem Modem. Und eine Steckdose weniger belegt ...

    Im Gegenzug erhält der Kunde ein stabileres GPON-Netz, da der GF-Betreiber nur zulässige, ihm bekannte ONTs installiert. Ich sehe da eigentlich mehr Vor- als Nachteile.

    Das wäre auch ein Verstoß gegen EU-Recht!

    EU Verordnung 2015/2120 v. 25. November 2015:

    Artikel 3, Abs. 1

    Gewährleistung des Zugangs zum offenen Internet

    (1) Endnutzer haben das Recht, über ihren Internetzugangsdienst, unabhängig vom Standort des Endnutzers oder des Anbieters und unabhängig von Standort, Ursprung oder Bestimmungsort der Informationen, Inhalte, Anwendungen oder Dienste, Informationen und Inhalte abzurufen und zu verbreiten, Anwendungen und Dienste zu nutzen und bereitzustellen und Endgeräte ihrer Wahl zu nutzen.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Habe ich nichts mitbekommen gibt es da nen Link zu ?

    Ich meine von einfachem Aufhängen des ONT was zu Support aufwand beim ISP führt bis zu schwerwiegenderen Fehlern wie Störungen des PONs.

    Bitte:

    HubeBube
    23. September 2021 um 09:54

    Ich hoffe die Lücke ist mittlerweile in dem Provider-ONT behoben. Leider geben die TK-Provider ja wenig Infos über Securitylücken bzw. deren Behebung von ihrem Equipment beim Kunden heraus.

  • Das wäre auch ein Verstoß gegen EU-Recht!

    EU Verordnung 2015/2120 v. 25. November 2015:

    Artikel 3, Abs. 1

    Gewährleistung des Zugangs zum offenen Internet

    (1) Endnutzer haben das Recht, über ihren Internetzugangsdienst, unabhängig vom Standort des Endnutzers oder des Anbieters und unabhängig von Standort, Ursprung oder Bestimmungsort der Informationen, Inhalte, Anwendungen oder Dienste, Informationen und Inhalte abzurufen und zu verbreiten, Anwendungen und Dienste zu nutzen und bereitzustellen und Endgeräte ihrer Wahl zu nutzen.

    Hierzu gibt es schon in der Einleitung der EU Verordnung Punkt 5 einen Verweis, was unter Endgeräten zu verstehen ist.

    Die Endnutzer sollten beim Zugang zum Internet frei unter den verschiedenen Arten von Endgeräten im Sinne der Richtlinie 2008/63/EG der Kommission ( 1 ) wählen können.

    Diese Richtlinie sagt dazu:

    Artikel 1

    Im Sinne dieser Richtlinie sind

    1. „Endeinrichtungen“:

    a) direkt oder indirekt an die Schnittstelle eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes angeschlossene Einrichtungen zum Aussenden, Verarbeiten oder Empfangen von Nachrichten; sowohl bei direkten als auch bei indirekten Anschlüssen kann die Verbindung über Draht, optische Faser oder elektromagnetisch hergestellt werden; bei einem indirekten Anschluss ist zwischen der Endeinrichtung und

    der Schnittstelle des öffentlichen Netzes ein Gerät geschaltet;

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Aber nicht auf Kosten des Kunden. Da lt. Definition des TKG das Netz passiv abzuschließen ist. Sollte das aufgeweicht werden, dann müssen Stromkosten bei einem kundeneigenen ONT entsprechend den Tarif senken. Sprich. Verwendet der Kunde einen eigenen ONT, so ist dieser Tarif günstiger anzubieten.

    Warum? Weil der Netzbetreiber die Stromkosten für sein eigenen ONT zu tragen hat, die er aber dem Kunden ja wieder auf das Auge drückt. Entscheidet sich der Kunde für einen eigenen ONT, so ist es seine Entscheidung, auch die Stromkosten selber zu tragen.

    Was denkst Du, welchen Tarif die Kunden wählen werden? Welcher Aufwand entsteht für den Netzbetreiber?

    Liebe Netzbetreiber, haltet euch an die derzeitige Definition des Gesetzes.

  • Sollte das aufgeweicht werden, dann müssen Stromkosten bei einem kundeneigenen ONT entsprechend den Tarif senken. Sprich. Verwendet der Kunde einen eigenen ONT, so ist dieser Tarif günstiger anzubieten.

    Weil er dann Stromkosten für den ONT hat? Die hat er aber auch beim Provider ONT. Wie schon erwähnt, der Energieverbrauch kommt unterm Strich aufs gleiche raus.