Endgerätewahlfreiheit - aktueller Bericht

  • In GPON Netzen mit ZTE OLTs unterstützt ZTE natürlich nur ONTs aus eigenem Hause, Alcatel-Lucent/Nokia OLTs besonders gut die Nokia ONTs und Huawei bleibt lieber auch alleine. Die Managementsoftware ist daher nur auf die Verwaltung von Hardware aus dem eigenen Stall ausgelegt.

    Und was würde helfen? Der von mir bereits öfter angesprochene fehlende Standard dafür.

    Dies alles wollte man sich sparen, in dem man die Endgerätewahlfreiheit nicht für Ernst genommen hat. Seit 2016 besteht diese Verpflichtung und man wäre gut beraten gewesen, diese Verpflichtung auch in die Systeme zu implementieren.

    Warum sollte ZTE das tun, nur weil in Deutschland - das Infrastrukturtechnisch Jahre hinterherhängt - irgendeine dahergelaufene Regulierungsbehörde eine Sonderlocke will? In allen anderen Ländern, in denen glasfasertechnisch seit Jahren der Bär tobt, interessiert das alles einen toten Hund. Dort wurden die Systeme längst aufgebaut, jahrelang Erfahrung gesammelt, und das Gesamtsystem-Setup wurde optimiert und stabilisiert. Und jetzt kommen wir und wollen alles anders machen.

    Glücklicherweise haben etliche Kunden gegen diese Selbstherrlichkeit der Provider aufbegehrt, dies hat letztlich zu der aktuellen Situation geführt. Die BNetzA und der Verbraucherschutz sehen genauer hin und die TK-Provider sind unter Zugzwang.

    Und sind am Ende die Verlierer, da sie ohne fehlende technische Unterstützung die Möglichkeit schaffen müssen, und das noch so, dass es endkundentauglich und stabil über Software-Versionsgrenzen hinweg funktioniert. Na herzlichen Glückwunsch.

    Anstatt jedoch die Flucht nach vorne im Sinne des Kunden anzutreten, wird versucht via Allgemeinverfügung den Status-Quo zu wahren.

    Es wird eher versucht, die Regeln den internationalen Gepflogenheiten anzupassen.

    Wie gesagt, ich bin auch ein Freund des passiven Netzabschlusses und betreibe ja auch eine FB 5530 direkt am Glasfaser-Netz. Aber wenn man sowas macht, dann bitte so, dass es absehbar auch reibungslos funktioniert. Und davon bin ich bei GPON unter den momentanen Randbedingungen noch nicht überzeugt.

  • Naja, wenn das mit dem GPON und der Rogue Detection alles so einfach wäre, und die Telekom kein Problem dabei sieht, warum lassen sie dann nicht einfach alle Geräte ins Netz?

    Lassen sie doch. Gibt da keine Einschränkung bei der Telekom. Es gibt halt einfach noch nicht so viele Endgeräte.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Und was würde helfen? Der von mir bereits öfter angesprochene fehlende Standard dafür.

    Das ist keine Frage der fehlenden Standards, sonden:

    1. das Einhalten der vorhandenen Standards/ITU-T Empfehlungen.
    2. die Anerkennung, das in einer vernetzten Welt eine Abschottung nach außen nicht von Dauer ist.

    Und jetzt kommen wir und wollen alles anders machen.

    Den einzigen denen das "jetzt" (aka plötzlich, unerwartet - seit 7 Jahren) anzukreiden ist, sind diejenigen, die Infrastrukturen aufgebaut haben, die auf Verfahren basieren, die deutlich vor 2016 Stand der Technik waren. Und sogar die Telekom hat es trotzdem geschafft - als erster - kundeneigene Hardware an der Glasfaser zu provisionieren.

    Es wird eher versucht, die Regeln den internationalen Gepflogenheiten anzupassen.

    Wer in D verkaufen möchte, muss sich an die Regeln in D halten. Wie übrigens schon festgestellt wurde, sind diese Bestrebungen den Zwangs-ONT einzuführen nicht auf Deutschland beschränkt, sondern soll europaweit durchgesetzt werden.

    In anderen Branchen ist es auch durchaus üblich Software und Hardware an lokale Bestimmungen anpassen zu müssen. Ein aus den USA importiertes Kfz muss auch den deutschen Regeln entsprechen, wenn es hier am regulären Straßenverkehr teilnehmen möchte. Weiteres Beispiel sind Stromstecker und deren Pendant die Steckdosen. Ich verkaufe auch kein Gerät in D, wenn ich nur den britischen Stecker mitliefern. Machen wir den Schlenker zu Hardware/Software-Kombinationen. Einen Laptop oder PC-Tastatur kann ich auch nicht verkaufen, wenn keine QWERTZ-Tastatur unterstützt wird.

    Wie gesagt, ich bin auch ein Freund des passiven Netzabschlusses und betreibe ja auch eine FB 5530 direkt am Glasfaser-Netz.

    Das weiß ich doch ;)

  • Die einzige Frage, die Unternehmen stellen werden, die an einem lukrativen Markt teilnehmen wollen, ist, wie hoch sie springen sollen und ob sie dabei noch ein Lied pfeifen sollen.

    Die sind ausschließlich an Umsatz und Gewinn interessiert.

  • Wer in D verkaufen möchte, muss sich an die Regeln in D halten.

    Oben schreibst du noch, dass Abschottung nicht von langer Dauer ist. Das gilt hier genauso.

    In anderen Branchen ist es auch durchaus üblich Software und Hardware an lokale Bestimmungen anpassen zu müssen. Ein aus den USA importiertes Kfz muss auch den deutschen Regeln entsprechen, wenn es hier am regulären Straßenverkehr teilnehmen möchte.

    Das ist aber auch ein deutlich konservativerer Markt mit ganz anderen Margen und Produktwerten. Das kann man nicht vergleichen.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Und weil die BNetzA die Realität auch kennt, wird sie so einer Abschottung sicherlich nicht zustimmen.

    Fragt sich nur, wer da wen abschotten will? Der Gesetzgeber den deutschen Markt mit GF Endgeräten oder die Provider ihr Netz vor direktem Anschluß an die GF? Letzteres ist im Endeffekt nur eine Frage der Programmierung und der Zusammenarbeit, einen Konsenz zu finden ...

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Wie soll ich etwas abschotten, indem ich eine Freiheit gewähre?

    Die Logik verstehe ich jetzt nicht.

    Weil die anderen Endgerätehersteller eben keine Geräte für den deutschen GF-Markt anbieten (können/wollen) der ihnen evtl. als zu klein und für diesen Zweck uninteressant erscheinen könnte?

    Der erwähnte Konsenz könnte ja in der Definition eine normierten Verfahrens für die Provisionierung des kundeneigenen Endgerätes enden.

    Und möglicherweise hilft das dann auch noch bei der Gestaltung der Interoperabilität von Geräten verschiedener Hersteller.

    Einmal editiert, zuletzt von Schnurz (23. September 2023 um 17:57)

  • Der deutsche Markt ist weder klein (es gibt nur wenige die noch größer sind), noch ist das aber die Antwort. Das wäre ein Thema das dringend europäisch geregelt werden sollte. Ein high income Markt mit 450 Millionen Einwohnern erlaubt erhebliche Skaleneffekte und wird kaum von einem Anbieter ignoriert werden.

    Angesichts des in der ganzen EU laufenden Glasfaserausbaus ist es auch ein Wachstumsmarkt. Es ist mir vollkommen unverständlich warum ausgerechnet hier nationale Suppen gekocht werden.

    Und Ingenieure wachsen auch an Herausforderungen. Wenn Endgerätefreiheit das Ziel ist und zugleich Bedenken der Provider ernst genommen werden ist der Arbeitsauftrag an die Entwicklungsingenieure doch eigentlich schon formuliert und dann bin ich gar nicht pessimistisch, dass es bessere Lösungen als bisher gibt.

    Knickschutz für eine Faser und ein Stecksystem, dass die Faser erst freigibt nachdem sie in eine Halterung eingeführt wurde, dann kann kein Darwin-Award-Nominee die live fibre auf seine Augen richten und auch nicht die Enden einfetten oder verkratzen. Das ganze haltbar und abwärtskompatibel konstruiert und idiotensicher designed und auf Systemseite entsprechende Industriestandards schaffen und das klingt schon anders. Man braucht halt einen Plan, statt daraus einen Grundsatzstreit zu machen und sich wechselseitig nicht ernst zu nehmen. Endegerätefreiheit ist in den letzten Jahren ja eher ein poetry slam der Überzeugungen gewesen als eine zielorientierte Diskussion.

    Einmal editiert, zuletzt von Derwisch (23. September 2023 um 18:03)

  • Und Ingenieure wachsen auch an Herausforderungen. Wenn Endgerätefreiheit das Ziel ist und zugleich Bedenken der Provider ernst genommen werden ist der Arbeitsauftrag an die Entwicklungsingenieure doch eigentlich schon formuliert und dann bin ich gar nicht pessimistisch, dass es bessere Lösungen als bisher gibt.

    Stellt sich nur die Frage wer bezahlt diese, nicht notwendige, Entwicklungsarbeit, weil das was jetzt Millionenfach genutzt wird, funktioniert ja.

    Und auch die Endgerätefreiheit funktioniert, jedenfalls bei Telekom, DG und DNS:NET (eigene Erfahrung).

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Die EU kann Standards setzen und die Industrie muss sie erfüllen. So wie beim Stromverbrauch von Haushaltsgeräten und tausend anderen Dingen. Wer an diesem großen Markt teilnehmen will muss sich bewegen und inkrementelle Weiterentwicklungen finden doch so oder so bei Hardware und Software permanent statt. Nur dann eben entlang von Standardisierung um ein bestimmtes Ziel zu erfüllen. Statt jeder für sich proprietär. Eigentlich ist das doch das Erfolgsrezept der IT der letzten Jahrzehnte und manchmal muss die Regulierung halt auf die Sprünge helfen (zB USB C Pflicht bei Smartphones).

  • Es geht um einen möglichst DAU freundlichen Standard der auch die Unbill der Zeit gut übersteht (Endgeräte wechseln, Bewohner wechseln..).

    So wie Geräte bei uns vielfach einen Schutzstecker haben müssen, der sehr benutzerfreundlich eingesteckt und ausgesteckt werden kann. Man hätte auch sagen können 'wieso, steht doch alles in dem VDE Regeln, ist in aller Freiheit die persönliche Eigenverantwortung Geräte sicher und störungsfrei mit dem Stromnetz zu verbinden'.

    Das Ansinnen ist wahrlich nicht beispiellos. Don't act brand new.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Und Ingenieure wachsen auch an Herausforderungen. Wenn Endgerätefreiheit das Ziel ist und zugleich Bedenken der Provider ernst genommen werden ist der Arbeitsauftrag an die Entwicklungsingenieure doch eigentlich schon formuliert und dann bin ich gar nicht pessimistisch, dass es bessere Lösungen als bisher gibt.

    Das ist aber keine reine Entwicklungstätigkeit, sondern eher ein politisches Thema. Die Frage ist, ob man die Anforderung in den Standardisierungsgremien durchsetzen kann. Dafür braucht man die Mehrheit der Teilnehmer, und die deutschen Provider sitzen im Moment allein da mit diesen Wünschen. Weder andere Betreiber noch die Hersteller haben ein Interesse daran.

    Die EU kann Standards setzen und die Industrie muss sie erfüllen.

    Nein. Standards werden von den Gremien geschrieben, wie ISO, CEN oder ITU, oder von Industriekonsortien, wie IEEE oder IETF. Die Gremien rekrutieren sich aus Mitarbeitern der relevanten Industrievertreter der Branche, in diesem Fall Provider und Hersteller. Die EU hat nichts damit zu tun und kann allenfalls durch die Gesetzgebung Vorgaben machen, wie sie es z.B. mit den oben erwähnten Erlassen getan hat, die ja explizit keinen passiven Netzabschluss fordern (siehe RE: Endgerätewahlfreiheit - aktueller Bericht).

  • Ich denke es ist ohne Rabulistik zu betreiben klar was ich meinte wenn ich sagte die EU solle Standards setzen.

    Ich sehe schon, dass die Mehrheit hier meint alles ist gut wie es ist, bitte weitergehen. Dann mache ich das. Ciao.

  • Der Status Quo ist gut und kann natürlich verbessert werden.

    Und ich bin irritiert. GPON sind doch nicht nur vier Buchstaben, sondern ein bereits definierter Standard.

    Scheinbar ja, deshalb funktioniert ja mein AliExpress SFP-Modul ja einwandfrei. Und der Techniker bei DNS:NET war sehr zufrieden mit den Werten auf der Glasfaserseite. Also kein Problem für die ISP oder dem Kunden.

    Und das Zyxel funktionierte ja auch bis die Treiberunterstützung bei meinem Router(Unifi UDM SE) flöten ging. :(

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Und noch einmal. Es gibt diese Standards und diese sind durchaus für jeden einsehbar. Dazu sogar noch das internationale broadband forum in dem die Hersteller selbst organisiert sind, sogar Zertifizierungen werden dort angeboten.

    So nebenbei, es gibt einen Thread im Forum:

    HubeBube
    12. Juli 2022 um 22:29

    Es ist wie immer eine Frage des wollens. Die Provider (von wenigen Ausnahmen abgesehen) wollen keine Interoperabilität und daher ihren Zwangs-ONT durchsetzen. Es macht keinen Sinn, das es nicht möglich sein soll ein GPON-ONT von ZTE an einem GPON-OLT von Nokia betreiben zu können.

    ein Stecksystem, dass die Faser erst freigibt nachdem sie in eine Halterung eingeführt wurde, dann kann kein Darwin-Award-Nominee die live fibre auf seine Augen richten und auch nicht die Enden einfetten oder verkratzen.

    Das bietet ein Stecksystem, das in Rechenzentren schon seit Jahren am Single Mode Gf-Kabel für Interconnections eingesetzt wird: E2000

    Btw. Wird der Darwin Award noch verliehen?