Flexibilität bei Wahl des Übergabepunkts für Glasfaser bei NetCom BW

  • Hat jemand Erfahrungswerte dazu, wie flexibel sich NetCom BW bei der Glasfaser-Verlegung zeigt und wie man dabei gegenüber dem Anbieter erfolgreich argumentieren kann?

    Weil NetCom BW in meinem Heimatort in Straßen, in denen nichtmal ein TV-Kabelanschluss verlegt wurde (sowohl Strom- als auch Telefonanschluss sind bisher ausschließlich überirdisch), jetzt Glasfaser verlegen will, klingt das bei bisher maximal 16 Mbit/s (die aber zumindest derzeit noch eigentlich reichen, weil wir insgesamt vergleichsweise selten diese geringe Kapazität ausschöpfen) über das Festnetz ganz reizvoll.

    Weil ich auf einem Grundstück wohne, auf dem fast die gesamte Hausfront aus Garagen besteht und sich vor dem dem einzigen normalen Kellerraum eine nach unten abfallende Garageneinfahrt befindet, befürchte ich, dass da einige Komplikationen denkbar sind. Offiziell kündigt NetCom an, Glasfaseranschlüsse kostenlos bei Vertragsabschluss mit 2 Jahren Mindestlaufzeit bis zur Gebäudeinnenwand zu verlegen. Da stellt sich für mich auch die Frage, ob die Gefahr besteht, am Ende doch auf Kosten für nichts sitzen zu bleiben, weil nach einer Vertragsunterschrift ein normaler Glasfaseranschluss an den ungünstigen Voraussetzungen scheitert.

    Muss ich voraussichtlich damit rechnen, dass eine direkt am Geweg liegende Seitendwand einer Garage für einen möglichst straßennahen Übergabepunkt ausgewählt wird? Weil sich auf der Garage statt eines Dachs ein Balkon mit regelmäßigem Wartungsbedarf befindet und mit der Garagennutzung in einem Altbau ohne brauchbare Isolierung überdurchschnittliche Feuchtigkeit sowie sehr kalte Temperaturen ohne Heizung verbunden sind, wäre ein Übergabepunkt an dieser Stelle vermutlich wegen der Störungsanfälligkeit problematisch. Außerdem vermute ich, dass der Stromnetzbetreiber EnBW als Netzanbieter und "Mutterkonzern" von NetCom irgendwann beabsichtigt, über dieselben Wege Strom-Erdkabel zu ziehen, um auf Dauer die überirdischen Leitungen abzubauen. Ich befürchte, dass dadurch wegen eines ungünstigen Übergabepunkts schlimmstenfalls erhebliche Umbauarbeiten erforderlich werden.

    Die eigentlich idealste Stelle für einen Übergabepunkt im einzigen Kellerraum an der straßenseitigen Hausfront ist vermutlich keine Option, weil davor die Garageneinfahrt ungefähr einen halben Meter unter die Straßenhöhe abgefallen ist. Insgesamt liegen nur circa 2-3 Meter der Seitenwand des Kellerraums neben einem Untergrund mindestens auf Straßenhöhe. - und ausgerechnet dort stellt aktuell zu großen Teilen wiederum eine lange Heizung an dieser Wand ein potenzielles Problem dar. Gibt es für solche schwierigen Fälle manchmal Sonderlösungen? (Ideal wäre die Option, den Übergabepunkt ein Stockwerk höher - ca. 2 Meter über Straßenhöhe- zu legen, weil sich im untersten Stockwerk gar kein Wohnraum befindet.)

    Ich wäre für jede Erfahrung zum Umgang mit derartigen Fällen sehr dankbar. Ich werde natürlich auch die NetCom-Vertreter, die in den nächsten Monaten im Ort unterwegs sind, dazu befragen. Aber wenn es da Dinge gibt, die man besser nicht sagt oder sonstige Fallstricke, bin ich für jeden Rat dankbar.

    2 Mal editiert, zuletzt von ZuVielGaragen (4. Februar 2023 um 05:23)

  • Irgendwo müssen doch auch die anderen Versorgungsleitungen rein gehen. Was ist an der Stelle?

    Ansonsten einfach an der Außenwand bis oben und dann da durch die Wand.

    Bei der Schwiegermutter in Dänemark haben sie das Kastl einfach außen an die Wand geschraubt und durch die Wand gebohrt. That’s it.

    Prinzipiell werden die es so machen wie es der Eigentümer und der Beauftragte bei der Begehung für richtig erachten. Werdet ihr euch nicht einig, wird auch nichts gemacht.

  • Du solltest den Vertrag mal genauer lesen, meistens wird dort in Metern angegeben bis zu welcher Länge die Verlegung kostenfrei ist. Für Mehrarbeiten wir dann eine Pauschale pro Meter abgerechnet. Du solltest dich auch informieren ob wie du schon sagtest auch direkt Stromleitungen verlegt werden, bei uns wurde das so gemacht ( Ausbau durch die NetzeBW auch eine Tochter der EnBW) denn der Hausanschlusspunkt für den Strom darf in keinen bewohnten Raum installiert werden.

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  • Es wurde bereits erwähnt, das üblicherweise ein Termin für die sogenannte Hausbegehung angesetzt wird. Diesen Termin unbedingt selbst wahrnehmen!

    Wichtig ist, das der Leitungsweg und der Montageort von HÜP/APL, der Gf-TA und des ONT schriftlich und mit Fotos festgehalten werden. Der Hausbegeher erstellt ein Protokoll, welches Du unterschreiben musst. Achte darauf, eine Kopie davon zu erhalten und mache selbst Fotos und Notizen. Das hilft bei Unklarheiten.

    Vor allem: mache dir vor dem Termin Gedanken, wie der Leitungsweg für dich idealerweise ist und wie dir die Montageorte am Besten passen.

  • Danke für die zahlreichen Ratschläge :)

    Irgendwo müssen doch auch die anderen Versorgungsleitungen rein gehen. Was ist an der Stelle?

    Die Wasserleitungen kommen in einem Schacht (der ursrprünglich wohl eine Klärgrube war) unter der Garage an der Straßenseite zum Haus. Die Garage mit der darüber liegenden Tarasse wurde darüber erst später gebaut. Der Wasserzähler ist aber erst in einem Waschraum ca. 10 Meter weiter hinten (und auf Kellerhöhe natürlich auch höher als der ca. 2-3 Meter unter Straßenhöhe liegende Schacht). Ansonsten gibt es keine weiteren Versorgungsleitungen. Der Schacht unter der Garage wäre vermutlich der so ziemlich ungünstigste Übergabepunkt.

    Du solltest dich auch informieren ob wie du schon sagtest auch direkt Stromleitungen verlegt werden, bei uns wurde das so gemacht ( Ausbau durch die NetzeBW auch eine Tochter der EnBW) denn der Hausanschlusspunkt für den Strom darf in keinen bewohnten Raum installiert werden.

    War das in eurer Gemeinde ursprünglich auch als reiner Glasfaser-Ausbau mit dem Tochterunternehmen NetCom BW angekündigt? Weil der Glasfaseranschluss so aktiv beworben wird und der Ausbau wohl ins Wasser fallen würde, wenn keine 40 Prozent als Beteiligung der Anschlussadressen erreicht werden, gehe ich im Moment zumindest nicht davon aus, dass die Stromleitungen direkt mitgezogen werden. Denn das macht für EnBW ja eigentlich nur Sinn, wenn man gar keine Wahl hat (und man im Altbau vermutlich schnell ein paar Tausender für nötige Installationsarbeiten verliert) und alle Häuser einen unterirdischen Stromanschluss erhalten, damit sie die überiridischen Leitungen abbauen können.

  • Bei uns war es ein geförderter Ausbau, NetzteBW war der Generalunternehmer und wurde vom Kreiseigenen Zweckverband beauftragt und es stand schon fest das auch Stromleitungen verlegt werden. Für die NetzeBW macht es schon sinn Freileitungen abzubauen da diese Wartungsintensiv sind, ob das dann Umbauten in der Hauselektrik nach sich zieht ist denen egal, die Freileitungen werden ja auch nicht sofort abgebaut.

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  • Danke für die Info. Sinn ergibt es bestimmt. Aber ich vermute, man würde uns einen unterirdischen Anschluss weniger unter der Marke NetCom BW anbieten und eine erforderliche Beteligungsquote von 40 Prozent festlegen, sondern eher aufzwingen, wenn die Strom-Erdkabel zeitnah verlegt würden.

    Wie viel Monate/Jahre ging es bei euch circa, bis die überirdischen Stromleitungen wirklich abgebaut wurden und die neue Hausinstallation fertiggestellt sein musste?

  • Ach, lustig. Meine Eltern haben im Juli 2022 von der NetzeBW einen unterirdischen Stromanschluss als Ablöse für die oberirdischen Masten bekommen. Auf Nachfrage bei NetzeBW wurde allerdings kein Leerrohr mitverlegt. Den Grund wusste scheinbar nichtmal der Projektleiter des Gebiets. Sehr ärgerlich, solche Synergieeffekte brach liegen zu lassen.

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  • Ach, lustig. Meine Eltern haben im Juli 2022 von der NetzeBW einen unterirdischen Stromanschluss als Ablöse für die oberirdischen Masten bekommen. Auf Nachfrage bei NetzeBW wurde allerdings kein Leerrohr mitverlegt. Den Grund wusste scheinbar nichtmal der Projektleiter des Gebiets. Sehr ärgerlich, solche Synergieeffekte brach liegen zu lassen.

    Mangelnde Planung und Wissen.

  • Sind zwei Verträge abgeschlossen worden? Bei uns musste ein Vertrag für den Stromanschluss einer für die Glasfaser abgeschlossen werden.

    Weder noch. Es gab nur eine Ankündigung mit einem Abschalttermin der Stromversorgung über den Dachanschluss. Natürlich sind die hiesigen Elektromeister der Gemeinde hoffnungslos überlastet, sodass dieser Termin längst überschritten wurde. Mal schauen ob es dieses Jahr was wird.

    Also die Stadtwerke in meiner Gemeinde und auch der regionale Netzbetreiber hier legen grundsätzlich bei jedem Ausbau der Netze gleich Speedpipes mit in die Löcher, daher versteh ich das Vorgehen von einem doch recht großen Netzbetreiber nicht.

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  • Hallo ZuVielGaragen,

    wir haben vor ca. 1,5 Jahren ebenfalls von der Netze BW ein Leerrohr gelegt bekommen. Dieses wurde im Zuge von der Erneuerung der Gasleitung und zusätzlich Verlegung unserer Stromzuleitung unter die Erde gemacht.

    Dort habe ich im ersten Moment auch Bauleitung spielen müssen, man wollte erst nur die Gasleitung erneuern, ich habe dann darauf hingewirkt, dass ein Leerrohr eingezogen wird und ebenfalls bei der Stromsparte der Netze gleich angefragt.......war zwar ein langer Weg zu allem, aber es hat sich gelohnt.

    Glasfaser :thumbup:

    Neue Gasleitung :thumbup:

    Stromzuführung unterirdisch :thumbup:

    Auf Deine Frage zurückzukommen.

    Ich konnte die Hauseinführung in gewisseres selbst festlegen und auch die Platzierung des HÜPs.

    Wobei ich alles im Keller notieren lassen habe und eine Glasfaser vom HÜP direkt ins Wohnzimmer gelegt habe und mit einer Fritz!Box 5530 verbunden habe. Den Wander net Netcom BW hab eich nicht im Einsatz bzw. gar keinen bestellt.

    Wo genau wohnst Du denn?

    Viele Grüße

    Florian

  • Also wenn du nur den GF-Anschluss dir legen lässt, sind meine aktuelle Erfahrung von 12 GF-Anschlüsse, die ich für die Nachbarn betreut habe in EFH, wie folgt:
    Es wird so gemacht, wie der Hausbesitzer es direkt mit dem Bautrupp bespricht und in der Zwischenzeit Kaffee oder Saft reicht. Kommunikation mach mal schwierig, selten deutsch, etwas englisch oder russisch.
    Letztendlich beauftragt der Netzbetreiber ein Tiefbauunternehmen. Die machen eine Mischkalkulation des Aufwandes und bekommen ihr Geld pro Anschluss. Daher bietet der Netzbetreiber die Anschlüsse in Kombi mit 2 Jahre Internet und mögliche Subversionen kostenfrei.
    Dem Bautrupp hat es hier nicht wirklich interessiert, was vorher bei der Hausbegehung abgesprochen wurde. Sie haben gefragt, wo der weiße Kasten (Twister) an die Wand soll und wo das Loch in Haus gebohrt werden soll. Sofern Mehrsparteneinführungen vorhanden waren, haben sie diese genutzt und dann haben sie sich bis zur Straße vorgearbeitet auf der gewünschten Strecke.

    Es ist halt extrem wichtig sich vorher anzuschauen in Videos was passiert und sich Gedanken zu machen, wie man es haben möchte. Hier wurde jeder Wunsch/Besonderheit umgesetzt.

    Bei uns war GeoDuct GmbH tätig für DNS:NET, die machen den Ausbau aber auch für andere bundesweit.

    Letztendlich ist es wie immer mit handwerklichen Tätigkeiten, man muss nur mit dem tatsächlich Ausführenden wertschätzen umgehen und an seine Ehre appellieren, dann lässt sich fast alles umsetzen.