G.hn via Coax oder Telefonleitung

  • Es gibt nun endlich auch in Deutschland eine Lösung für die Datenübertragung über nicht mehr benutze SAT/Coax-Leitungen, sowie alternativ dazu über die Kupferdoppelader, sprich Telefonleitung.


    Devolo hat die Lösung in Deutschland auf den Markt gebracht. Technische Grundlage hierzu ist wie bei der Magic 2 Serie das G.hn Protokoll. Im Gegensatz zu der Stromleitung wird hier jedoch exklusiv eine unbenutzte Telefonleitung oder ein Coaxkabel genutzt.


    Ich sehe gerade die Verwendungsmöglichkeit der alten und nicht mehr benutzen Telefonleitung bei einem genutzten Glasfaseranschluss als gute Lösung, um eine Verbindung zwischen ONT im Keller und Router im Wohnzimmer ohne Baumaßnahmen herzustellen. Bei bestehenden Glasfaseranschlüssen wird freilich schon eine Lösung gefunden worden sein. Wer jedoch in naher Zukunft einen Gf-Anschluss erhält, hat hier eine weitere Möglichkeit das schnelle Internet in dem Wohnraum zu nutzen


    Weitere Infos gibt es hier: https://www.devolo.de/giga-bridge-telefonset

    Angekündigt war das schon länger.

  • Solange diese Systeme über Telefonleitungen oder noch besser Coax Kabel eingesetzt werden, ist das tatsächlich eine gute Lösung. Ich halte nichts von hochfrequenten Signalen auf Stromkabeln, das erzeugt zu viele negative Seiteneffekte. Aber bereits vorhandene dedizierte Datenleitungen herzunehmen, macht Sinn.

  • Dieses Urteil ist im Kontext von PLC entstanden, ganz abgesehen davon besitzen die devolos Schutzmaßnahmen um die Vectoringfrequenzen auszusparen.

    Die aktuellste PLC Firmware kommuniziert sogar mit den Routern und verhindert mögliche Störungen dynamisch.

  • Dieses Urteil ist im Kontext von PLC entstanden,

    War das nicht im Zuge von FTTB Angeboten konkurrierender Anbieter, die per G.fast vom APL in die Wohnungen geführt wurden und damit das SuperVectoring der Telekom störte? Ich meine, es ging um G.fast und nicht um PLC.


    Ein Urteil gegen PLC wäre ja zu begrüßen gewesen ...

  • HubeBube der Devolo VDSL-Performer bezieht sich aber nur auf den eigenen Anschluss da ich ja auch nur auf meinen eigenen Router Zugriff habe. Szenario ist ja aber dass z.B meine und die Telefonleitung der Nachbarwohnung im gleichen Bündel liegen und sich gegenseitig beeinflussen. Mir stellt sich auch die Frage wenn ich einen GF Anschluss nutzen würde woher sollte das Delivo Kit wissen dass die Nachbarwohnung V-DSL, G.fast oder was auch immer nutzt. Ob es in dem Urteil nur um G.fast ging weiß ich nicht.

  • Mir stellt sich auch die Frage wenn ich einen GF Anschluss nutzen würde woher sollte das Delivo Kit wissen dass die Nachbarwohnung V-DSL, G.fast oder was auch immer nutzt.

    Der devolo Adapter kommuniziert mit der daran angeschlossenen FB unter Verwendung des TR064 Protokolls. Da die FB ja permanent die (V)DSL Qualität misst, bildet sich somit ein Regelkreislauf. In der Tat funktioniert das jedoch nur, wenn das Modem der FB aktiv ist. Sofern der Router, an dem das devolo Gerät angeschlossen ist, lediglich über den WAN-Port eine Verbindung in das Internet aufbaut, funktioniert dieser Automatismus nicht mehr. Da bleibt dann nur über das Webinterface der devolos die entsprechenden Frequenzen manuell abzuschalten. Immerhin geht das bei den Aachenern Produkten.

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  • Da bleibt dann nur über das Webinterface der devolos die entsprechenden Frequenzen manuell abzuschalten. Immerhin geht das bei den Aachenern Produkten.

    Schön dass das geht, für den 0815 Endkunden aber vermutlich nicht praktikabel. Naja, Probleme mit dieser Technik werden sich wahrscheinlich erst im Feldversuch zeigen.

  • Ich sehe gerade die Verwendungsmöglichkeit der alten und nicht mehr benutzen Telefonleitung bei einem genutzten Glasfaseranschluss als gute Lösung, um eine Verbindung zwischen ONT im Keller und Router im Wohnzimmer ohne Baumaßnahmen herzustellen.

    Hallo zusammen, ich habe ein Einfamilienhaus und genau diese Frage beschäftigt mich gerade, da die Telekom Druck macht, endlich den Abschluss zu montieren.

    Situation: Am Router im OG hängen auch noch 2 analoge Nebenstellen für Fax und Türklingel, daher wäre der gewohnte Platz für den Router perfekt.

    Alternativen sind demzufolge: Vom Keller ins EG bohren und den Router an einer neuen Stelle installieren, mit allen Nebenwirkungen, oder das alte Telefonkabel nutzen, welches auf einer Länge von 10-20 m ohne Hochfrequenztechnik heute problemlos mehr als 50 Mbit/s mit DSL liefert.

    Frage an die Experten:

    - Brauche ich überhaupt die Umsetzung mit 2 G.hn Geräten, oder kann ich einfach das Signal am ONT abgreifen und über die Telefonleitung zur Fritzbox führen? Sofern im Netzwerkkabel zwischen ONT und Router nur 2 Leitungen benötigt werden, müsste das doch gehen.
    Gibt es Richtwerte zu Kabellängen und Übertragungsraten?

    - Praxiserfahrung bzgl. Bandbreite der devolo-Lösung?

  • Brauche ich überhaupt die Umsetzung mit 2 G.hn Geräten, oder kann ich einfach das Signal am ONT abgreifen und über die Telefonleitung zur Fritzbox führen? Sofern im Netzwerkkabel zwischen ONT und Router nur 2 Leitungen benötigt werden, müsste das doch gehen.

    Zum einen brauchst du mindestens 4 Adern, und das sind dann auch nur 100 MBit/s. Und ob die erfolgreich durch ein Telefonkabel gehen, ist eher ein Glücksspiel. Heißt: Für die Weiterleitung eines Glasfaseranschlusses völlig ungeignet. Für die Frequenzbereiche von Ethernet sind gewisse Anforderungen ans Kabel nötig. Für mehr als 100 MBit/s sind es mindestens 8 Adern, und das mit angemessener Schirmung und Verdrillung: Mindestens CAT5e. Alles andere funktioniert nicht.


    - Praxiserfahrung bzgl. Bandbreite der devolo-Lösung?

    Über Telefonkabel liest man davon eher selten. Meistens versuchen es die Leute über Strombakel, was üblicherweise in einer Katastrophe mündet. Über ein Telefonkabel könnte es besser funktionieren.

  • Für mehr als 100 MBit/s sind es mindestens 8 Adern, und das mit angemessener Schirmung und Verdrillung: Mindestens CAT5e.

    Für Cat.5e ist keine Abschirmung nötig. Gigabit-Ethernet funktioniert auch auf ungeschirmtem Cat.5e Kabel (UTP) bis 100m. Die Verdrillung sorgt in Kombination mit der symmetrischen Übertragung dafür, dass sich Störeinflüsse auf die beiden Adern eines Paars aufheben.

  • Alternativen sind demzufolge: Vom Keller ins EG bohren und den Router an einer neuen Stelle installieren, mit allen Nebenwirkungen, oder das alte Telefonkabel nutzen, welches auf einer Länge von 10-20 m ohne Hochfrequenztechnik heute problemlos mehr als 50 Mbit/s mit DSL liefert.

    Sorry aber ich muss es mal drastisch ausdrücken, hast du an deinem Auto auch noch die Bremsen von ner Pferdekutsche?


    Schwing den Bohrer und leg was ordentliches.

  • - Brauche ich überhaupt die Umsetzung mit 2 G.hn Geräten, oder kann ich einfach das Signal am ONT abgreifen und über die Telefonleitung zur Fritzbox führen? Sofern im Netzwerkkabel zwischen ONT und Router nur 2 Leitungen benötigt werden, müsste das doch gehen.

    Gibt es Richtwerte zu Kabellängen und Übertragungsraten?

    - Praxiserfahrung bzgl. Bandbreite der devolo-Lösung?

    Grundsätzlich benötigst Du zwei Geräte. Die Verwendung der Telefonleitung als Ethernet-Kabel ist eine Bastellösung, die viele Probleme und Störungen nach sich zieht. Theoretisch kann das funktionieren, im Störungsfall must Du aber beweisen können, das es nicht an der In-house Verkabelung liegt.

    Den Durchsatz, den ich so von G.hn Anwendern berichtet bekommen habe, liegt zwischen 5% und 30% der gebuchten Glasfaserbandbreite. Messwerte zwischen 20 und 50 MBit/s (symmetrisch) [devolo Magic2] bei einem 400/200 Mbit/s Glasfaseranschluss habe ich selbst gesehen. Der vorher verwendete 1200er Adapter hat nur die Hälfte des Durchsatzes gehabt.

    G.hn ist eine Notlösung, wenn nichts anderes geht. In deinem Fall gebe ich dir den wirklich ernstgemeinten Rat ein Netzwerkkabel zwischen ONT und Router zu verlegen. Als Hausbesitzer hast Du die Möglichkeit hierzu.

  • Danke für eure super-schnellen Antworten!

    Klar, wenn man 4 Leitungen braucht, ginge die Bastellösung nicht ohne 2 G.hn Adapter.

    Den Durchsatz, den ich so von G.hn Anwendern berichtet bekommen habe, liegt zwischen 5% und 30% der gebuchten Glasfaserbandbreite.

    Mit einer technischen Obergrenze irgendwo zwischen 100 und 500 Mbit/s hätte ich leben können, aber der Aspekt des proportional zur gebuchten Bandbreite reduzierten Durchsatzes macht mir die Entscheidung einfach.

    Da ich heute DSL mit 50 Mbit/s gebucht habe und mir sogar mehr als 60 geliefert werden :-), und ich zunächst auch mit 50 Mbit/s weiterfahren wollte, möchte ich durch die neue Installation keinen Rückschritt in Kauf nehmen. Am Router müssen zuverlässig mind. 50 Mbit/s ankommen.
    Also werde ich dann wohl mal den Bohrhammer auspacken.

    Ich tendiere dazu, die Glasfaser im Rohr nach oben zu führen und das ONT im EG montieren zu lassen, da ich für ein Netzwerkkabel dickere Löcher bohren müsste (oder selbst crimpen).

  • Zwischen Powerline, also Übertragung über die Stromkabel, und der Übertragung auf exklusiv genutzten Telefonleitungen ist ein himmelweiter Unterschied. G.hn erreicht über Telefonleitungen sehr wohl auch für Glasfaseranschlüsse ausreichende Bandbreiten. Ich verweise mal auf diese Seite von Giga Copper Networks, die genau diesen Anwendungsfall bebildert darstellt. Ein dediziertes Netzwerkkabel ist natürlich besser, schon alleine weil es selbst keinen Strom braucht, aber wo das keine Möglichkeit ist, ist die Verteilung im Haus über vorhandene Leitungen eine echte Alternative.

  • G.hn erreicht über Telefonleitungen sehr wohl auch für Glasfaseranschlüsse ausreichende Bandbreiten.

    So, jetzt haben wir leider 2 widersprüchliche Aussagen.

    alfalfa : Sind die Aussagen von Giga Copper Networks samt Benutzerrezensionen glaubhaft oder Schönfärberei? Bei der Lösung scheint es ja keinen prozentualen Bandbreiteverlust zu geben. Aber dass alle Rezensionen positiv sind, lässt mich zweifeln.

    HubeBube : kennst du Leute, die das nutzen und bestätigen können?


    Mir geht's ja nicht nur um das Bohren des Durchgangs. Wenn ich den Router ins EG lege, braucht auch der PC dann statt LAN ein WLAN, und ich muss für die beiden Analognebenstellen andere Lösungen finden. Fax weglassen, Türklingel auf DECT umstellen oder so ähnlich.

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