Deutsche Glasfaser: verbaute Hardware

  • Wir sind vom Doppelausbau "gesegnet" - 2023 hat die Telekom bereits aufgerissen und überall Speedpipes auf die Grundstücke gelegt - ob Vertrag oder nicht egal. Selbst da wo noch nicht mal Häuser stehen. Seit 3 Jahren schauen also in allen Vorgärten die orangenen (mittlerweile schon verblassten) Pipes, wie kleine Antennen, aus der Erde. Ob und wie es mit der Telekom weitergeht, steht in den Sternen. Der ehemalige Baupartner ist wohl schon länger insolvent.

    Als zweiter Anbieter baut die Deutsche Glasfaser aus. Die reißen aktuell erneut alles auf hier und ziehen zumindest bei den Leuten mit Verträgen auch direkt Leerrohre bis zur Hausaußenwand. Zumindest bei uns im Block wurde nur ein Distributionskasten gesetzt. Ein Block weiter steht ebenfalls wie von bgers gepostet beide Kästen.

  • Ja, das wurde hier schon mehrfach angeschnitten, aber der Glaube fehlte, dass DG komplett auf das Konzept der anderen Netzbetreiber wechselt.

    Ist das eine Glaubensfrage? IMHO gab es bisher zwar oeffentliche Ankuendigungen aber wenig Indizien, dass das auch im Feld so umgesetzt wird. Wird halt interessant ob das jetzt die Regel wird oder die Ausnahme bleibt, wegen der angespannten Finanzierungslage bei allen FTTH Ausbauern kann das zumindest kurzfristig helfen. (Ist aus volkswirtschaftlicher Sicht halt grosse Gruetze, aber es jetzt nicht so, dass die DG da eine Verpflichtung haette allgemeindienlicher zu arbeiten als die Mitbewerber).

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (25. Februar 2026 um 12:26)

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  • Ist halt die Frage ob/wann es sich fuer Mitbewerber rechnet solche Splitterstandorte selber zu erschliessen (und ob im Gehaeuse noch Platz fuer Splitter von Mitbewerber vorhanden ist oder ob die ihre eigenen Gehaeuse braeuchten). IMHO duerfte das die Ausnahme bleiben. Ja technisch ist dadurch etwas mehr Wettbewerb moeglich aber realistisch glaube ich, dass es auch in solchen Situationen bei Bitstromzugang bleiben wird.

    Andererseits gibt es so etwas bereits in Frankreich, nur muss der Vorleister dort IIRC je nach Typ (rural. semi-urban, urban) am Uebergabepunkt eine unterschiedliche Zahl an Kundenanschluessen erreichbar machen, d.h. physisch entbuendelte Fasern am Splitter duerfte im urbanen Raum erlaubt sein in ruralen Gegenden eher nicht. (Die Organisation des FTTH Ausbaus erscheint mir in Frankreich vielleicht nicht optimal aber im Grossen und Ganzen besser durchdacht als bei uns).

  • Ist das eine Glaubensfrage? IMHO gab es bisher zwar oeffentliche Ankuendigungen aber wenig Indizien, dass das auch im Feld so umgesetzt wird. Wird halt interessant ob das jetzt die Regel wird oder die Ausnahme bleibt, wegen der angespannten Finanzierungslage bei alles FTTH Ausbauern kann das zumindest kurzfristig helfen. (Ist aus volkswirtschaftlicher Sicht halt grosse Gruetze, aber es jetzt mnicht so, dass die DG da ein Verpflichtung haette allgemeindienlicher zu arbeiten als die Mitbewerber).

    Als die erste Ankündigung dazu kam, war es meiner Meinung nach klar, dass nur so ein Konzept gemeint sein kann. Ist halt günstiger.

    Und einen Wechsel zurück nach AON wird es nicht mehr geben, der Zug ist abgefahren. Wieso sollte DG also an einem überflüssigen Konzept festhalten?

    Das spiegelt nur meine Meinung wider, denn mehr Wissen hatte ich natürlich auch nicht. Jetzt wissen wir mehr.

    Hat eigentlich 1&1 als ein großer Provider in Deutschland mit DG in der Kooperation die Übernahme einer Kundenfaser in AON-Gebieten ausgehandelt? Gibt es überhaupt überregionale Anbieter, die nicht auf BSA setzen?

  • Wenn es nur annähernd wirtschaftlich wäre, würde es schon längst vermietete Kundenfasern im Privatbereich geben! Gibt es aber nicht - Alleine schon die Zuführung zu POP oder Verzweigerstandorten will keiner bezahlen.

    Das geschieht nur bei Produkten, die auch was abwerfen. Bei unserer Verwaltung liegt nur Telekom-Glasfaser im Bürgersteig. Trotzdem kann ich bei mind. 4 Providern 1-100 gig symmetrisch (Business) Produkte beauftragen. Die Kosten gleichen sich dabei fast wie ein Ei dem anderen, wobei die Fasermiete bei der Telekom wahrscheinlich den geringsten Teil ausmacht.

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  • Und einen Wechsel zurück nach AON wird es nicht mehr geben, der Zug ist abgefahren. Wieso sollte DG also an einem überflüssigen Konzept festhalten?

    Ein Missverstäendnis, der Wert der alten DG-Netzstruktur Point-to-Point (PtP) liegt im Massenmarkt weniger in der Option AON zu schalten (das ist aktuell im gehobenen Geschaeftskundensegment interessant) als darin fuer die Zukunft geruestet zu sein.

    Ein Beispiel, ein mir bekannter ISP berichtete von einem GPON-Segment (in den USA, voll bestueckt ohne Reservefasern) bei dem sich beim Versuch der Aufruestung der aktiven Technik auf XGSPON gezeigt hat, dass nur der GPON Betrieb robust und zuverlaessig war, XGSPON jedoch nicht in ausreichender Qualitaet nutzbar war. Das Segment bleibt jetzt erst mal bei GPON ohne Plaene zur Ertuechtigung. Mit der alten Netzstruktur der DG haette ein ISP direkt die Option bei solchen Problemen das Splitting anzupassen (in PON Baeumen sind die Splitter signifikante Daempfungsquellen). Ich lese zwar die vollmundigen Ankuendigungen der leichten Aufruestbarkeut von PON Baeumen auf 25 und 50 GPON; aber nach dem Bericht aus dem Feld bin ich nicht mehr sicher, dass die Upgrades wirklich so glatt und geschmeidig laufen werden wie die Ausruester es in ihrer Werbelyrik beschreiben.

    Wenn es nur annähernd wirtschaftlich wäre, würde es schon längst vermietete Kundenfasern im Privatbereich geben! Gibt es aber nicht - Alleine schon die Zuführung zu POP oder Verzweigerstandorten will keiner bezahlen.

    IMHO Ist da das Problem das der mangelnden Masse... in der Schweiz funktioniert das, wie z.B. salt.com und init7 zeigen recht gut, aber da ist es halt auch der groesste FTTH AUsbauer SwissCom der entbuenbdelte Fasern reguklatorisch-erzwungen an allen PoPs vermieten muss. D.h. Mitbewerber die ihre Prozesse darauf auslegen koennen grosse Teile der schweizer Anschluesse versorgen. Das genau fehlt halt bei uns, physisch entbuendelte Fasern gibt es bei FTTH quasi nur in mit Foerderung gebauten Gebieten, und die sind halt wenig lukrative Nischenloesungen.

  • Bleibt doch mal mit dem Vorbild Schweiz weg - Die haben exakt die gleichen Probleme im Außenbereich wie wir in DE:

    Gossau: Kein baldiger Ausbau Glasfasernetz in Aussengebieten
    Könnten die Aussengebiete von Gossau nicht auch flächendeckend ans Glasfasernetz angeschlossen werden? Schliesslich war der Ausbau in Gossau selber um sechs…
    www.tagblatt.ch

    Weiterhin gehört die Swisscom immer noch zu 51% dem Bund, was auf die Telekom nicht zutrifft! Die 51%ige staatliche Beteiligunsquote ist dazu noch gesetzlich festgelegt.

  • Genau diesen Unterschied merkte doch pufferueberlauf an. Aus regulatorischen Gründen (und damit in Folge wird AON verwendet) dürfen dort keine PON-Anschlüsse gebaut werden. Die Swisscom hatte das versucht, ist jedoch damit auf die Nase gefallen: https://www.srf.ch/news/schweiz/u…r-bundesgericht

    Daher sind bei der DTAG die "Field-Splitter" so beliebt, die verhindern, dass der Mitbewerb direkt Zugriff auf die Faser zum Kunden erhält. Auch darauf wies pufferueberlauf schon mehr als einmal hin.

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  • Wenn Das Problem ist, dass ein vollstaendig privatisierter TK-Markt keine vernuenftige zukunftsfaehige Infrastruktur bauen kann, dann sollte man den TK Markt halt nicht vollstaendig privatisieren*... Aber es ist ja nicht so, dass nicht auch die halbstaatliche SwissCom nicht versucht haette sich der leidigen Wettbewerber zu entledigen... ist halt gerichtlich gestoppt worden beim Versuch auf PtMP umzusteigen... (nicht wegen staatlicher Direktion, sondern weil die schweizer Ausbauer sich "semi-freiwillig" geeinigt hatten den eigenfinanzierten Ausbau in PtP-Struktur durchzufuehren). Aber auch die Schweiz wird nicht zu 100% eigenfinanziert ausgebaut und ist mit dem Ausbau auch noch nicht durch.


    *) Es gibt IMHO keine/kaum ueberzeugende Beispiele wie ein privatisierter Markt Infrastruktur allgemeindienlich "loest"... es ist IMHO sinnvoller die Staerken und Schwaechen der verschiedenen Organisationsformen zu akzeptieren und Infrastrukturbau und Wartung, von Internetzugangsdienstleistungen zu trennen. Das erste ist ein natuerliches Monopol und sollte IMHO kompetent reguliert als Monopol umgesetzt werden, das zweite eignet sich hervorragend fuer marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Wir erwarten ja auch nicht, dass Spediteure jeweils ihr eigenes Strassennetz bauen...

  • Das bei der DTAG "... die "Field-Splitter" so beliebt, die verhindern, dass der Mitbewerb direkt Zugriff auf die Faser zum Kunden erhält" ist eine reine Vemutung. Das machen 95% aller Netzbetreiber so und der Rest schwenkt gerade darauf um. Da spielen ausschließlich wirtschaftliche Gründe eine Rolle.

  • Das bei der DTAG "... die "Field-Splitter" so beliebt, die verhindern, dass der Mitbewerb direkt Zugriff auf die Faser zum Kunden erhält" ist eine reine Vemutung.

    ??? Es ist weder zweifelhaft, dass die Telekom ihre Splitter hauptsaechlich im Feld und in Hauskellern montiert (aber im Rahmen der XGSPON Ertuechtigung wird wohl in der Bertriebsstelle ein zusaetzlicher 1:2 Splitter direkt vor dem OLT verbaut um die Anzahl der akriven OLT Ports halbieren zu koennen), noch ist es zweifelhaft, dass man Faser die man gar nicht gebaut hat auch nicht vermieten kann. Das einzige was eventuell fraglich ist, ist ob das due Motivation der Telekom korrekt beschreibt. IMHO ist das sicher auch ein Teil der internen Argumente pro PtMP, vermutlich nicht der einzige.

    Das machen 95% aller Netzbetreiber so

    Und etwa 97.35% aller im Internet vorgebrachten Statistiken sind frei erfunden (so auch diese). (Aber ich vermute, ohne belastbare Zahlen ebenfalls aehnliches, eben weil die betriebswiortschaftlichen Ueberlegungen bei allen privatwirtschaftlichen ISPs aehnlich ausfallen duerften, halt ein weiterer Grund warum man volkswirtschaftliche Infrastruktur nicht unter Kontrolle der Privatwirtschaft geben sollte)

    Da spielen ausschließlich wirtschaftliche Gründe eine Rolle.

    Spoiler alert: das Argument welches Du abzulehnen scheinst hat natuerlich wirtschaftliche Auswirkungen, zum einen haengt der Preis von Vorleistungen davon ab wie viel der Vorleister macht also BSA (meist) teurer als L1-Access d.h. der Vorleister verdient an BSAS mehr als an physisch entbuendelten Fasern, zum anderen ist ein BSA Vorleister halt Herr der Technik und keiner der Reseller kann technisch mehr anbieten als die Vorleistung erlaubt, d.h. das schraenkt den preislichen und technischen Spielraum moeglicher Mitbewerber deutlich ein, und das ist ein wirtschaftlicher Vorteil.

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  • Genau diesen Unterschied merkte doch pufferueberlauf an. Aus regulatorischen Gründen (und damit in Folge wird AON verwendet) dürfen dort keine PON-Anschlüsse gebaut werden. Die Swisscom hatte das versucht, ist jedoch damit auf die Nase gefallen: https://www.srf.ch/news/schweiz/u…r-bundesgericht

    Daher sind bei der DTAG die "Field-Splitter" so beliebt, die verhindern, dass der Mitbewerb direkt Zugriff auf die Faser zum Kunden erhält. Auch darauf wies pufferueberlauf schon mehr als einmal hin.

    Dann erbringt doch mal den Gegenbeweis. Welcher ISP hat in Deutschland denn tatsächliches Interesse an der dark fiber?

    Es gibt genug AON-Gebiete. Wer fährt denn den Aufwand und mietet sich entsprechende Fasern zu jedem PoP?

  • Dann erbringt doch mal den Gegenbeweis. Welcher ISP hat in Deutschland denn tatsächliches Interesse an der dark fiber?

    Die Telekom.... die ist bekannt dafuer passive unbeleuchtete Netze zu uebernehmen und aeusserst reserviert Bitstromvorleistungen von Mitbewerbern einzukaufen, schau z.B. mal auf das was Telekom und M-Net jetzt in Muenchen machen...

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  • Die 1und1 hatte mal eine Studie in Auftrag gegeben. Die Potentiale des entbündelten Zugangs zur Glasfaser TAL

    "Dies hat dazu beigetragen, dass in beiden Ländern die Take-Up Raten auf den FTTH-Netzen sehr hoch sind und zugleich in großem Umfang Gigabitprodukte nachgefragt werden."

    Dort gibt es monokausale Zusammenhänge? Ist das nicht etwas gewagt?

    Beispiel Spanien. Sehr hohe Durchdringung nach meiner Einschätzung durch viel geringere Baukosten, vor allem fehlt es dort massiv an VDSL und HFC. Letzteres in Deutschland sehr stark ausgebaut.