DSL Telefonleitung selbst reparieren?

  • Hallo,

    da DGN bisher kein guten Eindruck macht wenn es um zügige Behebung vom schaden geht [1], überlege ich gerade, um ein bisschen mehr Ausfallsicherheit bei uns zu sorgen. Am besten wäre DSL geeignet, da wir das gleiche Fritzbox (7530) nutzen könnten.

    Leider hat der Vorbesitzer des Hauses die Telefonleitung gekappt und die TAE Dose entfernt. Aus dem APL kommt aber noch das Kabel raus, bis zum ersten Wand. Meine frage wäre: wäre es ratsam/erlaubt/machbar, das vorhandene ende des Telefonkabels mit einem neuen Stück zu verbinden und eine TAE Dose selbst zu setzen? So musste ich den APL nicht öffnen, was ich nach meinem Verständnis nicht darf. Oder ist das ohnehin nicht erlaubt, bzw. ist flicken für DSL ungeeignet und man sollte dann das ganze Kabel neu verlegen lassen? Und sollte es der Fall sein, kann man ein Techniker kommen lassen ohne aktiven DSL Vertrag? Sonst fällt mir nur ein, fonial Abo für ein Monat abzuschließen.

    [1] DGN: Glasfaser während der Bauarbeiten beschädigt

  • Sauber wäre es, das Kabel komplett zu erneuern. Dann kannst du es gleich auch gegen ein besser geschirmtes Kabel tauschen. Bei waren es gut 10m Leitung und das Signal hat sich verbessert, so dass gut 10 Mbps mehr im Download gesynct werden.

  • belegdol Auch hier gilt das TKG. An dem passiven Netzabschlusspunkt endet das öffentliche TK-Netz. Ob der APL als Netzabschlusspunkt bezeichnet werden kann, musst Du herausfinden.

    Grundsätzlich ist es kein Fehler ein altes Telefonkabel Inhouse durch ein geschirmtes Netzwerkkabel zu ersetzen.

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  • Das ganze hört sich danach an, dass es ein EFH ist. Somit wäre von meinem Verständnis der APL Netzabschlusspunkt.
    Die simpelste Lösung wäre an dem noch vorhandene Kabel einfach eine TAE-Dose zu setzen und ein FB direkt daran anzuschließen. Dann kann man mit einem Verlege-LAN-Kabel bis zum notwendigen Standort gehen. Dies wäre technisch und rechtlich die sicherste Lösung, ohne Fremdkräfte einzubinden. ;)

  • Meine frage wäre: wäre es ratsam/erlaubt/machbar, das vorhandene ende des Telefonkabels mit einem neuen Stück zu verbinden und eine TAE Dose selbst zu setzen?

    Ja/wahrscheinlich/ja.

    So musste ich den APL nicht öffnen, was ich nach meinem Verständnis nicht darf.

    In der Tat ist das nicht erlaubt, aber das ist klar eine "wo kein Klaeger, da kein Richter" Situation. Solange Du da nichts beschaedigst wird der Netzbetreiber das gar nicht mitbekommen...

    bzw. ist flicken für DSL ungeeignet und man sollte dann das ganze Kabel neu verlegen lassen?

    Wenn das ein EFH ist, wuerde ich eine recht nahe an den APL setzen und dann das Modem auch da platzieren. Und dann per Ethernetkabel zum Hauptrouter verbinden...

    Ich habe zwar (noch) kein FTTH Anschluss sondern nur DSL, und wohne in einem MFH, habe aber:

    a) den offenen APL photographiert (als der Techniker gerade daran gearbeitet hat) und festgestellt, dass die Verbindung zur TAE im 1. OG mit geeignetem Kabel ausgefuehrt war. Weil MFH mit 3 Parteien, habe ich darauf verzichtet eine TAE im Keller zu setzen#.

    b) An der TAE in der Wohnung habe ich eine Fritzbox 7520 angeschlossen mit dem Anschlusskabel von AVM; eigentlich halte ich TAE-Dosen fuer sub-optimal (die altern nicht in Wuerde) und hatte statt dessen in meiner vorherigen Wohnung eine 8P8C Dose montiert und diese per Cat6-Patchkabel mit dem Modem verbunden*. Die 7520 habe ich auf OpenWrt umgeflasht und betreibe sie als Bridged-Modem, d.h. das wandelt DSL in Ethernet aber kuemmert sich nicht um PPoE oder DHCP.

    c) Vom Modem habe ich ein flaches Cat6 Ethernetkabel zum Standort des Hauptrouters gelegt. Diesen Standort habe ich fuer die optimale WLAN-Abdeckung gewaehlt was problemlos ging, da keine Naehe zum APL mehr erforderlich war. (Das geht natuerlich auch mit Verlaengerung des Kabels zwischen TAE und Modem-Router, aber im Gegensatz zu Ethernet ueber Cat6 Kabel ist DSL ueber Kupferdoppelader deutlich stoerungsempfindlicher).


    #) Mein Vorgehen ist da einfach, erst probiere ich die simpelste Variante unter Nutzung ver vorhandenen Verkabelung und wenn das zu ausreichend stoerungsfreim Betrieb fuehrt bleibe ich dabei, wenn ich allerdings Anzeichen fuer Stoerungen sehe versuche ich diese zu minimieren.

    *) In der alten Wohnung hatte ich aber auch massive Stoerungen und habe daher Schritt fuer Schritt die Verkabelung optimiert, aber da war das Kabel von APL in die Wohnung auch vom ungeeigneten Typ aber wegen MFH nicht in meiner Macht das zu aendern.

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  • Danke für die bisherige Antworten. Es handelt sich um ein EFH, um genauer zu sagen um eine Doppelhaushälfte. Nachbarn sind über den selben APL versorgt.

    Hier ein Paar Bilder, von dem APL und von dem übrigen Stück Kabel:

    Auf dem Kabel konnte ich kein Aufdruck erkennen.

    Dose an dem Ende des übrigen Kabels zu setzen ist wegen der Lage suboptimal da sich alles hinter einem Schrank befindet. Meine Präferenz wäre die TAE oder RJ11 Dose neben einer vorhandenen RJ45 Dose zu setzen und über die Cat 6 Leitung weiter zum Router zu gelangen.

  • Gut das es pufferueberlauf erwähnt hat. Ich hatte in den DSL-Zeiten ebenfalls den TAE-Einsatz durch einen 8P8C ersetzt, um die Fritze ohne Adapter anschließen zu können. Meines Wissens nach hat jeder Hersteller (Gira, Merten, Busch-Jäger,...) in seinem Elektroprogramm diese Einsätze.

    https://www.arrow.de/research-and-events/articles/rj45-connectors

    Belegung der Kabel, Adapter und Anschlüsse | FRITZ!Box 7590
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    fritz.com
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  • Danke für die bisherige Antworten. Es handelt sich um ein EFH, um genauer zu sagen um eine Doppelhaushälfte. Nachbarn sind über den selben APL versorgt.

    Das ist, sagen wir mal so: sparsam gebaut bzw. angeschlossen. Oder aber, es wurde nachträglich in zwei DHH umgewidmet.

    Auf dem Kabel konnte ich kein Aufdruck erkennen.

    Der APL sieht für mich schon neuer aus. Kann gut sein, das dort schon mit Schneid-/Klemm-Technik die Einseladern aufgelegt sind.

  • Auf dem Kabel konnte ich kein Aufdruck erkennen.

    Leider unklar was fuer ein Kabeltyp das ist...

    Dose an dem Ende des übrigen Kabels zu setzen ist wegen der Lage suboptimal da sich alles hinter einem Schrank befindet. Meine Präferenz wäre die TAE oder RJ11 Dose neben einer vorhandenen RJ45 Dose zu setzen und über die Cat 6 Leitung weiter zum Router zu gelangen.

    Oh, ch wuerde eine neue Dose (8P8C oder zur Not TAE) links neben den APL montieren, also neben dem Schrank, und dann per noch zu verlegendem >= Cat6-Verlegekabel zur aktuellen TAE Standort, bzw. zum gewuenschten Routerstandort.

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  • Theoretisch kannst Du die Leitung vom APL im Keller zu Deiner TAE Dose selbstr verlegen, oder von einem Elektriker verlegen lassen. - Aber an den beiden Dosen darf (theoretisch) nur der Techniker der Telekom das Kabel anschließen.

  • Oder eben , so lange das Ausgangskabel aus dem APL heraus lang genug ist, mit einem solchen Teil verbinden. Der Ausgang ist als RJ45 konzipiert, so dass hier auch mit entsprechenden Leitungen weiter geführt werden kann. Und gleichzeitig, korrekte Verkabelung vorausgesetzt, auch ein Schutz gegen Überspannung auf der TK/DSL-Leitung vorhanden ist.
    Das richtige Kabel kannst Du hier ersehen. Und natürlich immer auch den Potentialausgleich beachten.Telekom Potentialausgleich.pdf

  • Die Idee hinter der Reparatur in Eigenleistung ist die Kosten möglich niedrig zu halten. Ein Teil für 150 EUR zzgl. Mehrwertsteuer passt leider nicht dazu.

    Glücklicherweise war das übrige Kabel lang genug um in den Zielraum zu gelangen. Es ist auch der richtige Fernmeldekabel, rote Adern mit schwarzen Ringen.

    Ich habe die 1. TAE Dose bestellt, die kommt dann auf die Wand und wird hoffentlich nie benötigt🤞

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  • Moin!

    Vor einiger Zeit war es seitens des großen T üblich, sowohl Doppel- als auch Reihen/Kettenhäuser über einen einzigen Apl zu versorgen.

    Der Apl sieht nach Evz 88 aus, also innnen mit LSAPlus ausgerüstet.

    Erstmal Schrank weg, und dannn hoffen dass keine Schießung drinne ist.

    Alte Leitung raus und neue rein, gibts beim gut sortierten Elektriker als Anschnittware als

    J-02YS(St)H 2 x 2 x 0,5 StVI BD

    Mit disem Kabel wird die Impedanz/Wellenwiderstand von 600 Ohm annähernd beibehalten, eine Verwendung von Netzwerkkabel würde hier aufgrund des abweichenden Wellenwiderstands eine Stoßstelle und damit unnötige Reflektionen ergeben.

    Schirmung/Erdbeilaufdraht nur EINSEITG auflegen, damit werden Erd/Brummschleifen vermieden.

    Anderes Ende in ner Netzwerkdose/Keystonemodul auflegen.

    TAE wurde mal für analoges Netz entwickelt, wo noch 60V 20 mA drauflagen und der verwendete Frequenzbereich bei 16 Khz endete.(ZIM-Zählimpuls alt Gebührenrenimpuls) und somit nicht für Hochfrequenz geeignet ist.

    Im Kellerraum gammeln die Kontakte aufgrund der herrschenden Luftfeuchtigkeit still vor sich hin, Haltbarkeitsdauer beschränkt.

    Eine Einbindung der Doppelader/Leitung in ein vorhandenes Überspannungsschutzkonzept kann vorgenommen werden.

    Die Einfügedämpfung kann relativ hoch sein, bei Leitungen, die bereits an der Schmerzgrenze sind, kann das eher nachteilig sein.

    Derr genannte Hinweis auf den Potentialausgleich ist mit Vorsicht zu betrachten, denn eine korrekte und dauerhafte Beschaltung mit 4Quadrat ist in den aktuellen Apl aufgrund der schwachen Klemmenmechanik nicht möglich.

    Im übrigen kann die dünne Aluminiumfolie im verwendeten Schichtenmantelkabel, also Erdkabel kaum irgendwelche Überspannungen mit den dabei auftretenden Strömen ableiten.

    Kabelfehler vorprogrammiert.

    Sage ich als ehemaliger (auch)Kabellöter bei der Bundespost/Telekom.

    Also, wenn überhaupt, dann indirekte Erdung.

    Genannte Maßnahmen sind für das komplette Gebäude vorzunehmen, den Nachbarn wirds freuen.

    Ist ein Job für nen konzessionierten.

    GrussGruss

  • Glücklicherweise war das übrige Kabel lang genug um in den Zielraum zu gelangen. Es ist auch der richtige Fernmeldekabel, rote Adern mit schwarzen Ringen.

    Hervorragend! Das ist (fuer DSL) mindestens ebenso gut wie hochwertiges Ethernetkabel und wenn schon vorhanden, unschlagbar im Preis... :)

    Ich habe die 1. TAE Dose bestellt, die kommt dann auf die Wand und wird hoffentlich nie benötigt🤞

    Eine TAE hat den Vorteil, dass ISP-Techniker das erwarten, und wenn man die eh nicht nutzen will, dann sind die Kontakprobleme die (manche) TAE-Dosen mit der Zeit entwickeln auch eher egal...

  • Die roten Adern mit schwarzen Ringen gehören einem I-YY 2x2x0,6, also PVC-isoliertem Kabel mit ähnlich schlechten VDSL-Eigenschaften wie das bunte Baumarktkabel.

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  • Mit disem Kabel wird die Impedanz/Wellenwiderstand von 600 Ohm annähernd beibehalten, eine Verwendung von Netzwerkkabel würde hier aufgrund des abweichenden Wellenwiderstands eine Stoßstelle und damit unnötige Reflektionen ergeben.

    Das ist in der Realität weniger von Bedeutung als der Zugewinn an Schirmung bringt.