Hat privater Glasfaserausbau eine Zukunft in DE?

  • Unterm Strich auch keine andere Taktik als bei der Telekom, die zur Not überbaut.

    Ja, ich wollte die DG hier nicht anprangern, aber im akuten Fall geht es halt um die DG. Die wirtschaftlichen Zwaenge gelten natuerlich auch fuer andere ISPs aehnlich.

    Wenn klar ist etwas wird langfristig der für alle beteiligten vorteilhafteste Weg sein, der kurz- bis mittelfristig aber durch Probleme verhindert wird: sollten diese Probleme irgendwie mitigiert werden.

    Ja, nur ist eigentlich selbstevident, dass das Zugangsnetz aus mittel- und langfristiger Sicht nicht in private Haende gehoert und dennoch haben Politiker aller Parteien auf das aktuelle Konzept "primaer privatwirtschaftlich finanziert" gesetzt. Ich vermute es gibt da Gruende fuer aber mir ist bisher unklar welche (ausser vielleicht einer dogmatischen Affinitaet fuer Marktloesungen mancher Parteien).

  • Wir Menschen denken immer linear. Praktisch sind es aber oft expoentielle bzw. asymptotische Verläufe. Das dürfte bei Glasfaser aber sowohl auf den Ausbau als auch für die Nachfrage/Anwendungen gelten.

    Eine Parallele lässt sich gut zum Breitbandkabelausbau 1980er ziehen. Seinerzeit war schon bei bei ca. 2/3 Haushaltsabdeckung der Drops gelutscht. Und als Astra 1A in den Orbit ging, war ein weiterer flächendeckender Ausbau auch kein Thema mehr.

    Auch heutzutage wird schon fleißig LEO-Infrastruktur für den Internetzugang aufgebaut und auch der öffentliche Landfunkdienst wird immer stärker genutzt und erweitert.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass bei 70 % Homes Connected und einem mit dem Kabelnetz vergleichbaren %-Anteil Homes Activated der Peak erreicht sein wird.

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  • Fernsehen arbeitet aber nach dem Prinzip von Multicast, dafür ist ein Satellit ideal. Ob das für individuelle Unicast Verbindungen für Internet auch skaliert bin ich nicht überzeugt.

  • Auch heutzutage wird schon fleißig LEO-Infrastruktur für den Internetzugang aufgebaut und auch der öffentliche Landfunkdienst wird immer stärker genutzt und erweitert.

    Beides wertvolle und hilfreiche Technologien, aber beides kein adaequater Ersatz fuer einen Festnetzanschluss in der Breite... damit 30% der Anschluesse abdecken zu wollen ist IMHO sehr sehr optimistisch.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass bei 70 % Homes Connected und einem mit dem Kabelnetz vergleichbaren %-Anteil Homes Activated der Peak erreicht sein wird.

    Ich nicht... das Kabelnetz versorgte Mitte 2024 22% aller aktiven Anschluesse mit Internet... oder 8.6 Milllionen von 27 Millionen Kabelanschluessen, oder 100*8.6/27 ~32% aller Kabelanschluesse.


    Gott sei Dank ist das erklaerte Ziel von EU und Bundesregierungen 100% FTTH... ja, ich vermute ganz 100% werden es dann nicht werden, aber mehr als 70% erwarte ich schon...

  • LEO-Sateliteninternet eignet sich aber am besten für mobile oder abgelegene stationäre Nutzung - weniger für richtige Städte - nicht nur wegen der dort oft fehlenden freien Sicht auf den Himmel. Bei Starlink haben wir doch alle jetzt gesehen wie die initialen Geschwindigkeiten schnell mit der Nutzungsdichte auf 70-80 Mbits im Schnitt heruntergegangen sind. LEO-Netze sind schwer wirtschaftlich zu betreiben und von Nachhaltigkeit (sowohl den Sateliten als auch dem Stromverbrauch der CPEs) reden wir jetzt lieber auch nicht.

    Kurzum: da einsetzen wo es Sinn macht, vlt. auch eine Grundversorgung damit gewährleisten, aber nicht den Ausbau stationärer Anschlüsse deswegen vernachlässigen.

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  • Das ist sehr schade. Haushaltssicherungskonzept?
    Ein flächendeckender Ausbau dürfte das größte Bauprojekt einer kleinen Kommune seit Jahrzehnten darstellen.

    Nein, das sind Pennys. Wir,14.000 Einwohner, benötige Schule (bis Gym), 2 Straßen komplett und ein Brücke innerorts.
    Kosten aktuell in Bauausschuss. 140. Mill. bis 2030.

    DAs schlimmst in Deutschland. Nach GG dürfen Bund, Länder und Gemeinden nicht gewinnerzielend agieren. So auch die Sozialkassen.
    Genau solch ein Konzept fährt man in Skandinavien erfolgreich, besonders wo bei uns die Altersverträge gerade kippen.

  • Finanziell ist so ein Schul-Auftrag sicherlich höher, aber das ist doch ein recht kleines betroffenes Gebiet. So ein Glasfaserausbau durch jeden Boardstein ist IMO eine andere Nummer

    Hier wurde dann auch prompt ein halbes dutzend mal eine (in der Mindertiefe) unerwartete Versorgungsleitung getroffen - von den Abnahmen und Nacharbeiten jetzt mal nicht gesprochen

    Aber denke ja wir sind uns alle einig: so eine Ausbaugröße lässt sich nicht vermeiden. Kupfer hat nurnoch begrenzte Zukunft - irgendwann wird der Betrieb zweier Technologien parallel schlicht zu teuer..

  • Wir haben seit gestern einen potenziellen Koalitionsvertrag 2025-2028. Darin heißt es ab Zeile 2201 / Seite 68:

    Zitat

    Digitale Infrastruktur

    Unsere digitalen Infrastrukturen bringen wir mit dem flächendeckenden Glasfaserausbau FTTH (bis in jede (Miet-)Wohnung) entscheidend voran. Es gilt „Markt vor Staat“. Förderprogramme für Mobilfunk- und Glasfaserausbau setzen wir ein, wo kein marktgetriebener Ausbau möglich ist. Dabei berücksichtigen wir den besonderen Förderbedarf von Ländern mit herausfordernder Topografie und Besiedlungsdichte.

    Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) wird mindestens so lange weitergeführt, bis die bewilligten Förderprojekte abgeschlossen sind. Wir prüfen, wie wir die bei der MIG aufgebaute Kompetenz und Expertise langfristig dafür einsetzen, den flächendeckenden Mobilfunkausbau in bisher nicht beziehungsweise unterversorgten ländlichen Gebieten voranzubringen.

    Bei der Gigabitförderung schaffen wir eine auskömmliche Mittelausstattung. Wir werden schnellstmöglich ein wirksames Beschleunigungsgesetz einführen, das den Mobilfunk- und Glasfaserausbau als überragendes öffentliches Interesse definiert. Ausbauhindernisse und Bürokratie bauen wir konsequent ab, zum Beispiel durch Fiktionsregelungen. Um den Ausbau zu beschleunigen, führen wir digitale Antragsstrecken (zum Beispiel Breitbandportal) verbindlich ein.

    Mindestanforderungen an Breitbandanschlüsse erhöhen wir kontinuierlich. Wir streben ein Konzept für markt- und verbraucherfreundliche Migration von Kupfer- auf Glasfasernetze an. Das Monitoring der Planungs- und Ausbauprozesse vor Ort setzen wir fort. Für den Mobilfunkausbau halten wir an den hohen Versorgungsauflagen bei den Frequenzvergaben fest. Diese müssen anhand des tatsächlichen Nutzererlebnisses überprüft werden können. Wir werden den gesetzlichen Rahmen des Beirats der Bundesnetzagentur weiterentwickeln. Wir werden die Nutzung von Satellitentechnologie zur Mobilfunkversorgung unterstützen. Bei der Vergabe der UHF-Frequenzen setzen wir uns auf europäischer Ebene für eine Berücksichtigung aller berechtigten Interessen ein.

    Ergänzend, zum Wording:
    Wir werden -> finanziert & kommt
    Wir wollen -> unter Finanzierungsvorbehalt

    Was lese ich da raus lesen würde:
    Die Förderung wird auf kleiner Flamme fortgeführt. Aber die Arbeiterkolonnen sind bald in "überragendem öffentlichen Interesse" und "Genehmigungsfiktion" unterwegs. Heißt, wenn nach einer Anzeige kein negativer Bescheid eingeht, dürfen Oleg & Bolek losbuddeln?

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  • Zitat

    Gigabitförderung

    Es wird sogar mit der Fiktion von schnellem Glasfaserinternet zu haushaltsüblichen Preisen gearbeitet. Dabei stammt die größte Gigabitförderung von Vodafone und kommt per DOCSIS 3.1 über Koaxialkabel. Ganz ohne

    Zitat

    auskömmliche Mittelausstattung

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  • Muss ja so überzeugend gut sein, dass Vodafone keinerlei Interesse daran zeigt, das zusammen mit OXG durch Glasfaser abzulösen.

    Die absolute Mehrheit der Gigabit-Haushalte hat nicht etwa einen Glasfaseranschluss, sondern komplett eigenwirtschaftlich ausgebautes DOCSIS 3.1. Das zeigt schön, dass es bei der "Gigabitförderung" vor allem um das Versenken von Fördermitteln in den Taschen von Lobbyisten geht, und nicht darum tatsächlich Haushalte mit echten Gigabitanschlüssen auszustatten.

    Die Monatsentgelte von DG & Co. werden ja auch mit "auskömmlicher Mittelausstattung" nicht etwa günstiger als die von Vodafone, sondern liegen beim Doppelten oder mehr.

    Praktisch gesehen wird ein 250-Mbit/s-DSL-Anschluss der Telekom mit der Glasfasermigration zum gleichen Preis 50 Mbit/s schneller und hat dann 300 Mbit/s. Dito mit bei 100 Mbit/s. Nichts da mit "Gigabit".

    Oder auch nur die 100Mbps die sie fuer DOSIS 3.1 vor ein paar Jahren vage angekuendigt hatten...

    Wobei den Upload bei der "Gigabitförderung" auch niemanden interessiert. Sonst würden nur symmetrische Technologien gefördert. Mit 1000/1 bist du förderfähig.

  • Ging mir nicht um Spezifika der Foerderung, sondern darum, dass Vodafone mit unter eigene Ankuendigungen gar nicht umsetzt. Das geht natuerlich auch anderen ISPs so, dass nicht alle Plaene umgesetzt werden, aber IMHO ist VF da ganz vorne mit dabei wenn es um PR geht.


    Was das Gigabit-Ziel der EU angeht, geht es darum, dass alle Bewohner der EU bis 2030 Gigabit buchen koennen sollen, niemand wird gezwungen, wer mit 100 Mbps oder weniger zufrieden ist dem ist das von der EU gegoennt.


    Ansonsten ist es halt so, dass Foerderung in Gebieten mit einem Docsis 3.1 Netz nach der aktuellen Foerderrichtlinie gar nicht zulaessig ist...