So läuft die Glasfaserabschaltung in Deutschland

  • Da habe ich andere Erfahrungen. Wenn ich mir die Ausbauprojekte der Deutschen Glasfaser anschaue, dann sind die Nachfragebündelungen nicht nur dort erfolgreich, wo es praktisch keine funktionierende Internetversorgung gibt, sondern auch in Gebieten, die aktuell ausreichend erschlossen sind, die Einwohner sich aber gerne auf die Zukunft vorbereiten.

    Bei uns im Ort gibt es praktisch überall DSL mit, je nach Entfernungen, 100-250 MBit/s plus teilweise Kabel. Trotzdem haben sich ca. 40% der Haushalte für den Glasfaseranschluss entschieden.

    Meinem Gefühl nach hängt es eher davon ab, wie die Eigentumsstruktur in einem Gebiet ist. Je mehr Eigentümer, desto eher Glasfaser. Deswegen hat eine DG in einem EFH-Gebiet auch höhere Raten als eine Telekom in einem Mietshausgebiet.

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  • Telekom lässt also DSL dort laufen, wo Mitbewerber ausbauen, und schaltet dort ab, wo der selbst ausbaut?

    Das ist ein Vorwurf der geaeussert wurde, allerdings hypothetisch da momentan noch nicht wirklich abgeschaltet wird. Da gab es Ende 2024 von Goldmedia eine Auftragsstudie fier die ANGA, die anhand von Beispielrechnungen zeigt, dass das ganze ein realistisches Szenario ist, also dass die DSL-Abschaltung taktisch genutzt werden kann den Mitbewerbern zu schaden (siehe Teil III hier)

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (27. März 2025 um 21:04)

  • Ob man mit noch mehr Markteingriffe die Situation verbessert bin ich nicht überzeugt. Ich habe hier im Forum schon von dem 1und1 Mobilnetz als negatives Beispiel geschrieben. Es ist schlicht schwierig mehrere Dekaden Vorsprung mit Regulierung sinnvoll auszugleichen.

    Wir haben IMHO nur 2 echte Optionen:

    a) das Zugangsnetz zu verstaatlichen (Modell Australien) und solidarisch ausbauen und darauf Betreiberwettbewerb fuer die Dienstleistung Internetzugang zu orgnisieren

    b) weiter wie bisher zu versuchen ausreichend viel Wettbewerb auf privaten Zugangsnetzen zu motivieren.

    und eine unappetitliche:

    c) den grossen Fischen erlauben den Markt zu konsolidieren (Modell AT&T) und nur noch pro forma zu regulieren.


    Nichts zu tun fuehrt zu c) weiter so wie bisher zu b).

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  • Ich finde das beachtlich für ein Gebäude mit drei Zugangsnetzen und mutmaßlicher Mobilfunk-Vollversorgung.

    Das nennt man Markt. Dort setzen sich die besseren Angebote durch. Wobei "besser" der Kunde definiert und nicht der Anbieter (sehr zu dessen Verdruss).

    Glasfaser bekommt man meist nur dann los, wenn es völlig alternativlos ist.

    Das hat nichts mit alternativlos zu tun, sondern von Blödheit bei der Telekom.
    Sie haben bei 55 WE ca. 35 DSL-Anschlüsse, bauen 4 Aufgänge bis vor die Wohnungstür aus und schaffen, dass nur 6 Nutzer auf Gf umzusteigen???

    Und dann ist da ja noch Vodafone Kabel, aufgebaut auf einem Hausnetz in Baumstruktur der 60er-Jahre-Leitungen. Da gehen auch nur 100 MBit drüber, sagen die Nachbarn.
    Gesamtes Marketing waren ein Aufkleber am Straßenverteiler und einmal Hauswurfsendung.

    Ja, damit gewinnt man Kunden. Ja ja.

  • Und ich erwarte nicht, dass diese auf einen kompletten Glasfaserausbau warten. Sobald der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich ist (z. B. weil schon zu viele DSL-Kunden weg sind), wird ersatzlos abgeschaltet werden. Kein DSL-Netzbetreiber wird Linecards mit nur ein paar belegten Ports ohne Not weiterbetreiben.

    Dass die Telekom alle ihre DSL-Anschlüsse mit Glasfaser überbauen wird, ist nicht zu erwarten. Das Interesse des Konzerns dürfte darin liegen, mit ihrem GPON-Netz eine lukrative Mehrheit der Haushalte zu erreichen, ohne wieder eine "marktbeherrschende" Stellung zu erreichen, die dann eine unbequeme Regulierung zur Folge hat. Mit gemütlichen 50-70 % der HH dürfte das gut machbar sein.

    Da widerspricht dir die Realität in Berlin. Wenn die Telekom, ein Ortsteil, der ihr bei DSL zu 100 % gehört, vollflächig mit GF erschießt in die Gebäude und bei nur einem einzigen Kunden das ganze Gebäude ertüchtigt und da praktisch keine Werbung bei den vorhandenen DSL-Kunden macht, das GF schon an der Wohnungstür liegt, ist die Erbärmlich und bring Gf Null nach vorne.

    Naja, betriebswirtschaftlich bin ich zu ahnungslos um Vorteile in diesem Verhalten zu erkennen.

  • Wie schaut's mit easybell und Maingau aus?

    "behält sich easybell das Recht vor, bei im Bedarfsfall Carrier Grade NAT einzusetzen"

    Maingau sagt dazu gar nichts.

    Teuerer sind beide auch noch, und zwar so, dass Telekom+VPN immer noch günstiger ist.

    Dazu muss ich sagen, dass ich ohnehin eine Möglichkeit habe, das Telekom-Peering zu umgehen, da ich ein VPN zu einem anderen Glasfaseranschluss habe ;)

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  • Wobei auch die Telekom keine feste Zusage macht, dass mann DualStack bekommt... und weder AGB noch Leistungsbeschreibung aeussern sich dazu...(ist bei O2 nicht anders, da haben allerdings die Moderatoren im Forum bestaetigt, dass aktuell bei DSL und FTTH echter DualStack geschaltet wird, aber wie lange "aktuell" anhalten wird, wissen nur die Goetter)...

  • Maingau sagt dazu gar nichts.

    Ok, ich hatte jetzt nur die Beiden aufgezählt, die de facto Dual Stack bereitstellen.

    da ich ein VPN zu einem anderen Glasfaseranschluss habe

    Aber auch das performt ja nur zufriedenstellend, so lange die Telekom mit dem entsprechenden anderen Providernetz vernünftig peert. Also auch nur auf Vertrauensbasis.

    aber wie lange "aktuell" anhalten wird, wissen nur die Goetter

    Naja, als alter Hase besitzen die schon ein paar mehr IPv4-Adressen, als sie Kunden haben. Das könnte noch eine Weile gut gehen, zudem die Kundenzahlen dort ja ziemlich stagnieren.

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  • Sie sind vor allem zu spät eingestiegen. Die großen Zeiten des Glasfaserausbaus waren 1995-2015.

    Was´n das für´n Unfug?
    Wo wurde denn 1995-2005 in Deutschland ernsthaft FTTH gebaut? Wenn überhaupt waren das doch nur irgendwelche Pilotprojekte mit ein paar hundert Anschlüssen.

  • Naja, als alter Hase besitzen die schon ein paar mehr IPv4-Adressen, als sie Kunden haben. Das könnte noch eine Weile gut gehen, zudem die Kundenzahlen dort ja ziemlich stagnieren.

    Mmmh, die Telekom verwendet im Mobilfunk keinen DualStack, so dicke haben auch doe die IPv4 Adressen nicht sitzen. Aber klar, manche ISP haben schlicht keine realistische Chance DualStack als Standard einzusetzen wegen Mangel an IPv4 Adressen. Aber da waere es nett wenn die zumindest feste oeffentliche IPv4 anbieten wuerden, die bei Bestellung auf Kosten des Kunden zugekauft werden... ja, das ist unrealistische Traeumerei ;)

  • Wobei auch die Telekom keine feste Zusage macht, dass mann DualStack bekommt... und weder AGB noch Leistungsbeschreibung aeussern sich dazu...(ist bei O2 nicht anders, da haben allerdings die Moderatoren im Forum bestaetigt, dass aktuell bei DSL und FTTH echter DualStack geschaltet wird, aber wie lange "aktuell" anhalten wird, wissen nur die Goetter)...

    Zu O2 gehe ich nicht mehr. Schlechte Erfahrung.

    Die haben mich mal 3 Wochen ohne Internet stehen lassen, jeder Anruf im Support erstmal 1h Wartezeit und nach "meine Fritzbox zeigt aber folgendes Problem" als Antwort "Sie nutzen nicht unsere xxx-Box - dann leisten wir keinen Support" und legt auf. Sagt an das nicht, dann "dann ist unsere Box kaputt, wir schicken eine neue".

    Bei einem eindeutigen Fehler auf deren Seite.

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  • Da widerspricht dir die Realität in Berlin. Wenn die Telekom, ein Ortsteil, der ihr bei DSL zu 100 % gehört, vollflächig mit GF erschießt in die Gebäude und bei nur einem einzigen Kunden das ganze Gebäude ertüchtigt und da praktisch keine Werbung bei den vorhandenen DSL-Kunden macht, das GF schon an der Wohnungstür liegt, ist die Erbärmlich und bring Gf Null nach vorne.

    Das ist die ganz normale Netzmodernisierung der Telekom, vor der übrigens alle Glasfaser-Investoren Angst haben, weil:

    1. ...ihr Glasfaserprodukt nicht wettbewerbsfähig gegen das Glasfaserprodukt der Telekom ist (weil es besser ist).

    2. ...ihr Glasfaserprodukt oft auch nicht wettbewerbsfähig gegen das DSL-Produkt der Telekom ist (weil dieses vielerorts ebenfalls besser ist).

    Deshalb wird fleißig Lobbyismus betrieben für eine "Kupfer-Abschaltung", um regionale Monopole zu kreieren. Sobald die Telekom präsent ist mit den wohl besten Produkten am Markt, sind die nämlich komplett aufgeschmissen.

  • Das ist doch Telekom-Fanboy-Gruetze/Getrolle, nun zieh die magentafarbene-Sonnenbrille schon aus und lobe die Telekom nicht ueber den gruenen Klee.

    "weil es besser ist" ist eine subjektive Bewertung, warum meinst Du diese wuerde von einer Mehrheit geteilt werden und daher als generelle Interpretation nuetzlich?

    Deshalb wird fleißig Lobbyismus betrieben für eine "Kupfer-Abschaltung", um regionale Monopole zu kreieren.

    Das ist zu undifferenziert, das Argument, dass die kommende DSL-Abschaltung taktisch/strategisch genutzt werden kann um Mitbewerbern zu schaden ist nicht von der Hand zu weisen. Das heisst jetzt nicht, dass die Vorschlaege der Mitbewerber komplett objektiv waeren, aber halt, dass hier relevante wettbewerbliche Fragen zu beruecksichtigen sein werden.

    1. ...ihr Glasfaserprodukt nicht wettbewerbsfähig gegen das Glasfaserprodukt der Telekom ist (weil es besser ist).

    IMHO maximal unklar, es gibt wenige Gebiete mit Doppelausbau, so dass kaum ein Kunde das tatsaechlich ueberpruefen/herausfinden kann. D.h. bestenfalls wird das Produkt der Telekom als besser wahrgenommen, aber das ist etwas anderes als objektiv besser zu sein.

  • "weil es besser ist" ist eine subjektive Bewertung

    Und zwar die der Kundschaft belegt durch wirtschaftliche Fakten. Das genügt, denn damit wird Geld verdient. Wenn ich Geld verdienen will, dann investiere ich nach meine objektiven Kriterien in das Unternehmen, dessen Produkte sich objektiv am Markt am besten verkaufen. Das sind nicht die Glasfaserprodukte der BREKO-Unternehmen, also stecke ich in dort kein Geld rein.

    Wenn die Telekom so schlecht wäre, dann würde die Kundschaft bei jedem Überbau sofort flüchten. Wäre auch samt und sonders schon per DOCSIS bei Vodafone angeschlossen.

    Ist sie nicht, denn die anderen sind noch schlechter. (Nicht deine Kriterien, sondern harte wirtschaftliche Fakten.) Und nur deshalb gibt es überhaupt eine Diskussion um eine Abschaltung, um die wirtschaftliche Stellung der Marktversager künstlich zu stärken.

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  • Wenn die Telekom so schlecht wäre, dann würde die Kundschaft bei jedem Überbau sofort flüchten. Wäre auch samt und sonders schon per DOCSIS bei Vodafone angeschlossen.

    Das ist ein anderes Argument als "weil sie besser ist", das ist ein die Telekom ist "gut genug" Argument so dass viele Kunden den Aufwand fuer einen ISP-Wechsel nicht auf sich nehmen. Dieses Argument halte ich fuer valide und ueberzeugender als das "ist besser" Argument.

    Ist sie nicht, denn die anderen sind noch schlechter.

    Das ist wieder ein subjektive Bewertung...

    (Nicht deine Kriterien, sondern harte wirtschaftliche Fakten.)

    Das ist IMHO Gruetze... sie moegen weniger rentabel/profitabel sein, das sind quantifizierbare Groessen, abstrakte "Guete" ist das nicht. Wie gesagt, als Meinung voll OK, als Faktenbeschreibung jedoch nicht.

    Und nur deshalb gibt es überhaupt eine Diskussion um eine Abschaltung, um die wirtschaftliche Stellung der Marktversager künstlich zu stärken.

    Das ist auch wieder mehr Getrolle als Argument. Ist aber auch egal, das Regulierungsziel ist Wettbewerb und da fuer ist eine Rekonzentrierung des Zugangsnetzes in die Hand eines privatwirtschatlichen Quasimonopolisten wenig zielfuehrend.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (28. März 2025 um 12:30)