So läuft die Glasfaserabschaltung in Deutschland

  • Mein ONT ist kein passives Element, sondern ein vollständiger Computer mit u. a. Open-Source-Software inklusive Web-UI, das Pakete anhand der MAC-Adresse zwischen (zwei) Interfaces forwardet. Das ist nach meiner Definition nach ein "Router". Und wenn ich so ein Gerät vom Netzbetreiber vorgeschrieben bekomme, ist es ein Zwangsrouter.

    Das ist IMHO zu spitzfindig um nuetzlich zu sein... Forwarding basierend auf L2 'Informationen wie MAC Adressen heisst ueblicherweise Bridging, Routing heisst es wenn L3 Informationen verwendet werden um Forwarding Entscheidungen zu treffen...
    Ist natuerlich Dein gutes Recht Deine eigene Nomenklatur zu erfinden, aber das macht die Diskussion dann unnoetig sperrig und kompliziert.
    Ist aber auch vollstaendig egal, weil die Kuh vom Eis ist, ONTs sind Endgeraete die unter die Endgeraetewahlfreiheit fallen.

    Das spricht für eine hohe Kundenzufriedenheit und ist ein ziemliches Armutszeugnis für den Wettbewerb.

    Telephon ist halt Infrastruktur und das fasst mann i.d.R. nur an wenn mann muss, d.h. mann muss nicht zwingend sehr zufrieden sein, es reicht wenn mann nicht ausreichend unzufrieden ist um den Aufwand eines Wechsels auf sich zu nehmen. Und ein Kunde der immer bei der Telekom war, kann eigentlich gar keinen echten Vergleich mit dem Wettbewerb kennen.
    Aber schon klar, Du willst lustig trollen.

    Ich habe bei mir selbst auch ähnliche Präferenzen beim Strommarkt feststellen können. Nach einigen Experimenten mit (u. a. insolventen) Stromhändlern bleibt mein Haushalt nun bei den "Stadtwerken". Dadurch verliere ich am Ende weniger Geld und den Stress sind die paar Cent einfach nicht wert.

    Das ist Dein gutes Recht. Aber auch hier gilt IMHO, dass Du den Masrkt gar nicht mehr aktiv beobachtest, solange Du nicht das Gefuehl hast Deine Stadtwerke ziehen Dich ueber den Tisch, unter solchen Bedingungen funktioniert ein "Markt" nicht sonderlich gut...

  • Das ist IMHO zu spitzfindig um nuetzlich zu sein... Forwarding basierend auf L2 'Informationen wie MAC Adressen heisst ueblicherweise Bridging, Routing heisst es wenn L3 Informationen verwendet werden um Forwarding Entscheidungen zu treffen...

    Genau das sind aber Spitzfindigkeiten, die den Endkunden nicht interessieren, wenn es um die Definition eines "Zwangsrouters" geht. Es ist nämlich völlig egal, ob die Software auf der Schrotthardware des Netzbetreibers auf Layer 2 oder Layer 3 versagt. In dem Fall macht man nur noch Tickets auf, wie irgendein Inder wieder zumacht.

    Ich tausche meine Hardware einfach aus, wenn sie nicht tut, was ich will.

    Aber auch hier gilt IMHO, dass Du den Masrkt gar nicht mehr aktiv beobachtest, solange Du nicht das Gefuehl hast Deine Stadtwerke ziehen Dich ueber den Tisch, unter solchen Bedingungen funktioniert ein "Markt" nicht sonderlich gut...

    Meine Stadtwerke liefern das beste Gesamtprodukt inklusive lokalem Kundendienst und werden durch den Wettbewerb ja auch dazu motiviert. Es mag bedauerlich für ausländische Investoren sein, wenn ihr Produkt nur als Drohkulisse dient, damit die lokalen Anbieter sich am Riemen reißen und bei den Preisen nicht zu sehr übertreiben, aber auch das ist ein funktionierender Markt. Ich muss ja auch nicht zu ALDI gehen, um von deren Preisen zu profitieren.

    Denn man sieht ja, was passiert, wenn Endkunden einem Monopolanbieter mit Quasi-Kontrahierungszwang gegenübersitzen. Weil letzteres die von den BREKO-Mitgliedern gewünschte Situation ist, wird ja überhaupt von "Kupferabschaltung" geredet.

  • Genau das sind aber Spitzfindigkeiten, die den Endkunden nicht interessieren, wenn es um die Definition eines "Zwangsrouters" geht. Es ist nämlich völlig egal, ob die Software auf der Schrotthardware des Netzbetreibers auf Layer 2 oder Layer 3 versagt. In dem Fall macht man nur noch Tickets auf, wie irgendein Inder wieder zumacht.

    Mmmh, willkommen in der Post-Wahrheitswelt ind der Alles Nichts und Nichts Alles bedeutet? Das ist doch Gruetze, weil es Dir anscheinend zu schwer faellt zu zugeben, dass Du Dich mit der Begrifflichkeit etwas vertan hattest. Las uns da Schluss machen, wenn ein ONT/Modem fuer Dich ein "Router" ist, eruebrigt sich die weitere Diskussion darueber.

    Ich tausche meine Hardware einfach aus, wenn sie nicht tut, was ich will.

    Mmmh, bist Du sicher, dass der Blackbox-ONT den Du selber gekauft hast deshalb das tut was Du willst?

    Denn man sieht ja, was passiert, wenn Endkunden einem Monopolanbieter mit Quasi-Kontrahierungszwang gegenübersitzen. Weil letzteres die von den BREKO-Mitgliedern gewünschte Situation ist, wird ja überhaupt von "Kupferabschaltung" geredet.

    Jein, von der Kupferabschaltung wird geredet, weil die erkennbar auf uns zukommt, und es besser ist, wenn die, die davon betroffen sein werden, fruehzeitig anfangen darueber nachzudenken. Zusaetzlich wollen sowohl die DSL-Betreiber als auch die FTTH Ausbauer diese Abschaltung so zu gestelten, dass sie den eigenen Zielen dienlich ist, aber das aendert nichts daran, dass die Abschaltung aus kalten und harten wirtschaftlichen Gruenden kommen wird.


    P.S.: "Monopolanbieter mit Quasi-Kontrahierungszwang" ist eine Beschreibung der Telekomsituation im DSL -Bereich und nur aufgrund der aktiven Regulierung kommt das nicht negativ fuer Endkunden zum tragen, nicht unmoeglich, dass die BNetzA irgendwann anfaengt auch lokale Quasimonopolisten aehnlich zu betreuen.

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  • Der Vergleich mit den Stadtwerken ist etwas daneben. DSL Reseller können zumindest anderes Peering o.ä. anbieten, bei Strom und Gas ist es aber immer das gleiche, was aus der Steckdose bzw. aus dem Brenner rauskommt. Und wozu braucht man bei Strom und Gas bitte lokalen Kundendienst? Es läuft alles mehr oder weniger automatisch. Wir wechseln die Anbieter seit 2018 jährlich und haben dadurch jede menge Geld gespart. Ob diese Tanz volkswirtschaftlich angesichts Fachkräftemangel sinnvoll ist wäre eine andere Frage.

    Auch dieses wettern gegen bösen "Investoren" verstehe ich nicht. Telekom ist auch ein Aktiengesselschaft und somit deren Aktionären verpflichtet, es ist kein gemeinnütziges Verein.

    Dass die neue Anbieter über ihre Lobbyverbände versuchen Kupferabschaltung zu erzwingen finde ich sowohl verständlich als auch lächerlich. Als die in den Markt eingestiegen sind, war von Kupferabschaltung nie die Rede. Wenn die dann die Planung vergeigt haben, Pech gehabt. Ich sehe es persönlich nicht ein, dass z.B. die Bundesnetzagentur denen jetzt aus der Bredouille helfen soll sodass die überall lokale Monopole von kleinen Saftläden etablieren können. Man sieht es bei den Kabel NE4 Betreibern wie gut es läuft und wie beliebt die sind.

  • Das ist doch Gruetze, weil es Dir anscheinend zu schwer faellt zu zugeben, dass Du Dich mit der Begrifflichkeit etwas vertan hattest.

    Die Begrifflichkeit wurde bewusst gewählt, weil "Zwangsrouter" eben kein technischer Begriff ist. Oder kennst du irgendeine RFC, die einen "Zwangsrouter" definiert? Ein "Zwangsrouter" ist das, was "Cold Calling" ist: eine Belästigung des Endkunden. Beispiele findet man hier direkt im Forum:

    Seit der Umstellung von Aktiv zu Passiv läuft es allerdings bei mir super stabil (vorher hat sich der ONT reglemäßig aufgehängt und musste neu kalt-gestartet werden, was wiederum bis zu einer Stunde Wartezeit im alten DHCP-Prozess gedauert hat, jetzt nur noch max. 30min) und auch die Ausfälle sind sehr überschaubar (wenn, sind es DNS-Probleme)...

    Und beides wurde vom Regulierer abgestellt. Gott sei Dank.

    P.S.: "Monopolanbieter mit Quasi-Kontrahierungszwang" ist eine Beschreibung der Telekomsituation im DSL -Bereich und nur aufgrund der aktiven Regulierung kommt das nicht negativ fuer Endkunden zum tragen, nicht unmoeglich, dass die BNetzA irgendwann anfaengt auch lokale Quasimonopolisten aehnlich zu betreuen.

    Der Regulierungsrahmen fordert für solche Eingriffe eine marktbeherrschende Stellung. Die gibt es derzeit beispielsweise im Glasfaserbereich überhaupt nicht, deshalb sind die Zusammenschaltungen gegenwärtig auf freiwilliger Basis zustande gekommen.

    Und man sieht ja auch wieder im Forum hier, dass auf Seiten der Access-Provider kaum Interesse an Zusammenschaltungen mit kleinen Glasfasernetzen besteht, dazu kann sie auch niemand regulatorisch zwingen. Am Ende wollen sie dann doch wieder nur alle bei der Telekom drauf, denn die ist am weitesten mit ihrem Glasfaserausbau und Übergabeinfrastruktur steht schon. So gibt es dann hier und da einen geförderten Ausbau mit theoretisch Open Access und praktisch nur einem einzigen Anbieter samt Kontrahierungszwang.

    Jein, von der Kupferabschaltung wird geredet, weil die erkennbar auf uns zukommt, und es besser ist, wenn die, die davon betroffen sein werden, fruehzeitig anfangen darueber nachzudenken.

    Ich sehe auf der Kupferseite zunächst mal ein Koaxialkabelnetz wo absehbar nichts "kommen wird". Dass dann die übrigen <30 % Haushalte mit nur Kupferdoppelader irgendwann ganz abgeklemmt werden, kann ich mir durchaus vorstellen. Ich erwarte aber nicht, dass dort dann schon überall eine Glasfaser liegt, wenn es dann so weit ist. Das halte ich für ziemliches Wunschdenken.

    Einmal editiert, zuletzt von wandler (27. März 2025 um 13:46)

  • Es läuft alles mehr oder weniger automatisch. Wir wechseln die Anbieter seit 2018 jährlich und haben dadurch jede menge Geld gespart.

    Habe ich auch mal gemacht, dann gab es eine Insolvenz beim Stromhändler und jede Menge damit zusammenhängende Scherereien, die die ganze Ersparnis wieder aufgefressen haben. Seitdem war es das mit dem "jährlichen Anbieterwechsel". Natürlich habe ich einen Sondervertrag mit guten Konditionen bei den Stadtwerken und nicht die teure Grundversorgung.

    Und das Beispiel habe ich mal erwähnt, weil ich ähnliche Motivation bei Kunden vermute, die einfach "bei der Post" bleiben.

    Auch dieses wettern gegen bösen "Investoren" verstehe ich nicht. Telekom ist auch ein Aktiengesselschaft und somit deren Aktionären verpflichtet, es ist kein gemeinnütziges Verein.

    Investoren sind einfach wirtschaftliche Akteure, die Leitungen vergraben und darauf Rendite kassieren möchten. Das steht naturgemäß im Interessengegensatz zu Haushaltskunden, die möglichst wenig Rendite abführen möchten. Diesen Interessengegensatz kann man ganz neutral feststellen. Der Markt sorgt dann für einen Ausgleich.

    Dass die neue Anbieter über ihre Lobbyverbände versuchen Kupferabschaltung zu erzwingen finde ich sowohl verständlich als auch lächerlich. Als die in den Markt eingestiegen sind, war von Kupferabschaltung nie die Rede. Wenn die dann die Planung vergeigt haben, Pech gehabt. Ich sehe es persönlich nicht ein, dass z.B. die Bundesnetzagentur denen jetzt aus der Bredouille helfen soll sodass die überall lokale Monopole von kleinen Saftläden etablieren können. Man sieht es bei den Kabel NE4 Betreibern wie gut es läuft und wie beliebt die sind.

    Das ist genau mein Reden. Die warnenden Beispiele existieren ja. Dass es bei der Telekom so erfolgreich läuft, ist ein Produkt des Wettbewerbes. Dazu muss kaum jemand zum Wettbewerb wechseln, die Möglichkeit reicht schon.

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  • Dass die neue Anbieter über ihre Lobbyverbände versuchen Kupferabschaltung zu erzwingen finde ich sowohl verständlich als auch lächerlich. Als die in den Markt eingestiegen sind, war von Kupferabschaltung nie die Rede. Wenn die dann die Planung vergeigt haben, Pech gehabt. Ich sehe es persönlich nicht ein, dass z.B. die Bundesnetzagentur denen jetzt aus der Bredouille helfen soll sodass die überall lokale Monopole von kleinen Saftläden etablieren können. Man sieht es bei den Kabel NE4 Betreibern wie gut es läuft und wie beliebt die sind.

    Nochmal, die DSL Abschaltung kommt, nicht weil Brekom und Co. jammern, sondern weil absehbar ist, dass ein Betrieb ueber optimistisch 10-15 Jahre hinaus unwirtschaftlich wird. (Das Problem ist, der FTTH Ausbau wird auch noch 10 Jahre brauchen, sollte aber fertig sein, wenn die DSLAMs ausser DIenst gestellt werden). Momentan geht es darum wie mann die DSL Abschaltung gestaltet. Da schlaegt natuerlich jede Seite ihr praeferierte Loesung vor... ein Problem, das Du hier ignorierst ist, dass die DSL Betreiber mit ihrer bereits amortisierten Kupfertechnik (solange die noch haelt) den FTTH Ausbauern der Business-Case versalzen koennen.

  • Das ist genau mein Reden. Die warnenden Beispiele existieren ja. Dass es bei der Telekom so erfolgreich läuft, ist ein Produkt des Wettbewerbes. Dazu muss kaum jemand zum Wettbewerb wechseln, die Möglichkeit reicht schon.

    Das klingt wie das Maerchen von "der unsichtbaren Hand des Marktes, die das schon regeln wird", das ist IMHO eine Lagerfeuergeschichte fuer Neoliberale...

  • Das Problem ist, der FTTH Ausbau wird auch noch 10 Jahre brauchen, sollte aber fertig sein, wenn die DSLAMs ausser DIenst gestellt werden

    Eine schöne Wunschvorstellung. Ich erwarte hingegen, dass DSL in den unwirtschaftlichen Gebieten abgeschaltet wird, bevor überhaupt irgendwelche Glasfaseranschlüsse ausgebaut werden.

    ein Problem, das Du hier ignorierst ist, dass die DSL Betreiber mit ihrer bereits amortisierten Kupfertechnik (solange die noch haelt) den FTTH Ausbauern der Business-Case versalzen koennen.

    Der "Business Case" wird nur versalzen, wenn die "FTTH-Ausbauer" so schlecht sind, dass sie im marktwirtschaftlichen Wettbewerb nicht bestehen können. Und wenn dem so ist, dann ist das kein legitimer "Business Case", der irgendwelche Investitionsmittel verdient.

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  • Nochmal, die DSL Abschaltung kommt, nicht weil Brekom und Co. jammern, sondern weil absehbar ist, dass ein Betrieb ueber optimistisch 10-15 Jahre hinaus unwirtschaftlich wird. (Das Problem ist, der FTTH Ausbau wird auch noch 10 Jahre brauchen, sollte aber fertig sein, wenn die DSLAMs ausser DIenst gestellt werden). Momentan geht es darum wie mann die DSL Abschaltung gestaltet. Da schlaegt natuerlich jede Seite ihr praeferierte Loesung vor... ein Problem, das Du hier ignorierst ist, dass die DSL Betreiber mit ihrer bereits amortisierten Kupfertechnik (solange die noch haelt) den FTTH Ausbauern der Business-Case versalzen koennen.

    Ich bezweifle nicht, dass die DSL Abschaltung kommt, soll die auch. Das soll aber alleine der Eigentümer bzw. Betreiber der Leitungen entscheiden und nicht die Bundesnetzagentur.

    Business Case der Ausbauern interessiert mich nicht wirklich. Als die sich entschieden haben in den deutschen Markt einzusteigen, waren die Kupferleitungen seit Jahrzehnten schon da. Wenn die Wirschaftlichkeit nur bei Nullzinsen möglich war, haben die dann wohl zu knapp kalkuliert.

    Ich freue mich sehr, dass ich momentan zwischen DSL, HFC und Glasfaser wählen kann. Wenn Vodafone oder Telekom die Leitungen irgendwann aufgeben weil alle zu DGN gewechselt haben, akzeptiere ich das. Die Konkurrenz soll aber nicht durch Markteingriffe künstlich begrenzt werden.

  • Das klingt wie das Maerchen von "der unsichtbaren Hand des Marktes, die das schon regeln wird", das ist IMHO eine Lagerfeuergeschichte fuer Neoliberale...

    Der Preis für den Kupfer-Gigabit-Zugang wird derzeit von Vodafone bei etwa 65 € Listenpreis gesetzt. Glasfaseranbieter im Wettbewerb mit Vodafone (einschließlich Telekom) können deshalb nur bis ca. 25 % darüber gehen. Man muss gar nicht Kunde bei Vodafone werden (können), um von diesem marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu profitieren.

    Wo es solchen Wettbewerb nicht gibt, sieht man Preise von Glasfasermonopolisten ab 90 € aufwärts.

    Ich bezweifle nicht, dass die DSL Abschaltung kommt, soll die auch. Das soll aber alleine der Eigentümer bzw. Betreiber der Leitungen entscheiden und nicht die Bundesnetzagentur.

    Und ich erwarte nicht, dass diese auf einen kompletten Glasfaserausbau warten. Sobald der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich ist (z. B. weil schon zu viele DSL-Kunden weg sind), wird ersatzlos abgeschaltet werden. Kein DSL-Netzbetreiber wird Linecards mit nur ein paar belegten Ports ohne Not weiterbetreiben.

    Dass die Telekom alle ihre DSL-Anschlüsse mit Glasfaser überbauen wird, ist nicht zu erwarten. Das Interesse des Konzerns dürfte darin liegen, mit ihrem GPON-Netz eine lukrative Mehrheit der Haushalte zu erreichen, ohne wieder eine "marktbeherrschende" Stellung zu erreichen, die dann eine unbequeme Regulierung zur Folge hat. Mit gemütlichen 50-70 % der HH dürfte das gut machbar sein.

    Die restlichen 30-50 % sind dann zwar von vorne bis hinten gear***t, aber das dürfte dort keinen stören.

    Business Case der Ausbauern interessiert mich nicht wirklich. Als die sich entschieden haben in den deutschen Markt einzusteigen, waren die Kupferleitungen seit Jahrzehnten schon da. Wenn die Wirschaftlichkeit nur bei Nullzinsen möglich war, haben die dann wohl zu knapp kalkuliert.

    Sie sind vor allem zu spät eingestiegen. Die großen Zeiten des Glasfaserausbaus waren 1995-2015.

    Ich freue mich sehr, dass ich momentan zwischen DSL, HFC und Glasfaser wählen kann. Wenn Vodafone oder Telekom die Leitungen irgendwann aufgeben weil alle zu DGN gewechselt haben, akzeptiere ich das. Die Konkurrenz soll aber nicht durch Markteingriffe künstlich begrenzt werden.

    Eben. Die beste Zugangstechnik wird sich schon im Wettbewerb durchsetzen. Vor allem HFC ist da noch lange nicht am Ende.

  • Eine schöne Wunschvorstellung. Ich erwarte hingegen, dass DSL in den unwirtschaftlichen Gebieten abgeschaltet wird, bevor überhaupt irgendwelche Glasfaseranschlüsse ausgebaut werden.

    Da sorgen zweistellige Milliardenbetraege vor, mit denen eigenfinanziert unwirtschaftliche Gebiete wirtschaftlich gemacht werden...

    Der "Business Case" wird nur versalzen, wenn die "FTTH-Ausbauer" so schlecht sind, dass sie im marktwirtschaftlichen Wettbewerb nicht bestehen können. Und wenn dem so ist, dann ist das kein legitimer "Business Case", der irgendwelche Investitionsmittel verdient.

    Das ist nettes Getrolle, aber IMHO realitaetsfern, bzw. basiert auf Annahmen zum "Internetzugangsmarkt" die IMHO inkorrekt sind.

    Ich bezweifle nicht, dass die DSL Abschaltung kommt, soll die auch. Das soll aber alleine der Eigentümer bzw. Betreiber der Leitungen entscheiden und nicht die Bundesnetzagentur.

    Dann haben wir halt das Problem, dass die grossen DSL-Betreiber (die alle auch selber FTTH ausbauen) die DSL-Abschaltung als taktische Waffe gegen FTTH Mitbewerber einsetzen werden und damit gegen echten Wettbewerb, das ist halt auch nicht im Sinne von uns Endkunden, oder?

    Ich freue mich sehr, dass ich momentan zwischen DSL, HFC und Glasfaser wählen kann. Wenn Vodafone oder Telekom die Leitungen irgendwann aufgeben weil alle zu DGN gewechselt haben, akzeptiere ich das. Die Konkurrenz soll aber nicht durch Markteingriffe künstlich begrenzt werden.

    Das Verkennt IMHO, dass einer (eigentlich zwei VF-DOCSIS ist auch ein Erbe der grauen Post) der ISPs nicht durch Wettbewerb entstand, sondern mit quasi 100% Buchungsrate zu existieren begann. Das ganze hat nur durch regulierende Markteingriffe ueberhaupt zur heutigen Situation gefuehrt, bei der es ansatzweise etwas Wettbewerb gibt.

    Der Preis für den Kupfer-Gigabit-Zugang wird derzeit von Vodafone bei etwa 65 € Listenpreis gesetzt.

    Der Gigabittarif wird momentan fuer 45 angeboten, wenn mann ein bisschen Zeit mitbringt gibt es den seit Jahren fuer << 60 EUR...

    Glasfaseranbieter im Wettbewerb mit Vodafone (einschließlich Telekom) können deshalb nur bis ca. 25 % darüber gehen. Man muss gar nicht Kunde bei Vodafone werden (können), um von diesem marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu profitieren.

    Das magst Du glauben, aber hast Du Daten dazu? Und wieso sollten 25% in Relation zu einem Preis den quasi niemand zahlt relevant sein?

    65*1.25 = 81.25
    45*1.25 = 56.25

    Was denn nun?

    Und ich erwarte nicht, dass diese auf einen kompletten Glasfaserausbau warten. Sobald der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich ist (z. B. weil schon zu viele DSL-Kunden weg sind), wird ersatzlos abgeschaltet werden. Kein DSL-Netzbetreiber wird Linecards mit nur ein paar belegten Ports ohne Not weiterbetreiben.

    Da gab es eine Studie zu, sieht so aus, als laesst sich ein DSLAM bis auf 10% Auslastung verlustfrei betreiben... und vor einer Abschaltung muss laut TKG den Mitbewerbern ausreuchend lange Vorwarnung gegeben werden. D.h. Dein etwas zynisches Abschaltmodell sieht Stand heute nicht sonderlich wahrscheinlich aus.

    Dass die Telekom alle ihre DSL-Anschlüsse mit Glasfaser überbauen wird, ist nicht zu erwarten.

    Das angekuendigte Ziel der Telekom beim Capital Market Day 2024 war etwa 70%, das deckt sich mit Deiner Vermutung.

    Sie sind vor allem zu spät eingestiegen. Die großen Zeiten des Glasfaserausbaus waren 1995-2015.

    2010+ vielleicht, aber 1995 ist Phantasialand ;)

    Eben. Die beste Zugangstechnik wird sich schon im Wettbewerb durchsetzen. Vor allem HFC ist da noch lange nicht am Ende.

    Scheint VF anders zu sehen... die planen momentan ca. 7-8 Millionen FTTH Anschluesse mit der OXG und davon 80% als Ueberbau fuer Koaxialnetze... (VF hat nur knapp 9 Millionen DOCSIS Kunden). Und CableLabs, der Standardisierungs-Arm der DOCSIS-Fraktion arbeitet an koherentem 100G PON waehrend mann von DOCSIS 5 nichts hoert. Also "am Ende" bestimmt nicht , aber "noch lange nicht" nur wenn fuer Dich 10-15 Jahre lange ist.


    P.S.: Lese gerade, dass die aktuelle Aktion fuer den Vodafone 1000/50er Tarif ausgelaufen ist, aber IMHO gilt da, nach der Aktion ist vor der Aktion. Der kommt bestimmt wieder... auch wenn unklar ist was der bringt, die Zahl der Kabelkunden stagniert eher...

    2 Mal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (27. März 2025 um 17:23)

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  • Vodafone selbst gibt DOSIS 4.0 regelmäßig eine Absage. Zu viel Tiefbau.

    Die HÜP-Verstärker müssen raus und auch Kabel-TV muss komplett weg, weil ja dann vollduplex gearbeitet wird.

    Aber Tiefbau braucht es wofür? Klar, Node-Splits zum Verdichten durch Überbau mit FTTN/FTTC, aber die haben ja prinzipiell erstmal nichts mit DOCSIS 4.0 zu tun.

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  • Die HÜP-Verstärker müssen raus und auch Kabel-TV muss komplett weg, weil ja dann vollduplex gearbeitet wird.

    Aber Tiefbau braucht es wofür? Klar, Node-Splits zum Verdichten durch Überbau mit FTTN/FTTC, aber die haben ja prinzipiell erstmal nichts mit DOCSIS 4.0 zu tun.

    Es gibt 2 Varianten Full-Duplex und Extended Spectrum bis 1800Mhz.
    Bei Variante 2 müssen die Abzweiger unter der Erde raus da die oft nur bis 630?- 850Mhz Spezifiziert sind.( Ist auch noch mehr Altlast im der Erde teils bis 450Mhz )


    Vodafone könnte den weg DOCSIS 3.1 enhanced/extended gehen mit mehr wie 2 OFDM(A) Kanälen.

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  • Was wohl daran liegt, dass die Telekom auch besser ist als fast alle Mitbewerber.

    ...

    Die Telekom hat derzeit das beste Kupfernetz und wird am Ende wohl auch das beste Glasfasernetz haben, und damit auch wieder mit den meisten Kunden enden.

    Dafür das bescheidenste Peering. Gruß von einem Betroffenen.

    Ich bin trotzdem bei der Telekom, weil es auch bei den anderen möglichen Anbietern persönliche Gründe für mich gibt, dort nicht hinzuwechseln.

  • Dann haben wir halt das Problem, dass die grossen DSL-Betreiber (die alle auch selber FTTH ausbauen) die DSL-Abschaltung als taktische Waffe gegen FTTH Mitbewerber einsetzen werden und damit gegen echten Wettbewerb, das ist halt auch nicht im Sinne von uns Endkunden, oder?

    Telekom lässt also DSL dort laufen, wo Mitbewerber ausbauen, und schaltet dort ab, wo der selbst ausbaut? Momentan müssen die Glasfaseranschlüsse ohnehin mit DSL oder HFC konkurrieren, es ändert sich also wenig. Zu diesen Bedingungen sind die neue ISPs auch in den Markt eingestiegen, jetzt nach einem Wechsel der Bedingungen rumzujaulen ist etwas unehrlich. Die würden am liebsten DSL zwangsabschalten und Überbau verbieten. Ob man dann als Endkunde besser dasteht bin ich nicht überzeugt. Wenn ich mir ein Monopol wählen darf, ist mir ein große, bundesweite ISP lieber als ein lokale Akteur. Also lieber Vodafone als Medicom Dreieich zum Beispiel. Auf lokalen Ebene lassen sich unterschiedliche Missstände einfacher unter den Teppich kehren.

    Das Verkennt IMHO, dass einer (eigentlich zwei VF-DOCSIS ist auch ein Erbe der grauen Post) der ISPs nicht durch Wettbewerb entstand, sondern mit quasi 100% Buchungsrate zu existieren begann. Das ganze hat nur durch regulierende Markteingriffe ueberhaupt zur heutigen Situation gefuehrt, bei der es ansatzweise etwas Wettbewerb gibt.

    Ob man mit noch mehr Markteingriffe die Situation verbessert bin ich nicht überzeugt. Ich habe hier im Forum schon von dem 1und1 Mobilnetz als negatives Beispiel geschrieben. Es ist schlicht schwierig mehrere Dekaden Vorsprung mit Regulierung sinnvoll auszugleichen.