Welche 10G SFP+ Module für Server<->Switch?

  • Aktuell ist mein Server mit 1G RJ45 klassisch am Switch im Rack angeschlossen. Da ich endlich einen neuen Switch (MikroTik CRS354) habe, würde ich gerne auf 10G gehen. Da 10G SFP+ Module mit RJ45 recht heiß werden, wäre meine Alternative Glasfaser. Mein Server hat eine AOC-STG-i2S (2x 10G SFP+) Netzwerkkarte.

    Es stellen sich mir folgende Fragen:

    * Welchen 10G Standard will man? So richtig werde ich nicht schlau, was hier besser wäre.

    * Kann ich Leitungslängen < 2 Meter machen?

    * Weiß jemand, wie es mit der Kompatibilität bei AOC-STGN-i2S (Intel 82599ES) aussieht?

    * Gibt es SFP+ Module mit SC anstatt LC und (nach Möglichkeit) Single Mode? Es scheint viel eher LC und Multilink verbreitet zu sein?

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    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

    Einmal editiert, zuletzt von ConiKost (13. Januar 2025 um 10:19)

  • Nehm doch ein SFP+ DAC Kabel? Die gibts auch in kurz.

    Ist natürlich eine Option, aber will ich eher vermeiden. Hintergrund ist einfach, dass der Server (leider) die SFP+ Anschlüsse nach "hinten" raus hat. Ich will aber die beiden SFP+ Ports dann per Fiber aufs Keystone setzen, damit ich nur von "vorne" hantieren muss.

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  • Auf kurzen Distanzen haben Single-Mode-Kabel keinen Vorteil. Zumindest keinen, den ich kenne.

    Unter 2m sollte auch kein Problem sein: https://www.fs.com/de/products/41730.html?now_cid=1324

    Ich nutze OM3/LC als Patchkabel für 10G-Verbindungen. Die Kompatibilität wird eher am SFP+-Modul hängen. Mit diesen haben ich keine Probleme: https://amzn.to/3C8DOzU [Anzeige]

    Ich setze sie in Noname-China-Switches und Asus Netzwerkkarten (ASUS XG-C100F 10G) ein.

  • Auf kurzen Distanzen haben Single-Mode-Kabel keinen Vorteil. Zumindest keinen, den ich kenne.

    Ich würde nach Möglichkeit Single-Mode einfach präferieren, um nicht mit Doppelsteckern arbeiten zu müssen. Ob jetzt besser oder schlechter wäre mir am Ende egal, solange das zuverlässig tut.

    Unter 2m sollte auch kein Problem sein: https://www.fs.com/de/products/41730.html?now_cid=1324

    Ich nutze OM3/LC als Patchkabel für 10G-Verbindungen. Die Kompatibilität wird eher am SFP+-Modul hängen. Mit diesen haben ich keine Probleme: https://amzn.to/3C8DOzU [Anzeige]

    Gibts eher was mit SC?

    Ich setze sie in Noname-China-Switches und Asus Netzwerkkarten (ASUS XG-C100F 10G) ein.

    MikroTik müsste ich schauen, die sollen recht okay sein, was die Kompatibilität betrifft. Die Supermicro NIC ist auch mit anderen Modulen kompatibel, hat keine Einschränkungen wie das Original von Intel.

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  • Ich würde nach Möglichkeit Single-Mode einfach präferieren, um nicht mit Doppelsteckern arbeiten zu müssen

    Die Spezialität BiDi scheint es tatsächlich nur für SM zu geben. Da kosten die Module aber auch einen gewaltigen Aufpreis.

    Aber das würde ich mir nicht antun, da du auf kurze Distanzen dann noch Dämpfungsglieder einsetzen müsstest.

    Und ehrlich: Von den Duplex-Kabeln kriegst du kaum was mit und die Stecker sind ja auch paarweise geführt.

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  • Hier kann man wunderbar auf eBay öä Plattformen nach gebrauchten 10GBase-SR oder LR Transceivern suchen. LC-Duplex ist hier eigentlich fest gesetzt, SC gab es damals für X2 Transceiver. Ich würde mich davon verabschieden und nur nach LC-Duplex Optionen umschauen. Dafür gibt es auch Keystones als Kupplungen, sowohl für Single- als auch Multimode.

    Bei den gängen 10GBase-LR Transceivern kannst du auch 1m Kabel zum Verbinden benutzen, ohne Gefahr laufen zu müssen, dass dir deine Optiken übersteuern. Das wäre eher ein Problem bei -ER/ZR Optiken.

    Ich würde jedoch auch zu Multimode oder DAC Kabeln raten. Bei den alten Intel NIC Chips bin ich mir nicht immer sicher, ob die Singlemode Optiken unterstützen. HP gelabelte NVIDIA ConnectX-6 Lx und OEM Intel X710 NICs können es.

  • Ok. Ok. Ich sehe schon, SC ist wohl eher ein Exot in dem Bereich ;) Ich kann mit LC leben, LC-Duplex ist auch völlig iO sonst, passt ja in einen Keystone. Kann ich verschiedene Hersteller von SFP-Module mixen, solange diese den selben Standard wie 10GBase-LR ausweisen? Oder blöde Idee? Ich muss halt schauen wegen der Kompatibilität.

    Aber wenn ich das Recht verstehe, ist 10GBase-LR Single Mode und 10GBase-LRM ist Multi Mode? Wenn ich mir als Beispiel https://www.fs.com/de/products/11…5743&id=3756885 und https://www.fs.com/de/products/29…5743&id=3756883 anschaue, ist der Unterschied nur ein paar Euro? (Oder halt dann gebraucht, da würde ich noch in Ruhe mal schauen)

    Aber effektiv ists am Ende also egal, ob ich bei den kurzen Distanzen Multimode oder Singlemode nehme? Verstehe ich das bei den OM1-5 Klassen richtig, je höher, desto mehr Geschwindigkeit für lange Distanzen, was aber für meine kurze Distanz am Ende völlig egal ist? Oder halt OS2 für Singlemode?

    kingpin42 Die Supermicro Karte ist eine Intel X520-D2 mit Branding, soweit ich weiß. Aktuell steckt da ein einzelnes ungenutztes "AON-Modul" von FS (1000BASE-BX). Das wird erkannt und funktioniert, da ich damit schon mal am GF-TA direkt dran war. Das wäre doch Singlemode, was daher laufen müsste? Oder ist das eine andere Geschichte?

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    4 Mal editiert, zuletzt von ConiKost (13. Januar 2025 um 18:38)

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  • Nein, denn die SM sind auf lange Distanzen ausgelegt. Da brauchst du eine optische Dämpfung bei kurzen Distanzen.

    Das würde dann für weniger als zwei Meter gelten, oder? Gemäß IEEE 802.3-2015 sollen mind. ab 2 Meter zulässig? (Nur, damit ich es mal verstehe)

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  • Ok. Ok. Ich sehe schon, SC ist wohl eher ein Exot in dem Bereich ;) Ich kann mit LC leben, LC-Duplex ist auch völlig iO sonst, passt ja in einen Keystone. Kann ich verschiedene Hersteller von SFP-Module mixen, solange diese den selben Standard wie 10GBase-LR ausweisen? Oder blöde Idee? Ich muss halt schauen wegen der Kompatibilität.

    Ja, sicher. Bei BiDi musst du halt nur aufpassen bei den Wellenlängen. Wie schon erwähnt sind BiDi Module teurer als 10GBase-LR.

    Aber wenn ich das Recht verstehe, ist 10GBase-LR Single Mode und 10GBase-LRM ist Multi Mode? Wenn ich mir als Beispiel https://www.fs.com/de/products/11…5743&id=3756885 und https://www.fs.com/de/products/29…5743&id=3756883 anschaue, ist der Unterschied nur ein paar Euro? (Oder halt dann gebraucht, da würde ich noch in Ruhe mal schauen)

    LRM steht für Long Reach Multimode, fürs Zuhause eher weniger empfehlenswert. Normaler 10GBase-SR (Short Reach) ist das "Brot und Butter" Multimode, und 10GBase-LR (Long Reach) ist das Äquivalent auf Singlemode Faser. Wenn du zuhause verkabelst, kannst du auf Singlemodefasern setzen, oder Multimode. Multimode ist bei Duplexverkabelung irgendwann am Ende (afaik gehen aktuell aber noch mindestens 100 Gbit/s über ein Duplex MM-Pair), bei Singlemode Duplex ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Theoretisch ginge damit sogar ein Multiplexing mittels CWDM/DWDM. Da kann man natürlich auch leicht übers Ziel daheim hinaus schießen ;) Ich hab privat Singlemode Fasern verlegt, mich kosten aber auch 10GBase-LR Transceiver so gut wie nichts. Die Module sind aber etwas teurer als 10GBase-SR.

    Aber effektiv ists am Ende also egal, ob ich bei den kurzen Distanzen Multimode oder Singlemode nehme? Verstehe ich das bei den OM1-5 Klassen richtig, je höher, desto mehr Geschwindigkeit für lange Distanzen, was aber für meine kurze Distanz am Ende völlig egal ist? Oder halt OS2 für Singlemode?

    OS2 ist immer Singlemode, richtig. Die OM Klassen begrenzen dich sowohl in der Länge, als auch der Geschwindigkeit. Die meisten Geschwindigkeiten jenseits der 100 Gbit/s setzen bei Multimode sehr oft auf MTP Stecker mit 12 MM-Fasern als OM4, das verhält sich aber für jeden Standard anders. Bei kurzen Distanzen kannst du auch Singlemode nutzen, ich teste damit auf der Arbeit auch öfter Verbindungen bei weniger als 2m. Das spielt, wie gesagt, nur eine Rolle wenn du SM Transceiver für Verbindungen jenseits der 10km verwenden möchtest. Da brauchst du Dämpfungsglieder bei so kurzen Strecken. Bei normalem 10GBase-LR für 10km OS2 Strecken brauchst du das noch nicht.

    kingpin42 Die Supermicro Karte ist eine Intel X520-D2 mit Branding, soweit ich weiß. Aktuell steckt da ein einzelnes ungenutztes "AON-Modul" von FS (1000BASE-BX). Das wird erkannt und funktioniert, da ich damit schon mal am GF-TA direkt dran war. Das wäre doch Singlemode, was daher laufen müsste? Oder ist das eine andere Geschichte?

    BX ist ein BiDi Standard, da könnte das eventuell noch klappen. Ich bin mir wie gesagt nicht sicher, ob die alten NICs Singlemodetransceiver erlauben, die brauchen idr. mehr Strom als Multimode.

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  • Alles klar :) Ich danke euch beiden. Dann nehme ich mal 10GBase-SR und gut ist die Laube.

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    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

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  • Ist natürlich eine Option, aber will ich eher vermeiden. Hintergrund ist einfach, dass der Server (leider) die SFP+ Anschlüsse nach "hinten" raus hat. Ich will aber die beiden SFP+ Ports dann per Fiber aufs Keystone setzen, damit ich nur von "vorne" hantieren muss.

    Wie oft glaubst du, dass du die Verbindung vom Server zum Switch ändern wirst. Das passiert doch nur, wenn man eines der beiden Geräte ausbaut. Da wäre doch eine "fliegende" Verkabelung per DAC akzeptabel. Die sind preisgünstig, sehr robust und stromsparend.

  • Da weiter oben OM 5 erwähnt wurde, möchte ich erwähnen, das dies eine Sonderlocke in der OM Reihe darstellt. Es werden zwei Wellenlängen verwendet, das hat auch andere Anforderungen an die Interfaces und Gf-Kabel.

    Daher mein Rat: Muss Multimode/MM/OM verwendet werden, dann reichen die OM 4 Gf-Kabel immer noch aus. 25 Gbps überträgt man da noch bis 100 Meter Kabellänge. Diese Länge sollte für den Heimgebrauch ausreichen.

    Bei Aufbau einer neuen Infrastruktur zu Hause würde ich jedoch Stand 2025 auf OS2 Verkabelung setzen, ob Duplex oder Simplex ist Geschmacksache. Duplex Verkabelung hätte jedoch den Vorteil, das man nach Umstellung auf BiDi noch ein Kabel zusätzlich hat. Natürlich auch LC Konnektoren, ob deren Ferrulen [U]PC oder APC Schliff haben spielt keine Rolle, jedoch sei angemerkt, dass [U]PC (blau) im Datacenter der Standard ist. Im WAN-Umfeld wird APC (grün) verwendet. Bloß die Farben nicht mischen! Merksatz: Nur die Sau steckt grün in blau.

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  • Er will aber nur innerhalb des Rack Kabel ziehen. ;)

    Ich finde es unnötig komplex und störanfälliger eine GF nochmal zu trennen mit einer zusätzlichen Steckverbindung als ein kurzes DAC innerhalb eines Rack zwischen 2 fix eingebauten Geräte.8o

  • Er will aber nur innerhalb des Rack Kabel ziehen. ;)

    Ich finde es unnötig komplex und störanfälliger eine GF nochmal zu trennen mit einer zusätzlichen Steckverbindung als ein kurzes DAC innerhalb eines Rack zwischen 2 fix eingebauten Geräte.8o

    Bei einem DAC mag das stimmen, wenn du es aber mal mit 48 Stück in einem Switch zu tun hast, bist du froh um LWL Transceiver und flexiblen Glasfaserkabel:

    Das sind OM4 LC Duplexkabel als sehr dünne Variante.


    Störanfällig ist Multimode absolut nicht, ich bin schon auf vielen Kabeln ausversehen drauf getreten oder habe die Stecker ohne Staubschutzkappe auf den Boden fallen lassen, in fast allen Fällen konnte man das Kabel einfach wieder einstecken und es hat sofort funktioniert.

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