Gründe für niedrige Take-Up Rate von 18% bei Glasfaser

  • Ein interessanter Artikel über die Buchungsquote von Glasfaseranschlüssen ist hier einzusehen: https://www.welt.de/politik/deutsc…Ausbauziel.html

    Weniger als 20% der verfügbaren Anschlüsse werden gebucht. Hierbei drückt die Telekom den Durchschnitt deutlich nach unten. Wir erinnern uns: Die Telekom kommt bei Glasfaser nur auf Take-up-Rate von ca. 13%! Die Konkurrenz hat eine Rate von 35%. https://www.verivox.de/internet/nachr…netzes-1120720/

    Kernaussage ist diese:

    Zitat

    Im Schnitt zahlen Glasfasernutzer 5 Euro mehr pro Monat als solche mit DSL-Anschluss, auch weil sie höhere Bandbreiten buchen. Gleichzeitig ist ihre Zufriedenheit signifikant höher.

    Vor allem die festgestellte signifikante Zufriedenheit finde ich bemerkenswert.

    Dennoch, nicht nur meiner Meinung nach fehlt ein Glasfaser-"Volkstarif" für Einsteiger und Alte (traditionelle Kunden der Telekom). Für diese Kundengruppe wäre ein Monatsbeitrag von 20 bis 25€ inklusive Festnetzflat und Bandbreiten von 50 Mbps Down und 25 Mbps Up ein sehr gutes Gesamtangebot für einen Wechsel von DSL zu Gf.

  • Ich habe die "Vertriebsunterstützung" hier für einen lokalen Anbieter mitgemacht und alle möglichen Argumente gehört.

    Nach meiner Wahrnehmung ist der häufigste Ablehnungsgrund Desinteresse und Gleichgültigkeit gegenüber jeglichem technischen Fortschritt. Es soll alles so bleiben wie es ist. Und wenn die 100MBit via VDSL irgendwann nicht mehr reichen oder (sollte es wirklich kommen) des Cu-Netz zurückgebaut werden, kann man immer noch über die dann eingetretene Situation meckern.

    Am Ende haben wir >60% erreicht, aber auch nur durch Baggerverträge.

  • Es muss nicht an aktiven Verweigerung der neuen Technik liegen. Umstieg auf Glasfaser ist selbst in einem Einfamilienhaus und selbst wenn Anschluss kostenfrei gelegt wird, alles andere als aufwandfrei:

    • Vorgarten wird umgegraben. Bei uns war zum Glück ohnehin alles platt gemacht, da die Stadtwerke Wasserleitung erneuert haben. Man muss es neu bepflanzen.
    • HFC sowie Telefonleitung wurden bisher ins Wohnzimmer bzw. in eine andere zentrale Stelle im Haus verlegt. Glasfaser kriegt man umsonst nur bis ins Keller, und wir wissen alle, wie gut der WLAN Empfang aus dem Keller ist. Ich habe Glasfaser bis ins WZ selbst gelegt, und nachträglich sogar eine GF-Dose gesetzt. Aufwandfrei war es nicht, und wenn man es nicht kann, muss man jemanden anderen finden, der es macht, oder dem GF-Anbieter bezahlen. Oder sich mit G.hn Lösungen herumschlagen
    • Die Drückerkolonnen arbeiten mit fragwürdigen Argumenten wie Wertsteigerung der Immobilie und jubeln besonders weniger informierten Menschen gerne viel zu überdimensionierte Verträge unter
    • Man kriegt es mit, wie unprofessionell die Anbieter agieren, sei es bzgl. Kommunikation oder generell Ablauf der Bauarbeiten. Darüber habe ich hier in dem Forum auch öfter berichtet.

    Mehrfamilienhäuser sind dann noch ein Nummer komplizierter. Insgesamt, wenn man mit aktuellen Zustand zufrieden ist, wieso soll man sich ein Projekt "Glasfaseranschluss" ans Bein binden?

    Was die Abschaltung der Kupfernetze angeht: solange die Take-Up rate so gering bleibt, werden die aktuellen Anbieter selbst den Kunden neue Anschlüsse legen - wie die Stadtwerke es auch tun. Ich glaube nicht, dass die sich es leisten können, die Hälfte der Kunden - oder mehr - zu verlieren.

    Einmal editiert, zuletzt von belegdol (1. September 2024 um 13:04)

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  • Was die Abschaltung der Kupfernetze angeht: solange die Take-Up rate so gering bleibt, werden die aktuellen Anbieter selbst den Kunden neue Anschlüsse legen - wie die Stadtwerke es auch tun. Ich glaube nicht, dass die sich es leisten können, die Hälfte der Kunden - oder mehr - zu verlieren.

    In dem verlinkten Artikel steht auch, das die Take-Up Rate langsam ansteigt. Trotzdem wird nach aktuellem Stand das Ausbauziel der Bundesrepublik D für 2030 verfehlt.

    Wie dem auch sei, ich gehe davon aus, dass ab einem Stichtag kein DSL mehr gebucht werden kann und damit die CuDA inkl. deren Hauptnutzer im wahrsten Sinne des Wortes ausstirbt. Bis es so weit ist, wird die Kupferinfrastruktur Stück für Stück zurück gebaut. Irgendwann ist die Wirtschaftlichkeit für deren Betrieb nicht mehr gegeben und das ist ein weiterer Sargnagel für das kupferbasierte TK-Netz. Schwierig wird es dann für die noch lebenden Gf-Verweigerer oder die Inseln im Glasfasermeer. Hier böte sich aber das Mobilfunknetz an. Gf-Nachanschlüsse dürften sich (im eigenwirtschaftlichem Ausbau) nicht mehr lohnen. Spätestens dann muss ein Technologiewechsel stattfinden.

    Dann lieber jetzt auf einen Glasfaseranschluss selbstbestimmt wechseln, anstatt später fremdbestimmt auf ein nicht zuverlässiges Mobilfunknetz umsteigen zu müssen.

  • Gibt es Daten, wie viele Kunden nach 24 Monaten zurück zu DSL bzw. HFC wechseln? Wir haben ein 300/150 Tarif gebucht, momentan haben wir 250/25 über Kabel für 40€/Monat. Mit DSL wären 250/40 möglich.

    Angenommen die GF Netz überhaupt aktiv wird, schließe ich Rückkehr zu Kupfer nicht aus. Höhere Upload ist schön zu haben, aber nicht wenn es deutlich mehr kostet. Maingau Energie bietet z.B. momentan DSL 250/40 für 13 €/Monat in dem ersten Jahr und 43 €/Monat in dem 2. Jahr. Mit Stromvertrag noch billiger.

    DGN Vertrag aus 2021 kostet 30 €/Monat im ersten Jahr und 45 €/Monat im zweiten. Heutzutage noch mehr.

  • Mir sind Wechslerzahlen der Gf-Anbieter nicht bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, das die meisten auf die CuDA zurück wechseln. Ich glaube zunächst dem obigen Artikel, der von einer hohen Zufriedenheit der Gf-Kunden spricht und daher es keine Massenerscheinung ist, wenn Kunden von Gf auf Kupfer wechseln.

    Bei Deutsche Glasfaser ist es ein offenes Geheimnis, das Bestandskundenrabatte zwischen 5 und 10€/ Monat auf Nachfrage gewährt werden. Für meinen 400/200 Tarif habe ich nie mehr als 40€/Monat bezahlt. Das bleibt auch bis Q1/2026 so. Im ersten Jahr waren das, glaube ich, 25€/Monat.

    Von Bündelungsverträgen halte ich persönlich gar nichts. Man ist flexibler und es ist preisgünstiger Internetaccess, Mobilfunk und Festnetz/VoIP zu trennen. Vom Stromanbieter ganz zu schweigen. Seit Januar diesen Jahres schlüsseln sich die Stromkosten wie folgt auf:

    Grundpreis: 12,55 €/Monat (inkl. 19% MwSt.) - Arbeitspreis: 30,15 ct/kWh (inkl. 19% MwSt.) - Preisgarantie: 24 Monate

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  • Wer sich immer pünktlich um Vertragsverlängerungen mit Cashbacks kümmert oder entsprechende Rabatte durch die Kundenrückgewinnung bekommt, landet bei VDSL 250 derzeit so bei 18-20€ mtl. Das bekommt man mit Glasfaser wohl eher nicht hin.

  • Ja, man muss sich darum kümmern. Bei 1&1 und DG geschah es pro aktiv durch den Provider. Wie dem auch sei, es geht auch gar nicht wer jetzt geschickter oder schlauer ist.

    Wie schon vor Jahren von alfalfa geschrieben: es fehlt an einem konkurrenzfähigen Gf-Tarif für die ältere Generation vergleichbar mit den günstigsten Tarifen der flächendeckend anbieten den Provider im DSL-Segment.

  • Ja, man muss sich darum kümmern. Bei 1&1 und DG geschah es pro aktiv durch den Provider. Wie dem auch sei, es geht auch gar nicht wer jetzt geschickter oder schlauer ist.

    Wie schon vor Jahren von alfalfa geschrieben: es fehlt an einem konkurrenzfähigen Gf-Tarif für die ältere Generation vergleichbar mit den günstigsten Tarifen der flächendeckend anbieten den Provider im DSL-Segment.

    Warum sollte es "für die ältere Generation" einen verbilligten Tarif geben? Werden jetzt Menschen Ü40, Ü50 oder Ü60 (oder wer auch immer) auf Grund ihres Alters als weniger anspruchsvoll oder weniger konsumierend eingestuft?

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  • Egal wie man die nennt, es fehlen Tarife (bzw. Preise) für wenignutzer. Kleinste Tarif bei DGN kostet 30 Euro für die ersten 6 Monate, danach 40 Euro. Für ein wenignutzer teuer wenn man mit DSL Angeboten vergleicht. Da muss man sich nicht wundern wenn die Begeisterung entsprechend niedrig ausfällt.

    Einmal editiert, zuletzt von belegdol (1. September 2024 um 20:07)

  • Ich erwähnte die ältere Generation deshalb, da diese außer Telefonie so gut wie nichts benötigt. Bestenfalls eine Alexa oder vergleichbar nutzt tatsächlich Bandbreite. Ggf. noch der Fernseher für die ARD/ZDF Mediathek. Wie von belegdol richtig erfasst, es fehlt ein Angebot für Wenignutzer.

    Abgesehen davon, O2 bietet bei allen Produkten auch Tarife für Senioren. Allerdings sind diese auf Produktbündelung ausgerichtet.

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  • Meine Beobachtung ist gegenteilig. Die Telefonie ist dort die "Killer-Applikation". Ich zitiere mal die häufigste Frage: Kann ich bei einem Wechsel meine Telefonnummer behalten?

    Die zweithäufigste: Kann ich meinen Telekom-Router/Speedport behalten?

    Sicher sterben diese Verlangen mit ihren Fragestellern aus. Schaue ich mir die Altersverteilung in Deutschland an, werden diese Fragen noch mindestens 2 Jahrzehnte bestimmend sein und ja, ich rechne mit dem abgeschalteten CuDA TK-Netzwerk erst ab 2050.

  • Warum sollte es "für die ältere Generation" einen verbilligten Tarif geben? Werden jetzt Menschen Ü40, Ü50 oder Ü60 (oder wer auch immer) auf Grund ihres Alters als weniger anspruchsvoll oder weniger konsumierend eingestuft?

    Unter älteren Menschen versteht der soziale Dienstleister (Pflegestationen etc.) eher Ü70 und noch stärker Ü80 und davon gibt es "noch" viele. Und die telefonieren nur, notfalls mit einem einfachen Handy. Ich habe für meine Mutter(88J) ein Vodafone-Mobilfunk-Vertrag nur Telefonieren Flat in alle Netze für 5 €. Aber ich habe ihr auch Gf übergeholfen. Aber auch damit wird nur von ihr telefoniert. Das WLAN der Fritz!Box ist nur für die Enkelkinder. ;)

  • Dennoch, nicht nur meiner Meinung nach fehlt ein Glasfaser-"Volkstarif" für Einsteiger und Alte (traditionelle Kunden der Telekom). Für diese Kundengruppe wäre ein Monatsbeitrag von 20 bis 25€ inklusive Festnetzflat und Bandbreiten von 50 Mbps Down und 25 Mbps Up ein sehr gutes Gesamtangebot für einen Wechsel von DSL zu Gf.

    In dem Preisbereich fehlt definitiv etwas, aber die Bandbreite wieder so weit runter zu drehen ist unnötig.

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