Glasfaser: E.ON (Westconnect), OXG oder lieber warten?

  • Hallo zusammen,

    ich wohne in Dortmund, östliches Stadtgebiet, kurz vor Unna.

    Derzeit läuft hier eine große Glasfaseroffensive. Leider kenne ich mich, und auch fast das ganze Viertel, nicht so gut mit dem Thema FTTH aus. Also, derzeit stehen "Vertreter" von E.ON sowie OCG vor der Haustür und werben für Ihren Glasfaser-Anschluss. Natürlich werben beide mit Partnern und offenen Netzen. Da, wie oben erwähnt, keine wirkliche Kenntnis hier vorhanden ist, fragen wir uns: Was ist zu tun? Schliessen wir bei E.ON ab und müssen bei Nichtnutzung 398 Euro Breitstellung zahlen? Schliessen wir bei OXG ab, die angeblich komplett Open sind, aber noch wenige bis keine Partner vorweisen können? Oder kommt doch noch die Telekom (Stand derzeit: Keine Planung bisher).

    Die meisten in unserem Viertel sind Kunde bei 1%1 DSL.

    Was ist nun eine Lösung, die zu empfehlen ist und auch langfristig nachhaltig? Oder solle man beides abschließen, oder greigt dann Überbau?

    Vielen Dank für eure Mühen im Voraus,

    VG

    Christian

  • Wenn Du für 398 EUR einen Anschluß ohne Vertragsbindung bekommen kannst, dann bestell das. Günstiger kommst Du ohne Vertragsbindung kaum dran. Und den Vertrag bei OCG abschliesen ist ja nicht verkehrt. Bist Du Eigentümer, dann ist das eine gute Entscheidung, weil Du zwei GF-Netzbetreiber dann im Haus hast. Ob und in wieweit Open Access auf den Netzen zum Tragen kommt, kann Dir keiner sagen. Daher ist es unklar, ob andere Provider dort verfügbar sein werden. So hättest Du dann, zusätzlich zum DSL und möglicherweise Kabelanschluß, auch noch zwei GF-Anbieter zur Verfügung.

  • Wenn mehrere ausbauwillige Firmen anklopfen, dann ist es klug bei beiden einen Vertrag abzuschließen. Die Erfahrung zeigt, das sich ein Mitbewerber immer zurückzieht und damit wird der mit diesem Anbieter abgeschlossene Vertrag nichtig.

    Ein winziges Restrisiko bestünde finanzieller Natur, nämlich dann, wenn Du unerwarteter Weise tatsächlich zwei Anschlüsse erhälst. Einen davon würdest Du während der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten bezahlen müssen, ohne ihn zu benötigen.

    Als Vergleich zu anderen Ausbaugebieten: Üblicherweise belaufen sich die Verträge auf knapp 800€ über 24 Monate Internetzugang via Glasfaser. Da sind die 400€ ohne Nutzungszwang schon ein Schnapper!

    Ein Tipp meinerseits: Nie den Maximaltarif buchen, auch wenn er noch so mit Vergünstigungen in den ersten Monaten beworben wird! In der Mindestvertragslaufzeit ist es immer möglich mehr Bandbreite zu buchen, wenn die bisherige nicht ausreichen sollte. Jedoch wird eine Reduzierung erst am Ende der 24 Monate MVLZ angeboten. Also aufpassen.

    Und die Hoffnung das die Telekom doch noch ausbaut darf man nicht haben, entweder sie ist von Start an dabei oder meldet sich kurz nach dem Start der Mitbewerber. Danach komt sie nicht mehr! Einer unserer Ortsteile, mehrheitlich von Rentnern besiedelt, hat bei der Nachfragebündelung durch Deutsche Glasfaser geschlafen. Tatsächlich wird der Ortsteil nun im Rahmen eines Nachanschlusses durch Deutsche Glasfaser erschlossen. Mein Glasfaseranschluss läuft schon knapp 4 Jahre... Damit will ich folgendes sagen: Wer nicht mit dem Spatz in der Hand zufrieden ist, dem setzt sich auch keine Taube auf das Dach, sondern bleibt am Bahnhof stehen, weil der Glasfaserzug ohne ihn abgefahren ist.

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (3. März 2024 um 20:48)

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  • mcnose Das mit den 398 € hast du falsch verstanden.

    Den Hausanschluss gibt es bei Westconnect (die bauen das Netz für EON) bei Auftragserteilung innerhalb der Vorvermarktungsphase kostenlos, egal ob du einen Tarif von EON mit dazu nimmst oder nicht. Nach Abschluss der Vorvermarktungsphase kostet der Anschluss dann aktuell 1.547 € , was sich aber zukünftig natürlich auch ändern kann.

    Die 398 € sind die Gebühr für die erstmalige Inbetriebnahme deines GF-Anschlusses und wird nur dann fällig, wenn ein Tarif zu der GF Leitung gebucht wird. Der Betrag wird dir aber bei Tarifabschluss eines EON-Tarifs innerhalb der Vorvermarktungsphase erlassen.

    Übrigens: Die ersten zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Netztes vor Ort ist die GF Leitung exklusiv für EON reserviert, erst danach können auch andere Anbieter wie z.B. 1und1 genutzt werden, bzw. die Anbieter, die auf der Webseite von Westconnect als Open Access Partner für FTTH aufgeführt sind. Aktuell sind das EON, 1und1 sowie Novanetz, können, und werden mit Sicherheit auch, zukünftig noch mehr werden.

    Schließt du also nach Abschluss der Vorvermarktungsphase, aber noch innerhalb der Zweijahresbindung, einen Tarif bei EON ab, dann werden dir diese 398 € in Rechnung gestellt. Wartest du die zwei Jahre und schließt nach Öffnung des Netzes einen Vertrag z.B. mit 1und1 ab, dann stellt EON/Westconnect die 398 € deinem Provider in Rechnung. Ob der die dann an dich weiter berechnet, weiß nur der Provider selbst.

    Schöne Grüße
    Thomas

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas1978 (4. März 2024 um 11:15)

  • Hallo zusammen,

    danke für die Antworten. Die gaben mir und uns schon sehr weitergeholfen.

    Da wäre es ja eigentlich sinnvoll, in der Vorvermarktungsphase den günstigsten Tarif z.B. bei E.ON abzuschliessen.

    -> Habe ich das so richtig verstanden?

    Eine weitere Frage aber noch:

    Wenn ich beide Vermarkter abschliesse und sich keiner zurückzieht, was bedeutet dann: "Ein winziges Restrisiko bestünde finanzieller Natur, nämlich dann, wenn Du unerwarteter Weise tatsächlich zwei Anschlüsse erhälst. Einen davon würdest Du während der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten bezahlen müssen, ohne ihn zu benötigen."

    Bedeutet das, das ich dann z.B. bei E.ON oder bei OXG/Vodafone einen GF-Tarif dann abschliessen muss? Oder bedeutet das: ein Anschluss ist kostenlos und für den anderen müsste ich die Baukosten übernehmen?


    VG

    Christian

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  • OXG kenne ich jetzt nicht, aber da du bei EON den eigentlichen Hausanschluss kostenlos bekommst, Voraussetzung ist, das bei EON deine komplett ausgefüllte und unterschriebene Grundstückseigentümererklärung vorliegt, gehst du bei denen schon einmal kein Risiko ein. Du musst nur überlegen ob du gleichzeitig einen Tarif mit abschließen willst, dann würden dafür halt die monatlichen Kosten auf zwei Jahre gesehen anfallen, oder ob du im Fall der Fälle lieber die 398 € zusätzlich bei EON bezahlst, sollte sich der andere Anbieter vorzeitig vom Ausbau zurückziehen.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas1978 (4. März 2024 um 16:22)

  • Mein Tipp aus der Ferne: Immer bei allen Anbietern unterschreiben.

    Das Risiko bei nur einer Unterschrift am Ende ohne Anschluss dazustehen ist aus meiner Sicht höher zu bewerten, als am Ende mit mehr als einem Anschluss finanziell für die Mindestvertragslaufzeit leben zu müssen. Punkt!

  • mcnose Das mit den 398 € hast du falsch verstanden.

    Den Hausanschluss gibt es bei Westconnect (die bauen das Netz für EON) bei Auftragserteilung innerhalb der Vorvermarktungsphase kostenlos, egal ob du einen Tarif von EON mit dazu nimmst oder nicht. Nach Abschluss der Vorvermarktungsphase kostet der Anschluss dann aktuell 1.547 € , was sich aber zukünftig natürlich auch ändern kann.

    Die 398 € sind die Gebühr für die erstmalige Inbetriebnahme deines GF-Anschlusses und wird nur dann fällig, wenn ein Tarif zu der GF Leitung gebucht wird. Der Betrag wird dir aber bei Tarifabschluss eines EON-Tarifs innerhalb der Vorvermarktungsphase erlassen.

    Übrigens: Die ersten zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Netztes vor Ort ist die GF Leitung exklusiv für EON reserviert, erst danach können auch andere Anbieter wie z.B. 1und1 genutzt werden, bzw. die Anbieter, die auf der Webseite von Westconnect als Open Access Partner für FTTH aufgeführt sind. Aktuell sind das EON, 1und1 sowie Novanetz, können, und werden mit Sicherheit auch, zukünftig noch mehr werden.

    Schließt du also nach Abschluss der Vorvermarktungsphase, aber noch innerhalb der Zweijahresbindung, einen Tarif bei EON ab, dann werden dir diese 398 € in Rechnung gestellt. Wartest du die zwei Jahre und schließt nach Öffnung des Netzes einen Vertrag z.B. mit 1und1 ab, dann stellt EON/Westconnect die 398 € deinem Provider in Rechnung. Ob der die dann an dich weiter berechnet, weiß nur der Provider selbst.

    Hi Thomas,

    ich klinke mich hier mal ein da bei mir ein ähnliches Szenario besteht. Aktuell habe ich noch einen DSL-Vertrag bei Vodafone und die MVLZ geht noch bis April 2026. Nun habe ich vor kurzem noch eine Grundstückseigentümererklärung abgegeben für einen kostenlosen GF-Anschluss von EON/Westconnect und wurde danach von einem Mitarbeiter an der Haustür auch auf die Aktivierungsgebühr hingewiesen. Die Arbeiten sind hier im Ort schon im Gange, soll daher nicht mehr so lange dauern. Da mein DSL-Vertrag noch einige Zeit läuft, möchte ich in der Zeit keinen GF-Vertrag parallel laufen haben und somit noch warten. Könnte ich nach deiner Ausführung zwei Jahre ohne Vertrag bei EON warten und danach bei 1&1 abschließen? Oder muss ich vorher einmal bei EON einen Vertrag gehabt haben? Gibt es bzgl. der "Weitergabe" der Aktivierungsgebühr an 1&1 schon gesicherte Erfahrungen? Vielleicht weißt du oder jemand anderes hier ja etwas in der Hinsicht.

    Einen schönen Sonntag in die Runde! :)

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  • Könnte ich nach deiner Ausführung zwei Jahre ohne Vertrag bei EON warten und danach bei 1&1 abschließen?

    So kannst du es machen, das ist bei EON kein Problem. Meine Eltern und mein Bruder haben sich auch nur den GF-Anschluss ins Haus legen lassen und keinen Tarif abgeschlossen. Die haben aber auch jeweils eigene Häuser. Beide haben aber trotzdem ein Modem von EON zum Anschluss mit dazu bekommen - kann man hinterher nutzen, muss man aber natürlich nicht.

    Ich bin in einer WEG in einem Mehrfamilienhaus und da musste ich schon als Initiator für den GF-Anschluss etwas mehr "Eigenleistung" bringen, da ansonsten die kostenlose Inhausverkabelung nicht gesichert gewesen wäre. Deswegen habe ich bei EON auch gleich einen Tarif abgeschlossen.

    EON wird nach Ablauf der ersten zwei Jahre, also sobald Open Access für alle Partner "freigeschaltet" wird, die Aktivierungsgebühr an die Provider berechnen. Inwiefern die das an ihre Kunden weitergeben, konnte EON bei der Vorstellung natürlich nicht beantworten. Man kann aber davon ausgehen, dass die Kosten nicht an die Kunden durchgereicht werden - das aber absolut ohne Gewähr.

    Du musst aber nicht erst einen Tarif bei EON abschließen, du kannst auch die zwei Jahre warten und dann direkt zu einem der Partner-Provider gehen.

    Schöne Grüße
    Thomas

  • Ich würde OXG bevorzugen, Grund: die Technik ist direkt 10 Gbit-fähig. Man baut garnicht erst ein auf 2,5 GBit limitiertes, normales GPON-Netz. Auch wenn das "Open Access" aktuell bei den meisten Anbietern eher ein leeres Versprechen ist - i.d.R hat man nur mit sich selbst oder 1-2 weiteren Partnern eine entsprechende Nutzungsvereinbarung..

  • 1 - 2 Partner sind aber auf jeden Fall mehr als nur den Netzbetreiber zu haben und keinerlei Alternativen.

    Klar wäre von Anfang an ein XGS-PON Netz vorzuziehen, aber bisher bauen die wenigsten Provider direkt so aus.

    Schöne Grüße
    Thomas

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  • Auch wenn das "Open Access" aktuell bei den meisten Anbietern eher ein leeres Versprechen ist

    Wiso ist das ein leeres Versprechen? Sicher ist das Netz für andere Anbieter offen.
    Man muss sich nur über die Konditionen einig werden. Und zu verschenken haben die Erbauer der Netze nichts. Wenn jemand über deren Netz anbieten will, dann muss er eben zahlen. Und wenn ihm der aufgerufene Preis zu hoch ist und man sich nicht einigen kann, dann kommt keine Zusammenarbeit zustande.

  • EON wird nach Ablauf der ersten zwei Jahre, also sobald Open Access für alle Partner "freigeschaltet" wird, die Aktivierungsgebühr an die Provider berechnen. Inwiefern die das an ihre Kunden weitergeben, konnte EON bei der Vorstellung natürlich nicht beantworten. Man kann aber davon ausgehen, dass die Kosten nicht an die Kunden durchgereicht werden - das aber absolut ohne Gewähr.

    Du musst aber nicht erst einen Tarif bei EON abschließen, du kannst auch die zwei Jahre warten und dann direkt zu einem der Partner-Provider gehen.

    Thomas1978 ich will dir nicht widersprechen, aber es gibt leider

    keine genauen Information zum Thema „EON-Exklusivität“ für die ersten 2 Jahre.

    Vielleicht wird das je nach Ausbaugebiet anders verfahren, warum sollte 1&1 und Westconnect solche Pressemitteilungen raushauen, wenn die 1&1 Kunden 2 Jahre „nach“ Ausbau warten müssen ?

    Ich wohne zwar nicht in Dortmund aber schaut Euch mal die Pressemitteilung an:

    Dortmund: Westconnect und 1&1 bieten ab sofort Glasfaseranschlüsse für viele Haushalte
    Dortmund: Westconnect und 1&1 bieten ab sofort Glasfaseranschlüsse für viele Haushalte - 5.700 Haushalte in Dortmund-Benninghofen haben Zugang zu passgenauen…
    www.presseportal.de

    2 Mal editiert, zuletzt von Magnus (16. September 2024 um 08:38)

  • Ich kann nur das wiedergeben, was man uns auf der Infoveranstaltung so gesagt hat, und bei dem Punkt wurde auch explizit noch einmal nachgefragt.

    Eventuell unterscheidet EON zwischen eigenwirtschaftlichen Ausbau und geförderten Ausbau. Bei geförderten Ausbau könnte der OA Zugang ab Tag 1 ja verpflichtend sein. Bei uns baut EON jedenfalls eigenwirtschaftlich aus.

    Schöne Grüße
    Thomas

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  • Bei uns im Städtedreieck Remscheid Solingen Wuppertal baut EON Westconnect auch eigenwirtschaftlich aus und es gibt kein EON Zwang in den ersten 2 Jahren. Man kann direkt bei Fertigstellung auch den 1&1 oder Novanetz GF buchen.

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  • Ich kann nur das wiedergeben, was man uns auf der Infoveranstaltung so gesagt hat, und bei dem Punkt wurde auch explizit noch einmal nachgefragt.

    Eventuell unterscheidet EON zwischen eigenwirtschaftlichen Ausbau und geförderten Ausbau. Bei geförderten Ausbau könnte der OA Zugang ab Tag 1 ja verpflichtend sein. Bei uns baut EON jedenfalls eigenwirtschaftlich aus.

    Bei uns soll auch eigenwirtschaftlich ausgebaut werden, ich denke das wird sich in den nächsten Monaten zeigen ob 1&1 von Anfang an dabei ist. Vorausgesetzt die fangen mit dem Ausbau an…

  • Bei uns wird aktuell ausgebaut und in den ersten Wohnungen/Häuser wurden auch schon die Anschlüsse komplett installiert. Bei mir direkt liegt bisher nur das Rohr vor der Hauswand. Eine gerade eben durchgeführte Verfügbarkeitsprüfung bei 1&1 ergab, dass an meiner Adresse nur DSL Anschlüsse verfügbar sind. Ich hoffe jetzt mal, dass das daher kommt, weil das Glasfasernetz hier noch nicht in Betrieb genommen wurde.

    Schöne Grüße
    Thomas