HÜP - Montage um die Ecke

  • Hallo erstmal,

    obwohl ich diverse Beiträge gelesen habe, bin ich noch nicht sicher.

    Wir liegen in einem Ausbaugebiet in dem die Deutsche Glasfaser (DG) Glasfaseranschlüsse legt.

    Ich möchte möglichst kurze Wege vom HÜB zum GF-TA. Daher plane ich den HÜP möglichst weit ins Haus zu holen. Der geplante Montageort des HÜP befindet sich innerhalb des Radiusses von 3m. Die Länge der Glasfaserleitung ab Hauseinführung bis HÜP dürfte wegen der Leitungsführung über 3m liegen (siehe Skizze). GF-TA und NT hätte ich am liebsten in Raum 2. Dort befindet sich auch die Telefonanlage, der Switch usw..

    Die DG macht einige Vorgaben und hält sich den Weg für andere als bei der Hausbegehung besprochene Ausführungen der Montage offen:

    „… dass mögliche Änderungen am Installationstag, nach Absprache mit mir durchgeführt werden dürfen, sollte der hier geplante Installationsweg aus technischen Gründen nicht realisierbar sein.

    Im Falle eines Verstoßes oder für den Fall, dass der Anschlussweg nicht wie vereinbart verwendet werden kann und der NT oder die GF-TA aus dem Grund nicht planungsgemäß montiert werden kann, ist Deutsche Glasfaser berechtigt, dadurch entstehende Schäden geltend zu machen. Außerdem kann Deutsche Glasfaser dadurch notwendige Ortstermine dem Kunden in Rechnung stellen.“

    Vorgaben:

    - HÜP im Radius von 3m um die Hauseinführung

    - Entfernung HÜP/GF-TA max. 20m

    - Entfernung GF/TA / NT 30-50cm

    - Leerrohr min. 10mm bzw. min. 17,4mm Biegeradius min 60mm; Kabelkanal min. 15x15mm

    Biegeradius min. 60mm

    - Mikrorohrsysteme (ohne Angaben zum Biegeradius)

    - Steckdose max. 1,2m vom NT entfernt

    - Raumtemperatur 0°C bis 30°C

    Und nun zu eurem Erfahrungsschatz:

    Der HÜP liegt ja sozusagen um die Ecke und die Leitung ab Einführung an sich dürfte über 3m lang sein. Ausgehend von der Hausdurchführung müsste die DG mit ihrem (Mikro)rohr nach oben bis an die Kellerdecke – an dieser entlang um die Ecke und dann wieder nach unten zum HÜP. Die Verlegung des Mikrorohres wäre dann Sache der DG. Mein Teil wäre es dann den Leitungsweg vom HÜP zum GF-TA bereitzustellen.

    Am liebsten würde ich dazu auch Mikrorohr nehmen. Welche Dimensionen müsste das haben? Kann man das einzeln (also nicht in einem Leerrohr geführt) verlegen - oder evtl. in einem bereits belegten Kabelkanal in dem noch Platz für das Mikrorohr wäre? Seht ihr einen Punkt an der Planung der dazu führen könnte dass der geplante Installationsweg als „technisch nicht realisierbar“ hingestellt wird.

    Dann hätte ich ein Problem da der von mir bereitgestellte Leitungsweg zum Zeitpunkt der Installation des HÜP nicht verwendet werden könnte und ich diesen erst noch ändern/ erweitern müsste.

    Der Herr von der DG konnte dazu keine verbindlichen Aussagen machen.

  • Ich möchte möglichst kurze Wege vom HÜB zum GF-TA.

    Warum möchtest du das? Der Leitungsweg vom HÜP zum GF-TA ist doch ebenfalls Glasfaser, sodass du auf dieser Strecke nicht mit Verlusten rechnen musst.

    Ich würde den HÜP in der Nähe der Hauseinführung an die rechte Wand setzen. Dann vom Ausgang des HÜP hoch an die Decke, entlang der rechten Wand und an deren Ende geradeaus weiter (an der Decke natürlich). Dort dann die Durchführung nach Raum 2. Installation der restlichen Geräte wie in Variante A.

  • Sehe ich genauso wie alpha_zulu

    Warum sich mit dem Anbieter streiten, wenn es völlig egal ist wo die Kiste sitzt?

    Ich würde eher den HÜP so nah an der Hauseinführung wie möglich platzieren, weil das mir für alles was dahinter kommt mehr Optionen frei hält. Vielleicht will man ja mal ein Regal irgendwohin bauen und muss dann den Kabelkanal verlegen oder was weiß ich... dann ist man im Vorteil wenn es sich eben um die eigene Infrastruktur NACH dem HÜP handelt...

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  • GFTA ist doch ebenso Eigentum des Netzbetreibers? Das optische Netz endet erst dort.

    *Eigentlich* könnte man dann sagen alles möglichst im Keller, aus den Augen und dort auch den Router aufbauen und dann eine eigene Verkabelung nach Belieben im Haus, am besten mit Ethernetdosen in jedem Raum, als feuchter Traum jeden Nerds. Je mehr der Netzbetreiber im Haus zu schaffen hat, desto eher kann man sich da mit der Zeit bei Umbauten in die Quere kommen.

  • und dann eine eigene Verkabelung nach Belieben im Haus, am besten mit Ethernetdosen in jedem Raum, als feuchter Traum jeden Nerds.

    Ob sich ein Nerd noch mit Ethernet abgeben würde? Wenn ich heute bauen würde, dann käme neben einer kompletten Cat7 Verkabelung auch gleich immer ein LWL Kabel mit ins Leerrohr ;)

    Ich persönlich sehe das Ende von Kupferkabel bei allem was sich bei 5 GBit/s aufwärts tummelt, da wird der Energieaufwand einfach zu groß um Daten stabil über längere Strecken schicken zu können.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
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  • Das ist dann kein Nerd mehr, sondern ein Datacenter. Eigentlich geht der Trend ja eh zu wireless. Und eher fresse ich einen Besen, als es jemals alltäglich wird eine empfindliche Glasfaser in einen Laptop, eine Playstation oder einen TV zu stecken. Aktuell bräuchtest du pro Raum dann jeweils wieder einen Medienwandler um WLAN und Ethernet-Anschluss für die Geräte der Gegenwart und absehbaren Zukunft anzubieten. Mein Tipp ist, dass all zu großer Aufwand in Richtung LAN das selbe Schicksal teilen wird wie dereinst der teure Betamax-Rekorder oder HiFi Türme mit Goldkabeln.

    Und ansonsten der Datenbedarf pro Kopf relativ stagniert, sobald einmal alles digitalisiert ist. Augen und Ohren haben begrenztes Auflösungsvermögen, ein 200K Fernseher wird nie Sinn ergeben. Dh es wird da nicht einfach immer weiter und weitergehen.

    Die Entwicklungsfortschritte werden dann eher in günstigere Preise und Kompaktheit und Energieeffizienz investiert werden, als in höher, schneller, weiter. Fortschritte werden evolutionär und kleinteilig.

    Ich habe Zuhause schon immer alles ausgenutzt was es gab, sei es vor 2 Jahrzehnten p2p, 2014 der erste Fire TV statt Fernsehprogramm auf dem Sofa oder jetzt VR Streaming. Meine Kurve bzgl. Trafficzuwachs stieg am Anfang vertikal von Jahr zu Jahr und flacht sich immer weiter ab. Sprunghaft steigt sie natürlich beim Haushalt der zum ersten mal von ZDF auf Netflix umsteigt, das bilden die Gesamtzahl a la Bundesnetzagentur noch ab.

    Die Idee, dass 1 Gigabit bald das neue 56K ist und sich das mal wieder nur keiner vorstellen kann weil wir alle zu engstirnig sind, das glaube ich nicht. Technologien entwickelt sich in einem Bereich in einer Anfangsphase immer zuerst sprunghaft. Man wusste damals halt noch nicht wie sprunghaft und man weiss auch nicht wie die Kurve verlaufen wird, bis sie sich schließlich abflacht und das hat sie jetzt. Es hat sich ganz real in den letzten Jahren abgeflacht und KI wird sowieso maßgeblich über Cloud und Vernetzung funktionieren und gar nicht soviel Traffic verursachen, sondern effiziente, angepasste CPUs benötigen. Nicht zuletzt wird Effizienz auf der Seite von Software und Codecs gesteigert.

    Auch IoT ist low energy und Dateneffizienz und ganz generell muss unsere Konsumgesellschaft die bisher prägende Boomer-Mentalität loswerden, in der jeder Effizienzgewinn in "mehr" gesteckt wurde, statt die Effizienz stehen zu lassen und das selbe mit weniger Ressourcen zu machen. Es ist bezüglich Klimaschutz und Ressourcenverbrauch, dem Müllproblem alternativlos.


    Eigentlich muss man ja hoffen, dass das Gigabit "von der anderen Seite aus" langfristig obsolet wird, weil Datenanwendung immer effizienter werden, der ganze Ressourcenverbrauch von Hausverkabelung jeglicher Art obsolet wird und überall ein hoch effizientes low energy WiFi Protokoll Einzug hält, das dann eher wieder schrumpfenden Datenpakete mit niedrigster Latenz verteilt, an die Smartwatch am Arm, die Heizkörper im ganzen Haus, die Körperfettwaage im Bad, usw.

    5 Mal editiert, zuletzt von Derwisch (23. September 2023 um 08:37)

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  • Das ist dann kein Nerd mehr, sondern ein Datacenter.

    Ich würde sagen das ist Ansichtssache. Außerdem hat ein "Datacenter" nichts mit einem normalen User zu tun, der sein Heimnetz einfach nur auf 10G statt maximal 1G aufrüsten will. Ich z.B betreibe kein Datacenter, habe aber trotzdem einige Rechner untereinander per LWL angebunden.

    Und eher fresse ich einen Besen, als es jemals alltäglich wird eine empfindliche Glasfaser in einen Laptop, eine Playstation oder einen TV zu stecken. Aktuell bräuchtest du pro Raum dann jeweils wieder einen Medienwandler um WLAN und Ethernet-Anschluss für die Geräte der Gegenwart und absehbaren Zukunft anzubieten.

    Wenn du richtig gelesen hättest, dann hättest du beim Schreiben deiner Antwort noch in Erinnerung gehabt, dass ich von paralleler Verlegung von LWL und Ethernet geschrieben hatte. Einen Medienkonverter braucht es demnach nicht ;)

    Den Besen darfst du dir aber trotzdem schon einmal zurecht legen, denn es gibt in sehr vielen Hifi Geräten sehr wohl einen optischen Anschluss - das Zauberwort lautet SPDIF. In der optischen Variante ist SPDIF nichts anderes als eine Glasfaser mit einem weniger filigranen Stecker-Buchsen-System.

    Schöne Grüße
    Thomas

    Internet/Netzwerk: Fritzbox 5590 Fiber, E.ON Highspeed 1000/500, natives IPv4
    und IPv6 Dual Stack, MikroTik CRS309-1G-8S+IN, MikroTik CRS305-1G-4S+IN
  • Wo wir wieder beim Goldkabel sind...

    lustigerweise schließt sich hier der Kreis, weil Audiophile häufig inzwischen wieder analoge Technik bevorzugen, digital heißt nun einmal Stufen, egal wie klein sie sind und nicht wörtlich analoge Tonwiedergabe. Unsere Sinne sind mithin analog. Das Knarzen der LP wird als zusätzliches Feature gefeiert. Wer derzeit so richtig Geld für "HiFi" ausgeben will der legt sich LPs und analoge Abspielgeräte zu, alte Schätzchen aus dem Dachboden in gutem Zustand gehen zu Höchstpreisen weg. Die noch existierenden Vinyl-Presswerke sind voll ausgelastet.

    Ansonsten, die Masse hört eher Spotify als Tidal. Um die Masse geht es ja. Ich kenne inzwischen mehr Leute u30 im Verwandtenkreis die gar kein Festnetz mehr Zuhause haben, weder Telefon noch WLAN/Router, als Leute die sich für SPDIF begeistern. Das wird vielleicht so ein Generationending. Mein Opa hat immer seine Märklin geliebt, die nächste Opa-Generation wird über SPDIF und NAS philosophieren.

    Einmal editiert, zuletzt von Derwisch (23. September 2023 um 10:33)

  • PS: falls es noch nicht jeder mitbekommen hat, inzwischen werden wieder mehr neue Vinyl-Tonträger verkauft als CDs. Hier hat digital wortwörtlich das Nachsehen, das habe ich mir nicht ausgedacht. Die Masse streamt, da geht's in der Regel um Qualitäten noch weit unter der CD, die freaks kaufen LPs.

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  • Das ist wie bei Leica aus Wetzlar. Viele Kamerabodys der M-Serie (wir reden hier von einem Stückpreis von 8750€) werden nie ausgepackt, sondern wandern als Sammlerstück ins Regal. Sehr begehrt sind Sonderauflagen, da ist man ganz schnell bei einem fünfstelligen Betrag.

    Der oben angesprochenen USB Reclocker, der aus einem USB-Rechtecksignal ein besseres USB-Rechtecksignal macht, hat einen Einstiegspreis von knapp 2500€.

    Man muss jedoch bedenken, das ist Hardware für Nerds, genauso wie LPs oder Film-DVDs.

    Im audio/audiovisuellen Bereich liegt die Zukunft im Streaming. Bestenfalls legt man seine Schätzchen digital auf einer Festplatte oder gleich in der Cloud ab. Damit fällt das Argument des Besitzes ("ich habe 900 LPs...") natürlich weg und man muss sich andere Dinge zur Überhöhung gegenüber anderen suchen. Wer's notwendig hat...

    Apropos, hatte ich schon erwähnt, das mein neuer Glasfaserrouter einen Laser aus Unobtaniumkryptonit besitzt und das Gehäuse aus photonisiertem Vibranium besteht? Damit haben die übertragenen Photonen eine Oberflächenrauigkeit von 10^-64 nm. Das ist viel besser für die Qualität der Daten...

  • Naja, falls da mal ein Bit kippt und die Fehlerkorrektur schläft: Du bist vorbereitet.

    Den Bedarf des Besitzes kann ich nachvollziehen. In der Regel kaufe ich mir auch die Alben der Bands, die mich interessieren. Bisher als CD. Abgespielt wird die Musik dann ggf. trotzdem über einen Streaming-Dienst oder vom NAS, wo die CDs liegen.

    Für den Besitz kann es auch eine LP werden, auch wenn ich keinen Plattenspieler mehr besitze. Und den, den ich vor 30 Jahren mal hatte, war auch nur ein Allerweltsstück. Der Idee LP als Musikträger konnte ich audiotechnisch noch nie viel abgewinnen.

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