Glasfaser Nordwest: von Leerrohren die einsam aus dem Pflaster schauen

  • Hallo,

    bei uns im Ort (~3.000 Haushalte) hat nun der Ausbau begonnen. Unser Straßenzug war (jippie!) einer der ersten bei dem die Straße lang Kabel gelegt wurden, jeweils mit Stich-Abzweigungen die in die Vorgärten oder Zufahrten.

    Nun hat also jedes Gebäude (mehr oder weniger - siehe unten) ein oder mehrere Röhrchen vor der Türe. Manchmal kucken die aus der Erde im Vorgarten - kein Problem also.

    Aber teilweise stehen die auch mitten aus dem Pflaster von Einfahrten heraus - siehe hier:

    Das sind Einfahrten wo man mit dem Auto drüber fährt.

    Was den Rohren wohl nicht gut bekommen würde. Und das sind nur zwei Beispiele, ich könnte noch ein halbes Dutzend weitere Fotos bringen.


    Meine Frage:
    War's das jetzt?

    Also: bleibt das jetzt so?

    Bleibt das jetzt so bis in X Monaten ein Trupp kommt der dann weiter zum Haus gräbt / schießt?

    Und was ist mit den Anliegern die (noch) keinen Anschluss bestellt haben - steht bei denen nun dauerhaft das Ding so aus dem Pflaster?

    Und wenn in 10 Jahren da einer buchen will, dann soll das Röhrchen noch intakt sein?

    Oder kommen da irgendwie Boxen ins Pflaster in denen die Leerrohre ordentlich terminiert werden, so daß man die auch mal 10 Jahre alleine lassen kann?

    Wohnt jemand in einem Glasfaser Nordwest-Ausbaugebiet und kann kurz etwas zu den Arbeitsschritten sagen?

    Denn wenn's das "jetzt erst mal war", dann müssen wir das Pflaster selbst öffnen und die ordentlich verstauen, das kann doch so nicht bleiben!??!

    Danke für Eure Tipps!


    Ach so, die Outtakes:

    Kamera auf...:
    - die Nachbarn in einer "Wurmfortsatz-Seitenstraße" (zwei Grundstücke): die wurden schlicht "übersehen", wie der Vorarbeiter Tage später zugab - das ist aber nun auch schon wieder ne Weile her, also kommt da wohl nichts mehr.

    - die Nachbarn in dem Doppelhaus, bei dem man von der Straße aus nicht sehen kann dass es zwei völlig getrennte Häuser sind: die haben für zwei Häuser nur EIN Leerrohr bekommen

  • Ob ein Häubchen in grell-oranger Farbe so viel besser wäre, wage ich zu bezweifeln.

    Ich kenne diese Bauweise nur mit viel dünneren Röhrchen, und damit ist es auch egal, wie oft da jemand drüberfährt. In dem Fall geht es nur darum, die Stelle zu markieren, die wieder geöffnet werden muss. Die Reserve ist im Boden. Was oberirdisch rausschaut wird sowieso abgeschnitten.

    Bei dieser Rohrstärke würde ich allerdings nicht leichtfertig drüberfahren. Das Rohr sieht so aus, als könnte es nicht nur Schaden nehmen sondern auch welchen anrichten.

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  • Ich kenne diese Bauweise nur mit viel dünneren Röhrchen, und damit ist es auch egal, wie oft da jemand drüberfährt.

    Das war die Standard-Pipe die hier bei uns von DNS:NET, OI und Telekom verlegt wurde/wird.

    21mm Außendurchmesser und sehr hartes Plastik mit mindestens 2 mm Wandstärke. Die gehen so bis ins Haus. Als Bündel mit 12 oder 21 Pipe.

  • Das sind sicher keine 21mm.

    Die Materialstandards haben sich geändert, seit die Förderrichtlinien von AteneKOM entsprechende Rohrstärken verlangen. Vorher hat z.B. die Deutsche Glasfaser sehr dünne Röhrchen (4mm) in 24er Bündeln von den Unterverteilern zu den Anschlüssen verlegt. Ein Unterverteiler versorgt 48 Anschlüsse auf einer Straßenseite, also ausgehend vom Unterverteiler 24 je Richtung. Auf den Grundstücken wurden 14mm Rohre verlegt, durch die die dünneren Röhrchen zum Haus geschoben wurden.

    Das Materialkonzept für geförderten Ausbau verlangt mindestens 10mm Außendurchmesser für die Rohre von den Unterverteilern zu den Hausanschlüssen. Ob da in Zukunft auch noch ein Wasseranschluss durchpassen muss oder wofür so viel Plastik vergraben werden soll, weiß der Geier, aber wenn der Staat Geld dafür gibt, dass man springt, fragt man "wie hoch" und schreibt die Rechnung.

  • Das sind sicher keine 21mm.

    Shit man sollte nicht am Handy schreiben als alter weißer Mann.
    Es sind 12 mm. Ein 4 mm Röhrchen im Garten verlegt zum Haus, teilweise nicht mal spatentief fände ich schon grenzwertig.
    Aber die 2 mm Wandstärke stimmen, die Pipe sind sehr starr und haben einen recht großen Biegeradius. Mach dann schnell KNICK. Hat aber den Vorteil beim Einblasen, dass wenig Reibung an den Kurven ist. Ich habe im HWR eine Radius von 10 cm, weniger geht nicht.

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  • Wie schon erwähnt, im Garten (also auf dem Grundstück) liegt das 4mm Rohr in einem 14mm Rohr. Das 14mm Rohr ist alleine schon stabiler als das 12mm Rohr. Zusammen mit dem darin liegenden 4mm Rohr ist die Faser deutlich besser geschützt. In der Straße liegt aber eben nur ein Verbund aus 24x4mm. Das ist der größte Teil der Strecke und des Materialaufwands.

  • Ist dies nicht fehlerträchtig. Erst 14 mm und darin 4mm und darin die Faser einblasen. Gerade an den Übergängen vielleicht etwas hackelig.

    Oder meinst du mit den 4 mm das Kabel mit den 12 innenliegenden Fasern, wovon bei mir nur 2 gespleißt wurden.

  • Die Verbindung zwischen dem Unterverteiler ("Distribution Point", DP) und dem HÜP ist ein 4mm Rohr. Dieses Rohr verläuft auf dem Grundstück in einem 14mm Rohr. Faserkabel in Rohr in Rohr. Es gibt keine Übergänge zwischen den Rohrweiten. In das 4mm Rohr wird ein Kabel mit 2 Fasern eingeblasen. Wie gesagt, so war das mal. Wegen der Förderrichtlinien hat auch die DG wenigstens im geförderten Ausbau ihr Materialkonzept geändert. Wie die DG z.Z. eigenwirtschaftlich baut, kann ich nicht sagen.

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  • Hallo,

    Nur zur Erinnerung, hier geht’s um GF Nordwest, nicht um DG.

    Ich erwähne das, weil eure aussagen nicht zu der Lage hier passen:

    In der Straße verlegt sind orange Multi-Plastikrohre mit ca 4-12 einzelnen Mini-Röhrchen drin. Vor den Grundstücken werden die aufgeschnitten und eines der darin verlaufenden Röhrchen heraus geholt und 1-2m auf das Grundstück gelegt. Das sind dann die Röhrchen die ihr im Bild über den Topf heraus ragen seht. Auf die Enden wurden kleine Kupplungsstücke gesteckt, mit denen man zwei Röhrchen einfach zusammen stecken kann.

    Nochmal: vom Abzweig vor dem Grundstück bis auf die Grundstücke werden die mini-Röhrchen NICHT in anderen Schutz-Rohren verlegt, sondern direkt in der Erde.

    Ich stand mit den Kindern mehrere Stunden sowohl bei unserem eigenen Grundstück als auch bei den Nachbarn dabei und habe den Vorgang mehrfach mit eigenen Augen beobachtet. Da ist definitiv KEIN weiteres Schutz-Rohr drumrum @alfalfa

    Die „kleinen“ sind ca 5mm außen-Durchmesser, ca 2mm innen-Durchmesser und ca 1-2mm wandstärke.

    Nie im Leben haben die 12mm Durchmesser, war auch immer das für die Förderung bedeutet - vermutlich gar nichts, weil hier gar nicht Fördergebiet ist.

    Ich kann leider kein besseres Foto bringen, weil ich gerade in den Urlaub gefahren bin, erst in 2 Wochen wieder.

    Aber hier eines das vielleicht zumindest die Größenordnung zeigt. Diese Dinger kommen so aus dem orangen Multi-Rohr (ggf mit Kupplungs-Stück) und gehen dann aufs Grundstück - in diesem Fall hier per Rakete unter der Mauer mit den Rosen hindurch. (Der Herr links hantiert gerade die Rakete).

    Also in Summe nehme ich aus euren Kommentaren mit:

    Das das noch jemand ordentlich macht ist nicht zu erwarten (vor Buchung und Verlegung eines Anschlusses) - technisch gesehen nicht schlimm wenn jemand drüber fährt, das wird sowieso wieder aufgegraben und abgelängt.

    Aber gerade für Leute die vielleicht NICHT geplant haben einen Anschluss zu buchen finde ich das schon ein starkes Stück dass die da jetzt Plastikrohre mitten aus der Einfahrt stehen haben. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

    (P.S.: hatte ich eigentlich erwähnt dass die mit ihrer Rakete meinen Abwasser-Kontroll-Schacht 50cm unter Grund „gefunden“ haben?

    Jetzt weiß ich wenigstens wo er ist.)

    3 Mal editiert, zuletzt von southy1234 (19. Juli 2023 um 01:30)

  • hier geht’s um GF Nordwest, nicht um DG

    Ja, aber ich kenne herausstehende Microducts halt von der DG. Man muss nehmen, was man kriegt. ;)

    Ich würde davon ausgehen, dass alle so vorbereiteten Anschlüsse auch ins Haus gelegt werden, bzw. als "Betroffener" darauf bestehen, dass sie das machen, wenn sie schon ungefragt auf dem Grundstück herumgraben. Dauerhaft werden die Röhrchen nicht so bleiben können, auch wenn es hier in einigen Fällen Jahre gedauert hat. Wenn das bei euch auch nur sehr dünne Röhrchen sind, macht man sich wenigstens nichts kaputt, wenn man sie plattfährt. Nicht dass man das absichtlich tun sollte, aber wenn ich mich erinnere, wie die Röhrchen hier nach einiger Zeit ausgesehen haben, scheint das einfach unvermeidlich zu passieren.

  • Ich würde davon ausgehen, dass alle so vorbereiteten Anschlüsse auch ins Haus gelegt werden, bzw. als "Betroffener" darauf bestehen, dass sie das machen, wenn sie schon ungefragt auf dem Grundstück herumgraben

    Kann nicht sein.

    Es hat *jedes * Grundstück ein Röhrchen bekommen, auch die von denen ich weiß dass sie nichts bestellt haben.

    Und nachdem GF Nordwest nur bei Buchung eines Vertrags mit Telekom/EWE den HausAnschluss legt, dürfte die Chance *ohne* Vertrag gelegt zu bekommen eher null sein.

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  • Also wenn mir jemand ungefragt ein Röhrchen in die Einfahrt legen und aus dem Boden schauen lassen würde, bekäme ich einen Glasfaseranschluss, auch ohne einen bestellt zu haben. Sag ich mal.

  • Also wenn mir jemand ungefragt ein Röhrchen in die Einfahrt legen und aus dem Boden schauen lassen würde, bekäme ich einen Glasfaseranschluss, auch ohne einen bestellt zu haben. Sag ich mal.

    Sorry, aber das ist jetzt doch Wortklauberei.

    In GF NW-Ausbaugebieten wird kein Hausanschluss gelegt ohne Vertrag. Und ein guter Teil der Nachbarn hier HAT keinen Vertrag abgeschlossen. Aber trotzdem ein Röhrchen mitten in der Einfahrt.

    Was zurück zu der Frage führt: soll das jetzt so bleiben?

  • Ich würde dafür sorgen, dass sie fertigbauen, was sie angefangen haben. Sonst gäbe es Ärger, oder lässt du einfach Leute auf deinem Grundstück buddeln?

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  • So ist es, ich würde auf die Verlegung bis in das Haus drängen. Auch wenn kein Vertrag abgeschlossen wurde. Was man hat, das hat man!

    Dem deutschen Michel fällt es natürlich schwer nun auf Fertigstellung zu drängen, anstatt cholerisch den Rückbau zu verlangen. Wir wissen jedoch alle, das ein Nachanschluss in Jahren und nicht in Monaten gezählt wird.

  • Ich persönlich habe ja gebucht.

    Der Ausgangspunkt meiner Frage war ja eigentlich:

    Muss ich mich darauf einstellen dass das nun für vielleicht 1/2 oder 1 Jahre so bleibt, bis in ganzen Ort die Straßen durch sind und sie dann mit den Hausanschlüssen anfangen oder kommen da Unterboden-Verteiler oder wie verlegt GF NW typischerweise.

    Und - zusätzlich - halt noch: was ist mit den Nachbarn die NICHT gebucht haben, bleibt das da einfach so? Wie ich sage: GF NW muss doch irgend einen Standard definiert haben wie der Ausbau zu erfolgen hat und ich kann mir nicht vorstellen dass DAS der Endzustand von nicht-Vertragskunden ist.

    Das war das was ich wissen wollte und meine Hoffnung war dass sich hier jemand findet aus einem GF NW Gebiet der mir sagen kann was bei GF NW so der Standard ist.

    Stattdessen sind wir jetzt ein bisschen abgedriftet in deutsche Michel und so weiter.