FTTH Neuanschluß direkt machen?

  • Hallo zusammen,

    ich bin ratsuchend hier neu im Forum...

    Aktuell wird bei uns in der Straße Glasfaser neu verlegt und aktivst beworben.

    Nun wird argumentiert, daß bei sofortiger Beantragung die Anschlußkosten komplett durch den Provider getragen werden, während bei späterem Anschluß ggf. größere Kosten auf den Anschlußinhaber zukommen. Aktuell sind wir über Kupfer angebunden und bei 1&1 unter Vertrag.
    Einen Neuanschluß kann man aber nur über Telekom beantragen, zu dann auch höheren Kosten.

    1&1 kann mir laut telefonischer Auskunft keinen Anschluß anbieten, geht aber davon aus, daß man bei späterem Anschluß ebenfalls die Kosten übernähme.

    Mir gefällt dabei natürlich nicht das Restrisiko, daß diese Kostenübernahme ausbliebe.

    Wenn ich jetzt den Provider wechsele, wäre ich auf der sicheren Seite. Die Kosten durch Tiefbau, Wanddurchbohrung etc. kommen ja dann schnell in den 4stelligen Bereich.

    Wenn Telekom hier einige Dutzend Anschlüsse gleichzeitig vornimmt, können sie das natürlich günstiger durchführen, als wenn das später über Einzelanfragen läuft.

    Vielleicht ist der Verweis über spätere horrende Kosten aber auch nur eine "Drohkulisse", um möglichst schnell die Kunden zu bewegen.

    Habt Ihr dazu Meinungen/Erfahrungswerte/Wissen?

    Vielen Dank vorab und viele Grüße

    Stephan

  • Die Kosten sind nicht das Problem. Die Erfahrung lehrt, dass man auf Nachanschlüsse ewig wartet - wenn sie überhaupt möglich sind. Viele haben vergeblich darauf gebaut, dass sie jederzeit den Anschluss nachbuchen können. Mehrere Fälle werden gerade aktuell hier im Forum diskutiert.

    Bei der Telekom mag es da etwas besser sein, als bei der Konkurrenz. Wäre es nicht die Telekom, dann muss es bedingungslos heißen: Sofort bestellen und keine Sekunde zögern. Bei der Telekom ist das Risiko vielleicht etwas kleiner, aber zur Bestellung raten würde ich immer noch.

  • Vielen Dank!

    Das wäre ja recht erschreckend, wenn die Infrastruktur bis in die Straße (FTTC) gelegt wird, und man dann nichtmal für einen hohen Betrag den Anschluß umsetzen könnte.

    Wieso siehst Du das Kostenrisiko nicht? Bei den Tiefbauarbeiten sind ja schnell mal 1000 € und mehr fällig, plus Wanddurchführung im Keller, Abdichtung, etc.

    Wird das denn immer durch den Provider übernommen, also auch 1&1 u.ä.?

    Danke und viele Grüße

    Stephan

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  • Na ja ich würde immer davon ausgehen, wenn alle arbeiten durch sind und der Tiefbauer im worst case Szenario nur für einen kommt dann bist du bei der Telekom auch gute 1500-2500€ los.

  • stephanbde19 Was hält dich denn davon ab einen Glasfaseranschluss bei der Telekom zu beauftragen?

    Sicher sind die laufenden Kosten erst einmal höher als bei anderen, allerdings endet der Vertrag bei rechtzeitiger Kündigung nach 24 Monaten und Du kannst wieder zu VDSL wechseln. Die Kupfer-Telefonleitung wird ja nicht entfernt, sondern eine zusätzlicher (Glasfaser-) Anschluss gelegt. Die Möglichkeit zwischen zwei Technologien wechseln oder auch gleichzeitig nutzen zu können ist nicht zu verkennen!

    Wie andere schon geschrieben haben: Doppelter Ausbau ist eher unüblich, wo ein Provider schon Glasfaserkabel in die Straße gelegt hat, wird kein zweiter kommen. Nachanschlüsse sind zwar möglich, wenn man den initialen Ausbau verpasst hat, jedoch kann man dann durchaus mit Jahren rechnen, bis der Nachanschluss tatsächlich realisiert ist.

    Noch dazu kommt, das aus den verschiedensten Gründen alle Provider über Preiserhöhungen laut nachdenken. Bei Bestandskunden wird es schwierig sein, die Grundgebühren zu erhöhen, dafür gibt es zu gute Angebote für Wechsler. Bei Nachanschlüssen wird meiner Meinung nach eher an der Preisschraube gedreht werden.

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  • stephanbde19 : Bei der Telekom kostet ein nachträglicher Hausanschluss pauschal 800 Euro. Dafür bekommt man einen Anschluss an das Netz, das in der Straße/an der Adresse verfügbar ist. Wurde FTTH in der Straße ausgebaut, gibt es dafür auch einen FTTH-Anschluss.

    Wer baut den direkt bei Euch aus? Ich vermute mal nicht die Telekom selbst, dann dann wäre zum einen der Anschluss auch ohne Tarif kostenlos, zum anderen müsste auch 1&1 bereits über FTTH verfügbar sein.

    Handelt es sich um einen Ausbau von GlasfaserPlus oder einer der Stadtwerke, mit denen die Telekom kooperiert?

  • Na ja ich würde immer davon ausgehen, wenn alle arbeiten durch sind und der Tiefbauer im worst case Szenario nur für einen kommt dann bist du bei der Telekom auch gute 1500-2500€ los.

    Das ist auch meine Sorge, aber weißt Du das?

    Dagegen steht die Aussage von 1&1, dass sie davon ausgehen, mir später auch den Glasfaserhausanschluss kostenfrei herzustellen.

  • 1&1 ist Reseller. Die stellen überhaupt keine Anschlüsse her. Damit 1&1 ein Angebot machen kann, muss man vorher selber dafür sorgen, dass man einen Anschluss eines 1&1 Vertragspartners gelegt bekommt.

    Wenn 1&1 von "kostenlos" redet, dann meinen sie, dass sie keine Bereitstellungsgebühr verlangen. Aber sie gehen davon aus, dass es bereits einen Anschluss gibt. Darauf bezieht sich auch die Aussage, die du am Telefon bekommen hast.

    Ausnahme sind vielleicht Versatel Anschlüsse, aber das geht möglicherweise nur für Business Kunden. Baut Versatel bei dir aus? Ansonsten hat sich das direkt erledigt.

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  • Die Kosten werden meines Erachtens völlig irrelevant, wenn die Frage lautet, ob man überhaupt Zugang zu einem zukunftstauglichen Internetzugang bekommt.

    Wieso sollte das später unmöglich sein? Die Leitungen in der Straße werden doch nach meinem Verständnis verlegt, damit man später jederzeit den Anschluss herstellen kann?

    Ich rede nicht von ggf 3-6 Monaten Wartezeit, die der Telekommunikationsdienstleister ggf braucht um die Baugewerke zu disponieren, aber in der Zeitspanne müsste es doch möglich sein?

  • Abwarten, ob es irgendwann billiger wird hat in vielen Fällen dazu geführt, das gar nicht ausgebaut wird. Noch schlimmer ist es für die "Ausgesparten", d.h. wenn nur die Straßenzüge erschlossen werden, bei denen es sich für den Provider lohnt. Vor ein paar Jahren ist das in einem Ortsteil von meinem Städtchen so geschehen. Durch eine sehr aktive BI wurde zumindest ein Teilbereich mit Glasfaser erschlossen, das abgehängte Drittel (3-4 Straßenzüge) haben 4 Jahre nach dem Start des mittlerweile angeschlossen Glasfaserprojektes noch nicht einmal eine Anfrage von einem Mitbewerber erhalten. Ein weiterer Ortsteil soll seit zwei Jahren nacherschlossen werden, da beobachte ich keinen wesentlichen Fortgang.

    In einer Nachbarstadt (Kelkheim imTaunus) mit knapp 27.000 Einwohnern hat Deutsche Giganetz offensichtlich aufgegeben.

    Sehr lesenswert ist der Blog von Günter Born, speziell ab "Wenn 1 Gigabit nix bringt, und nur teuer ist …"

    Gigabit-Anschlüsse: Vodafone droht Altkunden, Ende der Fahnenstange für Glasfaser?
    Ich kippe mal zwei Themen hier in einem Beitrag im Blog ein, die sich mit dem Thema schnelles Gigabit-Internet befassen. Ein Blog-Leser informierte mich über…
    www.borncity.com

    Die lokale Presse berichtete auch darüber:

    Das rasend schnelle Glasfasernetz für Kelkheim
    Die Deutsche GigaNetz freut sich über die Unterstützung der Stadt Kelkheim, den Ort mit einem Glasfasernetz bis in die Haushalte hinein für Highspeed-Internet…
    www.deutsche-giganetz.de

    Das Umland wurde von Deutsche Glasfaser ausgebaut, Deutsche Giganetz versucht nun sein Glück bei den Übriggebliebenen.

    Wenn Günter Born hier mitliest: Wie wäre es auf ein Treffen mit dem hessischen Nationalgetränk in der einschlägigen Gastronomie?

  • stephanbde19 Was hält dich denn davon ab einen Glasfaseranschluss bei der Telekom zu beauftragen?

    Sicher sind die laufenden Kosten erst einmal höher als bei anderen, allerdings endet der Vertrag bei rechtzeitiger Kündigung nach 24 Monaten und Du kannst wieder zu VDSL wechseln. Die Kupfer-Telefonleitung wird ja nicht entfernt, sondern eine zusätzlicher (Glasfaser-) Anschluss gelegt. Die Möglichkeit zwischen zwei Technologien wechseln oder auch gleichzeitig nutzen zu können ist nicht zu verkennen!

    Wie andere schon geschrieben haben: Doppelter Ausbau ist eher unüblich, wo ein Provider schon Glasfaserkabel in die Straße gelegt hat, wird kein zweiter kommen. Nachanschlüsse sind zwar möglich, wenn man den initialen Ausbau verpasst hat, jedoch kann man dann durchaus mit Jahren rechnen, bis der Nachanschluss tatsächlich realisiert ist.

    Noch dazu kommt, das aus den verschiedensten Gründen alle Provider über Preiserhöhungen laut nachdenken. Bei Bestandskunden wird es schwierig sein, die Grundgebühren zu erhöhen, dafür gibt es zu gute Angebote für Wechsler. Bei Nachanschlüssen wird meiner Meinung nach eher an der Preisschraube gedreht werden.

    In der Tat sind es die Kosten und der Providerwechsel, im Zusammenhang damit, dass ich mit der aktuellen Bandbreite ganz zufrieden bin.

    Die Zuverlässigkeit von Glasfaser kenne ich noch nicht, als ich vor 15 Jahren an anderem Wohnort noch Kabel hatte, fiel das bei Unitymedia gerne mal 1 Tag aus.

    Den Gedanken, Glasfaser erstmal legen zu lassen und später bei Nichtgefallen auf Kupfer zurück zu wechseln hatte ich auch schon.

    Ebenso, wie nach erfolgtem Glasfaseranschluss später zu einem anderen Provider in einen Glasfasertarif zu wechseln, wenn das möglich wird.

    Doppelten Ausbau meinte ich auch nicht. Die heutige Kupferleitung ist ja auch von Telekom verlegt, im Keller ist der Telekom-Anschlusskasten und 1&1 nutzt diese Infrastruktur. Das wird bei Glasfaser doch auch möglich werden oder geht Ihr davon aus, die Infrastruktur wird Telekom-exklusiv?

    Laut 1&1 hätte Telekom Erstkontrahierungsrecht, bevor andere auch dürften.

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  • Die Frage ist, welche Kapazitäten der Netzbetreiber vorsieht. Häufig wird bei einem Glasfaserausbau zunächst eine Anfragebündelung vorgenommen. Für den Ausbau wird dann zusätzlich eine gewisse Reserve vorgesehen, aber die ist endlich - und häufig nicht zureichend, wirklich alle Häuser zu versorgen.

    Bei der Telekom kann das anders aussehen. Es gibt auch Unterschiede, ob der Ausbau gefördert wird, oder nicht.

    Irgendwo hatten wir hier kürzlich einen Thread dazu. Man bekommt den Glasfaseranschluss nicht von allein. Man muss auch was dafür tun. Es schreien immer alle nach schnellem Internet, Home Office und Digitalisierung, aber wenn man ihnen das Kabel vor die Tür legt, lassen sie es liegen. Später wundern sie sich dann, wenn der Zug abgefahren ist. Ich werde es nie verstehen, wie man darüber auch nur nachdenken kann. Die Welt ist im Wandel. Schnelle Internetzugänge, die nahtlos mehrere Videokonferenzen parallel vertragen, werden Grundvoraussetzung sein.

  • stephanbde19 : Bei der Telekom kostet ein nachträglicher Hausanschluss pauschal 800 Euro. Dafür bekommt man einen Anschluss an das Netz, das in der Straße/an der Adresse verfügbar ist. Wurde FTTH in der Straße ausgebaut, gibt es dafür auch einen FTTH-Anschluss.

    Wer baut den direkt bei Euch aus? Ich vermute mal nicht die Telekom selbst, dann dann wäre zum einen der Anschluss auch ohne Tarif kostenlos, zum anderen müsste auch 1&1 bereits über FTTH verfügbar sein.

    Handelt es sich um einen Ausbau von GlasfaserPlus oder einer der Stadtwerke, mit denen die Telekom kooperiert?

    Es ist tatsächlich GlasfaserPlus.

    Hilft das bei der Einordnung?

    Sorry, war mir nicht klar, dass das eine wichtige Information ist, sonst hätte ich es direkt im Erstbeitrag erwähnt.

  • Long Story, short answer...

    Beauftrage den Glasfaseranschluss und fertig. Alles andere ist Glaskugel... 1und1 verspricht dir alles wenn der Tag lang ist. Entscheidend ist, dass Du überhaupt die Faser ins Haus bekommst.

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  • Ich bin unsicher ob hier ein Missverständnis vorliegt und wenn liegt es sicher an meiner Schilderung.

    Mir geht es nicht um angehängte Gebiete (da gibt es tatsächlich Straßenzüge ein wenig weiter entfernt) sondern um ein gerade erschlossenes Gebiet und darauf nur um die paar Meter zum Haus, s. Bild.

  • Die Frage ist, welche Kapazitäten der Netzbetreiber vorsieht. Häufig wird bei einem Glasfaserausbau zunächst eine Anfragebündelung vorgenommen. Für den Ausbau wird dann zusätzlich eine gewisse Reserve vorgesehen, aber die ist endlich - und häufig nicht zureichend, wirklich alle Häuser zu versorgen.

    Bei der Telekom kann das anders aussehen. Es gibt auch Unterschiede, ob der Ausbau gefördert wird, oder nicht.

    Irgendwo hatten wir hier kürzlich einen Thread dazu. Man bekommt den Glasfaseranschluss nicht von allein. Man muss auch was dafür tun. Es schreien immer alle nach schnellem Internet, Home Office und Digitalisierung, aber wenn man ihnen das Kabel vor die Tür legt, lassen sie es liegen. Später wundern sie sich dann, wenn der Zug abgefahren ist. Ich werde es nie verstehen, wie man darüber auch nur nachdenken kann. Die Welt ist im Wandel. Schnelle Internetzugänge, die nahtlos mehrere Videokonferenzen parallel vertragen, werden Grundvoraussetzung sein.

    Der Grundsatz ist mir in der Tat klar.

    Nur im hier und jetzt sind meine 250MBit überdimensioniert.

    Und wenn 1&1 mir tatsächlich in 6-12 Monaten auch den Glasfaseranschluss (inklusive Hauserschliessung kostenfrei) anbietet, würde ich mir den Providerwechsel gerne sparen

  • Doppelten Ausbau meinte ich auch nicht. Die heutige Kupferleitung ist ja auch von Telekom verlegt, im Keller ist der Telekom-Anschlusskasten und 1&1 nutzt diese Infrastruktur. Das wird bei Glasfaser doch auch möglich werden oder geht Ihr davon aus, die Infrastruktur wird Telekom-exklusiv?

    Aktuell ist es üblich (bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. OpenInfra), das der Provider die Infrastruktur plus den Internetaccess mit weiteren Services (z.B. Telefonie, TV,...) nur gebündelt anbieten.

    Es werben zwar viele mit der Begrifflichkeit "Open Access", in der Praxis ist das jedoch eher selten. Gegenwärtig gibt es wenig Interesse der Provider Mitbewerbern das Netz zu öffnen. Im DSL/VDSL Umfeld ist die Telekom dazu verpflichtet, die Bundesnetzagentur hat explizit erwähnt, das dies jedoch nicht für Glasfasernetze gilt!

    Ich persönlich gehe davon aus, das die Netzöffnung für Mitbewerber im größeren Umfang nicht mehr in diesem Jahrzehnt erfolgt.

    Wenn es dich nicht in wirtschaftliche Unannehmlichkeiten bringt, würde ich an deiner Stelle jetzt den Ausbau durch die Telekom beauftragen. Die Telekom ist vielleicht sogar der Provider mit dem besten Kundendienst (das ist ernstgemeint!) und der größten Expertise im Glasfaserumfeld.

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  • Mir geht es nicht um angehängte Gebiete (da gibt es tatsächlich Straßenzüge ein wenig weiter entfernt) sondern um ein gerade erschlossenes Gebiet und darauf nur um die paar Meter zum Haus, s. Bild.

    So wie ich es aus dem Bild erkenne, ist die Bautätigkeit fast abgeschlossen und Neuanschlüsse sind nur im Rahmen eines Nachanschlusses möglich. Da würde ich mich mit einer Auftragserteilung beeilen und zügig beim Kundendienst der Telekom anrufen.