Helinet Performance instabil - open access aber kein anderer Anbieter?

  • Sorry, aber Downloads auf unterschiedlichen Anschlüssen und unterschiedlichen PCs zu vergleichen bringt gar praktisch nichts. Das kann man direkt lassen.

    Allein der Umstand, dass ein Tausch des Routers eine Änderung ergab, zeigt ja schon, dass du definitiv ein lokales Problem hast. Der Traffic Shaper stand ja schon mal auf der Liste. Der Rest wird sich in der Konfiguration der Endgeräte verbergen.

    Wie gesagt:Wenn du mit mehreren parallelen Verbindungen die angestrebte Geschwindigkeit erreichst, dann ist der Provider raus. Der stellt lediglich die Transportleitung zur Verfügung, der guckt nicht, was du darüber machst. Und wenn dein test am Vodafone Anschluss irgendwas beweist, dann: Die Server sind es auch nicht, die können offenbar liefern. Was bleibt? Genau: Dein Equipment.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn du mit mehreren parallelen Verbindungen die angestrebte Geschwindigkeit erreichst, dann ist der Provider raus. Der stellt lediglich die Transportleitung zur Verfügung, der guckt nicht, was du darüber machst.

    Ganz so einfach ist es nicht. Kleine Paketverluste führen bei Einzelverbindungen schon zu deutlichen Geschwindigkeitseinbußen. Mit mehreren Verbindungen wird dieser Effekt kaschiert, weil mehrere Streams insgesamt eine schnellere Annäherung an die verfügbare Bandbreite bewirken. In einem Netz ohne Überlast kann ein einzelner TCP-Stream die volle Bandbreite* nutzen, in einem überlasteten Netz nicht: Es gehen schon vor Erreichen der Maximalbandbreite Pakete verloren. Für TCP ist das das Signal, weniger zu übertragen und dann wieder langsam die Geschwindigkeit zu steigern, bis wieder Pakete verloren gehen.

    *) Es gibt Randbedingungen und zahlreiche Parameter, aber grundsätzlich sind mehrere Streams nicht Voraussetzung für die Ausnutzung auch hoher Bandbreiten im Gigabit-Bereich.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • frank_m

    Möchte mal den Highendcomputer sehen der bei popeligen 400 MBit/s limitiert :).

    Ich habe eine 12 Core Ryzen 5900X Cpu mit all core @ 4,5 GHz sowie eine Corsair MP600 PCIe 4.0 x4 SSD mit TLC Nand und DRAM Cache, der Lan Controller beherrscht 2,5 GBit/s. So ein System lacht über 400 MBit/s.

    Der Kollege mit dem Gigabít Kabelanschluss hat einen 9900K @ 4,9 GHz all core + einer PCIe 3.0 x4 SSD, TLC Nand und DRAM Cache.

    @Alfaalfa

    So wird es sein. Ich vermute auch einen Trafficshaper + schlechtes Peering. Der andere Router hält die Bandbreite außerhalb von vielleicht Steam und ab und an bei Uploaded.net auch nicht stabil bei 50 MByte/s. Bei Einzeldownloads klatscht nicht selten runter bis auf 30 MByte/s.

    Dass die Fritzbox 7590 nicht gut funktioniert wird an der Konfig liegen die Helinet an die Fritzbox übermittelt. Nach dem Beziehen einer IP vom Helinet DHCP zeigt das Web Gui der Fritzbox ein Helinetanbieter Profil das vorher nicht vorhanden war. Ich betreibe hinter dem Netgear Nighthawk 2 weitere FB 7590 und die haben kein Bandbreitenproblem mit Schwankungen runter auf 1 - 10 MByte/s.

    Weißt du wo die Helinet Schnittstellenbeschreibung zu finden ist?

    Helinet bekommt es immer noch nicht hin den Upload serverseitig zu limitieren, ab und zu am Tag hat man solche Werte:

    https://www.speedtest.net/result/10923726782

    Ich hätte zwar lieber 9XX MBit/s Download als Upload. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

    3 Mal editiert, zuletzt von Hans (13. Februar 2021 um 14:36)

  • Kleine Paketverluste führen bei Einzelverbindungen schon zu deutlichen Geschwindigkeitseinbußen.

    Nicht unbedingt, jedenfalls nicht auf Ebene der Glasfaserverbindung.

    Bei Paketverlusten hat man üblicherweise das Phänomen, dass die Übertragung im Hintergrund weiterläuft, bis das verlorene Paket erneut übertragen wurde. Download-Tools, wie z.B. ein Browser oder ein Download-Manager, zeigen dann kurzfristig für einige Sekunden gar keine empfangenen Daten an, und sobald dann das verlorene Paket nachgeliefert wurde, gibt es einen Stoß Daten und der Download läuft mit bisheriger Geschwindigkeit weiter. Der Empfang wird unrhytmisch, aber in der Summe kaum langsamer. Das erkennt man dann auch im Online-Monitor der Fritzbox, wo der Traffic mit voller Geschwindigkeit weiterläuft.

    Paketverluste findet man ja relativ einfach, z.B. über niedrig priorisierte Verbindungen wie Ping oder Traceroute. Gibt es dabei Probleme? Auch mit Wireshark lässt sich relativ einfach herausfinden, wenn in einem TCP Stream Pakete verloren gehen.

    Möchte mal den Highendcomputer sehen der bei popeligen 400 MBit/s limitiert :).

    Ich habe eine 12 Core Ryzen 5900X Cpu mit all core @ 4,5 GHz sowie eine Corsair MP610 PCIe 4.0 x4 SSD mit TLC Nand und DRAM Cache, der Lan Controller beherrscht 2,5 GBit/s. So ein System lacht über 400 MBit/s.

    Gegen eine schlechte Konfiguration ist keine Rechenleistung gewachsen. Ein Raspberry Pi 4 reicht, um 400 MBit/s nach /dev/null zu pumpen, wenn alles passt. Aber wenn nicht, dann kommt auch ein 12-Kerner mit 400 MBit/s nicht zurecht.

    Dass die Fritzbox 7590 nicht gut funktioniert wird an der Konfig liegen die Helinet an die Fritzbox übermittelt. Nach dem Beziehen einer IP vom Helinet DHCP zeigt das Web Gui der Fritzbox ein Helinetanbieter Profil das vorher nicht vorhanden war.

    Das geht nicht. Nachträglich Konfigurationsprofile in die Fritzbox eizuspielen, ist nicht möglich. Vorhandene Parameter können ggf. via TR069 gesetzt werden, aber auch nur, wenn das vorgesehen ist und die Box über die entsprechenden Zertifikate verfügt. Das ist oft nur bei Provider-Boxen der Fall. Wenn es ein Helinet Profil in der Drop-Down Liste gibt, dann war das auch vorher schon da. Einstellungen für den Traffic Shaper sind davon üblicherweise auch nicht betroffen, lediglich Maximalbandreiten können über PPPOE übermittelt werden. Aber das halte ich bei Helinet für unwahrscheinlich, meines Wissens macht nur die Telekom macht PPPOE über Glasfaser.

    Hast du einen Werksreset der 7590 durchgeführt, als du sie an dem Glasfaser Anschluss in Betrieb genommen hast?

    Ganz ehrlich: Mein Bauchgefühl sagt mir, dass bei dir was im Argen liegt. Es gibt einfach zu viele typische Symptome, mit denen ich mich damals im IPPF hundertfach herumgeschlagen habe. Das Bild ist das Gleiche, und ganz ehrlich: Gerade die Hardwareauswahl lässt mich schlimmstes befürchten. Das sind immer die ersten Kandidaten, bei denen es den Bach runtergeht. Gamer versuchen immer, die letzte Kleinigkeit durchzuoptimieren und optimieren dabei auch gerne mal kaputt. Das waren damals locker 75% aller Fälle. Ist nicht persönlich gemeint, einfach nur Erfahrung.

  • Ich glaube nicht das es an meiner Konfiguration liegt. Das wäre äußerst unwahrschlich, da es ja stückweise auch mit 50 MByte/s lädt. Bevor Helinet den Download runtergeschraubt hat, hat er sogar 1 -2 Tage mit 80 - 110 MByte/s geladen.

    Und beim Speedtest geht der Download und Upload mit mehreren gleichzeitigen Streams durch wie ein Strich:

    https://abload.de/img/helinetspeedtestt1k9i.jpg

    Ich habe die 7590 die am CPE hing schon mehrfach zurückgesetzt. Natürlich auch bevor der Anschluss erstmals in Betrieb genommen wurde.

    Der Helinetmitarbeiter hat mir gesagt, die Fritzbox zieht sich die entsprechende Konfiguration bei Erstverbindung von Helinet automatisch. Bei einer Fritzbox habe ich vorher noch nie ein HeLi Net Profil gesehen. Das war vorher nicht da. Früher bei Helinet DSL musste man deshalb auch immer sonstige Anbieter auswählen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Hans (13. Februar 2021 um 15:07)

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
    • Offizieller Beitrag

    Bei Paketverlusten hat man üblicherweise das Phänomen, dass die Übertragung im Hintergrund weiterläuft, bis das verlorene Paket erneut übertragen wurde.

    Ich rede nicht von einzelnen verlorenen Paketen. Irgendwann ist die Leitung einfach voll. TCP benutzt als Signal für die Regelung der Datenrate hauptsächlich die bei ansteigender Übertragungsrate zwangsläufig entstehenden Paketverluste. Ob die erst bei der vertraglich zugesicherten Bandbreite oder schon viel früher auftreten, kann TCP mit den üblicherweise eingesetzten Congestion Control Algorithmen nicht unterscheiden. TCP geht bei Paketverlusten davon aus, dass die Verbindung ausgelastet ist, und die Regelung ist so gestaltet, dass die Bandbreite möglichst fair auf die Streams verteilt wird (also nicht ein Stream aggressiv so viel Bandbreite wie möglich an sich zieht, während andere Streams kaum Bandbreite abbekommen). Die elementaren Ideen dazu sind hier beschrieben:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Transmiss…gestion_Control)

    Wenn man mit mehreren Streams die volle Bandbreite bekommt, aber nicht mit einem einzelnen Stream, dann heißt das nicht, dass genug Bandbreite vorhanden ist. Ich setze mal voraus, dass die TCP Parameter für die Latenz der Verbindung geeignet sind, also nicht die Ursache für einen langsamen Einzelstream sind. Dann nimmt man sich mit mehreren Streams einfach mehr von der knappen Bandbreite und benachteiligt andere, die vielleicht gerade keinen Speedtest machen sondern nur einen Stream für einen Download nutzen. Die Gesamtbandbreite verteilt sich relativ gleichmäßig auf alle Streams. Wenn man dann 10 Streams verwendet, bekommt man (im Rahmen der Tarifbandbreite) auch ungefähr bis zu 10 mal so viel Bandbreite ab wie jemand, der nur einen Stream nutzt. Wenn der sich dann wundert, warum sein Download nur mit 100Mbit/s läuft, und einen Multistream-Speedtest macht, bekommt er auch sein Gigabit/s, und dann wunderst du dich, warum dein Download einbricht, obwohl der Speedtest volle Geschwindigkeit anzeigt.

    Und deshalb ist die Leitung erst dann nicht überlastet, wenn man die vertraglich vereinbarte Bandbreite mit einem einzelnen TCP-Stream erreichen kann. Es gibt andere Gründe außer Überlastung, warum man evtl. mit einem einzelnen TCP-Stream nicht die volle Bandbreite erreicht, aber wenn man die alle ausgeschlossen hat, ist "nimm mehrere Streams" keine akzeptable Antwort.

  • Ich setze mal voraus, dass die TCP Parameter für die Latenz der Verbindung geeignet sind, also nicht die Ursache für einen langsamen Einzelstream sind.

    Zu 99,9% kannst du davon ausgehen, dass das der Fall ist. Glaubs mir, ich mach seit nahezu 20 Jahren nichts anderes. Vor allem die bei Gamern beliebten Tools um die letzte Millisekunde Latentz rauszuholen machen den Download kaputt. Dafür spricht absolut alles, was ich hier sehe.

    Der Helinetmitarbeiter hat mir gesagt, die Fritzbox zieht sich die entsprechende Konfiguration bei Erstverbindung von Helinet automatisch.

    Ja, das ist TR069. Dazu gehören vor allem Zugangsdaten für VoIP und ähnliches.

    Bei einer Fritzbox habe ich vorher noch nie ein HeLi Net Profil gesehen. Das war vorher nicht da.

    Dann wurde es aus was für Gründen auch immer nicht angezeigt. Wie gesagt: Es ist technisch nicht möglich, ein zusätzliches Konfigurationsprofil auf die Fritzbox zu lasen. Die Profile sind in den Untiefen der Firmware-Dateien hinterlegt und nicht in der Konfiguration.

    • Offizieller Beitrag

    Glaubs mir

    Damit kommt man nicht weiter. Provider verstecken ihre Überlastungsprobleme leider auch sehr gerne hinter Ausreden. Zu hohe Überbuchung spart schließlich Geld, das man sich dann als Bonus auszahlen kann.

    Wenn auf beiden Seiten "glaub's mir" steht, hilft nur, richtig zu messen. Ein sauberes System wie ein aktuelles Live-Linux auf einem nicht zu alten Computer sollte kabelgebunden in der Lage sein, mit iPerf3 oder wget/curl die volle Anschlussbandbreite mit einem einzelnen TCP-Stream zu erreichen. Ganz besonders, wenn das zu einer Tageszeit geht und zu einer anderen regelmäßig nicht, bleibt kaum eine andere Erklärung als Netzüberlastung.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • @frank_m

    Ich habe keine Tools mit der Absicht um die Latenz zu verbessern installiert. Kann man auch gar nicht. Bei einer Glasfaserleitung wäre das auch ziemlich unnütz. Denn damit erreicht man schon die niedrigsten Latenzen abhängig vom Routing des Anbieters.

    @alfalfa

    Dieses Trafficshapingzeug verwendet auch O2 bei ihrem LTE. Das verhält sich genauso wie Helinets FTTB. Telekom LTE/5G schwankt auch bei Einzeldownloads fast gar nicht. Bei O2 nimmt die Bandbreite ratz fatz ab und fällt auf 5 - 6 MByte/s bei Einzeldownloads.

    Das werde ich ausporbieren. Habe bislang zwar nur eine VM mit Linux dazu verwendet, weil ich keine Lust hatte für längere Zeit auf Windows zu verzichten.

    Besonders solchen finanziell schwachen Anbietern wie Helinet, die schon häufiger technische Probleme nicht offen thematisiert haben kann ich nicht mehr über den Weg trauen. Ich könnte alles darum wetten, dass wenn der Anschluss über Telekom laufen würde, dass man dann solche Bandbreitenprobleme zumindestens innerhalb von Europa nicht hätte.

    Helinet muss sich als lokaler Carrier überall einmieten, die werden sich bei ca. 5 Mio. Euro Minus in den letzten 7 Jahren wohl kaum schweineteure TBit/s Verbindungen zu großen Netzknoten gesichert haben. Man kann froh sein wenn die für alle Kunden 2 x (1 x für Failover) 100 Gigabit/s haben.

    Ein klares Indiz für eine unzureichende Backboneanbindung ist immer noch der 1 GBit/s Tarif für 200 Euro/Monat im Privatkundenbereich. Warum sollte man so etwas anbieten, wenn die Anbindung des Backbones ausreichend wäre?

    Außerdem ist nicht bekannt wie die Anbindung bis zum Helinet BNG aussieht. Übertragungstechnik mit mehr als 10 GBit/s geht richtig ins Geld. Wer weiß was Helinet dort verwendet.

    7 Mal editiert, zuletzt von Hans (13. Februar 2021 um 16:55)

  • Wie gesagt: Es ist technisch nicht möglich, ein zusätzliches Konfigurationsprofil auf die Fritzbox zu lasen. Die Profile sind in den Untiefen der Firmware-Dateien hinterlegt und nicht in der Konfiguration.

    In der FB liegen diese, ich nenne sie mal "Templateordner" in /var/tmp/providers/ in 7.21 sind das knapp 73 configs, die Aktive findest Du hier: /var/flash/ar7.cfg

    Vermutlich wurde via TR069 der Anzeigename geändert. Wobei ich mich noch nicht in die Norm eingelesen habe, momentan ist 25 Gbit/s in Verbindung mit Nexus 9k spannender (ne, ist es nicht, eher frustrierend)....

  • Ganz besonders, wenn das zu einer Tageszeit geht und zu einer anderen regelmäßig nicht, bleibt kaum eine andere Erklärung als Netzüberlastung.

    Wir wissen doch alle wie stark die deugl und alle anderen kleinen Mitbewerber gerade wachsen, da wächst die eigene, interne Infrastruktur nicht schnell genug mit. Kunden sind online und deren Daten noch nicht vollständig im System eingefügt. Die Bandbreite für das Peering ist noch nicht erhöht, weil das Controlling die Mehrkosten noch nicht freigegeben hat usw. Ganz abgesehen davon, daß an dem Netz noch permanent gebaut wird. Das alles fördert nicht gerade die Stabilität. Es herrscht Goldgräberstimmung im FTTH/FTTH Bereich mit den entsprechenden Folgen.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
    • Offizieller Beitrag

    Das werde ich ausporbieren. Habe bislang zwar nur eine VM mit Linux dazu verwendet, weil ich keine Lust hatte für längere Zeit auf Windows zu verzichten.

    Wegen sowas sind dann viele zu Recht skeptisch, ob man Testergebnissen vertrauen kann. Das Ziel bei der Problemsuche ist immer, Fehlerursachen soweit wie möglich auszuschließen. Besonders bei Performanceproblemen ist Virtualisierung eine riesige mögliche Fehlerquelle.

    Ich könnte alles darum wetten, dass wenn der Anschluss über Telekom laufen würde, dass man dann solche Bandbreitenprobleme zumindestens innerhalb von Europa nicht hätte.

    Das ist eine sehr gefährliche Wette. Gerade die Telekom ist immer wieder wegen fehlenden oder zu schmalen direkten Netzübergängen und überlasteten Transitrouten im Gerede.

    Helinet muss sich als lokaler Carrier überall einmieten

    Kleine ISPs pflegen i.d.R. eine offene Peering Policy und peeren bereitwillig insbesondere untereinander und mit Hostingprovidern, CDNs und anderen großen Trafficquellen.

  • Vermutlich wurde via TR069 der Anzeigename geändert.

    Ich bin mir sicher, ob das geht. Kann aber sein.

    Ein sauberes System wie ein aktuelles Live-Linux auf einem nicht zu alten Computer sollte kabelgebunden in der Lage sein, mit iPerf3 oder wget/curl die volle Anschlussbandbreite mit einem einzelnen TCP-Stream zu erreichen.

    Ja, sollte. Aber da gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, von anderen Teilnehmern im Netz bis hin zu EMV Problemen.

    Überbuchung ist selten geworden in den letzten Jahren. Vor 10 Jahren im Kabelnetz war das noch ein Problem, aber in letzter Zeit praktisch gar nicht mehr.

    Ihr könnt euch gern auf den Provider einschießen, ich hab da kein Problem mit. ;) Es ist halt nur ärgerlich, wenn man in einigen Monaten feststellt, dass man was übersehen hat, weil man den Schuldigen zu früh ausgemacht hat. Sowas kommt öfter vor, als man glaubt. Es ist auch ein Stückweit Erfahrung auf Basis der Symptome und Randbedingungen einzuschätzen, ob es sich noch mal lohnt, selber Hand anzulegen, oder eher nicht. In diesem Fall lohnt es sich.

    • Offizieller Beitrag

    Aber da gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, von anderen Teilnehmern im Netz bis hin zu EMV Problemen.

    Vielleicht ist auch Vollmond oder der Kunde ist im falschen Sternzeichen geboren. Wenn man zu viele Reifen in die Höhe hält, durch die die Kunden springen sollen, erreicht man das Gegenteil von dem, was man will: Dann bekommt man eine Reihe Ergebnisse vom Bundesnetzagentur-Speedtest vorgelegt und sieht den Kunden nur noch von hinten.

    Überbuchung ist selten geworden in den letzten Jahren. Vor 10 Jahren im Kabelnetz war das noch ein Problem, aber in letzter Zeit praktisch gar nicht mehr.

    Kann man glauben, muss man aber nicht.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Dann bekommt man eine Reihe Ergebnisse vom Bundesnetzagentur-Speedtest vorgelegt und sieht den Kunden nur noch von hinten.

    Bei den Kunden ist das üblicherweise ein Vorteil. :P Bleibt die Netzkapazität für diejenigen, die ihr Setup im Griff haben.

    Und wenn eines sicher ist, dann: Der nächste Provider bekommt auch einen Satz Speedtests. Aber die Ursachen bleiben die gleichen. Aber dann kann sich der nächste Support damit herumschlagen. ;)

  • Ich habe gerade mit einer Linux Live Distri mittels wget von speedtest.net Servern getestet. Ergbenis auch nicht anders als über Windows. Es schwankt zwischen 8-15 MByte/s bei einem Download. Das deutet aufgrund erheblicher Schwankungen wohl auf Überlast am Samstag hin.

    Auch wenn frank_m immer von angeblich so falscher Konfig spricht, ich habe mir gleich gedacht dass das nur heiße Luft ist. Aber vielleicht sind die Router auch Schuld :D. Wenn ich einen Vodafone Kabel Anschluss nutzen würde, würde mein System auch bei einem Download von besagtem Server sofort 124 MByte/s ausspucken.

  • Spaßeshalber noch mal ein Kapitel aus dem Buch "wer viel misst misst Mist".

    Ich hab einen Raspi 4 und einen PC hier direkt nebeneinander am Switch hängen, von da gehts zur 5530 im Netz der Deutschen Glasfaser mit einem 400/200 Tarif. Der PC ist ein i7-7700k, zwar schon 4 Jahre alt, aber es sollte erst mal reichen für 400 MBit/s.

    Als Tool kam iperf3 zum Einsatz, direkt von der Webseite (https://iperf.fr/iperf-download.php)

    Erster Test: iperf zwischen PC und Raspi. Siehe da: 1 GBIt/s:

    Spoiler anzeigen

    c:\co1>iperf3.exe -c 192.168.175.9 -p 5202 -R

    Connecting to host 192.168.175.9, port 5202

    Reverse mode, remote host 192.168.175.9 is sending

    [ 4] local 192.168.175.2 port 54652 connected to 192.168.175.9 port 5202

    [ ID] Interval Transfer Bandwidth

    [ 4] 0.00-1.00 sec 111 MBytes 932 Mbits/sec

    [ 4] 1.00-2.00 sec 113 MBytes 949 Mbits/sec

    [ 4] 2.00-3.00 sec 113 MBytes 948 Mbits/sec

    [ 4] 3.00-4.00 sec 113 MBytes 949 Mbits/sec

    [ 4] 4.00-5.00 sec 113 MBytes 949 Mbits/sec

    [ 4] 5.00-6.00 sec 113 MBytes 948 Mbits/sec

    [ 4] 6.00-7.00 sec 113 MBytes 949 Mbits/sec

    [ 4] 7.00-8.00 sec 113 MBytes 948 Mbits/sec

    [ 4] 8.00-9.00 sec 113 MBytes 949 Mbits/sec

    [ 4] 9.00-10.00 sec 113 MBytes 949 Mbits/sec

    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    [ ID] Interval Transfer Bandwidth Retr

    [ 4] 0.00-10.00 sec 1.10 GBytes 947 Mbits/sec 0 sender

    [ 4] 0.00-10.00 sec 1.10 GBytes 947 Mbits/sec receiver

    Soweit so gut.

    Test vom Raspi auf den Speedtest von wt.net:

    Spoiler anzeigen

    pi@raspi:~ $ iperf3 -c speedtest.wtnet.de -p 5203 -R

    Connecting to host speedtest.wtnet.de, port 5203

    Reverse mode, remote host speedtest.wtnet.de is sending

    [ 5] local ::1000 port 43188 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5203

    [ ID] Interval Transfer Bitrate

    [ 5] 0.00-1.00 sec 44.1 MBytes 370 Mbits/sec

    [ 5] 1.00-2.00 sec 50.3 MBytes 422 Mbits/sec

    [ 5] 2.00-3.00 sec 52.9 MBytes 444 Mbits/sec

    [ 5] 3.00-4.00 sec 55.8 MBytes 468 Mbits/sec

    [ 5] 4.00-5.00 sec 58.2 MBytes 488 Mbits/sec

    [ 5] 5.00-6.00 sec 60.8 MBytes 510 Mbits/sec

    [ 5] 6.00-7.00 sec 63.9 MBytes 536 Mbits/sec

    [ 5] 7.00-8.00 sec 66.1 MBytes 554 Mbits/sec

    [ 5] 8.00-9.00 sec 52.5 MBytes 440 Mbits/sec

    [ 5] 9.00-10.00 sec 55.3 MBytes 464 Mbits/sec

    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    [ ID] Interval Transfer Bitrate Retr

    [ 5] 0.00-10.02 sec 563 MBytes 472 Mbits/sec 52 sender

    [ 5] 0.00-10.00 sec 560 MBytes 470 Mbits/sec receiver

    In Ordnung für einen 400er Anschluss.

    Jetzt test vom PC auf wt.net:

    Spoiler anzeigen

    c:\co1>iperf3.exe -c speedtest.wtnet.de -p 5203 -R

    Connecting to host speedtest.wtnet.de, port 5203

    Reverse mode, remote host speedtest.wtnet.de is sending

    [ 4] local ::1001 port 54654 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5203

    [ ID] Interval Transfer Bandwidth

    [ 4] 0.00-1.00 sec 10.0 MBytes 83.9 Mbits/sec

    [ 4] 1.00-2.00 sec 10.1 MBytes 84.5 Mbits/sec

    [ 4] 2.00-3.00 sec 10.1 MBytes 84.5 Mbits/sec

    [ 4] 3.00-4.00 sec 10.1 MBytes 84.7 Mbits/sec

    [ 4] 4.00-5.00 sec 10.1 MBytes 84.8 Mbits/sec

    [ 4] 5.00-6.00 sec 10.1 MBytes 84.7 Mbits/sec

    [ 4] 6.00-7.00 sec 10.0 MBytes 84.1 Mbits/sec

    [ 4] 7.00-8.00 sec 10.1 MBytes 84.6 Mbits/sec

    [ 4] 8.00-9.00 sec 10.1 MBytes 85.0 Mbits/sec

    [ 4] 9.00-10.00 sec 10.1 MBytes 84.5 Mbits/sec

    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    [ ID] Interval Transfer Bandwidth Retr

    [ 4] 0.00-10.00 sec 103 MBytes 86.5 Mbits/sec 0 sender

    [ 4] 0.00-10.00 sec 101 MBytes 84.7 Mbits/sec receiver

    Uups. Auch eine mehrfache Testwiederholung brachte keine Besserung.

    Dann noch mal mit 10 Threads:

    Spoiler anzeigen

    c:\co1>iperf3.exe -c speedtest.wtnet.de -p 5202 -R -P 10

    Connecting to host speedtest.wtnet.de, port 5202

    Reverse mode, remote host speedtest.wtnet.de is sending

    [ 4] local ::1001 port 54656 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 6] local ::1001 port 54657 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 8] local ::1001 port 54658 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 10] local ::1001 port 54659 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 12] local ::1001 port 54660 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 14] local ::1001 port 54661 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 16] local ::1001 port 54662 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 18] local ::1001 port 54663 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 20] local ::1001 port 54664 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ 22] local ::1001 port 54665 connected to 2a02:2028:ff00::f9:2 port 5202

    [ ID] Interval Transfer Bandwidth Retr

    [ 4] 0.00-10.00 sec 66.0 MBytes 55.3 Mbits/sec 145 sender

    [ 4] 0.00-10.00 sec 65.3 MBytes 54.8 Mbits/sec receiver

    [ 6] 0.00-10.00 sec 93.4 MBytes 78.3 Mbits/sec 208 sender

    [ 6] 0.00-10.00 sec 91.4 MBytes 76.7 Mbits/sec receiver

    [ 8] 0.00-10.00 sec 86.8 MBytes 72.8 Mbits/sec 149 sender

    [ 8] 0.00-10.00 sec 84.5 MBytes 70.9 Mbits/sec receiver

    [ 10] 0.00-10.00 sec 80.1 MBytes 67.2 Mbits/sec 226 sender

    [ 10] 0.00-10.00 sec 78.1 MBytes 65.5 Mbits/sec receiver

    [ 12] 0.00-10.00 sec 47.6 MBytes 39.9 Mbits/sec 96 sender

    [ 12] 0.00-10.00 sec 47.1 MBytes 39.5 Mbits/sec receiver

    [ 14] 0.00-10.00 sec 76.5 MBytes 64.2 Mbits/sec 131 sender

    [ 14] 0.00-10.00 sec 74.2 MBytes 62.3 Mbits/sec receiver

    [ 16] 0.00-10.00 sec 47.2 MBytes 39.6 Mbits/sec 78 sender

    [ 16] 0.00-10.00 sec 46.4 MBytes 38.9 Mbits/sec receiver

    [ 18] 0.00-10.00 sec 67.9 MBytes 56.9 Mbits/sec 156 sender

    [ 18] 0.00-10.00 sec 65.9 MBytes 55.3 Mbits/sec receiver

    [ 20] 0.00-10.00 sec 48.4 MBytes 40.6 Mbits/sec 59 sender

    [ 20] 0.00-10.00 sec 47.7 MBytes 40.0 Mbits/sec receiver

    [ 22] 0.00-10.00 sec 51.8 MBytes 43.5 Mbits/sec 105 sender

    [ 22] 0.00-10.00 sec 51.0 MBytes 42.8 Mbits/sec receiver

    [SUM] 0.00-10.00 sec 666 MBytes 558 Mbits/sec 1353 sender

    [SUM] 0.00-10.00 sec 652 MBytes 547 Mbits/sec receiver

    Siehe da, es geht doch.

    Spaßeshalber noch mal iperf3 aus einem WSL auf dem PC:

    Spoiler anzeigen

    frank_m@i4770:~$ iperf3 -c speedtest.wtnet.de -p 5204 -R

    Connecting to host speedtest.wtnet.de, port 5204

    Reverse mode, remote host speedtest.wtnet.de is sending

    [ 5] local 172.20.53.150 port 38628 connected to 213.209.106.95 port 5204

    [ ID] Interval Transfer Bitrate

    [ 5] 0.00-1.00 sec 50.8 MBytes 426 Mbits/sec

    [ 5] 1.00-2.00 sec 42.7 MBytes 359 Mbits/sec

    [ 5] 2.00-3.00 sec 28.1 MBytes 236 Mbits/sec

    [ 5] 3.00-4.00 sec 30.7 MBytes 258 Mbits/sec

    [ 5] 4.00-5.00 sec 33.9 MBytes 284 Mbits/sec

    [ 5] 5.00-6.00 sec 36.6 MBytes 307 Mbits/sec

    [ 5] 6.00-7.00 sec 39.9 MBytes 335 Mbits/sec

    [ 5] 7.00-8.00 sec 30.5 MBytes 255 Mbits/sec

    [ 5] 8.00-9.00 sec 24.7 MBytes 208 Mbits/sec

    [ 5] 9.00-10.00 sec 28.1 MBytes 235 Mbits/sec

    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

    [ ID] Interval Transfer Bitrate Retr

    [ 5] 0.00-10.05 sec 349 MBytes 292 Mbits/sec 1870 sender

    [ 5] 0.00-10.00 sec 346 MBytes 290 Mbits/sec receiver

    Ein ookla Test vom PC:


    Wie gesagt, wer viel misst misst Mist. Die iperf3 Implementierung auf Windows (nutzt cygwin) ist scheinbar so schlecht, dass sie mit einer Verbindung den Speed nicht hinkriegt. Aus einer WSL Installation ist es schon besser, aber noch nicht gut. Aber ein popeliger Raspi direkt daneben rockt die Verbindung.

    Ich glaube an eine Providereinschränkung erst, wenn es handfeste Beweise dafür gibt. Vor allem, wenn mit mehreren parallelen Verbindungen der Speed erreicht wird. Ansonsten tippe ich zu mehr als 99,9 % auf die lokale Konfiguration.

  • Tipp: Jetzt kostenlos registrieren, mitmachen und das Forum ohne Werbebanner nutzen.
  • Auch wenn frank_m immer von angeblich so falscher Konfig spricht, ich habe mir gleich gedacht dass das nur heiße Luft ist.

    Um mal in Bezug auf die Funktionsweise eines Forums zu kommen. Hier waren ihre Beiträge auch sofort auf den Provider eingeschossen, was durchaus berechtigt sein kann aber man muss auch in einem Forum die Standpunkte und Ideen anderer auch hinnehmen.

    Im Grundsatz und das ist das schöne an diesem Forum, will man sich ja gegenseitig nur helfen.

  • @frank_m

    Der Raspi hat auch eine wenig performante CPU. Mich verwundern die Ergebnisse von dem nicht wirklich.

    Du kannst darauf tippen dass es meine Konfiguration ist, ich glaube daran nicht. Und der Test mit der Linux Live Distri hat auch das Gegenteil gezeigt.

    Wo arbeitest du eigentlich? Mir kommt es echt komisch vor dass du den Provider so verteidigst.

    Sakuwa

    Ja, da hast du recht nur ist bei dem System und bei Toproutern die Wahrscheinlichkeit extrem gering (quasi ausgeschlossen) dass es daran liegt.

    Einmal editiert, zuletzt von Hans (13. Februar 2021 um 19:58)