DG: Auf NT verzichten, Router direkt an HÜP anschließen?

  • Hallo Forengemeinde,


    gerne würde ich die kommende AVM 5530 direkt an den HÜP anschließen, auf den G-010G-P NT verzichten.


    Ist euch jemand bekannt, der dieses Abenteuer schon einmal erfolgreich bestritten hat?

    Ist meine Interpretation des passiven Netzabschlusspunktes am LC Port des HÜP vertretbar?


    Viele Grüße

    azev

  • Hallo Gerrit,


    vielen Dank für Deinen Hinweis auf den verlinkten Thread.

    Mein Interesse gilt eher der Frage, ob DG Kunden diese Herausforderung schon einmal gemeistert haben.


    Scheinbar drückt das auf einen wunden Punkt - beim besten Willen nicht meine Absicht!


    Viele Grüße

    azev

  • Nein, es drückt nicht auf einen wunden Punkt. Wenn du das durchziehst, dann leistest du Pionierarbeit. Das Problem bei dem Thema ist, dass Diskussionen darüber endlos und unergiebig sind, besonders wenn es niemand tatsächlich macht.


    Es ist meine ehrliche Meinung, dass nahezu alle FTTH-Kunden durch den Direktanschluss keinen nennenswerten Vorteil haben, aber sich jede Menge Probleme einhandeln können. Damit meine ich nicht einmal, dass die Netzbetreiber sich querstellen und den Support verweigern, sondern ganz allein die technischen Aspekte. Das Know-How und die Werkzeuge für Twisted-Pair Netzwerktechnik sind einfach noch viel verbreiteter und günstiger als für Glasfasertechnik. Deswegen habe ich etwas dagegen, wenn jemand theoretische Argumente bringt, warum man das tun sollte, aber selbst nicht bereit ist, den Ärger auf sich zu nehmen. Niemand sollte den Eindruck haben, es wäre irgendwie "glasfaseriger", nicht den NT vom Provider zu nutzen.


    Andererseits ist es wichtig, dass die Netzbetreiber nicht auf die Idee kommen, die Routerfreiheit wieder einzuschränken. Wenn du also vielleicht sogar der erste sein möchtest, der bei deinem ISP mit einem eigenen GPON-ONT(-SFP) direkt an die Glasfaser geht, dann sei so nett und berichte bitte, wie das gelaufen ist.

  • Bei mir läuft seit über einem Jahr eine Fritzbox 5490 direkt an der DG Glasfaser.

    Ich habe 2016 den GF-Anschluß bekommen, damals noch mit dem Genexis Titanium Router. Letztes Jahr habe ich dann günstig eine gebrauchte 5490 erstanden. Der Genexis hat auf der ersten Ebene eine GF-Buchse; daran habe ich über einem passenden LWL die 5490 angeschlossen. Nach etwa 5 Minuten hatte die 5490 eine Verbindung aufgebaut; eine besondere Konfiguration war nicht erforderlich. Seitdem läuft der Router ohne Probleme.

  • Das hätte ich auch gemacht, wenn ich einen der ganz alten Anschlüsse mit dem Titanium Router hätte. Bei diesen Anschlüssen wurde die Routerfreiheit offiziell dadurch umgesetzt, dass der Titanium in den Bridge-Modus versetzt wurde. Der vollständige Router musste nur als Medienkonverter mitlaufen, was natürlich nicht so schön ist.


    Seit etwa 2016 hat die DG Anschlüsse mit dem Genexis Fibertwist gebaut. Das waren auch noch AON-Anschlüsse mit 1000BASE-BX10. Die waren durch die Trennung von ONT und Router aber schon auf einen separaten Router ausgelegt, was den Sinn eines Direktanschlusses reduziert hat. Auch diese Anschlüsse hätte man aber technisch betrachtet problemlos mit einer Fritzbox 5490 betreiben können.


    Seit 2018 sind die Anschlüsse mit GPON-ONTs ausgestattet, die kaum mehr Strom verbrauchen als irgendein anderer ONT. Ohne den geht's ja nicht, ob das nun ein externes Gerät ist oder ein SFP. Mit GPON ist es auch nicht mehr so einfach, einen Direktanschluss zu realisieren. Das ist nicht mehr Ethernet über eine bidirektional genutzte Glasfaser sondern ein sehr viel komplexeres Protokoll mit Zugangskontrolle, Verschlüsselung, Bandbreitenmanagement, etc.


    Einen GPON-ONT kann man nicht einfach kaufen und anschließen. Das Gerät muss dem Netz administrativ bekannt gemacht werden. Einen solchen Anschluss mit einem eigenen ONT zu nutzen, ist also etwas völlig anderes, als einfach ein eigenes 1000BASE-BX10 SFP zu verwenden. Wer z.B. eine Fritzbox 5490, die ein AON-Gerät ist, an einen solchen GPON-Anschluss anschließt, wird Störungen an anderen Anschlüssen verursachen. Bei den AON Anschlüssen hätte man durch unpassende SFPs nur den eigenen Anschluss gestört.


    Wer trotzdem den Direktanschluss wagen will, kann das machen. Ich habe nichts dagegen. Aber unterschätzt die möglichen Probleme nicht und redet anderen nicht ein, das wäre irgendwie besser, als den ONT vom Provider zu verwenden. Für fast alle verursacht ein Umstieg auf einen eigenen GPON-ONT nur unnötige Kosten, zusätzliche Verantwortung und Supportprobleme.


    Und bitte weist wenigstens darauf hin, dass es unterschiedliche Anschlusstechniken gibt, die nicht kompatibel zueinander sind. Wer eine 5490 für einen neuen Anschluss kauft, kann die am Ende doch nur per Cat-Kabel an den ONT anschließen.

  • Hallo! Ich habe eine ähnliche Frage. Ich bekomme bald meinen Glasfaseranschluss von DBN. Die Glasfaser wurde schon eingeblasen. Im Keller sieht das jetzt so aus:


    Als Gerät bekommt man wohl etwas von Zyxel:


    Ich würde nun gerne statt dem Zyxel Modem die Unifi Dream Machine Pro (UDM Pro) nutzen. Diese hat einen SFP+ Port für WAN. Also mit dem entsprechenden Adapter müsste das ja irgendwie gehen.


    Kennt sich da einer mit aus?

  • Moin Moin!

    Mehrere Gründe. Ich habe an der Stelle nur noch eine Steckdose und keine Lust auf noch eine Mehrfachsteckdose. Außerdem stört mich der extra Kasten. Habe ein kleines Rack und das wäre die einzige nicht Rack Komponente.

    Die Zyxel Kiste fungiert ja vermutlich als Router? Somit hätte ich dann auch wieder doppeltes NAT?

    Ich habe mir noch kein GPON Adapter für den SFP ausgesucht. Was primär daran liegt, dass ich mich in der Kupferwelt einigermaßen auskenne, Glasfaser aber Neuland ist. Ich weiß nicht was man da beachten muss und ob jeder Adapter mit meinem Anbieter kompatibel ist. Wenn ich das richtig gelesen habe unterstützt die UDM Pro relativ viele (auch von anderen Herstellern). Ansonsten scheint es bald den hier zu geben:


    https://www.omg.de/ubiquiti-ne…sfp-modul-uf-gp-b/a-14527


    Was mich außerdem verwirrt sind die Anschlüsse. Der Glasfaseranschluss an dem Zyxel sieht ja doch deutlich anders aus, als das was da ins Haus kommt.

  • Nimm lieber eine Mehrfachsteckdose. Das verlinkte Modul gibt es nicht erst bald sondern jetzt schon, ist aber für die andere Seite (OLT). Ich hatte das N in ONT extra fett geschrieben, weil das ein sehr wichtiger Unterschied ist. Es gibt bei den Anschlüssen noch mehr zu beachten als die Passform. Der Zyxel ONT arbeitet nicht als Router sondern mehr wie ein Modem. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, sind die meisten Nutzer schon mit den unbedingt zu beachtenden technischen Details eines Direktanschlusses an einen GPON-Anschluss überfordert. Dazu kommen noch die Schwierigkeiten mit den Netzbetreibern, die dann im Problemfall mit den Schultern zucken und auf die kundeneigene Hardware zeigen, für die sie keinen Support leisten.

  • Versuch finde ich ist es trotzdem Wert. Manche Menschen sollen ja auch eine Lernkurve haben. Sollte es wirklich mal technische Probleme geben, dann kann ich immer wieder das Zyxel Teil anschließen und den Anbieter damit den Anschluss entstören lassen.

    Welches ONT SFP Modul würdest Du denn empfehlen? Gibt es da unterschiede welches mit welchem Anbieter funktioniert?

  • Nein, man kann GPON-ONTs nicht einfach so wechseln. Das ist ähnlich wie bei den Kabelnetzen: Nur das Modem, das der Netzbetreiber freigeschaltet hat, funktioniert. Wenn du ein anderes Modem anschließt, geht erstmal nichts. Wenn du das im Störungsfall machen willst, musst du dann erst den anderen ONT wieder freischalten lassen (vorausgesetzt, dass du den im Falle eines Direktanschlusses überhaupt behalten darfst). Ich empfehle nachdrücklich, den ONT vom Netzbetreiber zu nutzen.

  • alfalfa Danke für Deine ausführlichen Stellungnahmen und Geduld.


    Ewiges Aufklären, viel theoretisieren (um am Ende kein Ergebnis zu erhalten) ist anstrengend.

    Der Kundennutzen eines eigenen GPON-ONT ist, wie von Dir korrekt beschrieben, nicht nennenswert. Weder wird der Anschluss dadurch "glasfaseriger", noch schneller und schon garnicht günstiger. Er wird dadurch im Besonderen nicht "DG-freundlicher".


    Warum reizt mich (auch finanzieller) Mehraufwand trotzdem?

    Weil ich finde, dass DG technisch versierten Kunden (oder solchen, die es werden möchten) eine m.E. gesetzteskonforme passive Schnittstelle zur Verfügung stellen sollen.


    Die Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern an zu hohen Hürden seitens DG ist hoch, dennoch scheint mir das "Projekt" attraktiv.

    Mein Versprechen: Im Erfolgs- und Misserfolgsfall werde ich die Historie für dieses Forum aufbereiten und transparent machen.


    Viele Grüße

    azev

  • Ein weiterer Aspekt der meiner Meinung nach gegen ein Kundeneigenes ONT spricht, ist ein früher oder später auftretender defekt des Gerätes. Sei es durch Überspannung/Blitzschlag, Hochwasser oder Altersschwäche.

    Immer wenn ein neues Gerät angeschlossen werden soll, muss man sich nicht nur selber zeitnah um passenden (!) Ersatz kümmern, sondern sich auch erneut um die Freischaltung bemühen. Die 3 Watt Energieverbrauch und der eine Steckdosenplatz den das ONT benötigt ist es dem "Mehrwert" ein Gerät weniger - dafür aber gar keinen Support mehr zu haben, nicht Wert.


    Es ist nun mal etwas ganz anderes als DSL bei dem man mal eben einen Startcode bzw. Username/Passwort eintippt und sich der Rest (Telefonie) via TR-069 selbst konfiguriert.


    PS: Wenn ich übrigens Fotos wie das oben vom Zyxel mit offenem LWL-Port (ohne Staubschutzkappe) sehe, sagt mir das nur vor allem eines: Hier hat wohl Jemand keinen Schimmer davon wie schon winzige mengen Staub/Schmutz/Fett die optische Signalübertragung unmöglich machen können. Bastlern würde ich auch zutrauen das die mal direkt in das ende der Faser schauen um zu gucken ob man das 1310nm-Licht denn auch sehen kann. :roll: Wer Singlemode nicht von Multimode und APC nicht von UPC unterscheiden kann lässt besser die Flossen von der Faser:!:Nicht umsonst sind die Spleißgehäuse bei einigen (den meisten?) Providern verplombt bzw. mit Schlüssel gesichert.

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