Technische Fragen zum Anbieter Deutsche Glasfaser

  • Hi,

    ich habe Fragen zur technischen Umsetzung vom Anbieter Deutsche Glasfaser.

    Leider sind die Informationen aus DG_Leistungsbeschreibung.pdf und DG_Schnittstellenbeschreibung_2.pdf nicht abschließend ergiebig,

    auch wurden meine Fragen vom DG Support bisher nicht beantwortet.


    Vielleicht hat jemand mit einem neueren DG Anschluss oder mehr technischen Hintergrundwissen Antworten.


    1) kann/darf man nach der Installation der ONT Box, die Box eigenmächtig im Haus/Keller versetzen?

    Laut Schnittstellenbeschreibung soll das LWL Kabel zwischen HÜP und ONT ein LC/APC-SC/APC G.657 Patchkabel sein?


    2) ist es derzeit schon möglich die gestellte ONT Box (Glasfaser zu Ethernet) durch ein _eigenes_ GPON SFP Modul (z.B. durch ein MikroTik SFP GPON) zu ersetzen?


    3) IPv4 Stack ist nativ umgesetzt? kein PPPoE, kein 4in6?

    3a) es wird eine IPv4 aus dem cgnat 10.64.0.0/10 Netz per DHCPv4 propagiert?

    3b) diese cgnat IPv4 verändert sich je DHCP Request oder Zeitraum oder nie?


    4) IPv6 Stack ist nativ umgesetzt? kein PPPoE, kein 6to4?

    4a) wird ein öffentlich geroutetes IPv6 Präfix bereitgestellt?

    4b) werden mehrere IPv6 Präfixe bereitgestellt?

    4c) welche Länge hat das IPv6 Präfix? /56?

    4d) wie wird das/die Präfix(e) propagiert? per DHCPv6 oder (SLAAC/NDP/ICMPv6) oder DHCPv6-PD ? Oder beides bei mehreren Präfixen?


    5) gibt es eine Beschränkung der maximalen MTU Größe bei IPv4/IPv6? Ggf. maximal beim cgnat IPv4 Stack?


    6) mittlerer Stromverbrauch der ONT Box?


    7) Erfahrungen ob es gegen Geld eine öffentliche IPv4 hinzugebucht werden kann?

  • user

    Hat den Titel des Themas von „Technische Fragen zu Deutsche Glasfaser Anbieter“ zu „Technische Fragen zum Anbieter Deutsche Glasfaser“ geändert.
  • zu 1) Man kann, aber die DG mag das nicht. Das Kabel zwischen HÜP und ONT ist in der Tat ein (Simplex) LC/APC-SC/APC G.657 Patchkabel.


    zu 2) Das Telekommunikationsgesetz verlangt einen passiven Netzabschlusspunkt (TKG §45d, Absatz 1). Ob das bei der DG schon jemand durchgesetzt hat, weiß ich nicht. Ich empfehle es auch nicht. Der gelieferte ONT ist ein sehr einfaches Gerät mit einem geringen Stromverbrauch. Nur wer im Fehlerfall selbst feststellen kann, woran es liegt, also auch die dazu nötigen Messgeräte hat, sollte in Erwägung ziehen, den NT durch ein eigenes Gerät zu ersetzen. Anspruch auf diese Möglichkeit hätte man aber.


    zu 3) IPv4 wird nicht gekapselt.

    zu 3a) Der Adressbereich ist 100.64.0.0/10. Adressen werden per DHCPv4 zugeteilt.

    zu 3b) Die Adressen wechseln selten, nicht mit jedem DHCP Request. Man kann einen Adresswechsel erzwingen, indem sich der Router anders identifiziert, aber nicht zu schnell hintereinander.


    zu 4) IPv6 wird nicht (mehr) getunnelt. Es gab auch 6rd Anschlüsse, aber neue Anschlüsse machen IPv6 nativ.

    zu 4a, b, c) Es wird ein /56 Präfix zugeteilt

    zu 4d) Die IPv6 Adressvergabe findet per DHCPv6 statt: Eine einzelne Adresse für den Router und ein Präfix per DHCPv6-PD.


    zu 5) Pings mit 1472 Bytes Payload + 20 Bytes IP + 8 Bytes ICMP gehen durch.


    zu 6) ca. 2,5W


    zu 7) Wird nicht angeboten und mir ist keine Ausnahme bekannt.

  • 7))


    Alsp ja das geht aber nicht bei der glasfaser. Sondern bei https://www.feste-ip.net/

  • 7) Ist relativ einfach über einen GRE-v6 Tunnel zu machen, habe selber mehr als 6 Statische IPv4 Adressen auf meinen Geräten laufen, man kann die wie als wären das Gerät direkt am Public-IP Route angeschlossen. Habe das über einen vServer und meinen homeserver realisiert. ;)

    2) Nachricht von dem DG Twitter Support:

    Wir bieten die Möglichkeit einen komplett passiven Netzabschluss zu installieren. Dies bedeutet, wir verbauen einen sogenannten Hausübergabepunkt und auch einen ONT. Der Anschluss eines der Schnittstellenbeschreibung entsprechenden Routers ist nur direkt am HÜP möglich.

    Die Schnittstellenbeschreibung finden Sie hier:
    https://deutsche-glasfaser.de/fileadmin/Content/Pdf/Downloads/Sonstiges/DG_Schnittstellenbeschreibung_2.pdf

    Allerdings müssen wir höflich darauf hinweisen, dass der HÜP (Hausübergabepunkt) generell im untersten Geschoss (Keller) installiert wird und Sie Ihrerseits dann für eine Verbindung zu Ihrem Endgerät sorgen müssten. Zusätzlich sieht unser Anschlussmodell auf jeden Fall die Installation eines ONT vor, der bei Beauftragung eines passiven Anschlusses dann nach Anschlussfertigstellung seitens unseres Field Service Technikers wieder vom HÜP gelöst wird, damit Sie Ihr geeignetes Endgerät dort anschließen können. Für die technische Umsetzung und die Arbeiten bei Ihnen vor Ort berechnen wir eine Kostenpauschale von 60 Euro.
    Wir weisen höflich darauf hin, dass unser Fieldservice keine Konfiguration bzw. Installation Ihrer eigenen Endgeräte vornimmt.
    Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie bezüglich Ihrer Recherche für ein geeignetes Endgerät nicht unterstützen können. Die Schnittstellenbeschreibung dient Ihnen hier als Hilfe. Ebenfalls können wir für kein Endgerät die Garantie übernehmen, dass es auch funktioniert.

    Zudem möchten wir dringend erwähnen, dass nach Einrichtung eines passiven Anschlusses unsererseits jeglicher Support entfällt und zukünftig keine vertraglichen Änderungen bzw. Buchungen einzelner Optionen mehr möglich sind. Dies empfinden wir als nicht zielführend.

  • Es ging hier darum, ob man von der Deutschen Glasfaser eine öffentliche IPv4 Adresse bekommt oder bekommen kann. Das ist in den Privatkundentarifen nicht möglich. Natürlich gibt es mehr oder weniger funktionsähnliche Alternativlösungen, die mehr oder weniger kompliziert umzusetzen sind. I.d.R. ist das aber mit den üblichen Routern nur mit Abstrichen machbar. Annähernd vollwertige Alternativen erfordern zusätzliche Hardware im Haus und einen separaten Dienstleister für VPN oder Vserver. Ob das dafür notwendige technische Know-How "relativ einfach" ist, ist eine Frage der Perspektive.

  • In dem Bild ist zu sehen, dass die Fritzbox für sich eine IPv6 Adresse bezogen hat (die obere, 2a00:6020:1000...) und ein Präfix für die Geräte im LAN bekommen hat (2a00:6020:4052:.../56). Das sind älles öffentliche Adressen, die nach dem bei der DG üblichen Schema aufgebaut sind. Wieso meinst du, dass etwas nicht in Ordnung ist?

  • @alfalfa


    Danke erst mal für deine schnelle Antwort.

    Ich dachte eine öffentliche IPv6 besteht aus 8 Blöcken und nicht 3?

    so ungefähr:

    2001:0db8:3c4d:0015:3000:1000:1a2f:1a2b

    Wie auch in diesem Video zu sehen:


    Meine Freigaben kann ich überhaupt nicht anpingen und über 6tunnel gar nicht erreichen.


    habe ich da einen Denkfehler?

  • Diese Adressen bestehen auch aus 8 Blöcken, aber einige werden nicht geschrieben sondern durch :: abgekürzt, und führende Nullen in einem Block muss man auch nicht schreiben. An höchstens einer Stelle in einer IPv6 Adresse darf man beliebig viele Blöcke, die komplett aus Nullen bestehen, weglassen und das durch zwei aufeinanderfolgende Doppelpunkte anzeigen. Die Doppeldoppelpunkte verkürzen in deiner Einzeladresse die ersten drei Blöcke des Interface-Identifiers und in deinem Präfix alle vier Blöcke des Interface-Identifiers. (Die hinteren 4 Blöcke = 64 bit sind der Interface-Identifier.)


    Die letzten 00 in den hingeschriebenen Blöcken deines Präfix gehören nicht zum Präfix, müssen aber hingeschrieben werden: Der Block kann nicht komplett weggelassen werden, weil er nicht komplett aus Nullen besteht, und nur führende Nullen dürfen weggelassen werden. (Das Ist bei normalen Zahlen auch so: 1000 ist Tausend, aber wenn man die letzten beiden Nullen weglässt, ist es nur noch Zehn. 0010 und 10 sind beide Zehn.)


    An die Syntax von IPv6 Adressen muss man sich erst gewöhnen, aber die Adress- und Präfix-Angaben sind immer 128 Bit lang, auch wenn man nicht alle Bits ausschreibt.


    Ergänzung:

    Das Video wurde hier im Forum schon in diesem Thema besprochen:

    IPv6 Ping Funktioniert nicht

    Dort gibt es auch noch einige zusätzliche Informationen und Tipps zu IPv6 Freigaben.

  • IPv6-test.com ist übrigens eine praktische Seite um mal eben schnell im Browser zu prüfen ob man über eine IPv6-fähige Verbindung online geht.


    Darüber hinaus kannst du deine IPv6-Adresse auch einfach mal von außerhalb anpingen um zu gucken ob die FritzBox antwortet.

    Ich hab das mal gemacht:

    Code: ping
    1. PING6(56=40+8+8 bytes) 2a00:a7c0:e20a:18::1 --> 2a00:6020:1000:30::5240
    2. 16 bytes from 2a00:6020:1000:30::5240, icmp_seq=0 hlim=59 time=7.749 ms
    3. 16 bytes from 2a00:6020:1000:30::5240, icmp_seq=1 hlim=59 time=7.266 ms
    4. 16 bytes from 2a00:6020:1000:30::5240, icmp_seq=2 hlim=59 time=7.785 ms
    5. 16 bytes from 2a00:6020:1000:30::5240, icmp_seq=3 hlim=59 time=8.538 ms
    6. 16 bytes from 2a00:6020:1000:30::5240, icmp_seq=4 hlim=59 time=7.997 ms
    7. --- 2a00:6020:1000:30::5240 ping6 statistics ---
    8. 5 packets transmitted, 5 packets received, 0% packet loss
    9. round-trip min/avg/max/std-dev = 7.266/7.867/8.538/0.412 ms


    Die IPv6 Adresse ::1 ist übrigens die kürzeste, sie zeigt wie 127.0.0.1 auf des eigene Gerät.

  • Du findest dieses Forum hier toll und möchtest es unterstützen? Großartig! Hier zeigen wir dir eine Möglichkeit, wie du uns supporten kannst. Es kostet dich keinen Cent mehr und das Forum bleibt hiermit weiter werbefrei.

    Amazon Link

    Nutze diesen Button um bei Amazon einzukaufen. Das kostet dich keinen Cent mehr, jedoch bekommen wir eine kleine Provision.
    Bei Amazon einkaufen und das GF unterstützen
    Mehr Infos gibt es in diesem Thread
  • Da ja die FritzBox einen IPv6-Adressblock erhalten hat ist der Fehler nun bei dir zu suchen.


    Folgende Möglichkeiten fallen mir dazu spontan ein:

    - Das Endgerät unterstützt kein IPv6.

    - Am Endgerät ist IPv6 versehentlich deaktiviert.

    - Am Endgerät wurde statt "IPv6 automatisch beziehen" eine statische Adresse eingetragen. (DHCPv6 deaktiviert.)

    - Die FritzBox ist falsch konfiguriert.


    Um letzteres auszuschließen: Wenn du noch weitere IPv6-fähige Clients (z.B. Smartphones) an der FritzBox angeschlossen hast, gucke doch mal im Menü unter "Heimnetz > Heimnetzübersicht > Alle Geräte > (Details)" nach, ob diesen auch keine IPv6 Adresse zugewiesen wurde.

  • In deinem einen Screenshot sieht man, dass du "native IPv6" aktiviert hast. Ich hab irgendwo im Hinterkopf, dass man dort native IPv4 nutzen soll. So hab ich es jahrelang mit einer 7490 genutzt, und nutze es auch heute so mit einer 5530.


    Ich bin mir aber nicht sicher, ob das dein Problem wirklich löst. Du kriegst ja ein Prefix und eine IPv6 Adresse.

  • ich habe eine Synology NAS und die gibt mir immer die Selbe IPv6 Adresse

    Beginnt diese auch mit dem Präfix das dir zugewiesen wurde? (Zuletzt war es ja 2a00:6020:4052:3000) Denn das würde dann schon mal ausschließen das die FritzBox falsch konfiguriert ist.


    (Ob die Einstellungen in der FB für einen DG-Anschluss richtig sind, weiß ich leider nicht zu 100%.)

  • In deinem einen Screenshot sieht man, dass du "native IPv6" aktiviert hast. Ich hab irgendwo im Hinterkopf, dass man dort native IPv4 nutzen soll. So hab ich es jahrelang mit einer 7490 genutzt, und nutze es auch heute so mit einer 5530.

    An Dual-Stack Anschlüssen (mit oder ohne CGNAT) ist das egal. Einen Unterschied kann diese Einstellung mit 6rd oder DS-Lite machen. AVM erklärt in einer Technical Note die Details der Adressaushandlung:

    https://avm.de/fileadmin/user_…Pv6_Technical_Note_de.pdf

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden