Medienkonverter und SFP-Modul für EWE/Glasfaser Nordwest

  • Moin,

    ich habe bei der EWE einen Glasfaseranschluss bestellt, der von Glasfaser Nordwest errichtet wird. Meiner Meinung nach also ein GPON Netz. Jetzt wird die Faser bei mir in der Wohnung im Flur enden, aber ich möchte da den Router nicht hängen haben. Und überhaupt möchte ich meine nagelneue Fritzbox 7590 weiterverwenden. LAN-Kabel vom Flur in's Büro ist schon vorhanden. Jetzt ist nur noch die Frage, welchen Medienkonverter und -- viel spannender -- welches SFP-Modul ich brauche. Der Medienkonverter selbst ist ja mehr so ein Adapter von 1000Base-T nach SFP, da gibt es viele, und die gehen vermutlich alle. Z.B. TP-Link/Omeda MC200L, oder auch schön wäre der Ubiquiti F-POE-G2 (auch wenn das eigentlich ein Außengerät ist, so ist er doch einerseits kostengünstig, und andererseits gefällt mir die PoE-Speisung ganz gut, aber recht groß scheint das Teil schon irgendwie zu sein).

    Welche Spezifikation muss aber das SFP-Modul erfüllen, damit es am (vermeintlichen) GPON-Anschluss der Glasfaser Nordwest funktioniert? Gern lerne ich auch was dabei, es geht also (nicht nur) um "dieser konkrete hier geht", sondern woran erkenne ich denn eigentlich, welcher passt? Welche Norm/Spezfikation/Schnittstelle muss der also haben/erfüllen? Konkrete Empfehlungen für einen guten/günstigen nehme ich aber natürlich auch gern ;)

    Nachtrag: Oder bin ich da jetzt komplett auf dem Holzweg? Ich war jetzt von dem Setup ausgegangen, das bei meinen Eltern verbaut wurde. Die haben auch einen EWE-Anschluss, aber der wurde noch von der EWE selbst ausgebaut, nicht von GF NW. Dort habe ich nämlich so einen MC200L Medienkonverter samt SFP-Modul gesehen. Ist das denn wohl ein AON-Anschluss? Brauche ich stattdessen ein ONT/Glasfasermodem/..? Ich dachte bisher, das sei austauschbar :/ Aber ich hab auch echt noch so gar keinen Schimmer von Glasfaser.

    Einmal editiert, zuletzt von Crazor (13. Januar 2026 um 19:02)

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  • Und, das darf man nicht vergessen, das Gf-Modem aka ONT/ONU muss von dem Provider provisioniert werden. Hierzu benötigt dieser die Modem-ID/GPON Serial. Noch eine Info: Ein AVM/FRITZ! GPON SFP funktioniert nur in der Berliner Hardware!

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  • Crazor

    Keep it simple: Besorge dir ein Glasfaser Modem 2 und teile der EWE TEL telefonisch die Modem-ID des Glasfaser Modem 2 mit.

    Wenn es unbedingt ein GPON SFP sein muss, dann achte auf einen modernen RTL96XX Chipsatz.

    Welches Produkt ist gebucht?

    ---

    Weil die Frage nach Hintergrundinfos kam:

    EWE TEL selber baut AON Technologie. Bei AON sendet der Laser des SFPs auf deiner Seite vereinfacht gesagt dauerhaft. Das funktioniert gut, wenn die Faser von deiner Dose bis zur Technik des ISPs durchgehend und exklusiv ist.

    GPON nutzt aber eine Splittertechnik. Von der Aktivtechnik des ISPs geht eine Faser bis zum Netzverteiler, wo sich ein passiver Splitter (wie ein Prisma) drin befindet, d.h. ein Eingang und 32/64/128 (je nach Netzkonzept) Ausgänge.

    Eine Analogie:
    Man stelle sich nun eine Menschenmenge von 32 Menschen vor und einen Dozenten vor. Wenn der Dozent etwas sagt, verstehen das alle (Downstream), wenn aber alles 32 gleichzetig quaseln versteht der Dozent nichts mehr (Upstream). Deswegen sagt der Dozent wann welcher Mensch reden darf.

    Bei GPON braucht man also Empfänger (ONTs), die auf den Dozenten (OLT) hören und nur dann senden, wenn sie sollen. Daher braucht man spezielle GPON ONTs oder GPON SFPs, die genau das können.

    Nutzt man ein AON SFP im GPON Netz, so ist das in der Analogie ein Mensch, der neben der Gruppe mit einem Megaphon steht und auf voller Lautstärke Technomusik abspielt. Der Effekt ist: Keiner versteht sich mehr. Physikalisch überlagert das AON Signal das GPON Signal und alles ist kaputt. Daher immer drauf achten, keine AON SFPs in GPON Netzen zu verwenden. Je nach konkreten Dämpfungen passieren die lustigsten Effekte.

    Vorsicht vor SFPs von AVM:
    Da steht zwar GPON drauf, das sind aber ganz dumme optisch zu elektrisch Konverter. Steckt man die also in einen Ethernet Switch oder Ethernet Medienkonverter sprechen die optisch auch Ethernet und stören das GPON Netz.

    3 Mal editiert, zuletzt von Waishon (13. Januar 2026 um 20:59)

  • Meh, wenn man z.B. bereits einen MC220L rumfliegen hat kann es billiger sein sich dazu ein GPON-SFP Modul zu holen... wenn man beides neukaufen muss, dann duerfte selbst ein neues Glasfasermodem2 (bei Mediamarkt 10 Euro billiger als bei der Telekom) billiger sein.

    Andere Frage: geben EWE/Glasfaser Nordwest nicht vielleicht einen Provider-ONT aus? Dann muesstest Du gar nichts kaufen... (wobei ONT Miete schnell teurer wird als einen zu kaufen).

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (14. Januar 2026 um 15:11)

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  • Das geht nur mit "Full-MAC" Modulen, abgespeckte Transceiver wie AVM sie verwendet (z.B. bei 5530/5590) die noch zusaetzliche PON Logik brauchen reichen dafuer nicht. Die selben Module die Du auch in einem Switch betreiben koenntest...

  • Meh, wenn man z.B. bereits einen MC220L rumfliegen hat kann es billiger sein sich dazu ein GPON-SFP Modul zu holen...

    Würde ich jetzt mal in Zweifel ziehen, denn ein Glasfasermodem 2 bzw. genauer ein Sercomm FG1000B.11, entweder als Telekom Glasfasermodem 2 oder auch in der 1und1-Variante usw., dürfte i.d.R. günstiger erhältlich sein als ein GPON-ONT als SFP-Modul. Zumal xPON-SFP Module (in der "Full-MAC" Variante) m.E. eher einen Kompromiss darstellen, aufgrund der im Vergleich zum "Kasten-ONT" eher schwieriger abzuführenden Abwärme (würde ich also i.d.R nur dann einsetzen, wenn man wirklich einen SFP-Slot in einem Router verwenden möchte).

    Kurzum, in dem von Crazor beschriebenen Einsatzszenario würde ich ebenfalls einen klassischen "Kasten-ONT" wie das oben erwähnte Modell empfehlen. Bei Kleinanzeigen o.ä. tw. für 20,- € erhältlich. Und manchmal fallen dieser Dinger auch von irgendeinem LKW… :whistling::mrgreen:

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  • In der grundsätzlichen Sache gebe ich NDiGF Recht. Mit der Abwärme, na ja. In den meisten, wenn nicht allen, ONTs ist das SFP-Modul auf der Platine befestigt. Der Luftdurchsatz ist da auch nicht berauschend.

  • In den ONTs die ich bisher hatte (u.a. Huawei HG8010H oder Sercomm FG1000B.11) kommen keine SFP-Module zum Einsatz. Die Bauteile sind auf dem PCB "luftig verteilt".

    BTW:
    Mein HG8010H ist mittlerweile über 13 Jahre alt bzw. bereits seit über 13 Jahren ununterbrochen in Betrieb und funktioniert immer noch einwandfrei.

  • Auch der sehr häufig verwendete Nokia ONT hat kein Modul, der Genexis Fibertwist hingegen schon. Mir ging es auch eher um die Umluftkühlung und damit verbundene Wärmeabfuhr. Da sehe ich keinen Nachteil der SFP-ONTs. Ohne weitere Maßnahmen erreicht das GPON SFP in meiner 5530 eine Temperatur von 70°C.

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  • Ich sehe das Problem auch eher bei den anderen Bauteilen (also nicht direkt dem optischen Transceiver), welche in einem SFP-Modul relativ eng beieinander sitzen müssen (also inkl. Rs, Cs, SoC/Chip, RAM, Flashspeicher usw., Bauteile die es beim GPON SFP-Modul der 5530 größtenteils nicht gibt), welche dann dadurch eine höhere Betriebstemperatur haben. Ursprünglich sind SFP-Module dafür eigentlich nicht ausgelegt worden.

    Daher hat die Variante, welche AVM/FRITZ! bei 5530, 5590 und 5690 Pro verwendet (also nur die Medienwandlung bzw. optische Transceiver sitzt im SFP-Modul), auch seine Vorteile gegenüber "Full-MAC" xPON-Modulen. Allerdings dennoch fraglich, ob das eine Zukunft hat (zumal der einzige Hersteller dieser Lösung, die neben GPON auch XGS-PON unterstützt, das Produkt (PRX3xx-Serie von MaxLinear) eingestellt hat, weshalb AVM bei der 5690 Pro zu Realtek griff wo aber XGS-PON nicht unterstützt wird).
    Da sieht man also mittlerweile eher wieder den Schritt zu komplett auf dem PCB verbauten ONTs (5690, 5690 XGS) oder eben "vollwertigen" SFP-Slots (sind es bei AVM zwar imo auch, aber Full-MAC Module werden von FRITZ!OS nicht unterstützt).