Kooperation Deutsche Glasfaser und 1&1

  • Beispiele findet man immer wieder z.B. bei teltarif. Ein TK-Provider möchte Kerngebiet und Peripherie ausbauen, die DTAG tritt in Erscheinung und kündigt an das Kerngebiet auszubauen. Das war es dann für den Mitbewerber, ich höre immer noch von Rentnern in meiner durch DG ausgebauten ländlichen Stadt: hätte die Telekom Glasfaser ausgebaut, dann hätte ich mich anschließen lassen. Kommt nun nicht mehr, es sei denn die DTAG kauft DG.

    Hatte das plausible Gründe warum die DG da so unbeliebt war?

  • Hatte das plausible Gründe warum die DG da so unbeliebt war?

    Was heißt „plausibel“? Die DG hat sich halt so einen ganz speziellen Ruf erarbeitet, durch viele Glanzleistungen während der Ausbauphase quer durch Deutschland. Insbesondere die Kundenkommunikation stellte sich oft als echtes Highlight heraus.

  • Verantwortung dafür liegt sicherlich nicht bei den Rentnern.

    Doch. Weil sie sich nicht wirklich mit den Gegebenheiten auseinander gesetzt haben und nicht verstehen wollten. Ich bin auch in den 60ern aber was manchmal von Personen in der Alterklasse zum Thema GF geäußert wird, ist schon erschreckend.

    ich höre immer noch von Rentnern in meiner durch DG ausgebauten ländlichen Stadt: hätte die Telekom Glasfaser ausgebaut, dann hätte ich mich anschließen lassen.

    Wer nicht versteht, das man erst einmal den Anschluß benötigt, später dann wieder kündigen kann, der hat ein Grundlegendes Missverständnis zu diesem Markt.

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  • Da machen die Wettbewerber wohl einiges falsch, wenn sie sich nicht mal gegen eine sehr hochpreisige Telekom durchsetzen können.

    Man muss der Telekom zugute halten dass sie sehr viel in ihr Image investiert hat. Dennoch hat die Telekom für viele den Ruf als "das offizielle Internet" - und das dürften größtenteils die Lorbeeren des vergangenen Jahrtausends sein. Jeder Telefonkunde wurde in den 90ern automatisch zum Telekom-Kunden und das bindet.

    Ich bin auch in den 60ern aber was manchmal von Personen in der Alterklasse zum Thema GF geäußert wird, ist schon erschreckend.

    Bei älteren Menschen erlebe ich in meinem Umfeld eher die Lager "Glasfaser braucht man generell nicht" - oder sie sind interessiert, unabhängig vom Anbieter. Dagegen sehr viele jüngere Menschen "mittleren Alters" oder auch jünger, die zu bequem sind, sich mit dem Thema zu befassen. Oder die - von den massiven Imagekampagnen der Telekom geprägt - die neue Technik scheuen. "Telekom funktioniert doch. Warum was anderes wagen?"

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  • Meines Erachtens sind die meisten Werbekampagnen während der Glasfasererschließung falsch aufgebaut. Es wird viel zu sehr auf „Lichtgeschwindigkeit“ etc. gesetzt, zu wenig auf Zukunftssicherheit und Zuverlässigkeit.

    Wenn mir dann mein jetziger DSL Anschluss niemals langsam vorkam, denke ich natürlich, auf GF verzichten zu können.

  • Die Marktregel dahinter ist doch einfach: Es existiert ein freier Markt. Den Rentner kann ich demnach nicht zwingen, mein Produkt zu kaufen.

    Und wenn ich ihn nicht überzeugen kann, ist das mein Verschulden und ich habe den Job nicht gut gemacht. Dass dazu ein gutes Produktdesign und Marketing gehört, sind doch nur zwei Komponenten.

    Das ist so ein bisschen cringe wie Steve Jobs damals: "You're holding it wrong!" - Nee, also ganz bestimmt nicht.

  • Hmmm. Neue Technik? Na ja. Die Grundlagen der Optik dazu habe ich schon in der Schule als Teen im Physikunterricht gelernt. Also neu ist das Prinzip der Lichtleitung durch eine Glasfaser nicht. Und das man Licht binär kodieren kann, sollte auch jedem klar sein.

    Natürlich ist das ganze Verfahren wesentlich komplexer. Aber nicht unverständlich.

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  • Die Marktregel dahinter ist doch einfach: Es existiert ein freier Markt.

    Unklar in wie wit das die Realitaet im Privatkunden-TK-Segment gut beschreibt...

    A) auf Anbieterseite gibt es nur ein paar, das ist fast ueberall bestenfalls ein Oligopol

    B) Die Abnehmerseite ist nicht sonderlich preissensibel (sonst haette die Telekom, obwohl aus nachvollziehbaren regulatorischen Gruenden ein recht teurer DSL-ISP, nicht 60% der DSL-Anschluesse als direkte Kunden). IMHO liegt das daran, dass Endkunden Internetzugang als Infrastruktur ansehen und wenig Interesse haben da Veraenderungen vorzunehmen wenn der Status quo ausreichend gut ist (d.h. der ISP veraergert die Bestandskunden nicht aktiv).

    C) Vollstaendige Informationen ueber die verschiedenen Angebote duerften den wenigsten Endkunden bekannt sein.


    Unter diesen Bedingungen funktionieren Maerkte halt nicht, bzw. nicht sonderlich gut oder effizient. Das ist auch alles nicht im Widerspruch zur Markttheorie, finde es erstaunlich wie oft mit "freiem Markt" argumentiert wird, ohne tatsaechlich die "Qualitaet" des existierenden Marktes aufmerksam zu beobachten.

  • preissensibel

    Das ist auch so ein Totschlagargument. Jede Mieterhöhung oder Tankfüllung verschiebt diese Relation enorm.

    Wenn ich mit einem Service zufrieden bin, beschäftige ich mich sicherlich nicht wegen 5-10 Euro im Monat mit dem Thema.

    Und das weiß natürlich der Wettbewerb und muss sich entsprechend in seiner Strategie daran ausrichten.

  • Das ist auch so ein Totschlagargument.

    Ist es das? Das Punkt ist, ein Markt funktioniert weder gut noch effizient, wenn eine Seite die "Waehrung" in der ein Markt Interesse ausdrueckt nicht wirklich wertschaetzt... ist das ein strukturelles Problem ist vielleicht ein Markt nicht die richtige Organisationsform. Je nach dem aus welchem Grund man einen Markt haben will.

    Wenn ich mit einem Service zufrieden bin, beschäftige ich mich sicherlich nicht wegen 5-10 Euro im Monat mit dem Thema.

    Das duerften viele so sehen, und genau das ist eines der Probleme im TK-Privatkundenmarkt. (Dazu kommt, ISP-Wechsel ist nicht reibungsfrei...)

    Und das weiß natürlich der Wettbewerb und muss sich entsprechend in seiner Strategie daran ausrichten.

    Das ist dann Marketing, oder?

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  • Wenn mir dann mein jetziger DSL Anschluss niemals langsam vorkam, denke ich natürlich, auf GF verzichten zu können.

    Wenn der Glasfaser Anschluss einfach kaum Mehrwert bietet, wechseln die Leute nicht, als damals ADSL eingeführt wurde hatte man 768kbps.
    Die Alternative war 56K Modem oder ISDN 64k/128K mit Kanalbündlung.

    Hätte DSL damals auch nur 128kbps gehabt und dann 3-4 Tarife bis 768kbps mit Upselling, hätte das auch kaum einer genommen.

  • Das duerften viele so sehen, und genau das ist eines der Probleme im TK-Privatkundenmarkt.

    Nein, im Gegenteil. Für mich ein Zeichen, dass der Markt funktioniert. Die Leute sind offenbar mit Service und Preis-/Leistung zufrieden.

    Da muss ich dem Kunden schon mehr bieten, als dass er 5 Euro im Monat sparen kann. Ist für einen Teil der Kunden irrelevant.

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  • Nein, im Gegenteil. Für mich ein Zeichen, dass der Markt funktioniert. Die Leute sind offenbar mit Service und Preis-/Leistung zufrieden.

    Ja ja, nur wette ich, dass die wenigsten Tatsaechlich wissen, was den die Mitbewerber anbieten und zu welchem Preis... Unklar wie Du daraus einen funktionierenden Merkt her-argumentieren kannst...

  • Ja ja, nur wette ich, dass die wenigsten Tatsaechlich wissen, was den die Mitbewerber anbieten und zu welchem Preis... Unklar wie Du daraus einen funktionierenden Merkt her-argumentieren kannst...

    Dann ist die Ansprache schlicht falsch. Und der Kunde offensichtlich bereits zufrieden und der Wettbewerb ist unfähig, sein Produkt interessant zu machen.

    Dort, wo zum Beispiel DSL nur mit 5-10 Mbps verfügbar ist, ist es einfach, Glasfaser attraktiv anzubieten. Wenn ich aber lese, dass Glasfaser "Lichtgeschwindigkeit" bietet, ist das schon ein bisschen dünn.

    Wenn in ein paar Jahren DSL und HFC sich ihrem Lebensende nähern, oder eine Bandbreite von 100-250 Mbps als zu langsam empfunden wird, wird eine Vermarktung sicherlich einfacher.

    Das Gejaule der Wettbewerber auf dem Markt kann ich nicht mehr hören. Analysiert den Bedarf und richtet euch danach aus. Und nicht umgekehrt.

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  • Analysiert den Bedarf und richtet euch danach aus. Und nicht umgekehrt

    Das ist ja gerade das grosse Problem. Der flächendeckende Ausbau des GF Netzes kostet viel Zeit und Geld. Das muss vorfinanziert werden, wenn die Nachfrage noch nicht vorhanden ist. Private Investoren wollen aber Rendite sehen, was bei einer Vorfinanzierung eher spärlich gegeben sein dürfte.

    Wenn dann der Bedarf auf einmal vorhanden ist, aber aufgrund des fehlenden Netzes nicht gedeckt werden kann, fängt das große Jaulen an.

    Unfähig und viel zu spät ...

    Auch das alte CuDA Netz ist nicht von heute auf morgen entstanden.

    Einmal editiert, zuletzt von Schnurz (2. April 2026 um 14:33)

  • Dann ist die Ansprache schlicht falsch. Und der Kunde offensichtlich bereits zufrieden und der Wettbewerb ist unfähig, sein Produkt interessant zu machen.

    Das ist mMn. dann Marktversagen, und eben kein funktionierender Markt.

    Dort, wo zum Beispiel DSL nur mit 5-10 Mbps verfügbar ist, ist es einfach, Glasfaser attraktiv anzubieten. Wenn ich aber lese, dass Glasfaser "Lichtgeschwindigkeit" bietet, ist das schon ein bisschen dünn.

    Vor allem ist es irrelevant, Information fliesst ueblicherweise mit etwa 2/3 der Lichtgeschwindigkeit im Vaskuum, sei es ueber Photonen in Glasfaser oder ueber Elektronen in metallischen Leitern... Es gibt relevante Unterschiede, aber die Informationspropagationsgeschwindigkeit gehoert i.d.R. nicht dazu...

    Wenn in ein paar Jahren DSL und HFC sich ihrem Lebensende nähern, oder eine Bandbreite von 100-250 Mbps als zu langsam empfunden wird, wird eine Vermarktung sicherlich einfacher.

    Dafuer muessen die FTTH Ausbauer halt erst mal dies paar Jahre durchhalten, und auch weiter ausbauen, sonst wird es eng fuer die immer ca. 20 Millionen aktiven DSL-Anschluesse.

    Das Gejaule der Wettbewerber auf dem Markt kann ich nicht mehr hören. Analysiert den Bedarf und richtet euch danach aus. Und nicht umgekehrt.

    Jain, das Problem ist dass der Bedarf in 9-14 Jahren recht schnell ansteigen wird, der Ausbau der dann notwendigen Anschluesse halt auch gut 10 Jahre+ dauern wird... Wollen wir wirklich, weil Gegenwarts-Wir sich mit DSL vollumgfaenglich versorgt fuehlt ein massives Probvlem fuer Zukunfts-Wir schaffen? Und werden wir wenn das so kommt dann auch fairerweise einraeumen, dass wir es selber verbockt haben, oder werden wir uns einen Suendenbock organisieren, der es haette besser wisen muessen?

    Der Punkt ist, unser Spaetphasenkapitalismus kann einige Dinge recht gut, aber mittel- und langfristig sinnvolle Entscheidungen treffen gehoert leider nicht dazu.