Telekom überbaut lieber als vorhandene Infrastruktur zu nutzen (Open Access)

  • also d.h. die Telekom fängt lieber von 0 an als von anderen Anbietern zu nehmen?

    ich lese die Telekom macht bis zu 1000Mbit/s Tarife für PK und bis zu 2000MBit/s Tarife für GK, warum bekommen nur GK bis zu 2GBit/s ?

    warum traut sich fast niemand mehr als 1GBit für PK anzubieten? Verstehe ich nun wirklich nicht. Sowohl von der Telekom als auch von den anderen ISPs.

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  • Die Telekom mietet sich soweit ich weiß auf kein einziges Vorleistungsprodukt anderer Firmen bei Glasfaser ein. Aber sie vermarktet sowohl für PK, als auch für GK 2 Gbit/s. Voraussetzung dafür ist XGS-PON, was Jahre oder Jahrzehnte dauern wird, bis es breit verfügbar ist.

  • also d.h. die Telekom fängt lieber von 0 an als von anderen Anbietern zu nehmen?

    Momentan scheint das der Fall zu sein. Ob/wie lange die Telekom diese Strategie beibehaelt kann ich Dir nicht sagen. Ich kann das allerdings auch teilweise nachvollziehen. Nur wenn man selber die aktive Technik betreibt hat man wirklich die notwendige Kontrolle. Und ais ISP ist man ja letztlich fuer die gelieferte Qualitaet verantwortlich. Was halt bei der Telekom in dieser Hinsicht unangenehm ist, dass die Telekom selber keinen/kaum L2-Bitstrom abnehmen will, selber aber nichts anderes anbietet (ausser in gefoerderten Gebieten, da muessen alle letztlich entbuendelte Fasern anbieten, ob es da allerdings Interessenten an solchen Fasern gibt ist mir nicht bekannt).

    ich lese die Telekom macht bis zu 1000Mbit/s Tarife für PK und bis zu 2000MBit/s Tarife für GK, warum bekommen nur GK bis zu 2GBit/s ?

    Also die Telekom bietet Glasfaser2000 auch fuer Privatkunden an, allerdings momentan nur in relativ wenigen Gebieten.

    Und Geschaeftskunden, die Bereit sind echtesGeld zu zahlen, bekommen auch mehr als 2 Gbps, allerdings dann eher nicht ueber die Provatkundenplattform... Warum ueber die PK-PLattform 2/2 Gbps das Maximum ist? IMHO weil schon kaum ein Kunde den 1/0.5 Gbps Tarif bucht, geschweige denn den 2/1 Gbps Tarif, d.h. es gibt keiner erkennbare Nachfrage zu "breiteren" Tarifen (zumindest keine Nachfrage die bereit ist dafuer auch mehr Geld auf den Tisch zu legen).

    warum traut sich fast niemand mehr als 1GBit für PK anzubieten? Verstehe ich nun wirklich nicht. Sowohl von der Telekom als auch von den anderen ISPs.

    Hat IMHO nichts mit trauen zu tun, sondern ist eine Frage ob sich das bezahlt macht oder nicht. Ein paar ISP wie seit kurzem die DNS:Net bieten schnelleres an (8.5 Gbps) aber es bucht ja schon kaum ein Schwan den ueblicherweise verfuegbaren 1000er...

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  • Alles eine Preis frage ;)

    Ja, aber eine Methode in einem Markt die "Nachfrage" zu bestimmen ist herauszufinden wie viel die Abnehmer bereit sind fuer ein Produkt zu zahlen, je hoeher der Preis der geboten wird desto hoeher die Nachfrage.

    Versteh mich nicht falsch, als Endkunde will auch ich viel Leistung fuer wenig Geld, aber ich verstehe halt auch wie die Anbieterseite in unserem Wierschafts-System funktioniert.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (1. November 2025 um 17:40)

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  • Das wäre nämlich die Richtung die das restliche Europa verfolgt, wenn die DE-ISPs das so nicht wollen bzw. machen dann wird Deutschland immer weiter zurück fallen in der Digitalisierung. Das liegt auch daran das Deutschland viele nicht miteinander kommunizierende Systeme hat. Deutsche ISPs können günstig anbieten, es liegt wirklich nur an der fehlenden Nachfrage das sie es nicht machen (können).

  • Ja, aber die Methode aktuell ist wenig Geschwindigkeit für viel Geld, ich hätte aber lieber viel Geschwindigkeit für wenig Geld.;)

    Aber dies ist doch nachvollziehbar. Das Teure an Glasfaser ist das Buddeln , Anschließen und Technik hinstellen. Da ist es egal wie schnell der Tarif ist. Das sieht man gut bei DNS:NET. 8,5 GB symmetrisch 99€, 100/50 für 45€.

    Die Investition von vielen Millionen müssen in einer sinnvollen Zeit wieder rein.

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  • bzw. machen dann wird Deutschland immer weiter zurück fallen in der Digitalisierung.

    Warum? Digitalisierung ist die erstmal nur Uebersetzung analoger Papierprozesse in digitale Prozesse mit weniger/ohne Papier. D.h. das ist komplett entkoppelt vom Internet. Und im Ernst, wenn die neuen digitalen Prozesse Gigabit-Internetzugang benoetigen sollten, dann waere bei der Digitalisierung einiges schiefgelaufen.

    Deutsche ISPs können günstig anbieten, es liegt wirklich nur an der fehlenden Nachfrage das sie es nicht machen (können).

    Schau, ohne interne Geschaeftszahlen von ISPs oder zumindest glaubwuerdigen Informationen zu deren Kosten ist es schwer zu sagen was die anbieten koennten und was nicht. Ich sag mal so ein 10 Gbps Port am BCIX kostet wohl 411 Euro/Monat und man muss den Trafgic erstmal dahin und wieder zurueck zu den eigenen Kunden transportieren, und dann erreicht man ueber den BCIX (oder andere IXe) alleine noch gar nicht das ganze Internet sondern muss zusaetzlich noch Transit-Kapazitaet kaufen... IMHO haben zu viele Endkunden zu wenig Ahnung was ein ISP so alles machen muss um seine Dienstleistung leisten zu koennen und was das alles so kostet (und ich schliesse mich da ein, aber deshalb aeussere ich mich auch nicht detailliert zu den Kosten).

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (1. November 2025 um 19:09)

  • Ja schon, aber die Einnahmen von den paar Leuten die den hohen Tarif nehmen reichen doch nie dafür aus

    Und deshalb sind auch die "niedrigeren" FTTH Tarife meist etwas teurer als DSL-Neukundenpreisse und deutlich teurer als DSL-Bestandskundenpreise die im wesentlichen keine Anpassung an die Inflation erlebt haben.

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  • Mit allem Respekt, nur dann wenn die Kunden ihre Anschluesse nicht nutzen... ansonsten fallen natuerlich lastabhaengige Kosten an, will der ISP den seine Kunden auch vertragskonform beliefern.

    Das ist doch dem ISP egal, er muss ja nur für den tatsächlichen Traffic zahlen.
    Wenn ich mir die Auslastung bei den Nachbarn immer wieder mal anschauen, ist es ein Witz. Die meisten haben hier 500/250, einige auch 1000/500. Wenn es hochkommt sind es in der Feierabendspitze so um die 50 Down, die tatsächlich genutzt wird, selten mal für 5 Min der dicke Download zum Zocken.

    Aber die Investitionskosten für einen Anschluss müssen ja erst einmal wieder hineinkommen, neben den Betriebsosten. Das teure ist einfach der Anschluss als solcher, egal ob Bau oder Betrieb, aber nicht wirklich der Traffic.

  • Warum? Digitalisierung ist die erstmal nur Uebersetzung analoger Papierprozesse in digitale Prozesse mit weniger/ohne Papier.

    So ist es in der Theorie. In der Praxis hingegen gibt es in vielen Bereichen die digital transformiert werden sollen lediglich informelle Vorgänge. An diese hält man sich oder auch nicht, wenn man sie nicht kennt (das ist ja die Krux an informellen Abläufen).

    Ein schönes Beispiel ist das eBO-Verfahren. Vereine und Organisationen die mit Gerichten kommunizieren müssen digitale Dokumente austauschen können. Kraft Gesetz so vorgeschrieben. Lediglich TIFF (auch JPEG?) als Bildformat und PDF für Dokumente sind zugelassen plus eine XML-Datei mit Aktenzeichen und weiteren Formalangaben. Die Infrastruktur hierfür wird von der Justiz NRW gekostet. Tagelange Ausfälle sind nicht ungewöhnlich. Gerichte halten sich nicht an die Formatvorhaben für Bilder und Dokumente, ganz abgesehen von fehlenden Aktenzeichen in der XML-Datei. Solche formell fehlerhaften Datensätze müssten automatisiert beim Einreichen abgewiesen werden, dies geschieht jedoch nicht. Sobald ein eBO Mandant seine elektronische Post abgeholt hat, gilt die Sendung als in Empfang genommen/zugestellt und Fristen beginnen zu laufen.

    Was ich damit sagen möchte: es findet keine Prozessdigitalisierung statt, sondern es werden neue Anforderungen/Bestimmungen additiv aufgenommen. In meinen Augen ein großer Fehler. Wo es keine formellen Abläufe bisher gibt, müssen verbindliche Prozesse definiert werden. Erst danach setzt die Digitalisierung ein. Ein Schritt nach dem andern und nicht zwei oder mehr auf einmal. Wurde jahrelang aus Bequemlichkeit oder weil man es vorgelebt bekommen hat, ausgeruht, ist es nicht mit höherer Geschwindigkeit getan, den richtigen Weg sollte man auch kennen. Nicht bloß mit mehr Speed gelangt man ans Ziel, man muss auch seiner Roadmap folgen. Sonst rennt man in den Abgrund.

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  • Aber die kosten teils du ja durch ALLE Kunden.

    ??? Nee, Du brauchst IX-Ports und Transit Kapazitaet um die tatsaechliche Primetimelast aller deiner Kunden (plus ein paar parallele Speedtests) abdecken zu koennen oder Du riskierst ausserordentliche Kuendigungen und Minderungen.

    Habe mich in der Vergangenheit mit ein paar ISPs zu dem Thema unterhalten wie die ihr Zugangsnetz, ihr Backbone und Uebergaben (Peering, Transit, IXe) dimensionieren, und da kam immer die Antwort, dass das von der mittleren Last der Nutzer anhaengt* und damit z.B. nicht bei jedem ISP gleich ist.

    Aber was klar ist: ein Kunde mit einem hypothetischen 10 Gbps Anschluss kann in der Primetime mehr Kapazitaetsbedarf generieren als einer mit einem 10 Mbps Anschluss.... daher ist die oft gehoerte Idee es waere fuer einen ISP kostenneutral hoehee Kapazitaeten zu schalten, IMHO etwas zu kurz gedacht.

    Aber niemand muss mir da glauben, sprich/sprecht halt mit ISP-Mitarbeitern Deines/Euren Vertrauens und ziehe dann Deine eigenen Schluesse.

    *) Im Detail etwas komplizierter, aber die tatsaechliche Last in der Spitzenzeit war bei allen eine wichtige Komponente (natuerlich auch mit einem Sicherheits-/Wachstumsaufschlag).

  • Es gab solche Berechnungen (Erlang-C) schon in den 90er, da ging es um die Auslastung/Effektivität von Callcenter. Das wurde weiterentwickelt für den Datenverkehr. Nennt sich Warteschlangentheorie.

    Die Erlang-C Formel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem dänischen Mathematiker Agner Krarup Erlang aufgestellt, um die Leistungsbemessung der damals noch manuell erfolgenden Telefonvermittlung zu optimieren. Während die ursprüngliche Erlang-C-Formel unterstellt, dass die Kunden bereit sind, beliebig lange zu warten, berücksichtigt die hier angebotene erweiterte Erlang-C-Formel auch die Ungeduld der Kunden.

    In dem Erlang-Modell wird angenommen, dass die Zwischenankunftszeiten der Kunden, die Bedienzeiten und auch die Wartezeittoleranzen der Kunden exponential verteilt sind. Außerdem wird angenommen, dass sich das System im stationären Zustand befindet.

    Zur Berechnung der Kenngrößen des Warteschlangensystems müssen lediglich die Ankunftsrate, die Bedienrate, die mittlere Wartezeittoleranz und die Anzahl an parallelen Bedienern angegeben werden.