Ausbau durch EON (Westconnect) in 4265x Solingen

  • Liebes Forum,

    wie vermutlich auch viele andere habe ich mich bisher nur rudimentär mit Glasfaser und der zugehörigen Technologie beschäftigt – bis ein entsprechender Brief im Briefkasten landete. Völlig überraschend bin ich nun also doch im Glasfaserausbaugebiet. Nicht bei der Telekom (die elegant alle mit 50Mbit+ versorgten Gebiete ausgespart hat), sondern bei EON bzw. Westconnect.

    Soweit ein No-Brainer – der Hausanschluss wird kostenfrei realisiert, sofern ich mich bis zum 30.09. melde. Jedoch gibt es hier auch eine Besonderheit (zu der ich leider trotz Suche nichts finden konnte): Ich bin Eigentümer eines Mehrfamilienhauses und wohne hier selbst. Ich vermiete sozialverträglich (also: günstig) an eine einkommensschwache Familie sowie einen Auszubildenden. Warum erwähne ich das hier? -> Ich bin selbst von allen Maßnahmen betroffen und fülle mir hier nicht „die Taschen“.

    EON bietet an, sofern mindestens ein Vertrag abgeschlossen wird, eine kostenlose Glasfaser-Gebäudeverteilung zu realisieren. Was ich nun schon gelesen habe (korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege) ist, dass Westconnect eine der wenigen ist, die ihre Netze auch für andere Anbieter (z.B. 1&1) öffnet. Ich könnte also nach zwei Jahren bei EON zu 1&1 wechseln. Die Leitungen bleiben im Eigentum der Westconnect – der Vertrag (nicht der Internetvertrag) läuft mindestens 10 Jahre.

    Wisst ihr, ob es ratsam wäre, meinen Mietern, auch wenn derzeit nicht zwingend benötigt, einen derartigen Anschluss zur Verfügung zu stellen? Ich bin derzeit noch unsicher, ob ich etwas an dem Angebot übersehe. Oder verbaue ich mir damit die Möglichkeit für etwas anderes? Wisst ihr, ob nach zwei Jahren ein Wechsel zu einem anderen Anbieter (z.B. 1&1) möglich ist?

    Freue mich sehr auf eure Antworten!

    LG

  • Willkommen im Forum!

    Und meine Anerkennung dafür, dass Du dich um deine Mieter kümmern möchtest!

    Die Anbindung an die Immobilie selbst, sollte schon dadurch zu Stande kommen, dass Du dir einen Gf-Anschluss in deine Wohnung legen lassen möchtest.

    Zu den Mietern nur folgendes: Ein TK-Vertrag kommt immer zwischen Anbieter und Teilnehmer zu Stande. Vertragspartner ist daher formell der einzelne Mieter. Allerdings steht es dem Eigentümer frei die (monatlichen) Kosten zu übernehmen oder sich daran zu beteiligen.

    Üblicherweise bauen heute die Unternehmen auch MFH kostenlos aus, wenn sich jemand findet der einen Gf-TK Vertrag bucht. Je mehr desto besser. An Besten setzt Du dich in der Rolle als Eigentümer/Verwalter mit dem ausbauenden Unternehmen zusammen. Üblicherweise läuft das unter "Angebote für die Immobilienwirtschaft" oder ähnlich und ist auf den Webseiten des Anbieters zu finden.

  • Du kannst doch buchen und die EON baut, nach Deiner Angabe, die Gebäudeverteilung kostenlos aus. Dann bekommt jede Wohneinheit ihre Glasfaser Anschlußdose (Gf-TA) und kann dann auch später einen Tarif buchen.
    Ob, und welche anderen Anbieter auf dem Westconnect-Netz zur Verfügung stehen (sollen), kann Dir nur Westconnect sagen.
    Aber es ist immer besser, einen GF-Anschluß zu buchen, wenn er angeboten wird. Ob irgendein Anderer Anbieter bei Dir ausbauen wird, ist nicht garantiert.
    Du musst ja auch nicht Deine Rufnummern transferieren und kannst DSL und GF parallel betreiben. Sich kostet das Geld, aber wenn du dieses Kosten als die "Hausanschlußkosten" betrachtest, dann ist das auch in etwa dieser Betrag. Und du kannst die GF in Ruhe "ausprobieren" und entscheiden, ob Du sie weiter nutzen willst oder nicht. Nach 24 Monaten bist Du, wenn Du Deinen Vertrag nicht änderst, aus der Mindestvertragslaufzeit heraus und kannst danach jederzeit innerhalb eines Monats kündigen.

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  • Hi,

    danke euch für das Feedback!
    Um eines direkt vorweg zu nehmen: Ich hatte nicht vor die Kosten für die Mieter übernehmen. Ich bin nur unsicher, ob es irgendeine Thematik innerhalb dieses Themenkomplexes gibt, die sich mir nicht ganz erschließt. Das scheint nicht so zu sein - wenn ich eure Aussagen richtig interpretiere, ist es durchaus angeraten die Gebäudeverkabelung auch das Westconnect durchführen zu lassen. Ich wusste z.B gar nicht das es da so einen Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern gibt. Ich dachte immer eine Glasfaserleitung sei generisch und theoretisch könnte ich da (wie beim Telefon) jeden Anbieter drauf buchen. Würde heißen: Wenn die Telekom in 2 Jahren hier ausbauen will und mir eine Gebäudeverkabelung anbietet, könnte ich auch da zuschlagen und jede Wohnung hätte dann zwei GF-Anschlüsse? ;)


    Verrückt. Aber gut, dann mache ich das wohl mit der Gebäudeverkabelung. So hat jeder Mieter die Möglichkeit einen Anschluss zu buchen - oder eben auch nicht. Da mindestens ein Vertrag Voraussetzung für die kostenfreie Gebäudeverkabelung ist, würde ich selbst einen buchen. Aktuell habe ich DSL 250 mit ankommenden 200Mbit bei der Telekom. Ich habe hier eine komplette Ubiquiti Infrastruktur mit UDM Pro und bräuchte lediglich (wegen VPN) eine richtige IPv4.


    LG

  • Ich dachte immer eine Glasfaserleitung sei generisch und theoretisch könnte ich da (wie beim Telefon) jeden Anbieter drauf buchen.

    Eine Glasfaserleitung ist genau so wenig (oder so viel) generisch wie eine Kupferleitung. Die meisten Kupfer (CuDA) Hausanschlüsse gehören der Telekom. Wenn nun ein Anbieter (z.b. 1und1) diese nutzen möchte muss er einen Vertrag mit der Telekom abschließen. Das ist bei Glasfaser nicht anders.

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  • Eine Glasfaserleitung ist genau so wenig (oder so viel) generisch wie eine Kupferleitung. Die meisten Kupfer (CuDA) Hausanschlüsse gehören der Telekom. Wenn nun ein Anbieter (z.b. 1und1) diese nutzen möchte muss er einen Vertrag mit der Telekom abschließen. Das ist bei Glasfaser nicht anders.

    Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Kupfer ist reguliert, was Glasfaser (noch) nicht ist. Bei Kupfer gibt es immer wieder Ausschreibungen von der BNetzA, um den Straßenverteiler in Gänze zu übernehmen. Ich hatte damals ein Vertrag mit easybell für VDSL in Berlin. Die sind aus dem Verteiler vor unserer Tür herausgeflogen und mussten mir kündigen.

    Bei den eigenwirtschaftlich ausgebauten Glasfasernetzen, steht zwar häufig Open Access drauf, aber tatsächlich funktioniert dies (noch) nicht. Als Beispiel: DNS:NET, ca. 1 Million Anschlüsse in Brandenburg, vorgeblich Open Access laut Webseite, tatsächlich gibt es keinen anderen ISP.

    Besonders "witzig" ist gerade, dass DNS:NET die Preise erhöht noch innerhalb der 2 Jahre-Laufzeit. Natürlich hat man Sonderkündigungsrecht!!!

    Nur es gibt keinen anderen ISP für Gf. ;(;(;(

    Gut, die Preiserhöhung ist moderat, 4,90 bei den 1000/500 Vertrag (incl. 5590, 10 Rufnummern, IP-TV zu 64 € bisher)

  • Bei Kupfer gibt es immer wieder Ausschreibungen von der BNetzA, um den Straßenverteiler in Gänze zu übernehmen. Ich hatte damals ein Vertrag mit easybell für VDSL in Berlin. Die sind aus dem Verteiler vor unserer Tür herausgeflogen und mussten mir kündigen.

    Das sind alte Weisheiten aus der Zeit der Ablöse von VDSL durch VDSL Vectoring. Das passiert heute so nicht mehr. Wo heute die Telekom ihr VDSL-Vectoring betreibt, kannst du auch immer easybell-Kunde sein, denn es wird sich nicht mehr auf einen Verteiler eingemietet, sondern es wird ein Vorleistungsprodukt eingekauft, weil es durch VDSL Vectoring nicht anders möglich ist.

  • Das sind alte Weisheiten aus der Zeit der Ablöse von VDSL durch VDSL Vectoring. Das passiert heute so nicht mehr. Wo heute die Telekom ihr VDSL-Vectoring betreibt, kannst du auch immer easybell-Kunde sein, denn es wird sich nicht mehr auf einen Verteiler eingemietet, sondern es wird ein Vorleistungsprodukt eingekauft, weil es durch VDSL Vectoring nicht anders möglich ist.

    Bei uns hatte damals (2015) Vodafone den MFG (die großen Kästen, die Krach machen ;) ) übernommen. Gerade meine alten Nachbarn gefragt, ist immer noch so. Easybell geht nach wie vor nicht dort (Berlin-Friedenau).

    Wobei es hier ähnlich ist. 2018 hat DNS:NET den eigenen MFG mit eigenem Gf-Anschluß neben dem normalen KVz der Telekom gestellt. Entweder Telekom, 1& 1 und andere mit 16 MBit (tatsächlich 2-6 MBit) oder DNS:NET mit vollen 250 MBit.

    Bei uns gibt es jetzt nur noch Glasfaser zu bestellen oder lahmes DSL von der Telekom.
    Techniker sagte mir, dass sie die MFG zurückbauen wollen. In unsere Straße (26 Häuser) haben 100 % Gf. Sind halt laufende Unkosten.

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  • Nur es gibt keinen anderen ISP für Gf.

    Da muss man nur das "Gegenteil" von Werbung betreiben und bei solchen Erhöhungsforderungen für Großflächige Kündigungen seitens der Kunden durch Mundpropaganda werben. Dann wird sich auch der Provider überlegen, ob er diese Strategie weiter betreiben will ... Denn wenn ihm die Kundenbasis wegbricht, wird er von seinem Invest nicht viel haben ...

  • Da muss man nur das "Gegenteil" von Werbung betreiben und bei solchen Erhöhungsforderungen für Großflächige Kündigungen seitens der Kunden durch Mundpropaganda werben. Dann wird sich auch der Provider überlegen, ob er diese Strategie weiter betreiben will ... Denn wenn ihm die Kundenbasis wegbricht, wird er von seinem Invest nicht viel haben ...

    Das Problem ist, es gibt keine Alternative.
    VDSL vermarkten sie nicht mehr (siehe oben), DSL von Telekom ist unterirdisch und Mobilfunk/StarLink zu teuer/schlecht.
    Und in unsere Straße wird in über der Hälfte der Häuser ständig von zuhause gearbeitet.
    Ich hatte damals ja auch zeitgleich bei OpenInfra unterschrieben, die kamen aber aufgrund von "besonderer" Gemeindepolitik nicht zu Zug.

  • Bei uns hatte damals (2015) Vodafone den MFG (die großen Kästen, die Krach machen ;) ) übernommen.

    Gut möglich und easybell kauft sich nicht bei Vodafone für eine Hand voll Kästen ein, da es sich für drei potentielle Kunden, die davon betroffen wären, nicht lohnt. Telekom und 1&1 sind dort aber verfügbar.

    In den meisten Fällen ist aber die Telekom der VDSL-Netzbetreiber und bis auf kurze Übergangszeiten hat sich durch die Umstellung auf VDSL Vectoring an der Verfügbarkeit der Provider an den meisten Adressen wenig geändert. Vodafone hat wahrscheinlich in den meisten Bundesländern keinen einzigen VDSL-Kasten und DNS:NET definitiv nicht, deine Erfahrungen spiegeln also eher nicht die durchschnittliche Sachlage wieder.

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  • Gut möglich und easybell kauft sich nicht bei Vodafone für eine Hand voll Kästen ein, da es sich für drei potentielle Kunden, die davon betroffen wären, nicht lohnt. Telekom und 1&1 sind dort aber verfügbar.

    In den meisten Fällen ist aber die Telekom der VDSL-Netzbetreiber und bis auf kurze Übergangszeiten hat sich durch die Umstellung auf VDSL Vectoring an der Verfügbarkeit der Provider an den meisten Adressen wenig geändert. Vodafone hat wahrscheinlich in den meisten Bundesländern keinen einzigen VDSL-Kasten und DNS:NET definitiv nicht, deine Erfahrungen spiegeln also eher nicht die durchschnittliche Sachlage wieder.

    Ich kann ja nur von meiner Betroffenheit berichten. ;(

    Und DNS:ET hat ja die MFG immer erst selber aufgestellt, mit eigenem Gf-Anschluss. Schwerpunkt ländliche Gegenden.