Leitungsauslastung AVM 5530 Deutsche Glasfaser

  • Das ONT empfängt ja im Downstream den kompletten Datenverkehr des Ports und filtert den für den Teilnehmer relevanten Teil heraus. Damit ist die Unterscheidung zwischen Leitungsauslastung (alle) und eigener Auslastung abbildbar.

    Die Auslastung der Upstreamslots anderer Teilnehmer ist für das einzelne ONT nicht sichtbar, daher kann es auch keine Leitungsauslastung des Ports daraus ermitteln.

    Richtig?

    Grundlegendes zur GPON-Technologie
    In diesem Dokument werden die GPON-Technologie (Gigabit Passive Optical Network) und ihre Funktionsweise beschrieben.
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  • Wenn man die VDSL- und Glasfaser-Bezeichnungen gegenüberstellt, ergeben sich schon Unterschiede:

    • VDSL - Leitungskapazität (hellblau): auf der Leitung physikalisch maximal mögliche Übertragungsrate
    • VDSL - DSLAM-Datenrate Max. (himmelblau): größte mögliche Übertragungsrate an der DSL-Vermittlungsstelle
    • VDSL - aktuelle Datenrate (grün): tatsächlich eingestellte Übertragungsrate mit der Daten auf der Leitung übertragen werden
    • VDSL - aktuelle Auslastung (petrol): wieviel der aktuellen Datenrate für die Übertragung von Daten genutzt wird
    • VDSL - BER (orange): Bitfehlerrate


    • Gf - Leitungskapazität (hellblau): auf der Leitung physikalisch maximal mögliche Übertragungsrate
    • Gf - Leitungsauslastung (grün): von allen genutzte Übertragungsrate mit der Daten auf der Leitung übertragen werden
    • Gf - eigene Auslastung (petrol): genutzte Übertragungsrate mit der eigene Daten auf der Leitung übertragen werden
    • Gf - BER (orange): Bitfehlerrate


    Und wie schon richtig festgestellt ergibt die Zusammenlegung von Leitungskapazität und Leitungsauslastung beim Upload inhaltlich keinen Sinn. Ein Gf-Router/ONT im GPON kann nicht feststellen, wie hoch die Uploadkapazität ausgelastet ist. Allerdings habe ich mir nicht die Mühe gemacht in dem ITU-T Regelwerk nachzulesen, ob diese Information vom OLT zu dem ONT/Glasfaserrouter übermittelt wird oder abfragbar ist.

    Falls diese Information nicht verfügbar ist, dann macht es in der grafischen Darstellungen keinen Sinn im GPON die Leitungsauslastung im Upload abzubilden. Im Download hingegen sehr, da sehe ich doch in meinem 64-User-Segment, das in dem dargestellten Zeitraum von den 2,5 Gbps insgesamt lediglich wenige 100 Mbps in der Spitze belegt werden.

  • Stehen in den 55x0 Boxen die Auslastung auch in der SOAP-API bereit?

    Sobald meine 5530 am GPON läuft werde ich mal schauen, was sich da alles an GF-Parametern auslesen lässt.
    Mit nem 5 sec Tracking ist die Auslastungsdarstellung um Größenordnungen genauer, als der Tagesreport der Fritzbox.

  • Die Auslastung der Upstreamslots anderer Teilnehmer ist für das einzelne ONT nicht sichtbar, daher kann es auch keine Leitungsauslastung des Ports daraus ermitteln.

    Die entscheidende Frage ist, wie der OLT die Zeitschlitze zuweist. Die Zuteilung an sich (BWmaps) sieht ja jeder ONT, nur ob die anderen ONTs darüber tatsächlich Nutzdaten senden kann man nicht sehen.

    Unter der Annahme, dass die Anzeige stimmt, sieht es wohl danach aus, dass der OLT hier immer alle Zeitschlitze zuweist. Möglicherweise haben andere OLTs ein abweichendes Verhalten, sodass man da tatsächlich eine Annäherung der Auslastung sehen kann?

    Die genaue Funktionsweise ist jedenfalls den OLT-Herstellern überlassen:

    On the other hand, the algorithmic details of how the OLT applies the reported status information, the entire specification of the traffic monitoring DBA method, as well as the details of the OLT upstream scheduler, which is responsible for the BWmap generation, are outside the G-PON TC layer scope, and their implementation is left to the OLT vendors.

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  • Ich konnte in den letzten Tagen den "Hochlauf" der FTTH-Anschlüsse im Protokoll beobachten. Am 29.11. waren es genau 2 Anschlüsse auf dem Port, weitere folgten erst am 3.12. und 4.12., heute sind es knapp 20.

    Interessant ist die parallele Zunahme der Leitungsauslastung auf dem Upload. Es sieht nach einer Addition der gebuchten Raten aus.

    Schauen wir mal, wie sich der Parameter "Anzahl ONUs im optischen Netz" weiter entwickelt.

  • Ich wüsste gerade nicht, wie die FB das Upload-Segment überwachen könnte. Von daher ist die Auslastung ein sehr theoretischer Wert, vermutlich aus Anzahl Teilnehmern und zugewiesenen Sendeslots abgeleitet.

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  • Mmmh. ein ONT sieht die Sendeslotzuteilungen fuer alle ONTs... und die Sendeslots werden meist per DBA dynamisch nach Last zugewiesen... d.h. alleine mit der Information zu den Sendeslots weiss mann schon eine Menge ueber die Auslastung

  • Slots ja, da schrieb ich ja, dass ich mir das gut vorstellen kann.

    Aber schau dir das Ergebnis an. Kompletter Unfug. Auch wenn das eine logarithmische Darstellung ist: Segment-Kapazität und Auslastung wären da zum Ende hin identisch. Der Download bewegt sich bei weniger als 100 Mbps. Und da sollen 20 Haushalte permanent mehr als 1 Gbps Upload auslasten? Ganz sicher nicht.

  • Slots ja, da schrieb ich ja, dass ich mir das gut vorstellen kann.

    Aber schau dir das Ergebnis an. Kompletter Unfug. Auch wenn das eine logarithmische Darstellung ist: Segment-Kapazität und Auslastung wären da zum Ende hin identisch. Der Download bewegt sich bei weniger als 100 Mbps. Und da sollen 20 Haushalte permanent mehr als 1 Gbps Upload auslasten? Ganz sicher nicht.

    Beim Upload ist es eben nicht die Auslastung, da der einzelne ONT die garnicht kennt.

    Interessant finde ich eben den Hochlauf der besagten Leitungsauslastung parallel zur Aktivierung der Anschlüsse. D.h. irgendetwas muss der Port im OLT den einzelnen ONT ja zur "Auslastung" im Upload mitteilen.

    Und zum Thema generelle Auslastung: Aktuell läuft bei den 20 FTTH-Anschlüssen bis Ende Dezember noch das Telekom DSL parallel weiter. Ich gehe davon aus, dass sich viele erst zum Jahreswechsel die Zeit für echte Umstellung nehmen werden. Bei Interesse kann ich gern einen Vergleich der Grafiken posten.

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  • HubeBube hat gelegentlich mal ein DG-Segment gepostet, das schon länger im Betrieb ist. Irgendwas um 50-60 Teilnehmer.

    Auch dort sah die Auslastung eher harmlos aus.

    D.h. irgendetwas muss der Port im OLT den einzelnen ONT ja zur "Auslastung" im Upload mitteilen.

    Deswegen ist diese Grafik eher irreführend als hilfreich. Vermutlich kann die FB die zugewiesenen Upload-Slots bewerten. Diese werden alleine für ACK ständig gebraucht. Effektiv werden aber nur minimal Daten versendet. Und das sieht die FB eben nicht.

    Mein langfristiges Mittel liegt bei mir im Verhältnis 1:4/1:5, also Upload zu Download. Und da liege ich vermutlich sogar recht hoch mit. Das wird bei vielen anderen ähnlich sein. Wenn das Segment im Download also durchschnittlich mit 100 Mbps ausgelastet ist, wird der Download kaum höher als 20-25 Mbps liegen.

  • Interessant finde ich eben den Hochlauf der besagten Leitungsauslastung parallel zur Aktivierung der Anschlüsse. D.h. irgendetwas muss der Port im OLT den einzelnen ONT ja zur "Auslastung" im Upload mitteilen.

    Jein, bei DBA ist es oft so, dass der ONT dem OLT regelmaessig mitteilt wie wit gefuellt die Upload-Warteschlange im ONT ist, und der OLT antwortet damit Sendeslots zu zu weisen, aber diese Zuweisungen sehen IMHOP alle ONTs. Da die Slots nur bei Sendebedarf zugeteilt werden, kann mann aus der Zuweisung sehr wohl die Auslastung des Uploads abschaetzen...

    HubeBube hat gelegentlich mal ein DG-Segment gepostet, das schon länger im Betrieb ist. Irgendwas um 50-60 Teilnehmer.

    Auch dort sah die Auslastung eher harmlos aus.

    Pressem hat gerade Daten der eigenen ISP-Kunden veroeffentlicht:

    heise online
    www.heise.de

    und da ist die Durchschnittslast pro Kunde zur Spitzenzeit kleiner 10/1 down/up. Das mag etwas weniger sein als bei FTTH (Preseem wird oft von FWA/WISPs eingesetzt), aber unterstuetzt die Theorie, dass dauerhafte Segmentauslastung im Upload eher ungewoehnlich ist... (aber hey, vielleicht sind da ein paar beliebte Torrent-Seeder im Segment ;) )

  • Deswegen ist diese Grafik eher irreführend als hilfreich. Vermutlich kann die FB die zugewiesenen Upload-Slots bewerten. Diese werden alleine für ACK ständig gebraucht. Effektiv werden aber nur minimal Daten versendet. Und das sieht die FB eben nicht.

    Mmmh, bei GPON wird die Dauer der Sendeslots individuell angepasst... kann gut sein, dass ein ACK Frame auch nur einen kurzen Slot bekommt... aber ja, 100% praezise was die Nutzlast angeht ist das nicht, aber was die Auslastung des PON angeht schon :)

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  • Mmmh, bei GPON wird die Dauer der Sendeslots individuell angepasst... kann gut sein, dass ein ACK Frame auch nur einen kurzen Slot bekommt... aber ja, 100% praezise was die Nutzlast angeht ist das nicht, aber was die Auslastung des PON angeht schon :)

    Wie würdest du denn die Grafik interpretieren wollen? Dass der Upload tatsächlich nahezu ausgeschöpft ist?

    Ich denke, das wird keinesfalls zutreffen. Die Fritzbox wird aber einer gewissen Anzahl ONTs im Segment immer eine volle Auslastung des Segments behaupten, auch wenn wie hier nur 25 Mbps von 1250 Mbps tatsächlich genutzt werden (statistische Abschätzung anhand des Downloads).

    Ohne die genaue Funktionsweise der Sendeslots zu kennen, behaupte ich, dass jeder ONT eine Minimalzuweisung bekommt, damit er zumindest die ACKs sauber durchbekommt. Und bei Bedarf gehen da halt mehr als nur ein paar Bytes auf die Reise, sondern es gibt echten Payload. Danach gibt es sicherlich auch eine dynamische Komponente, wenn ein ONT tatsächlich mal 50, 100 oder 500 Mbps senden möchte.

    Aber die grüne Linie im Upload ist unnütz.

  • Ob man den Werten tatsächlich trauen kann, bezweifle ich auch ein bisschen.

    Demnach lag seine eigene Auslastung zum Ende hin bei fast 10 Mbps über den Tag verteilt. Das ist erstaunlich hoch.

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  • Wie würdest du denn die Grafik interpretieren wollen? Dass der Upload tatsächlich nahezu ausgeschöpft ist?

    Oh, die Graphik halte ich auch fuer problematisch, weil mir komplett unklar ist was die genau zeigen soll und wie das gemessen wird... (ausserdem ist die logarithmische Skalierung hier weniger hilfreich).


    Ich denke, das wird keinesfalls zutreffen. Die Fritzbox wird aber einer gewissen Anzahl ONTs im Segment immer eine volle Auslastung des Segments behaupten, auch wenn wie hier nur 25 Mbps von 1250 Mbps tatsächlich genutzt werden (statistische Abschätzung anhand des Downloads).

    Wenn das so ist (kann ich aus Mangel eines FFTH Anschlusses nur spekulieren) dann waere es besser so etwas gar nicht anzuzeigen...


    Ohne die genaue Funktionsweise der Sendeslots zu kennen, behaupte ich, dass jeder ONT eine Minimalzuweisung bekommt, damit er zumindest die ACKs sauber durchbekommt.

    Haengt vom Vendor ab... DBA, also die dynamische Zuweisung von Sendeslots ist nicht direkt Teil der ITU Standards. Gibt wohl konzeptionell zwei varianten:

    a) jeder ONT bekommt ein kleines Kontingent an Sendeslots und sendet IDLE Pakete wenn keine echten Daten vorliegen, der OLT schaut dann auf das Verhaeltnis IDLE zu Daten Paketen und weist dann mehr/laengere Sendeslots zu.

    b) der OLT fragt die ONTs regelmaessig zum Fuellstand ihrer Warteschlange ab und teilt mehr/laengere Sendeslots zu, wenn ein ONT Daten in der Queue hat (und aus Sicht des OLT seine maximale Senderate nicht ueberschritten hat).

    Aber ja, auch ACKs brauchen Sendeslots, und duerften wegen konstantem Overhead per Sendeslot eher mehr Transmissionzeit in Beschlag nehmen, als man ihrer Groesse entsprechend erwarten wuerde, aber das ist trotzdem IMHO immer noch ein valides Mass fuer die Auslastung des PON Uploads...

  • DBA, also die dynamische Zuweisung von Sendeslots ist nicht direkt Teil der ITU Standards.

    Sicher?

    ITU-T G.984.3 – Gigabit-capable passive optical networks (G-PON): Transmission convergence layer specification Provides the frame format and media access control method, including the means and policies of dynamic bandwidth allocation (DBA). It describes the ranging and activation processes, and the physical layer management (PLOAM) functionality that supports them. Security and authentication are also described.