Gilt Routerfreiheit auch für Businesskunden am symmetrischen Gigabit-Anschluss?

  • Hallo,

    wenn man bei 1&1 Versatel als Firma einen symmetrischen Gigabit-Anschluss bestellt, wird die Leitung meist von der Telekom gebaut.

    Gerätetechnisch werden einem dann 3 (!) Geräte übergeben, die dauerhaft betrieben werden:

    Telekom:

    BIG 2862 von albis-elcon

    Versatel:

    RAD ETX-203A Etheraccess - Glasfaser-Router (dient nur als Medienkonverter)

    Cisco Catalyst Switches der Serie 3650: 24-Port-Switch, an dem aber nur ein Port als Ausgang freigeschaltet ist (als Router)

    Könnte bei so einem Anschluss auch die Routerfreiheit gelten lt. TKG?

    Dieser Business-Anschluss wird über 2 dedizierte Fasern (RX+TX) zur nächsten Vermittlungsstelle realisiert, hat also mit FTTB/H bzw. GPON nichts zu tun.

  • Nein, die Endgerätewahlfreiheit (geht deutlich über die sogenannte Routerfreiheit hinaus, Routerfreiheit gibt es auch gar nicht als Begriff im TKG!) ist im TKG nur für Privatkunden definiert.

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  • Üblicherweise sind es ja nur 1 bis 2 Geräte. Den Sinn würde ich Erstmal nur bei Gerät Nr. 3 hinterfragen. Da die Kosten der Bereitstellung ja in der Regel beim Provider liegen, wird der sich wohl was dabei gedacht haben und wohl kaum Scharf darauf sein 3 Geräte als potenzielle Fehlerquelle zu haben.

    Womit wir schon beim Thema wären: Qualitätsüberwachung (schnellstmögliche Entstörung innerhalb der Vertraglichen Reaktionszeiten) und Zuständigkeiten entlang der Strecke, da ja quasi ein Reseller/Subunternehmer den Anschluss anbietet/betreibt.

    Du sagst der Anschluss wird technisch über die Telekom bereitgestellt. Dieser als Betreiber/Beleuchter der Faser stellt also schon mal das erste Gerät dahin um einen gemanagten Netzabschlusspunkt bereitstellen und die Funktion der physischen Leitung messen zu können. (Quasi wie ein Pastik-ONT nur halt für den professionellen Einsatz mit hochwertigen Komponenten um die Ausfallsicherheit zu erhöhen).

    Das zweite Gerät RAD ETX-203A dient üblicherweise als Router/WAN-Schnittstelle und ermöglicht z.B. Bandbreitensteuerung wenn mehrere Dienste/Kunden über den gleichen Anschluss versorgt werden (IP/MPLS) oder nur ein kleiner Tarif gebucht wurde. Das umschalten auf eine Backup-DSL Leitung müsste das Teil ebenfalls hinbekommen.

    Wozu man dann noch so ne potentielle Cisco Sicherheitslücke dahinter Stöpselt deren Hardware schneller End-of-Life ist als man NSA sagen kann erschließt sich mir auch nicht so ganz. Vermutlich für irgendwas ganz banales, vllt. um das VLAN-Tag auf dem Weg nochmal zu ändern oder so. ;)


    (Meine Aussagen bitte nicht auf die Goldwaage legen, bin da nur am Rande im Thema.)

  • Falls jemand anders beim Googlen hierdrauf stößt:

    Der Cisco macht tatsächlich nichts außer VLAN rausnehmen, Traffic Shaping (shape average 1G und das wars) und Remotezugriff. Den kann man wirklich ohne weiters rausnehmen, da die auch Remotezugriff auf den RAD haben.

    RAD ETX-2i-10G macht:
    * VLAN rausnehmen
    * Remotezugriff (SSH/Telnet via separatem VLAN mit IPs u.a. aus 10.0.0.0/8)
    * OAM (SNMP, RADview, usw.)
    * Traffic shaping (CIR/CBS)
    * QoS--nach einkommendem p-bit packt es den Traffic in verschiedene Queues. pbit 7-5 scheduling strict, pbit 4-0 wfq mit verschiedenden weights
    * Y.1564
    * Schaltet den Ausgangsport aus falls LoS am Eingangsport

    Hab mir das Telekom-Ding (bei mir ein Nokia PSD) nicht angeschaut, interessiert mich auch nicht so viel. Macht wahrscheinlich Entschlüsselung und weiteren Demarcation-Kram.

    Einmal editiert, zuletzt von KaneTW (13. April 2026 um 17:56)

  • Interessant dass die Telekom das realisiert hat, musste denn überhaupt noch Tiefbau passieren oder gab es schon Fiber bis zur T-Vermittlungsstelle?

    Ich kenne einen Fall, wo nach Bestellung dann von 1&1 Versatel ein Kasten aufgestellt oder darauf verwiesen wurde, und der Tiefbau wurde in Eigenregie vom Unternehmen zusammen mit Versatel durchgeführt. Da war die Telekom AFAIR gar nicht im Spiel.

    Nachtrag: MPLS hatte die Firma übrigens schon lange von der Telekom.

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  • Jeder Netzbetreiber geht da getrennt vor. Vor einiger Zeit hat sich hier Straßen.NRW einen GF-Anschluß von Vodafone legen lassen. Extra Speedpipes und Fußwege öffnen und entsprechende Arbeiten. Wird bei anderen Netzbetreibern ähnlich laufen.

  • Es könnte durchaus sein, dass Versatel bei der Telekom Ethernetconnect 2 als Vorleistung einkauft und dann über den ETX 203 sein IP-Netz realisiert. Ich habe die BIG2862 bisher nur im Ethernetconnect Umfeld gesehen.

  • Interessant dass die Telekom das realisiert hat, musste denn überhaupt noch Tiefbau passieren oder gab es schon Fiber bis zur T-Vermittlungsstelle?

    Ich kenne einen Fall, wo nach Bestellung dann von 1&1 Versatel ein Kasten aufgestellt oder darauf verwiesen wurde, und der Tiefbau wurde in Eigenregie vom Unternehmen zusammen mit Versatel durchgeführt. Da war die Telekom AFAIR gar nicht im Spiel.

    Nachtrag: MPLS hatte die Firma übrigens schon lange von der Telekom.

    In meinem Fall hatte Versatel bei der Telekom L2BSA (konkret Wholesale Premium 2.0 Collect Spoke 1G Upfront) eingekauft und das geht dann bis Düsseldorf. Von dort wirds per 100G ans Netz der Versatel übergeben.

    Ca. 200-300 m Tiefbau und 1-2 km im vorhandenen Leerrohr.

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