Magdeburg: MDCC (aktiv) / OpenInfra (zurückgezogen) / Deutsche Glasfaser (in Planung)

  • Die OpenInfra hat im Mai 2023 angekündigt, rund 6.600 FTTH-Anschlüsse in der Stadt Magdeburg bauen zu wollen.

    https://www.magdeburg.de/index.php?obje…FID=698.11394.1

    Eine Kartenansicht wurde über die Stadtverwaltung geteilt, liefert jedoch nur farbig markierte Gebiete, teils mit einer angedeuteten Trassenführung. Siehe Anhang.

    Der Außendienst ist schon unterwegs, am 14.06.2023 gab es zusätzlich ein Zoom-Meeting.

    Im Meeting wurde angekündigt, dass das 12-Monats-Angebot der InternetNord nur noch bis zum gleichen Abend aktiv geschaltet sein wird. Es war jedoch länger verfügbar, dann kurzzeitig verschwunden, wieder verfügbar und schließlich seit heute wieder weg.
    Weiterhin verfügbar ist das 24-Monats-Angebot.

    Ich habe das Angebot (Diesdorf) angenommen und würde mich gern hier mit Euch dazu austauschen.

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  • Die OpenInfra (bzw. der eingekaufte Vertrieb) war hier in Magdeburg in 2 Wellen von Tür zu Tür unterwegs. Erste Welle Ende Mai / Anfang Juni, zweite Welle im Juli.

    Leider mit einer für mich erschreckenden Quote. Geschätzte 10-15% haben unterschrieben.
    (Man kann das mit etwas Aufwand herausbekommen.)

    Im ersten Vorvermarktungsgebiet ist ausschließlich DSL der Telekom mit ... verfügbar.
    - ca. 5% <100 MBit/s

    - ca. 60% 100 MBit/s

    - ca. 35% 175/250 MBit/s

    Rein vertriebstechnisch wäre eine derzeit schlechtere DSL-Versorgungslage sicherlich förderlich für eine Glasfaservermarktung.

    Was ich jedoch in vielen persönlichen Gesprächen vernehme, ist die deutliche und unreflektierte Ablehnung eines Glasfaserausbaus.
    "Brauche ich nicht", "bin zu alt", "zu teuer", "keine Lust auf Bauarbeiten", ... usw.

    Ich versuche viele Nachbarn für diese Zukunftsentscheidung zu gewinnen, aber manchmal gleicht das einem Kampf gegen Windmühlen.

    Wie sind Eure Erfahrungen dazu?

    Viele Grüße

  • Eine bessere Preis-/Leistung der Glasfaser Tarife die einem keine Grund mehr liefern würde bei DSL zu bleiben wäre mal ein Ansatz.

    Aber als Glasfaser Anbieter hat man anscheinend kein Interesse an einer hohe Take-Up Rate.

    Man hat lieber wenige Kunden die ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis bezahlen als viele Kunden die ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis bezahlen.

    Hoffen die darauf das die Kunden die heute nur Homes-Passed gebaut sind sich später aus eigener Tasche doch noch für einen Anschluss entscheiden ?

    Und was ist mit denen wo es nicht mal Homes-Passed gibt...

  • Eine bessere Preis-/Leistung der Glasfaser Tarife die einem keine Grund mehr liefern würde bei DSL zu bleiben wäre mal ein Ansatz.

    Aber als Glasfaser Anbieter hat man anscheinend kein Interesse an einer hohe Take-Up Rate.

    Man hat lieber wenige Kunden die ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis bezahlen als viele Kunden die ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis bezahlen.

    Hoffen die darauf das die Kunden die heute nur Homes-Passed gebaut sind sich später aus eigener Tasche doch noch für einen Anschluss entscheiden ?

    Und was ist mit denen wo es nicht mal Homes-Passed gibt...

    Das Thema Preis/Leistung gibt es für einige der Glasfaserablehner nicht. Bei ihnen zählt nur das Preis/Preis-Verhältnis. Konkret: Wenn der aktuelle Reseller-Vertrag für die Telekom-Leitung bei 1&1, O2, ... 25 oder 30€ monatlich kostet, dann wird jeder teurere Vertrag abgelehnt. Basta!

    Für die "ich brauche es im Moment nicht" hilft eine Erklärung von Homes-Passed wenig. Es gibt eine vorherrschende Meinung, dass "wenn SIE es brauchen" ein Ausbau erfolgt. So wie die Bestellung einer Mobilfunk-SIM.
    Die (Ausbau-) Realität wird dabei ausgeblendet.

    Es gibt natürlich die auch positiven Beispiele, bei denen ich mit Argumenten von Nachbar zu Nachbar durchdringen konnte.

    Bleibt zu hoffen, dass OI entweder noch eine dritte Vertriebswelle startet oder mit der derzeitigen Quote den Ausbau startet. Manch ein Zeitgenosse kommt erst beim Anblick der Leerrohre an seinem Haus vorbei zur Besinnung.

    2 Mal editiert, zuletzt von e16 (3. August 2023 um 14:47)

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  • Eine bessere Preis-/Leistung der Glasfaser Tarife die einem keine Grund mehr liefern würde bei DSL zu bleiben wäre mal ein Ansatz.

    Dass kann so gar kein Ansatz sein, irgendjemand muss ja die komplett neu aufgezogene Infrastruktur vom Tiefbau, über Leitungen und Knotenpunkte bezahlen.
    Auf bis zu 100 Jahre alte Kupferleitungen 50 MBit zu verkaufen ist da einfach.

    Wenn die Leute es jetzt nicht sehen und verstehen, wenn ihnen quasi kostenlos der Anschluss gelegt wird, müssen sie später zahlen.

    Bei uns haben die EFH-Besitzer es alle als Wertanlage gesehen. wir haben hier von 28 Grundstücke 26 Anschlüsse in der Straße. Und in MFH reichen ja wenige, um dies vorwärtszubringen. Aber der Isolationsgedanke ist wohl in Magdeburg mit vielen abgewandert.
    Bei uns im Havelland ist es auch so. Von Falkensee bis Nauen sehen es viele Positive, ab Nauen bis Rathenow sinkt es stark ab, das Interesse an GF.

  • Ich glaube, OI unterschätzt die Störrischkeit der Brandenburger. Das ist kein Vergleich mit den innovationsfreudigen Skandinavier.

    Wenn ich überlege, wie spitzenmäßig damals Mitte der 90er schon das Funknetz in Schweden war, mit meinem 8110i (Banane). Oder als ich vor 2 Jahren bei Freunden in Tallin/Estland war, fast 100 % GF in der Stadt.

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  • Spätestens, wenn das CuDA Netz dann wirklich abgeschaltet wird, werden die Kosten für den Hommes passed Ausbau mit Gold aufzuwiegen sein ...

    Die DT wird freiwillig nur dort ihr Cu-Netz abschalten, wo sie selbst mit Gf vertreten sind. Wenn Sie es denn aufgrund regulatorischer Randbedingungen überhaupt dürfen.

    Selbst eine mittelfristige Verteuerung von TAL-Mieten und anderen Vorprodukten der Netzbetreiber wird einer besseren Glasfaserakzeptanz nicht helfen.

    Falls hier jemand von der OI mitliest: Wenn der OI das Ausbaugebiet in Magdeburg mit ca. 6.600 geplanten Anschlüssen wirklich wichtig ist, würde ich mir eine bessere Kommunikation mit den Gf-Unterstützern vor Ort wünschen.

  • Falls hier jemand von der OI mitliest: Wenn der OI das Ausbaugebiet in Magdeburg mit ca. 6.600 geplanten Anschlüssen wirklich wichtig ist, würde ich mir eine bessere Kommunikation mit den Gf-Unterstützern vor Ort wünschen.

    Wünschen kann man sich viel. ;) Das hat bisher noch kein GF-Anbieter hinbekommen. Die einzigen bei den irgendwie alle aufspringen, wenn es angeboten wird, ist die Telekom, ist halt ihrem Bekanntheitsgrad geschuldet.

    Alle GF-Anbieter scheinen es immer noch nicht verstanden zu haben, dass, wenn man in den Massenmarkt will, man jedem einzelnen Otto-Normalo erklären muss, warum er jetzt GF nutzen soll. Dafür nutzen nicht ein paar Wahlplakate an Laternen.

  • Das Thema Preis/Leistung gibt es für einige der Glasfaserablehner nicht. Bei ihnen zählt nur das Preis/Preis-Verhältnis. Konkret: Wenn der aktuelle Reseller-Vertrag für die Telekom-Leitung bei 1&1, O2, ... 25 oder 30€ monatlich kostet, dann wird jeder teurere Vertrag abgelehnt. Basta!

    Für die "ich brauche es im Moment nicht" hilft eine Erklärung von Homes-Passed wenig. Es gibt eine vorherrschende Meinung, dass "wenn SIE es brauchen" ein Ausbau erfolgt. So wie die Bestellung einer Mobilfunk-SIM.
    Die (Ausbau-) Realität wird dabei ausgeblendet.

    Es gibt natürlich die auch positiven Beispiele, bei denen ich mit Argumenten von Nachbar zu Nachbar durchdringen konnte.

    Bleibt zu hoffen, dass OI entweder noch eine dritte Vertriebswelle startet oder mit der derzeitigen Quote den Ausbau startet. Manch ein Zeitgenosse kommt erst beim Anblick der Leerrohre an seinem Haus vorbei zur Besinnung.

    Sicherlich überzeugt man damit nicht jeden es scheint aber durchaus einen großen Einfluss zu haben.

    Bei uns im Kreis bauen sie sowohl als Private als auch der per Fördermittel des Bundes aus.

    Die Privaten haben es sehr schwer auf ihre Quoten zu kommen und haben sich auch schon aus dem ein oder anderen Ort wieder zurückgezogen,

    Dort Springt nun das Modell des Bundes ein.

    Diese Modell hat keine Probleme Quoten von über 80% zu erreichen.

    Selbst ganze Gemeinden haben 80%+

    Selbst in den Orten wo die Privaten krachend gescheitert sind.

    Der Unterschied ist man kann sich ans Netz anschließen lassen ohne einen Vertrag eingehen zu müssen.

    Und die Bürger sind vom Netzbetreiber Vodafone auch eher weniger begeistert.

    Die Hoffnung liegt hier beim Open-Access und anderen Anbietern.

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  • Die OI hat den Vertrieb im Stadtteil Magdeburg-Ottersleben gestartet.
    Bereich: Osterweddinger Str. / Graubestr. / Egelner Str. / Stemmerner Str.
    Dem Anschein nach auch hier ausschließlich EFH's.

  • sPnzz kannst Du sagen, wie und wann es in Magdeburg weitergeht?

    Gibt es schon eine Entscheidung für den Ausbau?

    Wenn ich die Karten (Seite 4 im Link) richtig interpretiere, nutzt Ihr eine Trasse der Deutschen Glasfaser von Niederndodeleben kommend, die derzeit am Magdeburger Stadtrand endet.

    Also wäre der Stadtteil Diesdorf aus meiner Sicht der erste Bauabschnitt.

    Kartenübersicht Ausbaugebiete in Magdeburg

  • sPnzz kannst Du sagen, wie und wann es in Magdeburg weitergeht?

    Gibt es schon eine Entscheidung für den Ausbau?

    Wenn ich die Karten (Seite 4 im Link) richtig interpretiere, nutzt Ihr eine Trasse der Deutschen Glasfaser von Niederndodeleben kommend, die derzeit am Magdeburger Stadtrand endet.

    Also wäre der Stadtteil Diesdorf aus meiner Sicht der erste Bauabschnitt.

    Kartenübersicht Ausbaugebiete in Magdeburg

    Hi,

    Über Magdeburg kann ich dir keine Infos geben. Allerdings kann ich dir sagen das wir keine Trassen anderer Leitungseigner verwenden. Es wird wohl eher so sein, daß wir unsere Trasse genau dort hinbauen, wo auch die DGF liegt.

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  • Über Magdeburg kann ich dir keine Infos geben.

    Das ist schade, vielleicht kannst Du meine Anfrage ja bei Euch weiterleiten.

    Eine Mail von mir an info-de@openinfra.com blieb leider unbeantwortet (außer einer Eingangsbestätigung).

    Die OpenInfra Kanäle bei Facebook und Instagram sind seit gut einem Jahr verwaist.

    Auf der offiziellen Internetseite ist zu den Ausbaugebieten gar nichts zu finden. Weder wo gerade vermarktet wird, noch wie der aktuelle Status ist. Die Telekom schafft das sogar grafisch, DGF, VF, ... zumindest textuell.

    Nachbarn sprachen mich an, sie hätten nochmals Kontakt zur ersten Vertriebsmannschaft gesucht, die Ende Mai Verträge an der Tür verkauft hat. Antwort war: Nicht mehr zuständig.

    Auf gut deutsch: Alle tappen im Dunkeln.

    Vielleicht habe ich auch zu hohe Erwartungen, aber gerade in der Vermarktungsphase unterhalb der Mindestquote würde ich als Unternehmen die Kommunikation auf keinen Fall abreißen lassen.

    Parallel gibt es wohl die ersten Kunden, die -laut mündlicher Aussage- von ihren Verträgen zurücktreten wollen und werden. Trotz angedrohter Schadensersatzforderungen seitens der OpenInfra.

    Für mich rechtlich ohnehin eine Grauzone, wenn der Anbieter einseitig die Annahme des Vertragsangebots verweigern kann, der Kunde allerdings an die Abgabe des Vertragsangebots ohne Ausstiegsklausel gebunden ist. Nur meine laienhafte Rechtssicht.

    Also liebe OpenInfra: Wenn Euch die zukünftigen Kunden in Magdeburg irgendwie wichtig sind, muss mehr als nur der Einsatz wechselnder Vertriebsteams kommen.

  • Es bringt dich zwar nicht in der Sache weiter, jedoch würde ich an deiner Stelle vorerst mit dieser unschönen Situation leben.

    Der Grund ist ganz einfach: OpenInfra ist der einzige Anbieter der das Open Access Versprechen tatsächlich umsetzt, danach mit Einschränkungen die Deutsche Telekom und das war es dann auch schon. Sofern man von wenigen und lokal begrenzten Kooperationen absieht.

    Bei den Platzhirschen nach der Deutschen Telekom mit eigenen Glasfasernetzen (Deutsche Glasfaser, Deutsche Giganetz und Vodafone) und allen kleineren musst Du deren Dienst Internetzugang zwingend buchen. Bei OI hast Du die Wahl zwischen verschiedenen Alternativanbietern.

    In meinen Augen ist das ein kundenfreundliches Alleinstellungsmerkmal.

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  • Es bringt dich zwar nicht in der Sache weiter, jedoch würde ich an deiner Stelle vorerst mit dieser unschönen Situation leben.

    (...)

    Bei OI hast Du die Wahl zwischen verschiedenen Alternativanbietern.

    In meinen Augen ist das ein kundenfreundliches Alleinstellungsmerkmal.

    Hier (trotz Landeshauptstadt) gibt es keine Glasfaserparty, auf der den Anbietern die Anschlüsse aus den Händen gerissen werden. Da müssen sich alle Anbieter, sei es DT, MDCC, MDDSL oder eben OpenInfra schon etwas mehr als nur einen eingekauften D2D-Vertrieb einfallen lassen.

    Und ja, OpenInfra baut ein offenes Netz. Aber schaue ich mir den Marktplatz an, sind die Alternativen eigentlich unbekannte Unternehmen. Von den großen Namen im heutigen DSL-Reseller Bereich ist nichts zu finden. Bei Gardio lande ich sogar auf einer schwedischen Seite...
    Mal ehrlich, bei diesen Alternativen die InternetNord zu verlassen? Eher unwahrscheinlich.

    Ein schönes WE!