DG: was wird zwischen LWL-Modem und Classic Router gesprochen?

  • Hallo, ich habe einen neuen (2021) Anschluss bei der Deutschen Glasfaser, offenbar PON. Ich hatte die Idee, den Classic Router etwas weiter vom NT ( Nokia G-010G-Q) zu entfernen und zwar über zwei Ethernet Switches hinweg in einem separaten VLAN.


    Hat nicht funktioniert, auch nicht schlimm, aber aus Interesse: welches Protokoll wird zwischen diesen beiden Geräten gesprochen?


    Vielen Dank,

    murxmaster

  • Ganz normales Ethernet auf Schicht 2. Aber bei DG Routern wird zwischen ONT und Router mit VLAN Tags gearbeitet (vermutlich 360 für Internet, 330 für VoIP). Sowohl auf Eingangs- als auch auf Ausgangsseite und auf dem Weg dazwischen musst du das berücksichtigen.

  • Die Verbindung zwischen dem NT und dem Router ist Gigabit-Ethernet. Im Falle der DG-Router sind die Ethernet-Frames mit VLAN-IDs getaggt, und zwar je eine ID für den Internetzugang und den VoIP-Zugang. Wenn der Anschluss für einen kundeneigenen Router konfiguriert wäre, würde der VoIP-Zugang über den Internetzugang abgewickelt und VLAN Tags würden am NT nicht verwendet.


    Die VLAN-IDs für DG Router müssten 360 und 330 sein. Diese müssten deine Switches also an den Ports für NT, Router und die Switch-Switch Verbindung zulassen und durchreichen (Ports als "Trunk Ports" für diese IDs konfigurieren).


    Edit: frank_m war schneller

  • Ich hatte die Idee, den Classic Router etwas weiter vom NT ( Nokia G-010G-Q) zu entfernen und zwar über zwei Ethernet Switches hinweg in einem separaten VLAN.

    Obacht! Auch wenn Du den Traffic in einem separaten VLAN laufen lässt, musst Du beachten, das der NT nur eine einzige MAC-Adresse sehen darf, nämlich die des Routers!


    Genau genommen reagiert die DHCP Infrastruktur der DG sehr schnippig, wenn hinter dem ONT (dem sind MAC Adressen prinzipiell egal) mehr als eine MAC-Adrese sichtbar ist oder MAC-Adresse innerhalb von 60 Minuten wechseln. In der Folge kann es passieren, das Du erst mal keine IP-Adresse erhälst.


    Bei einem kundeneigenen Router ist es bezüglich der VLANs anders und bei einer 5530 an der Faser nochmal unterschiedlich. Die beiden Forumskompetenzen haben dir ja schon geantwortet ;)

  • Ganz normales Ethernet auf Schicht 2. Aber bei DG Routern wird zwischen ONT und Router mit VLAN Tags gearbeitet (vermutlich 360 für Internet, 330 für VoIP). Sowohl auf Eingangs- als auch auf Ausgangsseite und auf dem Weg dazwischen musst du das berücksichtigen.

    Cool und Danke euch beiden. Ich würde die Ports am Switch also so einstellen, dass VLAN 330 und 360 an den benutzten Ports "tagged" sind?



    Damit stellt sich die Folgefrage: wenn SIP und"Internet" offenbar separat behandelt werden: wie nutze ich am sinnvollsten ein SIP-Telefon? Passt das, wenn ich es an einen LAN-Port des Classic Routers abschließe?


    Und an welcher Stelle der Deutschen Glasfaser muss ich klopfen, damit die SIP-Zugangsdaten für die Nummern der DG heraus fallen?


    Vielen, vielen Dank schonmal

  • Das wird beim Anschluss "DG Router" quasi unmöglich, jedenfalls wenn du die DG Rufnummern am SIP Telefon nutzen willst. Meines Wissens gibt es keine Möglichkeit, im Classic Router die VLAN ID für Telefonie ins LAN zu leiten. Die Zugangsdaten werden dir also nicht weiterhelfen, und deshalb werden sie auch in dem Modus von der DG standardmäßig nicht herausgegeben.


    Der Wechsel auf "kundeneigener Router" würde diese Probleme lösen. Dann sind die VLANs weg, und du bekommst die SIP Zugangsdaten. Danach hast du alle Möglichkeiten - brauchst aber einen eigenen Router.

  • Der Vollständigkeit halber die Varianten:

    • DG Router (AON + GPON): VLANs 360 (Internet) und 330 (Telefonie), sowohl vor als auch hinter dem ONT.
    • kundeneigener Router (AON + GPON): VLAN 362 für Internet und Telefonie, aber nur vor dem ONT. Hinter dem ONT gibt es keine VLAN ID.
    • Sonderfall aktivierte AVM FRITZ!Box 5530 direkt an der Glasfaser im GPON: gar keine VLAN ID.

    So unser Kenntnissstand im Forum.

  • Der Wechsel auf "kundeneigener Router" würde diese Probleme lösen. Dann sind die VLANs weg, und du bekommst die SIP Zugangsdaten. Danach hast du alle Möglichkeiten - brauchst aber einen eigenen Router.

    Also mit dem Classic Router kann man kein SIP von DG hinter dem Router machen? Das ist ja nicht so cool...



    Okay, ich habe noch eine Fritzbox 7490 herumliegen, die könnte ich vermutlich nehmen, zumindest wenn ich die Firmware aktualisiere. Die schafft vermutlich nicht 1000 GBit/s, aber ich habe ohnehin auf den 400er Tarif zurück gestuft.



    Kann ich den Classic Router einfach ab- und die Fritzbox einfach anstöpseln oder muss die deutsche Glasfaser da netzseitig etwas umstellen?

  • Also mit dem Classic Router kann man kein SIP von DG hinter dem Router machen?

    Meines Wissens sind die SIP Server im privaten VLAN Netz der DG. Da kommst du hinter dem DG Router nicht ran.

    Es könnte sein, dass die gleichen Zugangsdaten auch auf den öffentlich erreichbaren Servern funktionieren. Aber das ist Spekulation, und du hast die Daten ja eh nicht.


    Okay, ich habe noch eine Fritzbox 7490 herumliegen, die könnte ich vermutlich nehmen, zumindest wenn ich die Firmware aktualisiere. Die schafft vermutlich nicht 1000 GBit/s, aber ich habe ohnehin auf den 400er Tarif zurück gestuft.

    Doch, die 7490 schafft locker 1 GBit/s. Selbst die 7390 schafft das schon im IP Modus.


    Kann ich den Classic Router einfach ab- und die Fritzbox einfach anstöpseln oder muss die deutsche Glasfaser da netzseitig etwas umstellen?

    Das muss netzseitig umgestellt werden. Die VLAN IDs müssen ja umgestellt werden.

  • Doch, die 7490 schafft locker 1 GBit/s. Selbst die 7390 schafft das schon im IP Modus.

    Die 7490 schafft das gerade so, wenn sie nichts anderes zu tun hat. Gleichzeitigen Upstream-Datenverkehr sollte man sich dann verkneifen. Für 400 Mbit/s ist sie allerdings gut und gerne schnell genug. Die Fritzbox 7390 kam nicht mal in die Nähe von solchen Geschwindigkeiten.

  • Es ist ein Unterschied, ob die Fritzbox das locker schafft oder gerade so unter kontrollierten Benchmark-Bedingungen und dann keine Reserven für gleichzeitigen Upload oder andere Aufgaben hat, bzw. von diesen ausgebremst wird. Das sind schließlich Multifunktionsrouter. (Und ich würde wetten, dass 2013 kein IPv6 Durchsatz gemessen wurde.)

  • Doch, wurde es. Und ich weiß auch nicht, wie du darauf kommst, dass die Geschwindigkeit bi-direktional nicht erreicht wird.


    Gemäß der Testergebnisse waren es 750 MBit/s mit PPPOE und 940 MBit/s bei IP-Routing. Das ist das theoretische Maximum für Gigabit Ethernet. Ob die Routing Engine da schon am Anschlag war, kann man nur spekulieren. Ich bin mir nicht sicher, ob es Sinn macht, die Ergebnisse nun in dieser Form zu hinterfragen und eine Diskussion darauf loszutreten, nachdem sie 10 Jahre lang nie jemand ernsthaft angezweifelt hat oder gar andere belastbare Ergebnisse vorgelegt wurden.

  • Ein Tag. Wenn du den Service erreichst, wird es in der kommenden Nacht umgestellt.

    Bei der FritzBox 7490 habe ich mit FritzOS 7.29 (derzeit aktuell) keine Vorkonfiguration für den Anbieter "Deutsche Glasfaser" in der Kategorie "Internetzugang". Bei der Einrichtung neuer Rufnummern hingegen schon. Ist das ein Problem? Muss ich Zugangsdaten für die Internetverbindung eingeben?


    Ich möchte längere Ausfälle gerne vermeiden ...



    Unter https://www.deutsche-glasfaser.de/fileadmin/content/pdf/downloads/router/Handbuch_Premium_Router.pdfklingt es so, als würde sich der Router selbst provisionieren. Muss ich ihn dazu auf Werkseinstellungen zurück setzen?



    Lauter Fragen ...

  • Da nimmst Du am besten das aktuelle Dokument für den kundeneigenen Router. Dort wird zwar die 7590 als Beispiel verwendet, der Unterschied besteht jedoch für den Internetzugang darin, das die 7590 mit dem blauen WAN-Port an den NT angeschlossen wird, die 7490 jedoch mit dem gelben LAN 1 Port!

    https://www.deutsche-glasfaser.de/fileadmin/content/pdf/downloads/anleitungen/handbuch_eigener_router.pdf


    Und bitte die 7490 vorher auf Werkseinstellungen zurücksetzen!

    Nachtrag: Wenn Du wechselst, dann trenne bitte deinen Classic Router vom NT, mache sicherheitshalber den NT stromlos und warte nun 65 Minuten. Danach erst die 7490 mit dem NT verbinden und erst dann den NT wieder mit Strom versorgen!

    Ist dein Vertrag denn schon auf kundeneigener Router umgestellt und hast Du die SIP-Daten (Rufnummer, SIP-Benutzer und SIP-Passwort)?

  • Da nimmst Du am besten das aktuelle Dokument für den kundeneigenen Router

    Okay, das hört sich für mich so an, als bekäme der Router per TR-069 seine erste Konfiguration, zumindest das abwarten passt dazu, dann macht ja auch das hier:


    Und bitte die 7490 vorher auf Werkseinstellungen zurücksetzen!

    Sinn.



    Ist dein Vertrag denn schon auf kundeneigener Router umgestellt und hast Du die SIP-Daten (Rufnummer, SIP-Benutzer und SIP-Passwort)?

    Nein, der Vertrag ist noch nicht umgestellt, ich habe noch eine Woche lang einen Vertrag mit dem alten Provider. Und das würde ich gerne in der Form nutzen, dass ich bei umstellungsbedingten Ausfällen die Hütte hier nicht ohne Internet hinterlasse ....


    Vielen Dank für alle deine Hinweise!

  • Okay, das hört sich für mich so an, als bekäme der Router per TR-069 seine erste Konfiguration

    Nein, so ist es nicht.

    Lediglich die Mietrouter werden vom Anbieter fernkonfiguriert.

    Kundeneigene Router müssen manuell vom Benutzer eingerichtet werden.

    Die aktuellen Hilfen von DG gibt es hier:

    Downloads: Formulare, Broschüren und Flyer - Deutsche Glasfaser


    Das Rücksetzen auf Werkseinstellungen der FRITZ!Box ist eine generelle Empfehlung, wenn Accesstechnologien geändert werden (hier von VDSL auf Ethernet). Es gibt hier im Forum viele Berichte von Nutzern, die erst nach dem Werksreset und neu einrichten einen stabilen Betrieb hatten. Mir ging es übrigens mit der 7590 ebenso.