Dual-WAN mit OpenInfra (OI) und DSL

  • Hallo Gemeinde,


    heute meldet sich mal ein Zeesener zu Wort. Bei uns wird nun auch fleissig durch OI geworben. Der Ausbau soll bei Erreichen der 40% Hürde dann Ende des Jahres stattfinden.


    Für mich als Hausbesitzer macht das Angebot einen passablen Eindruck. Im schlechtesten Fall, also wenn ich nach einem Jahr bei InternetNord kündige, hab ich knapp 500€ für eine Glasfaser Anschluss bezahlt. Damit kann ich gut leben. Eine solche Leitung im Haus zu haben ist nie verkehrt.


    Ich habe aber mal ein technische Frage. Ich möchte weiterhin den 100Mbit Anschluss der Telekom für TV und Telefonie nutzen. Der Zugang wird über eine FB 7590 hergestellt. Mein ganzen Haus LAN ist CAT7 und über einen ProSafe 724Tv4 an die FB angeschlossen.


    Ist es nun möglich den FTTH Anschluss von OI parallel zum DSL Anschluss der Telekom zu betreiben?

    Ich möchte den FTTH Anschluss erst einmal nur an einzelnen Geräten, z.B. meinen PC, im LAN nutzen.

    Benötige ich einen weiteren Router der an das OI Modem angeschlossen wird und dann an den Switch geht? Oder kann ich das OI Modem direkt an den Switch per LAN anschliessen und dann mit VLANs arbeiten? Sonst wüste ich nicht woher mein PC wissen soll über welches Gateway er nach "draussen" findet.


    Über eine technische Hilfestellung würde ich mich sehr freuen!


    VG

    Roxxy

  • OpenInfra verwendet kein PPPoE. Adressen werden mit DHCP vergeben. Das heißt, im Prinzip können ganz normale Endgeräte wie PCs direkt am Modem/Medienkonverter betrieben werden. Die hängen dann direkt ohne vorgeschaltete Firewall im Internet. Wahrscheinlich verhindert OI, dass mehrere Geräte so angeschlossen werden können. Das würde man also höchstens mit einem einzelnen Endgerät machen, das zudem die nötigen Sicherheitsfunktionen hat. Die integrierte Firewall des PCs müsste man also sorgfältig konfigurieren. Wenn der zweite Internetzugang über die selbe Netzwerkinfrastruktur im Haus zum PC geleitet werden soll, die auch das LAN des DSL-Routers verteilt, dann muss das über ein VLAN getrennt passieren.


    Was sind deine Erwartungen, was wie funktionieren soll? Muss der PC gleichzeitig auch noch Geräte im LAN erreichen können? Brauchst du den Telekomanschluss nur für TV und Telefonie?

  • Hallo alfalfa, danke erst mal für die Denkanstöße.

    Nun ich stelle mir das so vor, dass die mobilen Endgeräte (Handy, Laptop, etc) per WLAN und ein Teil der festen Endgeräte wie TVs, Mediareceiver über den Managed Switch an der FritzBox hängen, die dann am Telekom Anschluss bleiben. An dieser FritzBox soll auch weiterhin die Telefonie betrieben werden.


    Die PCs (im Haushalt ich haben wir 4) und die Geräte, die den breiten Upload nutzen könnten, soll dann über den Managed Switch an den Glasfaseranschluss. Ob da jetzt noch eine kleine Fritzbox wegen NAT etc. zwischen muss, würde ich gern hier klären wollen. An den PCs benötige ich natürlich keine öffentl. IP

    Intern sollten sich die mobilen und festen Geräte, wie z.B. ein PC, ein Drucker oder ein NAS, natürlich weiterhin sehen. Gegenseitiger Zugriff soll weiterhin stattfinden können.


    Jetzt bin ich am überlegen wie ich das realisieren kann.


    Danke schon mal für die Hilfe!

  • Die übliche Konstruktion dafür ist, dass man im zweiten Router den selben IP-Adressbereich für das LAN einstellt, dem Router eine freie Adresse in dem Bereich gibt und den DHCP Server abschaltet. Dann kann man die LAN-Seiten der beiden Router verbinden, ohne dass die sich in die Quere kommen. Auf den Geräten, die den zweiten Anschluss nutzen sollen, stellt man dann manuell die Adresse des zweiten Routers als Gateway und DNS Server ein. Mit IPv6 ist es schwieriger, eine stabile Konfiguration einzustellen. Am einfachsten schaltet man es auf einem der beiden Router ab. Mit einem VLAN-tauglichen Switch kann man die Aufgaben des zweiten Routers auch von einer VM z.B. mit OpenWRT erledigen lassen, wenn ein PC sowieso die ganze Zeit läuft oder wenigstens immer, wenn irgendein Gerät den zweiten Anschluss nutzt.

  • Ja, die Router können dann LAN-seitig verbunden werden. Wichtig wäre noch, dass die Geräte, die den zweiten Internetzugang nutzen, nicht den ersten Router als DNS-Server verwenden. In den Geräten entweder einen Server im Internet oder den zweiten Router als DNS-Server einstellen.

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  • Das kommt sehr darauf an, wie viel Netzwerktechnik du dir zutraust. Ein günstiger Router mit sehr viel Funktionalität wäre z.B. der Ubiquiti Edgerouter X. Es gibt viele Youtube Videos über dieses Gerät. Die kann man sich vorab anschauen, um zu sehen, ob man sich von der Funktionsvielfalt erschlagen fühlt. Ich habe den nicht, aber hier im Forum gibt es einige Ubiquiti-Fans.

  • Ja, die Fritzbox 4040 ist auch eine gute Wahl: kann weniger und kostet etwas mehr als der ER-X, aber ist dafür als Fritzbox natürlich sehr vertraut. Für die Fritzbox 4040 gibt es OpenWRT, falls man irgendwann doch mehr Flexibilität (VLANs, Multi-WAN, etc.) braucht.

  • An die 4040 habe ich auch schon gedacht. Ja die ist mir sehr vertraut, habe schon ein 7590 und ein 7490. Habe hier noch eine 7270 rum zu liegen. Ginge die nicht auch erst mal übergangsweise?

    Also sie Edgerouter von Ubiquiti gefallen mir schon sehr gut - machen einen sehr wertigen Eindruck. Netzwerktechnik ist mir nicht unbekannt, betreibe ja einen ProSafe GS724T mit 3 VLANs.

    Eine Frage zum Thema SFP: Was ist der Unterschied wenn ich den ProSafe per SFP mit dem ER-4 verbinde gegenüber einer Verbindung per RJ45? Beide Ports können doch GB.


    Viele Grüße und Danke an alfalfa, elnx, HubeBube und Kalle für die guten Tipps!

  • noch eine andere Frage:


    Könnte man sich bei OI auch eine passive GF-TA Dose setzen lassen und dann per FRITZ!Box 5530 Fiber direkt ran gehen? Das wäre natürlich die beste Variante?

  • noch eine andere Frage:


    Könnte man sich bei OI auch eine passive GF-TA Dose setzen lassen und dann per FRITZ!Box 5530 Fiber direkt ran gehen? Das wäre natürlich die beste Variante?

    OI ist auf solche Anfragen vollständig unvorbereitet. Die Geschichte mit dem passiven Netzabschlusspunkt nach unserer Regulierung war ihnen bis vor kurzem komplett unbekannt. Ich würde also nicht darauf wetten und dann braucht es erstmal passende SFP(+) Module die an der Fritte und mit OI zusammen arbeiten ;-)

    Wenn es hier soweit ist, werde ich das versuchen aber damit gibt es NULL Erfahrung bei diesem Anbieter ...

  • Major Tom hat im OpenInfra-Thread eine Schnittstellenbeschreibung von Open Infra geteilt. Darin steht auch, wie eine Fritzbox 5530 direkt anzuschließen wäre. Ein SFP, das für die Tarife bis 1Gbps passt, wird mit der Fritzbox geliefert. OpenInfra rät von dieser Anschlussart ab und auch sonst würde ich nochmal nachfragen, bevor ich deren HÜP wie in dem PDF beschrieben anbohren würde.


    Habe hier noch eine 7270 rum zu liegen. Ginge die nicht auch erst mal übergangsweise?

    Ja, aber die wird den Anschluss wahrscheinlich ausbremsen.


    Was ist der Unterschied wenn ich den ProSafe per SFP mit dem ER-4 verbinde gegenüber einer Verbindung per RJ45?

    Es ist teurer.

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