Erfahrungen mit OpenInfra und Internetnord

  • Die Anbieter haben einen Adresspool, aus dem dynamisch Adressen zugewiesen werden. Es gibt durchaus DHCP Server, die dabei HW Eigenschaften des Endgerätes in die Adressvergabe einfließen lassen. Vielleicht könnte es helfen, die MAC Adresse deiner Box zu ändern. Aber Vorsicht: Wenn die in irgendeiner Form bei deinem Anbieter herangezogen wird, um dein Endgerät zu identifizieren, dann sperrst du dich vielleicht aus. OI nutzt AON, richtig? Dann halte ich das Risiko für überschaubar.

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  • Ein herzliches Hallo in die Runde aus KW!

    Ich lese schon eine ganze Weile hier mit. Nun habe ich endlich vor 10 Tagen die Mail von OI bekommen, dass sie dabei sind, meinen Glasfaseranschluß freizuschalten. Das Modem ist mit Strom versorgt, die Power- und die Statuslampen leuchten. Die WAN-LED blinkt orange. Dann heißt es jetzt wohl nur noch warten, bis die Freischaltung erfolgt ist (laut OI ein paar Tage oder Wochen).

    Welche Erfahrungen habt ihr so, wie lange es ab diesem Zeitpunkt dauert?

    Habe ja testweise schon mal mein Book an einen WAN-Anschluß des Modems gehängt aber leider lässt sich noch keine Inet-Seite öffnen 🙈

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  • Update: habe jetzt endlich wieder eine 185er IP. Hoffe, das bleibt jetzt so...

    Und was war die Lösung? Hab zu dem Geo-Problem schon ne Weile ein Ticket offen, aber man wird immerwieder vertröstet.

    Ich verharre nun seit 2 Monaten im 2.59.er Adressereich, welches von den meisten Location Services in der Schweiz verortet ist.

    So muss ich z.b. beim shoppen immer erstmal von CHF auf EUR umstellen, was Recht nervig ist. Und einige Streaming Services verweigern auch ihren Dienst.

    vG

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  • Hier ist, was in der Schnittstellenbeschreibung steht:

    Wenn wir sie beim Wort nehmen, wird also eine auf Power-over-Ethernet basierende Methode für Authentisierung, Authorisation und Buchführung verwendet. Von der im Netz verwendeten DHCP Option 82 soll der Endkunde nichts merken. Vielleicht wird die also noch nicht vom ONT sondern erst vom OLT gesetzt. Warum sie das dann überhaupt in der Schnittstellenbeschreibung erwähnen, bleibt ihr Geheimnis.

    Vermutlich könnte man aber auch Kaffeesatz statt der Schnittstellenbeschreibung lesen, denn nach PoE im BNG Konzept kommt das hier:

    Also kein PPPoE, deshalb muss PPPoE im Router eingeschaltet werden. Nur den Plan DHCP Client verwenden. 8o

    Zwar ein älterer Beitrag, aber vermutlich meinte OI hier "IPoE" (eine etwas unübliche Beschreibung für IP/DHCP), mit Power over Ethernet hat AAA nichts am Hut. Macht übrigens auch die Telekom bei ihrem "Easy Login". Nur werden die zusätzlichen Teilnehmerinfos (Line-ID, Circuit-ID), dort nicht in der Option 82 gesendet, sondern im PPPoE Intermediate Agent an den BNG gesendet. Dadurch muss der RADIUS dahinter Username/Passwort nicht mehr prüfen, sondern lässt die Verbindung einfach zu, sofern ein Datenbankeintrag zur Line-ID existiert.

  • Da stimme ich grudsätzlich zu. Aber da deine Vertragspartner ihren Dienstleistern ja offensichtlich nicht auf die Nerven gehen wollen, wirst du es wohl selber machen müssen. Oder damit leben.

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  • Wenn man nach Ripe und Co. eindeutig eine IP-Adresse hat, die in Deutschland verortet ist, dann halt Kündigung bei WOW und Co. wegen nicht erbringen der Leistung. Muss halt nur dokumentiert werden, wann man welche IP-Adresse hatte. Aber das machen ja die meisten Router. Grundsätzlich bin ich ja für Ausgeglichenheit. Nur wenn ich dann immer Stress zu Hause habe, weil die Holde nicht die passende Serie schauen kann, sinkt meine Toleranzgrenzen ggü. den Streamingdienste. Haben einem den ganzen Spaß mit dem Filesharing verdorben, mit dem Implementierung in jedem Fernseher und den WAF Effekt. ;)

  • chrisw: so genau weiß ich das gar nicht. IntNord hat ganz viele IP's geordert und dann falsch zugewiesen (DHCP)

    Hab über OI und IntNord ordentlich Druck gemacht und nun läuft der Laden endlich.

    Ja das mit 2.59er Nummern ist der Horror :cursing:

    hoffe die kriegen das für dich auch hin!

  • IntNord hat ganz viele IP's geordert und dann falsch zugewiesen (DHCP)

    Ihr habt teilweise wirklich abstruse Vorstellungen davon, wie die IP Zuweisung im internationalen Zusammenspiel so funktioniert.

    Wenn OI von der RIPE Adressbereiche zugewiesen bekommen hat, dann können die nichts mehr falsch machen. Die können sie an ihre Kunden verteilen, wie sie lustig sind. Es gibt ja auch einen Grund, warum sie diese Adressen erworben haben: Die anderen werden für alle Kunden nicht ausreichen. Wenn ihr also auf einer anderen Adresse besteht, dann heißt das nur, dass andere Kunden ab jetzt das Problem haben. Was dann auch bedeutet: Früher oder später wird der andere das machen, und dann seit ihr wieder dran.

    Wenn ihr Druck machen wollt, dann macht sie auf die Inhalteanbieter, dass die endlich von der irren Praxis Abstand nehmen, auf diese Lokalisierungsanbieter zu vertrauen. Alles andere wird das Problem nicht lösen.

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  • @frankm: Gott sei Dank weißt du alles und klärst uns auf!! Und ich hab doch Druck auf Intanbieter gemacht....

    Dazn hat mir bei der 2.59er geschickt dass sie aus der Schweiz kommt und betrügerische Absichten hierbei vermutet werden etc...

  • Ich habe gerade noch mal ein bisschen recherchiert, und dieser Fall ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, warum die IP Geolokalisierung in heutigen Zeiten einfach nur noch Unsinn ist.

    Die Internetnord GmbH scheint zu einer schwedischen Firma zu gehören ("Internet bolaget Sverige AB"). Die haben Niederlassungen in Deutschland, Schweden und Norwegen. Aber: Sie trennen die Aktivitäten vorbildlich und kündigen auch jedes ihrer IPv4 Subnetze im jeweiligen Land sauber an:

    AS207821 Internet bolaget Sverige AB in Sweden - db-ip.com

    Da ist auch euer berühmtes 2.59.28.0/24 Netz, schön sauber in Deutschland verortet. Soweit, so gut.

    Wenn man dann ein bisschen weiter forscht, stellt man fest, dass die Internetnord GmbH für Transit Dienstleistungen offenbar auf die Dienste einer Firma namens "Core-Backbone GmbH" zurückgreifen. Die sind Transit-Dienstleister im großen Stil und verbinden etliche kleine, regionale Internetanbieter mit der großen weiten Welt. Dafür verfügen sie nicht nur über Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern, sondern auch über etliche IP-Subnetze, die sie ihren Kunden zur Verfügung stellen.

    Das 2.59er Netz, über das ihr klagt, gehört ursprünglich zur Core Backbone GmbH. Sie haben in dem Bereich einen deutlich größeren Block, nämlich 2.59.28.0/22, also alle Adressen von 2.59.28.0 bis 2.59.31.255. Die höheren Subnetze (2.59.29.0 bis 2.59.31.255) werden aktuell offenbar nicht von Kunden genutzt. Das Problem: Das übergeordnete /22 Netz ist für die Schweizer Tochter der Core Backbone GmbH, der "Core-Backbone Schweiz GmbH, registriert.

    https://bgp.he.net/net/2.59.28.0/24#_netinfo

    Und schwupps verorten euch einige Lokalisierungsdienste in der Schweiz. Obwohl - wie auch im Link von HE deutlich zu sehen ist - die Aufteilung des Netzes deutlich und richtig kommuniziert wird. Aber die Lokalisierungsienste sind zu faul oder haben Bugs in ihre Software oder was auch immer - sie ignorieren die Aufteilung und melden die Information des übergeordneten Netzes.

    Wie ich oben schon schrieb: Dieses Vorgehen ist in der Form komplett überholt. Bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis DAZN und Konsorten das endlich mal merken.

    Ihr dürft diesen Beitrag gern mal an die Inhalteanbieter senden, die sich querstellen, damit sich deren Support selber von der Unsinnigkeit ihres Vorgehens überzeugen kann.

    Ach, übrigens: auch die 185er Adressen gehören ursprünglich der Core Backbone GmbH, sind allerdings der deutschen Niederlassung zugeordnet. Auch da ist es also jederzeit denkbar, dass die plötzlich mal woanders liegen, wenn die Core Backbone GmbH z.B. aus steuerlichen Gründen auf die Idee kommt, die Adressen in ein anderes Land zu verschieben.

    3 Mal editiert, zuletzt von frank_m (3. Dezember 2022 um 17:11)

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  • Wer den Unterschied mal selbst sehen will, vergleicht die Ausgabe dieser Befehle:

    whois 2.59.28.0/24

    whois 2.59.28.0/22

    Ich kann frank_m nur beipflichten: Das ist eindeutig die Schuld der Geolokalisations-Provider.

  • Danke für die Recherche! Ich versuch Mal deinem Rat zu folgen.

    Auch interessant dass grad mal je ein /24er Subnetz einem Ort mit 10000 Einwohnern zugeordnet ist...

    Warum IN nicht auf IPv6 setzt um dem Geschachere zu entgehen verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Dass die IPv4 Blöcke aufgebraucht sind, war ja schon vor 10 Jahren klar. Hat jemand ne Idee,was technisch dagegen spricht?