pufferueberlauf, da hast du recht, mein Satz zur Mischkalkulation war zu leicht dahingesagt. Wenn jede Leitung beim Vorleister gleich viel kostet, kann ein Reseller daraus keinen günstigen Einstiegstarif mehr bauen, weil er auch für den 50er-Kunden den vollen Vorleistungspreis zahlt. Dann verschwinden entweder die kleinen Tarife oder alle werden teurer. In diese Richtung geht auch der Einwand von BlackMage2 in #738.
Funktionieren könnte so ein Modell nur, wenn der einheitliche Vorleistungspreis entsprechend niedrig ist. Edding nennt jetzt gerade 15 bis 20 € für ein XGS-PON-Vorleistungsprodukt, in #694 hatte er Frankreich mit rund 16 € als Vorbild genannt. Sein Gedanke mit einem einzigen Tarif mit garantierter Bandbreite und ohne Limiter, um nicht mit § 57 Abs. 4 TKG in Konflikt zu kommen, ist dabei durchaus schlüssig.
Damit landet man aber bei der eigentlichen Frage: Deckt so ein Preis die Kosten des Netzbetreibers? Ich hatte im Zukunfts-Thread dazu ein grobes Rechenbeispiel gemacht, ausdrücklich mit Annahmen und ohne Anspruch auf Genauigkeit. Bei 3.000 bis 4.000 € Baukosten pro Anschluss kommt allein die Kreditrate schon auf grob 16 bis 26 € netto pro Monat, Betrieb noch nicht eingerechnet. 15 bis 20 € pro Kunde würden in Deutschland also bestenfalls im günstigsten Fall reichen, und das auch nur für den Netzbetreiber, ohne dass der Reseller schon etwas verdient hat.
In Frankreich mag das aufgehen, weil dort oft vorhandene Leerrohre und Masten genutzt werden konnten und der Tiefbau entsprechend günstiger war. 1:1 übertragen lässt sich das hier vermutlich nicht. Insofern hat Edding mit seinem letzten Satz recht: Ohne sinkende Vorleistungspreise bleibt das Modell schwierig, und die sinken erst, wenn die Netze zu einem guten Teil abbezahlt sind.