Deutsche Glasfaser IPv6 Routing Problem

  • Hallo zusammen,

    ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Am Sonntag hatte ich für kurze Zeit das Problem, dass ich keine IPv6 Internet Verbindung an meinen Geräten hatte. Das Problem war, nachdem ich das Modem neu gestartet habe, gelöst. Neue Adresse, neues Prefix bekommen und in meinem DNS soweit eingetragen. Nix Wildes erstmal.

    Das lief auch bis Montag Morgen soweit erkennbar reibungslos, aber 11:45 bemerkte ich, als ich unterwegs war, dass ich nicht mehr von Außen in mein Heimnetz komme. Zuhause angekommen, bestätigte sich mein Verdacht, wieder kann ich keine IPv6 Verbindungen aufbauen.

    Ich verwende als Router OPNsense, das hat die letzten Monate auch soweit funktioniert. An der Konfiguration habe ich nichts verändert.

    Das Interessante, ich bekomme am WAN Interface meine Adresse und auch ein Präfix zum Verwenden zugeteilt. Das habe ich bereits mit einer Packet Inspection und Wireshark mit meinen begrenzten Kenntnissen überprüft.

    Mittlerweile habe ich neue Erkenntnisse:

    • Mein Router WAN Interface kann von seiner Adresse aus ins Internet.
    • Mein Router LAN Interface und Hosts im Netzwerk können das nicht.

    Herausgefunden habe ich das über einen Traceroute zu google.com.


    Wie ihr in den Bildern sehen könnt, verlässt die Anfrage mein Netzwerk und landet bei einem Gateway der Deutschen Glasfaser.

    Ich bin mir extrem sicher, dass ich nicht das Problem bin, bei der DG habe ich auch ein Ticket aufmachen lassen, allerdings kapieren die Servicemitarbeiter am Telefon nicht wirklich, was ich meine. Begriffe wie IPv6 werden kaum richtig buchstabiert.

    Das läuft jetzt seit Montag so und ich erfahre nichts zu meinem Fall, weder per Telefon noch per Nachricht im Ticket.

    Ich habe auch Router und Modem sicher zig Male neu gestartet, jeweils ohne Erfolg.

    Ein paar Auffälligkeiten gibt es jedoch:

    • Früher habe ich an meinem Anschluss jedes Mal eine neue IPv6-Adresse und ein neues Präfix bekommen, wenn ich mich neu verbunden habe. Jetzt bleiben die Adressen einige Zeit bestehen, bevor sie sich ändern.
    • Früher konnte mein WAN Interface nicht per IPv6 ins Internet, jetzt geht das. Dafür kommen die Präfixe nicht mehr ins Internet. Bedeutet, mein Router hat keine Updates per IPv6 beziehen können, musste per IPv4 erfolgen.

    Jetzt würde ich gerne fragen, ob jemand schon einmal etwas Ähnliches erlebt hat. Oder ob jemand Ideen hat, was ich machen kann.

    Es ist sehr frustrierend, weil ich ohne IPv6 nicht von außen in mein Netzwerk komme, um meine Cloud und Co. zu verwenden. Ebenso habe ich einige IPv6-Only-Netzwerke, die jetzt gar nicht erreichbar sind.

    Warum schreibe ich das jetzt hier? Naja, vielleicht hat jemand einen Idee was man noch Diagnostizieren kann oder wie man die Langsamen und Blockierten Mühlen des DG-Supports in Bewegung versetzt.

  • Dein LAN-Präfix scheint 2a00:6020:9842:1000::/56 zu sein?
    Oder wurde dir, wie in einem anderen Problemfall, von DG nur ein LAN-Präfix der Größe /64 (konkret: 2a00:6020:9842:1002::/64) zugewiesen?

    Es sieht so aus, als würde dein LAN-Präfix seitens DG aktuell nicht zu dem BNG-Cluster (der für 2a00:6020:9800::/41 zuständig ist) geroutet, an dem dein Anschluss hängt. Der Range 2a00:6020:9800::/112, in dem sich die WAN-Adressen der Kunden-Anschlüsse befinden (bei dir: 2a00:6020:9800::26d) scheint hingegen korrekt geroutet zu werden.

    Das könnte man evtl. verifizieren, indem du die Firewall deines OPNsense für ICMPv6-Echo zu einem LAN-Gerät deiner Wahl öffnest und das WAN-Interface deines OPNsense so konfigurierst, dass es eine ICMPv6-Fehlermeldung für "Time exceeded" sendet, wenn es ICMPv6-Pakete verwirft, die es wegen ablaufendem Hop-Count nicht ins LAN weiterleiten kann. Dann müsste dein Router bei funktionierendem IPv6 in Traceroutes von außen (z.B. von hier) zur IPv6-Adresse deines LAN-Gerätes auftauchen.

    Wenn dein Router in dieses Traceroutes hingegen nicht auftaucht, wäre das m.E. ein Beleg für meine Vermutung.

  • Hallo, danke für die Nachricht.

    Ich habe gerade eben einen Freund der im gleiche Ort mit dem gleichen DG Ausbautrupp angeschlossen wurde, gefragt, ob er mir einen Traceroute von seinem Rechner schicken kann. Sein PC zeigt das gleiche Ergebnis. fc00::1 als 2. Hop und dann nichts.

    Oder wurde dir, wie in einem anderen Problemfall, von DG nur ein LAN-Präfix der Größe /64 (konkret: 2a00:6020:9842:1002::/64) zugewiesen?

    Ich habe gerade mal einen Packet-Capture während eines Reconnects laufen lassen. Wenn ich diesen richtig Interpretiere, bekomme ich 56bit zugewiesen (siehe Anhang). Ich kann auch einen Packet-Capture anfügen, wenn du möchtest.

    Das könnte man evtl. verifizieren, indem du die Firewall deines OPNsense für ICMPv6-Echo zu einem LAN-Gerät deiner Wahl öffnest

    Meine Default-Einstellung ist ICMPv6 free for all, also lässt sich mein WAN und LAN Interface (im regelfall) immer anpingen.

    und das WAN-Interface deines OPNsense so konfigurierst, dass es eine ICMPv6-Fehlermeldung für "Time exceeded" sendet, wenn es ICMPv6-Pakete verwirft, die es wegen ablaufendem Hop-Count nicht ins LAN weiterleiten kann.

    Da muss ich erst mal herausfinden wie ich das mache 😅.

    Pings und Traceroutes an das WAN Interface werden beantwortet. Im Bild die letzte Adresse ist mein Router:

    Traceroutes und Pings an einen Host im Netzwerk bleiben unbeantwortet:


    Ich hoffe das hilft erst mal, wenn du Mehr Informationen brauchst, einfach melden.

    Danke schon mal für die erste Einschätzung.

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  • Ok, du bekommst einen /56 als LAN-Präfix - so sollte es sein.

    Und es scheint so zu sein, dass du mit jedem Reconnect eine neue Kombination von LAN-Präfix (jetzt: 2a00:6020:9842:f00::/56) und WAN-Adresse (jetzt 2a00:6020:9800::26c) bekommst - ob das auf einen Fehler hindeutet (bei Anschlüssen nach altem Adresskonzept bekommt man nach Reconnects i.d.R. stets dieselben IPv6-Adressen), oder ob das Bestandteil eben dieses neuen Konzepts ist (das vermute ich, siehe dieser DG-Anschluss mit RIPE-Atlas-Probe, für den auch das neue Konzept gilt), vermag ich nicht zu sagen.

    Ich habe gerade eben einen Freund der im gleiche Ort mit dem gleichen DG Ausbautrupp angeschlossen wurde, gefragt, ob er mir einen Traceroute von seinem Rechner schicken kann. Sein PC zeigt das gleiche Ergebnis. fc00::1 als 2. Hop und dann nichts.

    Das heißt. der Freund hat das gleiche Problem wie du? Oder kann er nur deine Adressen nicht erreichen, IPv6-Ziele im Internet aber schon?

    Ich kann von meinem DG-Anschluss deine WAN-Adresse (2a00:6020:9800::26c) aktuell auch nicht pingen, normalerweise erreicht man andere DG-Kundenanschlüsse. Aber möglicherweise ist diese Adresse ja schon nicht mehr aktuell.

    Viel schlauer werde ich durch deine gezeigten Ergebnisse nicht.

    Vielleicht (nur zur Kontrolle) noch folgende Frage: Du hast ja schon diverse Paketmitschnitte am WAN-Port gemacht. Siehst du dort in regelmäßigen Zeitabständen (default so alle 10 Min) sog. Router-Advertisments, die die DG-Gegenstelle sendet (Suchfilter in Wireshark: icmpv6.type==134). Falls ja, zeig mal den ICMPv6-Inhalt eines RA.

  • Und es scheint so zu sein, dass du mit jedem Reconnect eine neue Kombination von LAN-Präfix (jetzt: 2a00:6020:9842:f00::/56) und WAN-Adresse (jetzt 2a00:6020:9800::26c) bekommst - ob das auf einen Fehler hindeutet (bei Anschlüssen nach altem Adresskonzept bekommt man nach Reconnects i.d.R. stets dieselben IPv6-Adressen), oder ob das Bestandteil eben dieses neuen Konzepts ist (das vermute ich, siehe dieser DG-Anschluss mit RIPE-Atlas-Probe, für den auch das neue Konzept gilt), vermag ich nicht zu sagen.

    Ich habe seit der Anschluss besteht (Ende Oktober), immer eine neue Adresse bekommen wenn ich mich neu verbinde. Das veränderte verhalten ist jetzt, dass ich nicht bei jedem Reconnect eine neue Adresse bekomme, sondern nur wenn dieser ein paar Stunden her ist. Zu erwähnen ist dass mein Router ein DCHPv6-Release zu den Adressen schickt bevor er sie erneut Anfragt.

    Das heißt. der Freund hat das gleiche Problem wie du? Oder kann er nur deine Adressen nicht erreichen, IPv6-Ziele im Internet aber schon?

    Ich habe meinen Freund gebeten einen Traceroute zu google.com zu machen, von seinem Rechner aus. Da sieht es genau so aus wie bei meinem. Bei ihm, die Fritzbox als 1. Hop und dann fc00::1 als 2. Hop. Ob wir uns untereinander Pingen können habe ich noch nicht versucht, ich werde mal nachfragen.

    Aber möglicherweise ist diese Adresse ja schon nicht mehr aktuell.

    Meine Adresse hat sich über Nacht nicht verändert, sie ist noch Aktuell. Sie lässt sich auch von Extern Pingen. Ob das jetzt ein DG Spezifisches Problem ist, weiß ich nicht.

    ICMPv6-Inhalt eines RA

    Habe gerade einen Mitschnitt gemacht, hier eine RA der Gegenstelle:

  • Ich habe seit der Anschluss besteht (Ende Oktober), immer eine neue Adresse bekommen wenn ich mich neu verbinde. Das veränderte verhalten ist jetzt, dass ich nicht bei jedem Reconnect eine neue Adresse bekomme, sondern nur wenn dieser ein paar Stunden her ist.

    Danke für die Klarstellung - mit dem neuen Konzept wirft DG also die "quasistatischen" IPv6-Adressen über Bord, vermeintlich zugunsten von Privacy.

    Frage: Führt DG jetzt auch in gewissen Zeitabständen Zwangstrennungen durch, um dir neue IPv6-Adressen zu verpassen?

    Zu erwähnen ist dass mein Router ein DCHPv6-Release zu den Adressen schickt bevor er sie erneut Anfragt.

    So sollte es sein.

    Habe gerade einen Mitschnitt gemacht, hier eine RA der Gegenstelle:

    Das sieht alles gut aus. Wichtig sind das gesetzte M-Flag und eine Router lifetime >0. Der Wert 4500s ist dabei recht lang (bei meinem DG-Anschluss sind es 1800s). Vermutlich werden RA daher auch nur in großen Zeitabständen (etwa alle 25 Min.?) erhalten?

    Dein Router leitet daraus das IPv6-Standardgateway fe80::22 ab, das zeigt er evtl. auch irgendwo in der Web-GUI oder an der Console (Auslesen der IPv6-Routingtabelle, dort die Default-Route "::/0 next hop fe80::22") an.

    Was du als Nachweis gegenüber DG (dort dem 2nd-Level-Support, so sie einen haben) machen kannst:

    • Starte an einem LAN-PC (in mehreren Terminalfenstern) Dauerpings auf mehrere "well known" IPv6-Ziele, z.B. unter Windows:
      ping -6 -t google.com
      ping -6 -t facebook.com
      ping -6 -t wikipedia.org
    • Führe einen Paketmitschnitt am WAN-Port des Routers durch und lass den vielleicht eine Minute laufen.

    In der Anzeige des Mitschnitts mittels Wireshark setze des Ansichtsfilter icmpv6.

    Du müsstest dann sehen, dass der Router die Pings des LAN-PC über die WAN-Strecke zur DG-Gegenstelle (verpackt in Ethernet-Frames mit der Ethernet-Zieladresse: 20:00:00:00:32:02, hat der Router durch NS/NA (MAC-Adressauflösung) aus der Gateway-Adresse fe80::22 ermittelt) sendet, von dort aber niemals Ping-Antworten zurück kommen. Das wäre der sichere Beleg, dass dein Router korrekt arbeitet und das (Rückwärts-)Routing-Problem auf der Seite der DG liegt.

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  • Frage: Führt DG jetzt auch in gewissen Zeitabständen Zwangstrennungen durch, um dir neue IPv6-Adressen zu verpassen?

    Tatsächlich ja. Schätze so 2 Wochen in etwa. wobei mir in Support E-Mails noch "quasistatisch" mitgeteilt wird. Soviel also zu "A weiß was B macht".

    Dein Router leitet daraus das IPv6-Standardgateway fe80::22 ab, das zeigt er evtl. auch irgendwo in der Web-GUI oder an der Console (Auslesen der IPv6-Routingtabelle, dort die Default-Route "::/0 next hop fe80::22") an.

    Ja genau:

    Du müsstest dann sehen, dass der Router die Pings des LAN-PC über die WAN-Strecke zur DG-Gegenstelle (verpackt in Ethernet-Frames mit der Ethernet-Zieladresse: 20:00:00:00:32:02, hat der Router durch NS/NA (MAC-Adressauflösung) aus der Gateway-Adresse fe80::22 ermittelt) sendet, von dort aber niemals Ping-Antworten zurück kommen. Das wäre der sichere Beleg, dass dein Router korrekt arbeitet und das (Rückwärts-)Routing-Problem auf der Seite der DG liegt.

    Ich habe so einen Test bereits durchgeführt, und in Wireshark sehe ich nur unbeantwortete Pings an google.com bzw die korrespondierende Adresse.

    Ich bin langsam etwas verzweifelt. Ich habe seit Oktober den Anschluss und bis auf kleinere Aussetzer keine Probleme. Jetzt kann ich seit Montag Vormittag nicht mehr mit IPv6 ins Internet. Da ich ein paar IPv6 Only Netzwerke bei mir pflege und nicht auf meine Cloud und Server zugreifen kann, bin ich Informationstechnisch ziemlich Lahmgelegt.

    Ich habe Jeden Tag bei der DG angerufen. Jedes mal wurde mein Anliegen an die höchste stelle des "Experten Teams" oder "Team Experten" weitergegeben. Jedes mal noch mal mit Nachdruck. Ich gehe davon aus dass das leere Floskeln sind. Kontakt zu diesem Expertenteam ist nicht möglich. Weitere Informationen die ich an mein Ticket im Kundenkonto anhänge, bleiben unbeantwortet.

    Das einzige was mir noch einfallen würde wäre ein Einschreiben mit Fristsetzung zur Lösung meines Falles.

  • Kleine Ergänzung, ich habe den PING Test wie du beschrieben hast nochmal gemacht und ca. 1 Minute laufen lassen.
    Im Anhang habe ich den Packet-Capture, hier noch ein Bild:

    In diesem ist zu erkennen dass die Pings an facebook.com, google.com, heise.com und wikipedia.com das Interface verlassen aber nicht beantwortet werden.
    Die PINGs mit Antwort sind Gateway-Checks welche OPNsense automatisch macht. In meinem Fall wird das Gateway alle 10s angepingt.

  • Deine ICMPv6-WAN.zip bzw. der zugehörige Screenshot sind für jeden technisch versierten Netzwerker bzw. Sachverständigen ein klarer Beweis, dass es in der DG-internen Infrastruktur ein Problem mit dem (Rückwärts-)Routing deines PD-LAN-Präfix gibt. Es ist dabei wichtig, eine Auswahl prominenter IPv6-Ziele auszuwählen, damit sich DG nicht herausreden kann, dass die Ziele bzgl. IPv6 nicht zuverlässig antworten würden. Andere gute Ziele wären bspw. die 13 DNS-Root-Nameserver (a.root-servers.net - m.root-servers.net).

    Ja, mit dem 1st-Level-DG-Support ist es schwierig, die scheinen nur angelernte Kenntnisse zu Glasfaser-Problemen (also L1-L2) zu haben. Jedes Problem ab L3 (z.B. IPv4 geht, IPv6 aber nicht) führt zu Überforderung bzw. wird dann kochrezeptartig mit unpassenden/sinnlosen Lösungsvorschlägen zu L2-Problemem (z.B. Router und/oder Modem zurücksetzen) aus der Textbausteinsammlung beantwortet.

    Ich würde zur Schonung der eigenen Nerven vermeiden, mich dort wegen dieses Problems telefonisch zu melden. Alles nur schriftlich via deren Ticket-System. Und wenn ein Ticket ohne Lösung einfach geschlossen wird, ein neues mit Bezug auf alle vorher geschlossenen Tickets aufmachen.

    Deine ZIP-Datei nebst Screenshot würde ich an ein Ticket anhängen.

    Wichtig für Regress-Forderungen (solche würde ich in dem Ticket auch androhen) ist auch das Datum des ersten Tickets zu dem Problem, weil es den Startpunkt des Zeitraumes markiert, ab dem die laut Leistungsbeschreibung/AGB zugesagte und bezahlte Leistung (IPv6) eben nicht zur Verfügung steht.

    HubeBube hat hier schon an verschiedenen Stellen erläutert, wie man in solchen Situationen am besten vorgeht.

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  • Da die IPv6-Problematik ja nicht abschließend gelöst wird, bin ich an deiner Stelle sogar geneigt bei der BNetzA die Schlichtungsstelle zu kontaktieren: https://www.bundesnetzagentur.de/TK-Schlichtung

    Schließlich verweigert dir Deutsche Glasfaser trotz mehrfacher Aufforderung deinerseits, Du lieferst sogar Belege bezüglich des technischen Problemes, eine vertraglich zugesicherten Leistung.

    Offensichtlich hat die Schlichtungsstelle aktuell sehr viel zu tun, deshalb ist dieser Weg eine zusätzliche Option und kein Ersatz für die Vorgehensweise bei auftretenden Störungen, sprich: Ticket via DG Portal offen halten durch den Punkt "Nachfrage zu Ticket #...".

  • Noch ein Nachtrag zu ICMPv6-WAN.zip:

    Der Mitschnitt enthält auch 8 ICMPv6-Errors (Wireshark-Filter: icmpv6.type==1) des Typs 1 (Destination Unreachable) mit dem Code 1 (Administratively prohibited):

    Deine Versuche, von deiner LAN-IPv6-Adresse 2a00:6020:9842:f02:7d80:ff4:59e6:f151 eine TCP-Connection zu [2a00:6020:9841:8245::4c51]:443 aufzubauen (vermutlich das DG-Kundennetz deines erwähnten Freundes), werden von dessen Router (mit der WAN-Adresse=2a00:6020:9800::1e1) geblockt. Dieser sendet daraufhin den erwähnten ICMPv6-Error (von seiner WAN-Adresse) an deine LAN-IPv6-Adresse zurück.

    Das bedeutet:

    Der BNG-Cluster, an dem eure Anschlüsse hängen, kennt eure PD-LAN-Präfixe (deiner: 2a00:6020:9842:f00::/56 - der deines Freundes: 2a00:6020:9841:8200::/56), und kann sie untereinander routen. Beide LAN-Präfixe liegen im übergeordneten Block 2a00:6020:9800::/41 - /41 ist nach meinen Analysen bei DG die Grundgröße pro BNG-Cluster, an dem theoretisch maximal 2^(56-41) = 32.767 Kundenanschlüsse hängen können (-1 für dem ersten /56, in dem die WAN-Adressen der Anschlüsse liegen).

    Wie schon weiter oben von mir vermutet, fehlen in der DG-Infrastruktur "hinter" dem BNG-Cluster offenbar Routing-Informationen, die eurer beide PD-LAN-Präfixe zu dem zuständigen BNG-Cluster forwarden. Der Block für die WAN-Adressen (2a00:6020:9800::/56 bzw. genauer: 2a00:6020:9800::/112) scheint allerdings sehr wohl zu diesem BNG-Cluster geroutet zu werden.

    Andererseits würde ich nicht erwarten, dass DG die einzelnen Sub-Ranges so selektiv routet - mit einer einzigen Route für den Gesamtblock 2a00:6020:9800::/41 wäre es ja auch getan - insofern etwas verwunderlich.

    Mich wundert noch ein wenig die IPv6-LAN-Adresse des Freundes: 2a00:6020:9841:8245::/64. Wenn der den PD-Block 2a00:6020:9841:8200::/56 zugewiesen bekommen hat, wäre er mit dem Index 45 für die daraus abgeleitete /64-LAN-Adresse recht weit weg von der 0, die z.B. eine Fritzbox wählt. Hat der Freund tatsächlich ein PD-LAN-Präfix der Größe /56 zugewiesen bekommen? Oder hat er tatsächlich nur den minimalen Block der Größe /64 (also konkret 2a00:6020:9841:8245::/64) von der DG erhalten? Dieses Phänomen gab es kürzlich in einem anderen Fall.

  • [2a00:6020:9841:8245::4c51]:443

    Anhand des Suffixes erkenne ich dass es mein Reverseproxy ist. Mein Server-Netz nutzt 45 als prefix und der reverse proxy 4c51. Da mein Präfix mangels Internet Verbindung nicht geupdated wird ist noch ein veraltetes Präfix bei meiner domain hinterlegt.

    Das sind also ICMP Pakete von Geräten in.meinem Netzwerk welche den DNS Overwrite ignorieren (wahrscheinlich durch caching).

    Meinen Freund zu pingen oder er mich muss ich noch testen.

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  • Anhand des Suffixes erkenne ich dass es mein Reverseproxy ist.

    Die scheinst ein komplexeres strukturiertes LAN mit mehreren LAN-Segmenten (VLANs) und evtl. nachgelagerten Routern zu betreiben?

    So etwas ist m.E. nicht gut verträglich mit wechselnden IPv6-LAN-Präfixen - da muss man sich (zu) sehr darauf verlassen, dass die dynamischen Prozesse, die mit einem Präfix-Wechsel ausgelöst werden, auch zuverlässig funktionieren (z.B. nachgelagerte IPv6-PD an sekundäre LAN-Router, DynDNS für von außen erreichbare LAN-Instanzen, dynamische Anpassung von Firewall-/Proxy-Regeln, usw.)

    In solchen Fällen wäre m.E. ein Business-Anschluss mit festen IPv6-Adressen die bessere Wahl.

  • Ich habe gerade noch meinen Freund gefragt, und siehe da, er kann mein Router LAN Interface pingen:



    Innerhalb unseres Ortes scheint es also schon mal zu klappen.

    Wie es DG Weit aussieht weiß ich nicht. aber die IP 2a00:6020:9841:9e02:230:59ff:fe28:cd3a bleibt erst mal bis zum nächsten Reconnect, falls jemand Lust hat diese mal anzupingen.

  • Die scheinst ein komplexeres strukturiertes LAN mit mehreren LAN-Segmenten (VLANs) und evtl. nachgelagerten Routern zu betreiben?

    In der Tat habe ich ein komplexeres Netzwerk aber nur einen OPNsense Router welcher direkt am Modem hängt mit mehreren Netzwerke. Das mit den Interfaces ist soweit kein Problem bei wechselnden Adressen. Nur Jetzt wo IPv6 ins und vom Internet Tot ist, ist das nervig.

    Gibt es Business Tarife (von der DG) mit fixen Prefixen für Ottonormalos?

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  • Das ist dann wohl das LAN-Interface deines Routers.

    Hier das Ping-Ergebnis an meinem DG-Anschluss

    Und so sieht es aus Sicht von London und Amsterdam aus:

    Aber es bestätigt meine Vermutung aus #11.

  • Gibt es Business Tarife (von der DG) mit fixen Prefixen für Ottonormalos?

    Kann ich nicht sagen - aber DG berät dich hier bestimmt hervorragend bei der Auswahl eines geeigneten Business-Tarifs.
    Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass DG gegen einen geringfügigen Aufpreis feste IPv6-Adressen an Privat-Anschlüssen bereitstellt.

  • In der Tat habe ich ein komplexeres Netzwerk aber nur einen OPNsense Router welcher direkt am Modem hängt mit mehreren Netzwerke. Das mit den Interfaces ist soweit kein Problem bei wechselnden Adressen. Nur Jetzt wo IPv6 ins und vom Internet Tot ist, ist das nervig.

    Vielleicht noch ein Hinweis, aber vermutlich muss ich dir das gar nicht erzählen:

    Ich würde parallel zu dynamisch zugewiesenen globalen IPv6-Adressen im LAN noch permanent ULA (fd00::/8 -> fdxx:xxxx:xxxx::/48 (xx:xxxx:xxxx auswürfeln) -> LAN1: fdxx:xxxx:xxxx:1::/64, LAN2: fdxx:xxxx:xxxx:2::/64, LAN3: fdxx:xxxx:xxxx:3::/64, ...) verwenden.

    Die sind fest und immer verfügbar. Sie werden bei rein LAN-interner Kommunikation bevorzugt genutzt und sind dynamisch in einem lokalen DNS-Server registrier- und somit in einer LAN-internen DNS-Domain komfortabel auflösbar . Voraussetzung ist bei allen Endgeräten allerdings eine aktuelle Default Policy Table (kann man sich unter Windows via netsh int ipv6 show pref anzeigen lassen), die einen Eintrag für fc00::/7 enthält - zur Not muss man diesen von Hand ergänzen, falls das jeweilige System dafür eine Schnittstelle bietet (problematisch bei IOT-Geräten wie Druckern usw., aber die spricht man halt zur Not ausschließlich via IPv4 an)

    So könntest du das Inside-Interface deines Proxies (falls "one-armed" ULA als secondary IPv6 address) stets über eine feste ULA adressieren.

    2 Mal editiert, zuletzt von ::1 (31. Januar 2026 um 16:12)

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  • Vielleicht noch ein Hinweis, aber vermutlich muss ich dir das gar nicht erzählen:

    Ich würde parallel zu dynamisch zugewiesenen globalen IPv6-Adressen im LAN noch permanent ULA (fd00::/8 -> fdxx:xxxx:xxxx::/48 (xx:xxxx:xxxx auswürfeln) -> LAN1: fdxx:xxxx:xxxx:1::/64, LAN2: fdxx:xxxx:xxxx:2::/64, LAN3: fdxx:xxxx:xxxx:3::/64, ...) verwenden.

    Die sind fest und immer verfügbar. Sie werden bei rein LAN-interner Kommunikation bevorzugt genutzt und sind dynamisch in einem lokalen DNS-Server registrier- und somit in einer LAN-internen DNS-Domain komfortabel auflösbar . Voraussetzung ist bei allen Endgeräten allerdings eine aktuelle Default Policy Table (kann man sich unter Windows via netsh int ipv6 show pref anzeigen lassen), die einen Eintrag für fc00::/7 enthält - zur Not muss man diesen von Hand ergänzen, falls das jeweilige System dafür eine Schnittstelle bietet (problematisch bei IOT-Geräten wie Druckern usw., aber die spricht man halt zur Not ausschließlich via IPv4 an)

    So könntest du das Inside-Interface deines Proxies (falls "one-armed" ULA als secondary IPv6 address) stets über eine feste ULA adressieren.

    Tatsächlich habe ich ein ULA Netzwerk, das mich gerade ein bisschen rettet. Dadurch habe ich über DNS Overrides im OPNsense DNS Server (Unbound) zu meinem Reverseproxy gemacht, sodass ich weiterhin meine Dienste innerhalb des Netzwerks nutzen kann.