Erfahrungsbericht EON Highspeed - Unterschrift, Ausbau, Inbetriebnahme

  • Moin in die Runde,

    ich möchte kurz meine Erfahrungen mit EON aufzeigen. Für die Lesefaulen: Zufrieden.

    März 2022: Die Verbandsgemeinde gibt bekannt, das alle Gemeinden Glasfaser in Haus bekommen. Verbandsgemeinde wird in Gebiete unterteilt, eines baut EON aus, das andere UGG. Zugang soll Open Access sein.

    Mai 2023: EON Mitarbeiter steht an der Tür, Vertrag wird abgeschlossen.

    Dann passiert lange Zeit: Nichts. Der Ausbau beginnt in den größeren Ortschaften, zumindest von EON.
    2024 kommen die Einschläge dann näher, es geht in den kleineren Gemeinden los, Baumaßnahmen an jeder Ecke.
    Irgendwann Sommer 2024 bekomme ich einen Anruf, man möchte das Leerrohr in meinen Keller legen - wird dann auch gemacht. Anschlusskasten, Leerrohr und Modem hängen ab dann an der Wand. An der Straße ist allerdings noch gar nichts passiert.

    2025 wird dann im Frühjahr der Gehweg aufgerissen und Kabel verlegt. Ganze Show ging vielleicht 1 Woche, dann war der Gehweg wieder dicht - keine 2 Wochen später wurde meine Faser eingeblasen. Kleine Ranndbemerkung:
    Spätsommer 2025 die ersten Erfahrungsberichte der ersten Bekannten aus den Nachbardörfern. Viele sind unzufrieden mit der Performance.
    Oktober/November 2025: Infomartion der Freischaltung und Freischaltung.

    Ein paar Worte:
    - Kommunikation mit EON immer nur das absolute Minimum. Haben sich nur für Terminabsprachen gemeldet, Termine wurde alle eingehalten.
    - Ausbau ging an ein Subunternehmen (DATABAU). Baukolonne stark osteuropäisch geprägt. Schnelle Arbeit, grundsätzlich auch solide. Eher Feinheiten: Nachdem der Gehweg verschlossen wurde, haben sie den Split einfach rausgepfeffert und erstmal 3-4 Wochen vom Regen einwirken lassen. Habe meinen dann selber eingefegt. 2 Wochen später haben sie dann aber einen Mitarbeiter mit Besen abgesetzt, der dann die ganzen Wege einfegen durfte.
    Insgesamt robuste Arbeitsweise, klar erkennbar Geschwindigkeit im Fokus. Bei mir aber keine Probleme, habe beim Hausbau schon Leerrohr bis an die Straße gelegt (2013).

    Performance Zugang:
    Hochzufrieden. 500/250 gebucht, die kommen mit deutlicher Reserve auch an - ich messe eher im Bereich 580/290. Betreibe eine OpnSense, Speedtest alle 15 Minuten - durchgängig volle Leistung. Abgesehen von den Messsungen kommt die Performance auch am Rechner an. Gebucht ist öffentliche IPv4, in dem Fall bekommt man KEINE IPv6.
    Zur Telefonie kann ich gar nichts sagen, habe ich nicht eingerichtet, brauche ich schlichtweg nicht. Festznetz nutze ich schon seit... 15 Jahren nicht mehr?

    Hardware:
    Wie schon geschrieben: OpnSense direkt am PON - dahinter Switch, Hausverkabelung und ein paar Accesspoints, allesamt mit OpenWRT. Hier musste ich aber auch tatsächlich nachrüsten. Meine alten Access Point waren noch WIFI5 und haben die Leistung nicht in die Luft gebracht. Nachdem ich meine 3 AP auf WIFI6 umgestellt habe, kommt die Leistung über WLAN an. Kostenpunkt mit 40€ pro AP vollkommen überschaubar.

    Was fehlt zum sehr zufrieden?
    - Preis Tarife: Happig! Einfach nur teuer. Man merkt, es fehlt an Mitstreitern.
    - Doku/Webseite: Wirkt recht schnell zusammengestellt. Rudimentär, Doku stark an AVM ausgelegt.

    Hotline empfinde ich als okay. Hilfsbereit und um guten Service bemüht - man merkt aber auch, das da noch nicht alles rundläuft. Neigen zu "Moment, muss ich nachfragen" - und dann ist erstmal 5 Minuten Musik angesagt. Aber dann kommt auch eine Antwort. Mails gingen auch mal hin- und her - ich empfehle das Telefon, das geht schneller.

    Soweit meine ersten Erfahrungen!

  • Kurzer Einblick in die Performance des Anschlusses.

    Die DNS Daten beziehen sich NICHT auf die von EON bereitgestellten DNS Server. Hier wirkt im Hintergrund unbound, der alle DNS Abfragen abfängt und per DoT an einen anderen DNS weiterleitet - das möchte ich nicht unerwähnt lassen.

  • Danke für den Bericht, das klingt doch gar nicht mal so schlecht.

    Meine Situation ist ähnlich, wobei du mich wohl überholt hast, denn ich habe noch keinen funktionierenden Anschluss. Vertrag seit Ende 2022, seit etwa drei Wochen habe ich das Leerrohr im Keller, aber da hängt noch nix dran. Die Tiefbauarbeiten haben in unserem 600 Einwohner Dorf bis jetzt ca. 18 Monate gedauert, ich schätze Anfang des nächsten Jahres, könnten die das geschafft haben. Das macht eine kleine Baufirma von nebenan. Ich rechne mit der Inbetriebnahme irgendwann zu Mitte 2026, aber das ist nur geschätzt. Auch hier werde ich wohl in den nächsten Tagen mal den Besen selbst in die Hand nehmen, denn der Splitt liegt seit drei Wochen auf meinem Hof und der Einfahrt, der Dreck wird an Schuhsohlen ins Haus getragen.

    Ich betreibe hier ebenfalls eine OPNSense, die ich dann direkt an den ONT verbinden möchte. Habe auch die öffentliche IPv4 gebucht, die Info über fehlendes IPv6 ist mir neu. Vielleicht können wir uns da ja nochmal austauschen. DNS habe ich ebenfalls alternativ konfiguriert.

    Was die Kosten betrifft, ist der Aufschlag bei mir nicht so krass, denn ich habe einen kleineren Tarif gebucht.

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  • An der Stelle erneut der Hinweis, dass die Tarifstruktur geändert wurde. Man sollte sofort in einen neuen Tarif wechseln können und den Preis dann neu beurteilen. Der 600er Tarif liegt da bei etwa 53 Euro Durchschnitt im Monat, genau das möchte die Telekom mittlerweile für VDSL 250 auch haben. Trotz mehrerer universell verfügbarer Konkurrenzprodukte.

  • - Preis Tarife: Happig! Einfach nur teuer. Man merkt, es fehlt an Mitstreitern.

    Ja daran wird sich in Deutschland auch schwerlich was ändern mit fehlendem Wettbewerb.
    Durch Netzbetriebsmonopole orientieren sie sich an der teuren Telekom.

    Durch "Open-Access (L2/3-BSA)" sind andere ISP auf Vorleistungsprodukte angewiesen, die von der Leistung als auch vom Preis her vorgegeben sind.

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  • In Sachen IPv6 habe ich Blödsinn geschrieben: Man bekommt auch ein /60 Netz. Natürlich nur, wenn man IPv6 auf der OpnSense nicht komplett ausschaltet...

    Wenn du auf Seiten wie "dein-ip-check" o.ä. gehst, wird dann deine öffentliche ipV6 angezeigt? Mir wird nämlich ausschließlich die zusätzlich gebuchte öffentliche ipV4 angezeigt.

    Allerdings betreibe ich meine private Fritzbox per WAN-Anschluss hinter dem eon-ONT von Nokia.

    Glasfaseranbindung: Eon-Highspeed 1000/500 via Zwangsmodem per WAN-Port an Fritzbox 7590 ax

  • Danke für die Info! Das hatte ich schon befürchtet, nachdem ich mich durch diverse Forenfäden gelesen habe. Z.B. den hier: RE: e.ON Highspeed IPv6 Verfügbarkeit)

    Leider verstehe ich nicht viel von Netzwerktechnik. Die Einstellungen in der FritzBox habe ich gemäß der Anleitung von eon vorgenommen. Sie decken sich auch mit diversen Screenshots aus den genannten Fäden.

    Ich schreibe mal den eon-Support an, ahne aber bereits, dass man mich dort auf fehlerhafte Einstellungen in meinem eigenen Router verweisen wird, für den man sich nicht zuständig wähnt.

    Glasfaseranbindung: Eon-Highspeed 1000/500 via Zwangsmodem per WAN-Port an Fritzbox 7590 ax

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  • Ja daran wird sich in Deutschland auch schwerlich was ändern mit fehlendem Wettbewerb.
    Durch Netzbetriebsmonopole orientieren sie sich an der teuren Telekom.

    Durch "Open-Access (L2/3-BSA)" sind andere ISP auf Vorleistungsprodukte angewiesen, die von der Leistung als auch vom Preis her vorgegeben sind.

    Euch ist aber schon klar, dass dies auch eine Sache der Investitionen ist, ohne weiteres aber auch ein Problem der Regularien. Der Betrieb kostet ja nachher kaum etwas.
    Wenn ich mir die Schweiz mit ca. 9 Mill Einwohner anschaue, die aber nur auf der Hälfte ihres Staatsgebietes wohnen, dann ist da schnell und günstig ein Gf-Netz errichtet. Noch krasse ist es in den so hochgelobten baltische Staaten. Die haben teilweise weniger Einwohner als Berlin oder Brandenburg. Da ist es leicht, für günstiges Geld 95 % der Einwohner anzuschließen.

  • Ich würde nicht sagen, dass die Größe des Landes ausschlaggebend ist.

    Entsprechend dem kleineren Markt stehen dem Provider ja auch nur weniger Umsätze in Aussicht.

    Indikatoren wie Umsatz und Kosten je Kunde dürften den eigentlichen Unterschied machen.

  • Wenn du auf Seiten wie "dein-ip-check" o.ä. gehst, wird dann deine öffentliche ipV6 angezeigt? Mir wird nämlich ausschließlich die zusätzlich gebuchte öffentliche ipV4 angezeigt.

    Allerdings betreibe ich meine private Fritzbox per WAN-Anschluss hinter dem eon-ONT von Nokia.

    Ja, bekomme ich - nachdem ich dann alle Einstellungen an der OpnSense vorgenommen habe. Erster Fehler war natürlich, das ich in den Tiefen IPv6 ganz aus hatte, dann noch das richtige Präfix und schon läuft es. Testweise sogar mal IPv4 ganz abschaltet - aber dann wird es ziemlich dunkel im Internet. Erschreckend, wie wenig vorbereitet sind.

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