NetCologne auf dem Netz der Deutsche Glasfaser

  • Wir haben vorhin im Kreis BM NetCologne auf dem DG-Netz in Betrieb genommen. Hier lief DG vorher so 3,5 Jahre vor sich hin.

    Ein automatischer Providerwechsel hat hier nicht geklappt, es mussten die Zugangsdaten eingegeben werden. In diesem Zuge wurde eine Fritz!Box 7520 in Betrieb genommen. Es wird das Anbieterprofil von NetCologne mit Anschluss an externes Modem ausgewählt.

    Der Anschluss kommt standardmäßig mit DS Lite (was aber mittleweile im Anbieterprofil der FB aktiviert ist, früher war das nicht so). Schon mit DSL fand ich, dass der Upload nicht die volle Geschwindigkeit erreicht, wenn man über IPv4 geht und auch der Download wird leicht gedrosselt. Vielleicht wird noch der Wechsel zu Dual Stack durchgeführt, mal sehen. In reinen IPv4-Speedtests werden so etwa 299/135 Mbit/s erreicht. Die Mindestlatenz ist hierbei ziemlich genau 4 ms, zum Beispiel zum NetCologne.de und Contabo.com Speedtest-Server.

    Anbei ein paar Traces. Ein Bisschen Latenz häuft sich hier an, wo die Übergabe stattfindet, vermag ich keine Vermutung drüber anzustellen.

    Code
    Routenverfolgung zu computerbase.de [2a00:f48:2000:1::137] über maximal 30 Hops:
    
    1 1 ms 1 ms <1 ms fritz.box [2a0a:a548:a57f:0:3e37:12ff:fe14:89ce] 
    2 7 ms 14 ms 11 ms bras-vc7-lo0.netcologne.de [2001:4dd0:a2a:5a::4acc] 
    3 8 ms 5 ms 5 ms ip-core-eup1-ae23.netcologne.de [2001:4dd0:a2b:91:dc40::c] 
    4 7 ms 6 ms 4 ms ip-core-kln2-et3-2-4.netcologne.de [2001:4dd0:a2b:20e:dc80::1] 
    5 4 ms 5 ms 6 ms bdr-kln1-ae2.netcologne.de [2001:4dd0:a2b:211:dc81::b] 
    6 9 ms 10 ms 9 ms decix.bb02.net.23m.com [2001:7f8::b957:0:1] 
    7 11 ms 9 ms 10 ms ae1-0.gw02.fra01.net.23m.com [2a00:f48:100:0:8000::36] 
    8 10 ms 8 ms 9 ms www.computerbase.de [2a00:f48:2000:1::137]

    Wer genauere Infos über das Routing von NetCologne haben möchte, kann deren Looking Glass verwenden. Es dürfte ziemlich egal sein, wo man als NetCologne-Kunde sitzt, die Ergebnisse werden bis auf die zusätzliche Latenz wahrscheinlich identisch sein.

    Als Datenrate habe ich für den gebuchten Tarif 300/150 händisch 319/159 Mbit/s in der Fritz!Box eingetragen und damit einen Bufferbloat-Test durchgeführt:

    Happy Halloween :twisted:

    Einmal editiert, zuletzt von DLMttH (31. Oktober 2025 um 21:39)

  • Warum der Geiz? Stell halt (brutto) 300/150 ein und gut ist es... zumindest in Uploadrichtung sind *13 eher nicht so gut... alles bis +5 ist IMHO okay, alles darueber ein Zeichen fuer einen etwas zu hoch eingestellten Shaper.

  • Ist das deine Erfahrung mit einer Fritz!Box 7520/30? Die hatte bei mir immer einen Basiswert zwischen 13 und 16 ms im Download, auch wo sich der Provider um den Shaper kümmert.

    Also nur nochmal zum Verständnis, der Shaper sorgt hier doch für die 0 im Upload und nicht für die 13 im Download?

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  • Ich betreibe zwar eine 7520, allerdings unter OpenWrt statt FrotzOS und nur als bridged-modem ohne Traffic-Shaper, das Shaping mache ich auf meinem Haupt-Router (mit einem OpenWrt-Derivat und sqm-scripts) und zwar ingress und egress shaping. Daher kann ich nicht sagen was unter FritzOS zu erwarten ist, aber ich vermute mal das sollte aehnlich sein wie unter OpenWrt.

    Also nur nochmal zum Verständnis, der Shaper sorgt hier doch für die 0 im Upload und nicht für die 13 im Download?

    Gute Frage, ich arbeite immer mit Ingress- und Egress-Shaping, ehrlicherweise weiss ich gar nicht was die Fritzboxen normalerweise machen, nur, dass man Ingress-Shaping irgendwie aktivieren kann... Gut moeglich, dass Du recht hast und in ingress Richtung gar kein Shaper auf der Fritzbox laeuft. Wenn Du Lust hast mach doch mal den libreqos test unter:

    https:// test.libreqos.com

    und poste das PNG das man nach Klick auf den "Share My Results" Knopf bekommt...

  • Ich bin schon nicht mehr dort, beim nächsten Mal vielleicht. Für die Nutzung dort ist das alles eh irrelevant, da wird nur ein Bisschen gestreamt und mal ein paar Betriebssystem-Updates geladen, zu 99% über WLAN.

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  • Hallo DLMtth,

    ich bin schon lange ein still mitlesender User hier im Forum und bin gerade in einer ähnlichen Situation wie Du (oder der Mensch den Du beim Umstieg begleitet hast). Mich würde interessieren, ob inzwischen inzwischen Dual Stack anliegt oder ob es be DSlight geblieben ist? Auch würde mich interessieren wie es mit dem ONT gelaufen ist: muss das DG ONT wieder zurückgegeben und ein neues angeschafft werden?

  • Hi hi,

    nein, es bleibt dort bei DS Lite und der ONT wurde beim Providerwechsel nicht angefasst.

    Bei NetCologne kannst du Dual Stack aber über die Hotline ohne Probleme bekommen, so zumindest meine Erfahrung. Danach drückt man in der Fritz!Box "neu verbinden" und nach wenigen Sekunden ist die Änderung wirksam. Das gilt auch für DSL.

  • Danke für die schnelle Antwort. Und nur um sicher zu sein dass ich es richtig verstanden habe: mit DSlite meinst Du schon dass dann IPv4 über IPv6 getunnelt wird und nicht nur (wie bei der Deutschen Glasfaser) ein IPv4 Verbindung über CGNat?

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  • Aus gegebenem Anlass möchte ich gerne etwas von meinem Wechsel von der Deutschen Glasfaser (DG) zu Netcologne beitragen.

    Ich war DG Kunde seit Anfang 2021 und größtenteils zufrieden: Der Anschluss war die meiste Zeit stabil und unauffällig. Aber in letzter Zeit häuften sich bei mir die Probleme mit dem IPv6 Routing und gerade in den Abendsstunden war bei vielen Diensten die "Schwupdizität" recht gering, was für mich nach einer hohen Backboneauslastung oder Peering-Problemen roch (zumal periodische Tests mit Ooklas Speedtest keine Einschränkungen im Down- und Upload zeigten). Alles in allem aber nichts, womit ich nicht hätte leben können. Gebucht hatte ich einen 400/200 Tarif mit drei Festnetznummern, angeschlossen per DG-ONT an einer Fritzbox 5590.

    Vor kurzem hat aber Netcologne, deren Tarife in unserem Gebiet (Rheinisch-Bergischer Kreis) über DG per L2-BSA buchbar waren, die Monatspreise etwas gesenkt. So war es mir nun möglich für den gleichen Preis etwas mehr Bandbreite (600/300) und eine Telefon- und Mobilfunkflat zu bekommen. Nach einem kurzen Austausch mit DLMttH war ich auch optimistisch genug, dass das nicht im Desaster enden würde.

    Die Buchung über die Homepage von Netcologne war problemlos möglich: Adresseingabe, Tarifauswahl, eigener Router. Um nicht den aufpreisigen Comfort-Anschluss zu buchen, habe ich mich entschieden, nur eine Nummer direkt zu portieren und die beiden übrigen im Nachgang zu einem VOIP-Anbieter zu migrieren. Kurz nach der Beauftragung kam dann eine Bestätigungsemail mit Zuangsdaten zum Kundenservice und der Netcologne-E-Mail.

    Unklare Punkte im Wechselprozess waren nur:

    • Netcologne spricht davon, dass der Kunde seinen ONT selber besorgen muss. Auf Nachfrage bei DG wurde mir aber bestätigt, dass das vorhandene Gerät einfach übernommen wird.
    • Im Bestätigungsschreiben von Netcologne stand, dass Netcologne unbedingt die Glasfaser-ID mitgeteilt werden müsse. Allerdings nahm die Eingabemaske bei Netcologne weder die auf dem ONT angebrachte Nummer noch die Anschlusskennung von der DG-Rechnung an. Ein Telefonat mit der Netcologne-Hotline brachte aber das Ergebnis, dass in meinem Fall trotz des anderslautenden Hinweises keine Angabe der Glasfaser-ID notwendig wäre.
    • Eine größere Hürde lauerte an einer ganz anderen Ecke: Standardmäßig erfolgte kein Eintrag ins Telefonbuch. Im Serviceportal von Netcologne gibt es jedoch einen Vordruck, mit dem ein modifizierter Eintrag beauftragt werden kann. Die schriftliche Auftragsbestätigung war aber komplett anders als angegeben. Nach einem knapp 20-minütigen Telefonat (bei dem ich die meiste Zeit in der Warteschleife ausharrte) konnte der Eintrag dann wie gewünscht vorgenommen werden. Scheinbar wird das inzwischen nur noch so selten gewünscht, dass der Hotliner sich selber erkundigen musste, wie er das ins System eingeben sollte. ;)

    Dann hieß es erst mal warten, bis zum Schaltungstermin, der auch von der DG schriftlich bestätigt wurde. In der Nacht des Wechseltags erhielt ich eine SMS, dass die Schaltung vorgenommen worden ist - ich vermute, ab dem Zeitpunkt standen dann auch die Logindaten für die Interneteinwahl und die Telefonnummer bereit. Gegen kurz nach acht war dann die Internetverbindung zur DG gekappt.

    Wie von DLMttH beschrieben, wurde der Netzzugang nicht automatisch gewechselt. Ich habe ebenso in der Fritzbox nur den Internetzugang auf "Netcologne / Netacchen über LAN1/WAN" geändert und die Zugangsdaten aus dem Kundenportal eingetragen, ebenso wie die Werte fürs Traffikshaping. Nach dem obligatorischen Test in der Fritzbox wurde die Verbindung zu Netcologne dann ohne Probleme aufgebaut. Die SIP-Verbindung zur portierten Rufnummer wurde dann automatisch eingestellt und aktiviert - lief also direkt ohne weitere Änderung meinerseits.

    Am WAN Anschluss wurde, wie auch in https://ftthtabelle.pages.dev/ beschrieben, DS Lite geschaltet. Nach einem kurzen Telefonat mit der Hotline, 15min Wartezeit und einem Reboot der Fritzbox lag dann Dual Stack mit öffentlicher IPv4 an.

    Einen Tag nach Schaltung habe ich dann beim VOIP die Migration (Portierung nach Kündigung) angestossen. Dabei kam es dann zu der unangenehmen Überraschung dass Netcologne (anders als von mir beauftragt) alle drei Rufnummern übernommen hat. Somit liegen meine übrigen beiden Nummern nun im "Pool der unzugewiesenen Nummern" wie ich in einem Gespräch mit dem Portierungsteam von Netcologne herausbekommen habe. Ein aktueller Portierungsauftrag läuft noch, aber ich bin da noch etwas pessimistisch dass das nun so einfach klappt mir der Portierung...

    Davon abgesehen bin ich mit der Leistung voll und ganz zufrieden: Die Leitung ist ebenso stabil (von der ca. 48h Zwangstrennung einmal abgesehen) und gefühlt "reaktionsfrediger" als vorher, z.B. bei Youtube. Zur Verdeutlichung habe ich mal ein paar vorher/nachher Screenshots angehangen.

    Code
    # Hinweg-Trace mit trippy zum Looking-Glass-Server von breitbandmessung.de: https://lg.breitbandmessung.de
    # Analog zu https://www.glasfaserforum.de/forum/thread/2788-probleme-deutsche-glasfaser/?postID=49494#post49494
    
    # Unter https://github.com/fujiapple852/trippy/releases zur aktuellen Release navigieren und unter Assets das passende Archiv fuer das eigene Endsystem (Windows, Macos, Linux) runterladen und lokal entpacken.
    # Unter Windows CMD als Administrator starten, ins Verzeichnis mit der Datei trip.exe wechseln und folgendes aufrufen, die Firewall muss eventuell fuer Trippy geoeffnet werden.
    # jeweils nach ca. 100 Messungen Trippy einfrieren (mit CTRL-f) und deinen Screenshot machen
    
    trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare -4 193.238.173.27 --tui-custom-columns holsravbwdt --icmp
    
    trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare -6  2a11:380:1::7:3 --tui-custom-columns holsravbwdt --icmp
  • Einen Tag nach Schaltung habe ich dann beim VOIP die Migration (Portierung nach Kündigung) angestossen. Dabei kam es dann zu der unangenehmen Überraschung dass Netcologne (anders als von mir beauftragt) alle drei Rufnummern übernommen hat. Somit liegen meine übrigen beiden Nummern nun im "Pool der unzugewiesenen Nummern" wie ich in einem Gespräch mit dem Portierungsteam von Netcologne herausbekommen habe. Ein aktueller Portierungsauftrag läuft noch, aber ich bin da noch etwas pessimistisch dass das nun so einfach klappt mir der Portierung...

    Du kannst innerhalb von 4 Wochen nach Vertragsablauf deine "Festnetznummern" noch auf einen anderen Anbieter portieren lassen. Dies ist keine Kulanz der Netzbetreiber, sondern eine gesetzliche Regelung im TKG, der die Betreiber nachkommen müssen. Bleib daher am Ball.

    Nicht nur ich empfehle eine Entkopplung der Festnetznummer von dem Anbieter des Internetaccess. Diese Diversifizierung verhindert nämlich genau diese beschriebenen Portierungsprobleme. Im Wesentlichen ist das die gute alte Unix-Philosophie, vor allem: Mache nur eine Sache und mache sie gut.

    • Der Internetanbieter soll sich nur um Internetaccess kümmern.
    • Der Telefonieanbieter hat nur Telefonie zu realisieren.
    • Der E-Mail Anbieter hat sich ausschließlich um sichere und zuverlässige E-Mail-Kommunikation zu kümmern.
    • Der Streaminganbieter nur um zuverlässiges Streaming.

    Natürlich wollen die Provider dich fest an sich binden und Wechsel unangenehm machen. Es lohnt sich jedoch diesen etwas unangenehmeren Weg zu gehen. Die Aufwände hast Du nur einmal, danach bist Du dein eigener Herr.

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  • Super!

    Kleine Anmerkung, die Telekom ist meine ich, nicht ohne Zwangstrennung. Klar alle 180 Tage ist weniger stoerend als jeden Tag, aber auch bei der Telekom sollte man sich fuer einen moeglichen Adresswechsel zu unpassender Zeit wappnen. Daher ein Vorschlag: vielleicht statt einer Zwangstrennung: Ja/Nein Spalte eine Spalte mit "Tage zwischen Zwangstrennungen: Zahl" verwenden? Andererseits enthuellt das Mouseover ueber den Spaltentitel bereits, dass es um taegliche Trennung geht...

  • Ich werde die Spalte vermutlich nochmal umbenennen, Fokus liegt meiner Meinung nach aber auf der etwa täglichen Zwangstrennung.

    Wer einen komplett anderen Stil möchte, kann sich die Daten ja auch einfach ziehen und sich selbst austoben.

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