Großstörung DG: Lippstadt, Erwitte, Brilon, Meschede

  • Seit gestern Komplettausfall des Netzes der DG in mindestens den drei Städten seit gestern 13:45 Uhr.

    Bin mal gespannt wie lange es dauert. Habe Glück, es hat mich nur knapp 15 Minuten gekostet auf die zusätzlich vorhandene DSL-Leitung der Telekom zu switchen.

    Bis auf die Tatsache, dass die DG die Störung innerhalb von 2 Stunden auf der Störungsseite vermerkte, keine weiteren Infos von der DG,
    Das war jetzt schon die zweite oder dritte Großstörung größer 4 Stunden in zwei Jahren bei uns. Zwei Nachbardörfer wurden monatelang mit Mickergeschwindigkeiten deutlich unter 1MBit/s allein gelassen.

    Wenn man Produktiv auf auf das Netz der DG angewiesen ist, Business oder auch nur Home Office, ist das eine mittlere Katastrophe.

    Ich mache mir gerade große Sorgen, wenn die Kupferabschaltung kommt und der Betrieb der einzigen Glasfaser wirklich bei der DG liegt.

    Was würde ich mich über einen Überbau der Telekom freuen...

  • Da würde ich mir keine allzu großen Hoffnungen machen. Und auch keine Sorgen. Bis es zur Kupferabschaltung kommt vergehen noch Jahre. Ich sehe diese erst ab 2035 oder später im nennenswerten Maße beginnend. Zu viel Infrastruktur hängt noch an der Telefonleitung (u.a. Aufzugnotrufe).

    Bis zum Wegfall des Kupferanschlusses hat sich der Gf-Markt konsolidiert. Große werden kleine fressen und Open Access wird endlich bei vielen Gf-Providern realisiert sein. Deutsche Glasfaser wird sicherlich bei den Großen sein, aber schon jetzt öffnet sich DG gegenüber Vodafone (schon buchbar) und 1&1 als Anbietern mit bereits jetzt sehr großen Teilnehmerzahlen.

  • Update: Der Schade besteht weiter. Die örtliche Zeitung berichtet vor der Bezahlschranke:

    Zitat

    Seit Donnerstagnachmittag gegen 14 Uhr haben rund 4500 Kunden von Deutsche Glasfaser in Teilen von Erwitte, Lippstadt, Brilon und Meschede kein Netz mehr. Grund dafür ist ein erheblicher physischer Schaden an der überregionalen Glasfaserleitung eines Dienstleistungspartners von Deutsche Glasfaser, wie die Pressestelle auf Nachfrage der Redaktion mitteilt.


    Nachbarn erzählten der Schaden soll wohl in 4 Meter tiefe sein...


    Ich frage mich: Wie unredundant ist das Netz aufgebaut, dass mit einem Schaden ein Gebiet von 40km (Lippstadt <-> Meschede) x 20km (Meschede <-> Brilon) seit über 27 Stunden komplett tot ist?

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  • Da würde ich mir keine allzu großen Hoffnungen machen. Und auch keine Sorgen. Bis es zur Kupferabschaltung kommt vergehen noch Jahre. Ich sehe diese erst ab 2035 oder später im nennenswerten Maße beginnend. Zu viel Infrastruktur hängt noch an der Telefonleitung (u.a. Aufzugnotrufe).

    Hoffen wir mal. Eine Nachbarin ist total verärgert. Erst wurde sie längere Zeit mit einer defekten Glasfaser und schnell wiederkehrenden Ausfällen von der DG mit einem nicht deutsch sprechenden "Techniker" (nichts gegen denn Mann, der hat sich wohl an die DG verkauft um überhaupt einen JOb zu bekommen) längere allein gelassen und jetzt schon wieder. Und mein Telekom-VDSL funktioniert wie eines Eins.

  • Dringi 22. August 2025 um 17:32

    Hat den Titel des Themas von „Großstörung DG: Lippstadt, Brilon, Meschede, ???“ zu „Großstörung DG: Lippstadt, Erwitte, Brilon, Meschede“ geändert.
  • Ich frage mich: Wie unredundant ist das Netz aufgebaut, dass mit einem Schaden ein Gebiet von 40km (Lippstadt <-> Meschede) x 20km (Meschede <-> Brilon) seit über 27 Stunden komplett tot ist?

    Bei der Entwicklung des Internets (ARPA-Net) war das Thema Redundanz gerade einer der entscheidenden Faktoren. Aber wenn man zu wenige Konnektoren verwendet, bleibt das Ergebnis eben dürftig.

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  • Was würde ich mich über einen Überbau der Telekom freuen...

    Ob dich das retten würde, dahinter stelle ich mal ein leichtes Fragezeichen. Auch die Telekom hat bei Glasfaser mit vereinzelt größeren Störungen zu kämpfen. Zudem ist die Glasfaser allgemein mechanisch sehr empfindlich, an vielen Stellen ist mit Handarbeit das Spleißen gefragt. Oftmals treten durch Spleißfehler oder falsches Aufwickeln der Glasfaser erst nachträglich Störungen durch Glasfaserbruch auf. Die Techniker arbeiten teilweise im Akkord, alles muss schnell gehen. Überall in Deutschland wird gebuddelt, die empfindlichen Glasfaserleitungen teilweise wieder zerstört. Aus den beschriebenen Gründen dauert daher auch die Störungsbeseitigung länger als bei DSL.

    Dass Glasfaser in der Werbung als stabilstes Netz gilt, wage ich momentan zu bezweifeln. Bis Glasfaser mindestens die Stabilität vom lange bewährten DSL erreicht, vergehen meiner Meinung noch einige Jahre. Dabei muss noch viel Erfahrung gesammelt werden, die Biegefestigkeit der Glasfaserkabel wird sich weiter verbessern, die Verlegetechnik wird weiter optimiert werden und so weiter.

    Ich sehe daher die derzeitigen Glasfaserkunden einschließlich mich eher noch in der Betatestphase. Ich bin im FTTH Netz der Telekom angeschlossen.

    Fritzbox 5690 Pro / Glasfaser 1000 Telekom

    1000/500 MBit/s

    4 Mal editiert, zuletzt von froeschi62 (23. August 2025 um 10:26)

  • Was mich am meisten ärgert, ist die Informationspolitik. Der Ausfall dauert nun schon 48 Stunden. Ich erwarte bei einer kleineren Störung von wenigen Minuten ggfs. Stunden ja keine Informationsoffensive, aber in diesem Falle hätte ich schon mehr Infos erwartet.

    Keine Mail, noch nicht mal eine Info über die Art der Störung bzw. die voraussichtliche Behebungslänge. Nichts.

    Um mal den Zeitungsartikel, den ich zitiert habe, zu bemühen. Lt. dem Artikel sind 4.500 Kunden betroffen. Die genannten Städte haben ca. 70.000 Haushalte. Somit sind 4.500 Kunden einen Marktanteil von 6 bis 7%.

    Ob das reicht um auf Dauer profitabel zu sein und das Netz hinreichend stabil zu bekommen wage ich mal zu bezweifeln. Die bisherigen Störungserfahrungen mit der DG waren eher unterdurchschnittlich:

    - Die schon oben genannte Nachbarin mit einen Bruch der Faser in ihr Haus hatte dauerte es drei Wochen bis das gefixt wurde.
    - Die Nachbardörfer mit monatelangem, flächendeckenden kaum nutzbaren, da langsamen Internet
    - Jetzt dieser Megaausfall.

    Persönlich bin ich gerade am überlegen ob ich nicht kündige. Die 50 Euro kann ich mir eigentlich sparen. Okay 50 MB/s Download ist schon nett aber mein VDSL 250 @175 ist deutlich stabiler. Und ob ich nun 2 oder 3x im Monat 10 Minuten länger Warte bis das Spiel von Steam runtergeladen wurde, ist auch egal. Ich brauche nur, für den Fall der Fälle, eine Backup-Leitung. Dafür hatte ich jahrelang "eazy". Habe ich damals für den Anschluss der DG gekündigt. Aktuell gibt es eazy aber ohne Einrichtungsgebühr für 40/5 (DL/UL) und die reichen als Backup eigentlich aus.

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  • Solltest du nicht , zum Beispiel beruflich, unbedingt auf Glasfaser angewiesen sein, würde ich trotzdem nicht mehr auf DSL zurückgehen.

    Ich selbst bin permanent im Homeoffice und bin trotzdem das Wagnis Glasfaser eingegangen. Allerdings könnte ich im Notfall über meine Mobilfunkflatrate längere Störungen aushalten. Mobilfunk ist bei uns mit 200 Mbit recht ordentlich.

    Fritzbox 5690 Pro / Glasfaser 1000 Telekom

    1000/500 MBit/s

  • Mobilfunk geht nicht, da ich im Keller sitze und bei uns in 70% des Hauses (auch im EG und OG) telefonieren nur mit WLAN Call möglich ist.

    Im Prinzip ist es mir eigentlich auch egal wie das Internet ins Haus kommt. Und DG und Vodafone tun sich jetzt nicht viel: Beide stellen keinen nativen IPv4-Zugang zur Verfügung. Mein Telekom-DSL-Vertrag hingegen hat eine native IPv4-Adresse.

    Dass ich damals die DG beauftragt habe, lag an dem attraktiven Angebot, dass die Erschließung des Hauses dann über die monatl. Gebühren eines 24-Monats-Tarifs gedeckt seien. Haben ist besser als brauchen. Und die DG hat in der Tat schon zwei Häuser bei uns im Bereich nacherschlossen (von denen ich weiss). Die Altbeseitzer wollten da nicht und jetzt nach Tod bzw. Pflegeheim müssen die Neubesitzer teuer bezahlen.

    Bin übrigens gespannt ob das am Wochenende noch was wird oder ob die nicht erst am Montag weiter reparieren...

  • Und die DG hat in der Tat schon zwei Häuser bei uns im Bereich nacherschlossen (von denen ich weiss). Die Altbeseitzer wollten da nicht und jetzt nach Tod bzw. Pflegeheim müssen die Neubesitzer teuer bezahlen.

    Hast Du Infos in welcher Höhe die Kosten für einen Nachanschluss liegen?

    Wie Du schon schriebst, haben ist besser als brauchen. Wenn der Service im Fehlerfalle von Deutsche Glasfaser untragbar geworden ist, sollte man wechseln. Vor allem dann, wenn es gute Alternativen gibt.

    Die Faser liegt im Haus und eine Rückkehr zur Faser ist möglich. Zumal mit Vodafone im Netz von DG bereits buchbar ist und zusätzlich in einigen Monaten 1&1 buchbar sein wird.

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  • Bin übrigens gespannt ob das am Wochenende noch was wird oder ob die nicht erst am Montag weiter reparieren...

    Eigentlich sollte es auch am WE eine Einsatzbereitschaft bei Störungen geben, zumal sie schon lange besteht. Das ist im IT Geschäft Standard.

    Ich drücke dir die Daumen, dass der Glasfaseranschluss schnellstmöglich wieder funktioniert.

    Fritzbox 5690 Pro / Glasfaser 1000 Telekom

    1000/500 MBit/s

  • Die einzige Redundanz für Glasfaser Privat- und Business (Billig) - Kunden besteht aus den doppelten Netzteilen und evtl. doppelten CPU Karten der Huawei/Juniper/Adtran - ONTs! Für disjunkte Wegeführungen in der Zuführung / Backbone zahlt man tausende Euros, nicht dutzende pro Monat.

    Wahrscheinlich ist ein Zuführkabel zum nächsten ONT betroffen. Für die Erschließung unseres Ortes mit ca. 15.000 Anschlüssen führen zwei Kabel mit je 288-Fasern über 7 km in den nächsten ONT-Standort. Wenn die in ein paar Metern Tiefe durchtrennt werden, müssen 4 * 288 Spleiße plus Randarbeiten gemacht werden. Das kann durchaus ein paar Tage dauern.

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  • Wahrscheinlich ist ein Zuführkabel zum nächsten ONT betroffen. Für die Erschließung unseres Ortes mit ca. 15.000 Anschlüssen führen zwei Kabel mit je 288-Fasern über 7 km in den nächsten ONT-Standort.

    Dafür ist das DG-Netz immer noch zu sehr aus Inseln gestrickt. Größere Vermaschung der Standorte untereinander mit mehrfacher Anbindung an unterschiedliche weitere Provider oder z.B. Universitäten, die an das DFN angeschlossen sind, könnte weitere Ausfallsicherheit bringen.

  • Schnurz Das ist nicht DG-Spezifisch! Wenn das der Telekom/GlasfaserNordwest/Sonstwem passiert, läuft das auf dasselbe hinaus. Die Telekom hat evtl. als Vorteil, dass sie noch ein paar eigene Leute hat, die "Spleissen" nicht nur buchstabieren können ...

    Die GPON Netze sind bei allen gleich gestrickt - Die 4-5 Uplinkfasern aus jedem Verzweiger werden max. über 2-3 Muffen auf die Hauptleitung zum ONT gespleisst. Da gibt es auch nichts zu vermaschen. Das würde bedeuten, das aus jedem Haushalt zwei Fasern in unterschiedliche Richtungen, auf unterschiedlichen Wegen in geographish getrennte ONTs geführt werden.