Glasfasernutzung bei Koax-TV-Kabel Inhouse-Verkabelung

  • Hallo,

    ich bin neu in diesem Forum, und hoffe, ein paar Einsichten zu generieren. Im fortgeschrittenen Stadium würde ich natürlich diese Erkenntnisse im Sinne eines Generationenvertrages auch weitergeben, falls möglich.

    Basisinfos:

    • Mein Haus ist knapp 30 alt, und es gibt im Haus nur Koax- und Telefondraht-Verkabelung. Die Koax-Kabel aus den einzelnen Räumen kommen im Keller als Einzelkabel an, wobei die offenbar "einzementiert" sind und daher keine Leerrohre von einem Stockwerk zum anderen da sind. Bisheriger Anbieter für "3-Play" auf Kabel-TV-Basis, also Internet, Telefon und Fernsehen ist Vodafone (vorher war es Unitymedia).
    • Bisher steht die Cable-Fritzbox 6591, die DHCP und Telefon macht, im 2.OG, weil da die meiste Bandbreite gebraucht wird. An der FB hängt im Bridgemodus ein AmpliFi HD für WLAN. Die FB ist also nur Kabel-Modem und Telefonzentrale.
    • Ein TV steht im 1. OG; das TV-Signal kommt bisher über ein Koax-Kabel aus dem Keller, das AppleTV, was dran hängt, wird über WLAN versorgt. Klappt gut.

    Die "Deutsche Giganetz" ("DG") ist seit längerem dran, hier Glasfaser zu legen, aktuell nimmt das Gestalt an, wann aber der Anschluss wirklich in Betrieb genommen werden kann, ist unsicher. Dennoch möchte ich mich vorbereiten. Daher:

    Wie kann ich das Internetsignal, aber auch das Fernseh- und Telefonsignal im Haus verteilen? Meiner Ansicht nach gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. eine "minimal-invasive": Ich besorge zwei Umsetzer von Ethernet auf Koax; einer kommt in den Keller an den ONT, der andere kommt an die Fritzbox im 2. OG (oder welchen "Premium-Router" die DG auch immer zur Verfügung stellen wird). Das würde bedeuten, dass die sonstige Verkabelung im Haus bleiben kann, wie sie ist. Dann wäre aber die Frage, wie das TV-Signal ins 1. OG kommt.
    2. eine saubere, zukunftssichere, aber auch recht aufwändige: Parallel zum Koax-Verkabelung im Haus Ethernet legen. Dazu müssten zwei Stahlbetondecken durchbohrt werden. Würde gehen, WAF wäre noch zu prüfen. Ich brauche auch nicht zwingend in jedem Raum Ethernet; ich würde im 1. OG die Fritzbox und das AmpliFi hinstellen, von da wäre die Versorgung vermutlich ziemlich gut.

    Die zentrale Frage, die sich mir stellt: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesen Ethernet-Koax-Umsetzern? Funktionieren die gut, oder ist das letztlich eine Krücke wir Powerline (was bei mir im Haus extrem schlecht und instabil läuft, daher verfolge ich das für diesen Zweck nicht weiter)?

    Es wäre super, wenn ihr eure Erfahrungen hier teilen könntet. Im Voraus schon mal herzlichen Dank!

    Viele Grüße, Jochen

  • Mein Haus ist knapp 30 alt, und es gibt im Haus nur Koax- und Telefondraht-Verkabelung. Die Koax-Kabel aus den einzelnen Räumen kommen im Keller als Einzelkabel an, wobei die offenbar "einzementiert" sind und daher keine Leerrohre von einem Stockwerk zum anderen da sind.

    "Als Einzelkabel" bedeutet in dem Fall eine Sternverkabelung? Also aus jedem Raum kommt ein dediziertes Kabel an? Oder ist das "Daisy Chain", sprich vom Keller geht es ins EG, von da ins 1. OG und dann ins 2. OG? Die Frage ist vermutlich entscheidend für deine Lösung.

    Ich besorge zwei Umsetzer von Ethernet auf Koax; einer kommt in den Keller an den ONT, der andere kommt an die Fritzbox im 2. OG (oder welchen "Premium-Router" die DG auch immer zur Verfügung stellen wird). Das würde bedeuten, dass die sonstige Verkabelung im Haus bleiben kann, wie sie ist. Dann wäre aber die Frage, wie das TV-Signal ins 1. OG kommt.

    Wenn du mit solchen Umsetzern arbeitest, musst du das entsprechende Kabel von der Infrastruktur (=> Vodafone) trennen. Heißt: Wenn es einzelne Kabel für die OGs gibt, kannst du das Kabel fürs 2. OG vom Rest trennen und für einen solchen Umsetzer benutzen. Dann bleibt das 1. OG mit Vodafone verbunden.

    Wenn nicht, dann trennst du damit automatisch auch das 1. OG von Vodafone, und das wars dann mit Kabel-TV. In dem Fall brauchst du eine alternative TV-Lösung (Apple TV?). Generell musst du dir die Frage stellen, was mit dem Kabelanschluss passiert, sobald Glasfaser aktiv ist.

    • Mein Haus ist knapp 30 alt, und es gibt im Haus nur Koax- und Telefondraht-Verkabelung. Die Koax-Kabel aus den einzelnen Räumen kommen im Keller als Einzelkabel an, wobei die offenbar "einzementiert" sind und daher keine Leerrohre von einem Stockwerk zum anderen da sind. Bisheriger Anbieter für "3-Play" auf Kabel-TV-Basis, also Internet, Telefon und Fernsehen ist Vodafone (vorher war es Unitymedia).
    • Bisher steht die Cable-Fritzbox 6591, die DHCP und Telefon macht, im 2.OG, weil da die meiste Bandbreite gebraucht wird. An der FB hängt im Bridgemodus ein AmpliFi HD für WLAN. Die FB ist also nur Kabel-Modem und Telefonzentrale.
    • Ein TV steht im 1. OG; das TV-Signal kommt bisher über ein Koax-Kabel aus dem Keller, das AppleTV, was dran hängt, wird über WLAN versorgt. Klappt gut.

    Die "Deutsche Giganetz" ("DG") ist seit längerem dran, hier Glasfaser zu legen, aktuell nimmt das Gestalt an, wann aber der Anschluss wirklich in Betrieb genommen werden kann, ist unsicher. Dennoch möchte ich mich vorbereiten. Daher:

    Wie kann ich das Internetsignal, aber auch das Fernseh- und Telefonsignal im Haus verteilen? Meiner Ansicht nach gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. eine "minimal-invasive": Ich besorge zwei Umsetzer von Ethernet auf Koax; einer kommt in den Keller an den ONT, der andere kommt an die Fritzbox im 2. OG (oder welchen "Premium-Router" die DG auch immer zur Verfügung stellen wird). Das würde bedeuten, dass die sonstige Verkabelung im Haus bleiben kann, wie sie ist. Dann wäre aber die Frage, wie das TV-Signal ins 1. OG kommt.
    2. eine saubere, zukunftssichere, aber auch recht aufwändige: Parallel zum Koax-Verkabelung im Haus Ethernet legen. Dazu müssten zwei Stahlbetondecken durchbohrt werden. Würde gehen, WAF wäre noch zu prüfen. Ich brauche auch nicht zwingend in jedem Raum Ethernet; ich würde im 1. OG die Fritzbox und das AmpliFi hinstellen, von da wäre die Versorgung vermutlich ziemlich gut.

    Die zentrale Frage, die sich mir stellt: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesen Ethernet-Koax-Umsetzern? Funktionieren die gut, oder ist das letztlich eine Krücke wir Powerline (was bei mir im Haus extrem schlecht und instabil läuft, daher verfolge ich das für diesen Zweck nicht weiter)?

    Ja wir nutzen die, die Erfahrungen sind gut. Wir haben die G.hn Koax-Adapter von Gigacopper, bisher sind mir keine Probleme aufgefallen. Mit Powerline ist das nicht vergleichbar.

    Aber auf der Leitung geht dann zumindest theoretisch kein Kabel-TV mehr.

    Wenn Du aber ein Stern-Verkabelung hast könntest Du in den Strang vom Keller zum 2. OG die Giga-Copper-Adapter verwenden und die Strecke für Ethernet over Coax verwenden, und in die Leitung vom Keller zum 1. OG das Kabel-TV-Signal einspeisen, wenn beide Stränge komplett voneinander getrennt sind.


    Wenn Du im 1. OG kein Kabel-TV mehr nutzen willst und nur auf den Apple-TV setzen willst, dann würde ich den Glasfaser-Router in den Keller stellen, an den ans LAN einen Ethernet-over-Koak-Adapter anschließen, an den das ganze Kabelnetz (vom öffentlichen Netz getrennt) hängt. Dazu im ersten 1. und im 2. OG einen Ethernet-over-Koax-Adapter, der denn wieder in beiden Stockwerken Ethernet bereitstellt. Im 1. OG für den Apple-TV, im 2. OG für alles, was Bandbreite braucht. Für das Telefon im 2. OG bräuchtest Du dann ggf. eine zweite Fritzbox als "Nebenstelle" der Fritzbox aus dem Keller.


    So ungefähr haben wir es auch, insgesamt drei G.hn-Adapter. Gigabit geht da problemlos ohne Einschränkung drüber. Bei Internet über Kabel gibt es ja über dieselbe Koax-Leitung auch Gigabit, da geht das mit kürzeren Verbindungen natürlich auch.

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  • Die zentrale Frage, die sich mir stellt: Hat jemand von euch Erfahrung mit diesen Ethernet-Koax-Umsetzern? Funktionieren die gut, oder ist das letztlich eine Krücke wir Powerline (was bei mir im Haus extrem schlecht und instabil läuft, daher verfolge ich das für diesen Zweck nicht weiter)?

    Ich habe Erfahrungen damit. Die funktionieren sehr gut (kein Vergleich zu Powerline).

    Ich kann dir diesen empfehlen (2 Stück brauchst davon): https://bit.ly/43xETLh [Anzeige]

    Ich habe diese bei meinem Stiefvater in Betrieb genommen seitdem er Glasfaser hat (keine Geschwindigkeitseinbußen oder Störungen). Diese GoCoax Adapter nutzt andere Frequenzen als die Kabelprovider (somit werden die Internetfrequenzen und TV Frequenzen bei Kabel nicht gestört). Dazu unterstützen die GoCoax Adapter sogar 2,5 Gbit/s LAN (diesen Adapter sind also auch dazu geeignet 2 Gbit/s Internet-Tarife zu übertragen).

    2 Mal editiert, zuletzt von Marvin911 (26. Mai 2025 um 12:28)

  • Ich habe Erfahrungen damit. Die funktionieren sehr gut (kein Vergleich zu Powerline).

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    Ich habe diese bei meinem Stiefvater in Betrieb genommen seitdem er Glasfaser hat (keine Geschwindigkeitseinbußen oder Störungen). Diese GoCoax Adapter nutzt andere Frequenzen als die Kabelprovider (somit werden die Internetfrequenzen und TV Frequenzen bei Kabel nicht gestört).

    WIMRE gilt das nur bis DOCSIS 3.0, ab DOCSIS 3.1 gibt es da Überschneidungen, man bräuchte also einen Filter. Aber besser als G.hn, wenn man beides braucht (auch bei G.hn mit Filter Frequenzabschaltungen möglich, aber naja...)

    Ansonsten schön, dass MoCA-Adapter wieder hierzulande verfügbar sind. Vor etwa einem Jahr hätte ich die gerne statt G.hn genutzt, damals waren aber keine zu bekommen.

    Einmal editiert, zuletzt von Elemir (26. Mai 2025 um 13:37)

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  • Bis dahin wird bestimmt mindestens noch ein Jahrzehnt vergehen oder die verlegen stattdessen gleich Glasfaser bis in die Häuser. Seit langen nutzen die nur bis 862 MHz. Wer weiß ob es bis dahin überhaupt noch Kabel-TV gibt oder ob das Netz nur noch für Internet genutzt wird und der Provider dann TV nur noch über IPTV anbietet.

    Einmal editiert, zuletzt von Marvin911 (26. Mai 2025 um 13:43)

  • Wow, herzlichen Dank für die vielen sachlichen und fundierten Hinweise. Ich werde mir die aktuelle Installation nochmal genau ansehen; und auch alle Kommentare versuchen zu verstehen... 🙈 Melde mich wieder. Danke!

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  • Somit stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit durchaus.

    Die Leitung sollte doch ohnehin isoliert betrieben werden. Da geht es doch maximal um DVB-C, was ggf. noch parallel genutzt werden könnte.

    Oder willst du g.hn und parallel dazu Internet per DOCSIS auf dem Strang weiterreichen?

  • Die Leitung sollte doch ohnehin isoliert betrieben werden. Da geht es doch maximal um DVB-C, was ggf. noch parallel genutzt werden könnte.

    Oder willst du g.hn und parallel dazu Internet per DOCSIS auf dem Strang weiterreichen?

    Falsch gelesen: ich nicht, geht ja auch nicht (ok, mit Einschränkungen schon: G.hn auf unter 100 MHz beschränken und Hochpassfilter mit 108 MHz zum Kabelnetz, aber will man das?).

    Marvin911 wollte MoCa und DOCSIS parallel betreiben, was ich mit Hinweis auf DOCSIS 3.1 für nicht zukunftsfähig halte.

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