Verbindung Glasfasermodem > Router über Powerline?

  • Moin zusammen,

    Ich bin neu in der Runde.

    Glasfaser ist beantragt, und jetzt muss ich mich mit den aufkommenden Fragen beschäftigen. Die Verlegung des HÜP+ONT (CPE) soll in den Keller, der Router steht im Wohnzimmer. Jetzt soll der Router mit dem Modem über LAN verbunden werden. Die direkte Verbindung würde sehr aufwändig werden, daher meine Vorstellung, den Anschluss über Powerline herzustellen. Ich habe darüber noch nichts gefunden, daher stelle ich die Frage hier. Ist das möglich und/oder was muss ich beachten.

    Ich habe in Betrieb FritzBox 7490, Fritz Powerline 1200/1240AX (Keller) und Repeater 1200AX im OG.

    Im GF-Angebot ist die FritzBox7590 enthalten.

    Einmal editiert, zuletzt von ewo (22. März 2025 um 13:25)

  • Davon würde ich SEHR dringend abraten.

    Powerline ist VIEL zu langsam, um eine Glasfaserverbindung auch nur einigermaßen sinnvoll übertragen zu können.

    Dazu kommt die sehr hohe Instabilität, die jede Freude an Internet zerstört.

    Nicht zuletzt fordern Powerline-Adapter häufig IP-Adressen an, was dann zur völligen Störung des Glasfaseranschlusses führt. Die meisten Glasfaseranbieter verteilen nur eine Adresse pro Anschluss, und wenn sich die der Powerline Adapter krallt, steht der Router ohne da - fogllich geht nichts mehr.

    Deshalb gibt es eine knallharte Regel bei Glasfaseranschlüssen: Es darf nichts - und ich betone: NICHTS - außer passiven Komponenten zwischen Router und Modem sein. Nur Kabel und Stecker oder Wanddosen. Kein Switch, kein Powerline, kein WLAN. NICHTS.

  • Powerline/PLC ist moeglich, aber IMHO nur eine Notloesung. Zum einen ist PLC nicht super robust und der Durchsatz kann schwanken, zum anderen kann PLC bei Dir auch DSL beim Nachbarn stoeren (aber wenn Du FTTH bekommst, dann der Nachbar wahrscheinlich auch, daher ist das hier nicht so wichtig). Ansonsten gibt es auch G.hn Loesungen fuer Telephonkabel um vom Gf-TA im Keller zum Wohnzimmer zu kommen.

    Als Koenigsloesung wuerde ich die Gf-TA ins Wohnzimmer legen lassen, oder Cat6/7 Kabel vom Wohnzimmer in den Keller legen (lassen).

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  • Powerline ist VIEL zu langsam, um eine Glasfaserverbindung auch nur einigermaßen sinnvoll übertragen zu können.

    Das haengt stark von der gebuchten Kapazitaet ab... einen 50 Mbps Tarif per PLC zu nutzen duerfte oft keine Probleme machen...

    Deshalb gibt es eine knallharte Regel bei Glasfaseranschlüssen: Es darf nichts - und ich betone: NICHTS - außer passiven Komponenten zwischen Router und Modem sein. Nur Kabel und Stecker oder Wanddosen. Kein Switch, kein Powerline, kein WLAN. NICHTS.

    Und das ist mir etwas zu undifferenziert... das mag fuer manche ISPs so gelten, aber nicht fuer alle. So macht die Telekom die Einwahl ueber PPPoE und daher sind IP- oder MAC-Adressen die zwischen ONT und Router auftauchen irrelevant.

  • Von Powerline würde ich bei Glasfaser auch abraten, da zu langsam. Falls du im Keller aber eine Koaxialverkabelung von Sat-TV oder Kabel-TV hast kann ich dir statt Powerline MoCA oder G.hn empfehlen (das wäre dann so ähnlich wie Powerline über Stromkabel. Nur das statt Stromkabel die Koaxialverkabelung genutzt wird und dadurch deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich sind).

    MoCA oder G.hn Produkte gibt es z.b. von diesen Marken: goCoax, GIGA Copper, Symarix und Devolo.

    Die aller beste Lösung ist natürlich ein Cat 7 oder Cat 8 Kabel zu verlegen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Marvin911 (22. März 2025 um 14:29)

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  • G.hn Geraete gibt es fuer:

    a) Stromkabel

    b) Telephonkabel

    c) Koaxialkabel

    d) Glasfaser

    Je nachdem was Du an Kabel liegen hast waere Koaxialkabel oder Telephonkabel den Stromkabeln vorzuziehen... aber Ethernet >= Cat5e oder Glasfaser waere IMHO die deutlich bessere Loesung, weil zukunftssicherer. (G.hn Paare kosten IMHO auch 100 EUR vielleicht ist ein Handwerker gar nicht so viel teurer der bessere Kabel verlegt, wenn Du das nicht selber machen willst/kannst/darfst)

  • Ja, das mit dem PPPOE mag gelten, nur wissen wir häufig vorher nicht, ob PPPOE zum Einsatz kommt. Und wenn man dann merkt, dass es nicht zum Einsatz kommt, ist es zu spät.

    Da so viele Gründe gegen Powerline sprechen - auch bei 50 MBit/s Anschlüssen halte ich die Aussage für mutig, dass es keine Probleme machen wird, vor allem, wenn mehrere Phasen im Spiel sind - bleibt es ein NoGo für Glasfaseranschlüsse.

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  • a, das mit dem PPPOE mag gelten, nur wissen wir häufig vorher nicht, ob PPPOE zum Einsatz kommt.

    Wir hier im Forum in der Tat nicht, aber jeder ISP muss das klar dokumentieren (in der Schnittstellenbeschreibung und oft in den Konfigurationsanweisungen fuer Fremdrouter) so, dass fuer den Anschlussnutzer dieser Umstand klar sein muss.

    Und wenn man dann merkt, dass es nicht zum Einsatz kommt, ist es zu spät.

    Mit allem Respekt, wenn der ISP das nicht kurzfristig geaendert hat (z.B. weil der ausbauende ISP von einem anderen uebernommen wurde) ist das nur ein Zeichen, dass der Anschlussinhaber sich nicht ausreichend informiert hat.

    Da so viele Gründe gegen Powerline sprechen - auch bei 50 MBit/s Anschlüssen halte ich die Aussage für mutig, dass es keine Probleme machen wird, vor allem, wenn mehrere Phasen im Spiel sind - bleibt es ein NoGo für Glasfaseranschlüsse.

    Das ist mit Sicherheit eine Meinung die Dir zusteht. Es waere hilfreich, wenn Du das auch klar also solche (Meinung/Empfehlung) darstellen wuerdest und nicht als objektives Faktum. Dank im voraus.

    P.S.: Das soll jetzt keine Empfehlung fuer PLC sein oder eine Aussage wie 50 Mbps geht auf jeden Fall ueber PLC.

  • Ich habe mal geschaut welcher Glasfaseranbieter bei ewo baut. Es ist Vereinigte Stadtwerke. Dieser Anbieter bietet sowieso keinen Tarif an der langsamer ist als 300 Mbit/s (die Tarife dort sind sogar symetrisch). Daher bleibt es dabei das Powerline hier überflüssig ist, da zu langsam.

    Auch per WLAN wäre es möglich (es wäre aber extrem teuer). Man bräuchte im Keller einen extrem guten WLAN-Router und einen sehr guten WLAN-Router im Wohnzimmer.

    2 Mal editiert, zuletzt von Marvin911 (22. März 2025 um 14:23)

  • Wir hier im Forum in der Tat nicht, aber jeder ISP muss das klar dokumentieren (in der Schnittstellenbeschreibung und oft in den Konfigurationsanweisungen fuer Fremdrouter) so, dass fuer den Anschlussnutzer dieser Umstand klar sein muss.

    Ja, es gibt allerdings auch Provier, die beides anbieten, und der Kunde es am Ende nicht weiß. Ja, sollte nicht so sein, ich weiß, TKG und so. Ist aber wieder mal so ein Fall, wo das TKG dem Kunden nicht weiterhilft, und ein Rat aus der Praxis weit zielführender ist. Zumal die Diskussion unter den vorliegenden Randbedingungen rein akademisch ist.

    Das ist mit Sicherheit eine Meinung die Dir zusteht. Es waere hilfreich, wenn Du das auch klar also solche (Meinung/Empfehlung) darstellen wuerdest und nicht als objektives Faktum. Dank im voraus.

    Ich werde es beherzigen, wenn es dir so wichtig ist.

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  • Ich habe mal geschaut welcher Glasfaseranbieter bei ewo baut. Es ist Vereinigte Stadtwerke. Dieser Anbieter bietet sowieso keinen Tarif an der langsamer ist als 300 Mbit/s (die Tarife dort sind sogar symetrisch). Daher bleibt es dabei das Powerline hier überflüssig ist, da zu langsam.

    Auch per WLAN wäre es möglich (es wäre aber extrem teuer). Man bräuchte im Keller einen extrem guten WLAN-Router und einen sehr guten WLAN-Router im Wohnzimmer.

    Nur mal aus Interesse. Woher hast Du die Info mit den Stadtwerken?

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  • Davon würde ich SEHR dringend abraten.

    Dem schließe ich mich an, von Powerline ist eigentlich immer abzuraten, egal wofür.

    Außer, man weiß ganz genau was man tut, kennt seine Phasen usw., aber dann fragt man auch nicht mehr hier nach ;)

    Deshalb gibt es eine knallharte Regel bei Glasfaseranschlüssen: Es darf nichts - und ich betone: NICHTS - außer passiven Komponenten zwischen Router und Modem sein. Nur Kabel und Stecker oder Wanddosen. Kein Switch, kein Powerline, kein WLAN. NICHTS.

    Das ist zu allgemein. Passive Switche sind erlaubt, machen aber keinen Sinn, außer man braucht sie für PoE-Injection, ebenso aktive Switche, wenn man der "Glasfaserverlängerung" ein eigenes VLAN zuweist. Powerline und G.hn sind erlaubt, wenn man sie so konfiguriert, dass sie keine IP per DHCP beziehen.

    Das stimmt. Wobei ich G.hn über Stromkabel und Telefonkabel auch nicht empfehlen kann (da wie pufferueberlauf schon geschrieben hat bekommt auch dort nicht die allerbesten Geschwindigkeiten.

    Über Stromkabel gebe ich Dir Recht, das ist wegen der Einstreuung von Störungen aller Art durch angeschlossene Geräte nie zu empfehlen, aber Telefonkabel mit G.hn - warum nicht? DSL geht da auch mit bis zu 250 MBit/s drüber, und bei G.hn sind die Strecken im Regelfall kürzer.

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  • Über Stromkabel gebe ich Dir Recht, das ist wegen der Einstreuung von Störungen aller Art durch angeschlossene Geräte nie zu empfehlen, aber Telefonkabel mit G.hn - warum nicht? DSL geht da auch mit bis zu 250 MBit/s drüber, und bei G.hn sind die Strecken im Regelfall kürzer.

    Stimmt du hast recht. Ich habe mir gerade ein Produkt angeguckt was es tatsächlich auch schafft über Telefon-Drähte mehr als 1 Gbit/s zu schicken (limitieren tut es hier nur der 1 Gigabit LAN-Port).

    Dieses habe ich mir angeschaut: https://amzn.to/4bRNmNc [Anzeige]

    Hier auch die Variante für Koaxialkabel: https://amzn.to/4iOJ8bm [Anzeige]

    Bei der Variante über Koaxialkabel gibt es aber noch Sachen zu beachten. Das Produkt nutzt 2-200 MHz. Wenn man über Kabel-TV sein Fernsehprogramm empfängt muss man darauf das dort in diesen MHz-Bereich keine TV-Sender senden. Bei Sat-TV und DVB-T2 wird der Bereich zwischen 2-200 MHz nicht genutzt (dort stört es also nicht den TV-Empfang und kann ohne Probleme betrieben werden.

    Wenn man irgendwann mal eine 2,5 Gbit/s Verbindung braucht gibt es auch noch dieses hier: https://amzn.to/42cxtfZ [Anzeige]

    Dieses von goCoax kann aber nicht genutzt werden wenn man Sat-TV auf der gleichen Koaxialleitung nutzt. Ich habe das von goCoax bei meinem Stiefvater verbaut und läuft super (volle 2,5 Gbit/s Netzwerkgeschwindigkeit)

    7 Mal editiert, zuletzt von Marvin911 (22. März 2025 um 22:40)

  • Hier auch die Variante für Koaxialkabel: https://amzn.to/4iOJ8bm [Anzeige]

    Kenne ich. Die habe ich beim Schwiegervater nämlich im Einsatz ;)

    Bei der Variante über Koaxialkabel gibt es aber noch Sachen zu beachten. Das Produkt nutzt 2-200 MHz. Wenn man über Kabel-TV sein Fernsehprogramm empfängt muss man darauf das dort in diesen MHz-Bereich keine TV-Sender senden.

    Das reicht noch nicht aus, man braucht auch noch einen Filter am Kabelhausanschluss, damit man damit nicht auch noch seine Nachbarn stört. Wenn man das Kabel nicht ausschließlich für G.hn nutzt und es vom Kabelhausanschluss abklemmt, dann sollte man schon etwas mehr beachten.