Bei (neuen) 1&1 Glasfasertarifen kein Over-Provisioning mehr?

  • Was ist denn wohl für einen Verbraucher transparent und vergleichbar?

    Genau. Was? Eine obskure Nettorate, die bei nur einem falsch installierten Programm sonstwo landen kann und noch dazu vom Übertragungsweg und vom Server abhängt, oder eine Linklayer Übertragungsrate, die jederzeit reproduzierbar unbeeinflusst durch externe Faktoren narrensicher nachgewiesen werden kann?

    Die entscheidenden Punkte sind fett hervorgehoben.

    Was an der Linklayer Datenrate ist denn nicht eine "verfügbare Datenübertragungsrate"? Wenn die nicht passt, dann ist die Nettorate auf jeden Fall auch nicht verfügbar. Nur kann die Nettorate noch aufgrund zig anderer Gründe den Bach runter gehen. Die Linklayer Rate nicht, die bleibt stabil.

    Und was teilt die App der Messkampagne dem Verbraucher mit? Richtig - die ihm verfügbare Bandbreite, also die Bandbreite, über die er verfügen kann und die er transparent und verständlich nachvollziehen kann.

    Aber wenn sie nicht verfügbar ist, muss er auf die Suche gehen. Es kann zig Gründe geben, und auf viele davon hat er nicht mal Einfluss. Etliche kann er nicht mal analysieren. Wenn die Linklayer Rate nicht passt, gibt es dafür nur einen Grund und einen Verantwortlichen: den Provider.

    Wenn also ein Anbieter als minimum 150 Mbps angibt, wird die App einen Verstoß bei 149 Mbps anzeigen.

    Und wer sagt dir, dass der Provider das fehlende 1 MBit/s zu verantworten hat? Bei der Linklayer Rate kannst du es sagen.

    Die Linklayer Rate, also entwedef PPPOE oder die MAC Rate bei IPoE, ist transparent und vergleichbar, unabhängig von der Technologie und der Anwendung. Genau das ist die Nettorate nicht.

  • Genau. Was? Eine obskure Nettorate, die bei nur einem falsch installierten Programm sonstwo landen kann und noch dazu vom Übertragungsweg und vom Server abhängt, oder eine Linklayer Übertragungsrate, die jederzeit reproduzierbar unbeeinflusst durch externe Faktoren narrensicher nachgewiesen werden kann?

    Das, was die Messung anzeigt, gilt. Steht im TKG.

    Was an der Linklayer Datenrate ist denn nicht eine "verfügbare Datenübertragungsrate"? Wenn die nicht passt, dann ist die Nettorate auf jeden Fall auch nicht verfügbar. Nur kann die Nettorate noch aufgrund zig anderer Gründe den Bach runter gehen. Die Linklayer Rate nicht, die bleibt stabil.

    Das, was die Messung anzeigt, gilt. Steht im TKG.

    Aber wenn sie nicht verfügbar ist, muss er auf die Suche gehen. Es kann zig Gründe geben, und auf viele davon hat er nicht mal Einfluss. Etliche kann er nicht mal analysieren. Wenn die Linklayer Rate nicht passt, gibt es dafür nur einen Grund und einen Verantwortlichen: den Provider.

    Die Rate interessiert aber keinen, weil die ein Messserver nicht messen kann.

    Und wer sagt dir, dass der Provider das fehlende 1 MBit/s zu verantworten hat? Bei der Linklayer Rate kannst du es sagen.

    Es ist egal, ob er das zu verantworten hat. Dem Gesetzestext nach muss er das zur Verfügung stellen oder alternativ nachweisen, dass er dafür nicht verantwortlich ist. Wenn er mit der Link-Layer-Rate argumentiert, wird ihm das jeder Richter um die Ohren schlagen.

    Die Linklayer Rate, also entwedef PPPOE oder die MAC Rate bei IPoE, ist transparent und vergleichbar, unabhängig von der Technologie und der Anwendung. Genau das ist die Nettorate nicht.

    Das ist dem Gesetz nach aber egal. Es gilt, was gegen die Mess-Server gemessen wird. Und das ist ganz sicher nicht die Link-Layer-Rate.

  • Die Rate interessiert aber keinen, weil die ein Messserver nicht messen kann.

    Falsch. Er kann, völlig problemlos. Man muss lediglich den IP- und TCP-Overhead mit einbeziehen.

    Dem Gesetzestext nach muss er das zur Verfügung stellen oder alternativ nachweisen, dass er dafür nicht verantwortlich ist.

    Und wie macht er das? Er klemmt sein Messgerät an den Netzabschlusspunkt und misst die LinkLayer Rate in die Infrastruktur. Dann nickt er dem Kunden noch einmal freundlich zu, packt seine Sachen und schickt eine Rechnung. Und der Kunde kann die Messergebnisse aus der BNetzA App auf dem stillen Örtchen einer sinnvollen Zweitverwertung zuführen.

    Das ist dem Gesetz nach aber egal. Es gilt, was gegen die Mess-Server gemessen wird. Und das ist ganz sicher nicht die Link-Layer-Rate.

    Und deshalb bin ich gespannt, was aus der Diskussion nun rauskommt, die 1&1 eröffnet hat, weil die ja genau das nicht mehr befolgt, sondern den LinkLayer als Basis nimmt.

    Das, was die Messung anzeigt, gilt. Steht im TKG.

    Nur weil es im TKG steht, muss es nicht sinnvoll sein. Das Gesetz hat mehrere eklatante Schwächen.

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  • Der Kunde kann nur das nachvollziehen, was die App und seine Erfahrung mit anderen Speedtests anzeigt.

    Er hat weder Ahnung vom ISP-Router, noch von seiner Fritzbox oder gar von technischen Eigenschaften der Leitung. Oder auch nur, was ein Layer 1, 2 oder 3 ist. Da denkt er vermutlich an Michael Schanze.

    Da das Gesetzt aber Transparenz fordert, kann nur der Nettodurchsatz (aus seiner Sicht ist die Bandbreite verfügbar) für ihn nachvollziehbar sein.

  • Also: Ich hab mich beim Verbraucherschutz erkundigt. Das war bisschen schwierig weil die nicht so viele "Experten" zu diesem Thema in ihrem Pool haben aber letztendlich habe ich jetzt gerade einen Rückruf erhalten von dort. Laut dessen Aussage sind alle Bitraten welche vom Anbieter in Verbindung mit einem "Versprechen", "Garantie", "Minimal", usw.. bei Vertragsabschluss oder in den Informationsblättern angegeben werden grundsätzlich Nettowerte am Endgerät. Es gab dazu wohl auch schon juristische Entscheidungen diesbezüglich - Aktenzeichen konnte er mir aus dem Stehgreif aber nicht nennen.

    Sofern also kein "Bis zu", "unter idealen Bedingungen" oder sonst was bei solchen Angeboten dazu steht (oder im Sternchen) verstehen diese Angaben sich immer als "tatsächlich nutzbare Bandbreite des Kunden am Endgerät"

    Mir wurde außerdem bestätigt, dass das anerkannte Messverfahren für den Kunden über die hier bekannte App der Bundesnetzagentur und die dort ermittelten Werte läuft. Wichtig dabei ist eben nur, dass alle technischen Gegebenheiten erfüllt werden - sprich Verwendung eines LAN Kabels, ausreichend dimensionierte Netzwerkkarte, keine Energiesparoptionen, kein Nebentraffic, usw.

    Ich nehm das jetzt so als gegeben hin und werde heute auch die Mail an 1&1 senden, denn mit der Messkampagne bin ich dann auch endlich durch.

    Ergebnis bleibt auch das selbe: Ca 137 Mbit/s im Upload maximal statt 150 Mbit/s.

    Einmal editiert, zuletzt von edding27 (27. September 2024 um 10:06) aus folgendem Grund: typo

  • Nachtrag:

    Ich erhielt soeben (nach meiner sehr ausführlichen Mail) einen Anruf des "Escalation Manager" von 1&1. Ein sehr sympathischer Mensch, das mein ich ganz ernst. Er hatte vollstes Verständnis für meine Kritik und hat sich auch sehr für die Hinweise bedankt.

    Zunächst wurde mir bestätigt, dass das Profil eindeutig zu gering ist und hier ein Fehler passiert ist. Weiterhin soll sich jetzt darum gekümmert werden weil ich nicht der einzige bin mit so einem Problem. Er meinte auch, diese ganze Glasfaserthematik ist für 1&1 noch relativ neu und gerade weil es über einen Vorleister geht gibt es hier und da noch Kinderkrankheiten. Es müssten jetzt einige Telefonate geführt werden, usw. Wir bleiben in Kontakt und er meldet sich sobald er mehr weiß. Es muss wohl eine generelle Lösung gefunden werden, da diese Problem eben mehrfach aufgetreten ist schon. Er hat sogar meine Kündigungsfrist verlängert sollte die Problemlösung länger dauern als die restliche Zeit meiner 30 tägigen Kündigungsfrist.

    Ich bin gespannt.

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  • Vorbildlich.

    Interessant ist zudem, dass ISPs wohl ihre eigenen Profile auf dem Netz konfigurieren dürfen.

    Nicht dürfen, müssen sogar, zumindest wenn wir von der Telekom-Infrastruktur sprechen. War schon bei L2BSA-Verträgen so, das die bestellte Bandbreite im eigenen BNG geshaped werden muss. Die Profile stehen also entweder in Form von QoS Queues, oder, was ich für wahrscheinlicher halte, weil einfach zu ändern, im RADIUS.

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  • Weil hier ja auch durchaus auch im Raum stand, dass ISPs nur dass anbieten können, was der Netzbetreiber so in der PON-Topologie treibt.

    Ich kenne die Verträge zwischen 1&1 und der DTAG nicht, könnte mir aber so vorstellen, das sie es wie bei L2BSA im xDSL Geschäft machen, und auf der Access-Seite die volle Leistung schalten, egal welches Vorleistungsprodukt man bei der Telekom gebucht hat. Natürlich nur im Rahmen des Möglichen.

  • Ab heute scheint es bei allen Betroffenen eine Profiländerung gegeben zu haben. Das erfuhr ich aus einem anderen Forum. Bei mir selbst hat es auch noch mal ein kleines Update gegeben, die Verbindungsmeldung von heute Nacht sieht jetzt so aus:

    Da das jetzt so eine wild gewürfelte Zahl ist, scheint die Anpassung, die bei mir vor einer Woche gemacht wurde wohl eher eine individuelle Lösung gewesen zu sein.

    Hier noch mal zur Erinnerung kurz nach dem Telefonat mit dem Escalation Manager:


    Damit hat sich diese Geschichte bei 1&1 jetzt wohl für ALLE geklärt. Bei zukünftigen Tarifwechseln sollte also immer ein vernünftiger Overhead einberechnet sein.

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  • Noch ein kleiner Nachtrag zur Fritzbox. Hier hatte ich den Support angeschrieben und nachgefragt, ob ich unter Verwendung eines ONT die Bitraten nun selbst eintragen muss oder ob diese von der Fritzbox automatisch übernommen werden. Dazu kam nun endlich eine Antwort seitens AVM:

    Zitat

    (...)wenn der Anbieter die Geschwindigkeit selbst an der FRITZ!Box regelt / die Informationen überträgt (Information des Anbieters über die Geschwindigkeit des Internetzugangs (verfügbare Bitrate): xxxxxx/xxxxxx kbit/s), dann ist es egal, was Sie da (...) eintragen, denn es wird von den Werten vom Anbieter überschrieben.

    Ist somit also auch geklärt. Die händisch eingetragen Werte spielen überhaupt keine Rolle!

  • Ist somit also auch geklärt. Die händisch eingetragen Werte spielen überhaupt keine Rolle!

    So pauschal kann man das nicht sagen. Sie spielen keine Rolle, wenn die Werte vom Provider übermittelt werden, aber dann kann man sie meistens auch gar nicht eingeben. Und wenn man sie eingegeben hat und sie vom Provider überschrieben wurden, sieht man das auch direkt in der Übersicht.

    Aber das sind nur einige PPPOE Zugänge, bei denen das so ist. Bei allen DHCP Zugängen und vielen PPPOE Zugängen muss man die Werte selber eintragen.