Zwei Gebäude ideal verbinden

  • Hallo zusammen,

    ich habe die Aufgabe in Erfahrung zu bringen, wie man zwei Gebäude ideal miteinander verbindet. Grundsätzlich ist mein Plan, dass die beiden Gebäude mit 20 GBit (2x 10GBit als Trunk) oder 40 GBit (4x 10GBit als Trunk) verbunden werden. Das zweite Gebäude existiert noch nicht.

    Folgende Fragen habe ich:

    Welche Kabel und und SFP Module sollte ich nehmen?

    Gibt es eine Empfehlung für einen Switch?

    Was wäre die maximale Entfernung, die mit den Kabeln (ohne nennbare Verluste) überbrückt werden kann?


    Für eine alternative Lösung oder Verbesserungen am Design bin ich ebenfalls offen.


    Ach ja, es sollte / muss nicht eine Billig-Lösung sein. Es wird eher Wert auf Qualität und Stabilität gelegt. Wichtig wäre nur die (ungefähre) Investitionssumme für die Kabel und die Hardware zu ermitteln.


    Vielen Dank schon mal!

    Norm

  • Willkommen im Forum!

    Auf welche Entfernung schätzt Du die maximale Leitungslänge zwischen den jeweiligen ersten aktiven Komponenten?

    Ohne auf deine Angaben zu warten, würde ich OS/2 Simplex BiDi verwenden, evtl. noch 1 bis 2 unbeschaltete Ersatzkabel vorsehen. Bei den Switchen ist die Spanne arg groß... Cisco ist wohl zu teuer, zusätzlich kommen ja auch noch die Wartungsverträgen dazu (wie bei allen professionellen Lösungen). HP Aruba geht momentan wie geschnitten Brot und löst an vielen Stellen Cisco ab. Im semiprofessionellen Bereich sind dann die größeren MikroTik Switche durchaus eine Möglichkeit. Evtl. gibt es noch andere Meinungen ?

    Das Glasfaserkabel ist die billigste Komponente. Dann kommen die SFP+ (in Worten: PLUS) Module, die je nach Switchhersteller günstig oder sehr teuer sein können.

    Was ist denn das eigentliche Szenario? Sicher nicht bloß das zweite Haus eines Privathaushaltes mit Internetaccess zu versorgen. Als kleine Zusatzinfo: so gut wie alle Provider schließen in ihren AGB die gewerbliche Nutzung ihrer Privatkundenlösungen aus. Von Deutsche Glasfaser wurde hier im Forum berichtet, dass dort aktiv gegen missbräuchliche Nutzung vorgegangen wird.

  • Hallo, und danke schon mal für Deine Rückmeldung. Die Entfernung ist noch offen. Es ist eher die Aufgabe eine Vorgabe zu geben, so dass das Gebäude nicht mehr als xx Meter entfernt sein darf, damit gewährleistet ist, dass das vorgeschlagene Szenario ohne Probleme funktioniert.

    Hintergrund ist die Anbindung von ca. 25 Rechnern & 10 Servern an ein bestehendes Netzwerk. Die Server sind dabei an den Switch mit 10 GBit angebunden, die Rechner mit 1 GBit.

    Die Anbindung soll qualitativ so gut und hoch sein, dass gefühlt kein Unterschied bei der räumlichen Trennung ist.

    HP Aruba haben wir bereits im Einsatz und macht daher am meisten Sinn.


    Was hältst Du von folgender Konfiguration:

    Switch für Workstations (Workstations angebunden über 1 GBit RJ45):

    HPE Aruba Instant On 1930 Rackmount Gigabit Smart Switch, 48x RJ-45, 4x SFP+

    verbunden über 2x Aruba Direct Attach Copper Cable (J9281D) mit dem Switch für die Server (Server angebunden mit 10GBit RJ45):

    HPE Aruba Instant On 1960 Rackmount 10G Smart Stack Switch, 12x RJ-45, 4x SFP+

    Der Server-Switch ist angebunden über SFP+ zu dem gleichen Switch auf der anderen Seite...

    Als Module kämen da vielleicht folgende in Frage:

    Hewlett Packard Enterprise Aruba Instant On 10G SFP+ LC SR 300m OM3 MMF Netzwerk-Transceiver-Modul Faseroptik 10000 Mbit/s SFP+ (R9D18A)

    Welche Kabel müsste man nun nehmen und welche maximale Länge dürfen die haben? Sind das die OM3 Kabel mit einer maximalen Länge von 300 Metern?

    Was müsste man machen, wenn man eine längere Entfernung überbrücken möchte (bis 1 KM)?


    Danke

    Norm

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  • Sehe ich das richtig, dass ich auch diese Module nehmen kann:

    HPE Aruba Networking 10G SMF Simplex LC BiDi 40 km-Downstream 1330/1270 Transceiver

    Und dann eine Entfernung bis 40 KM "überbrücken" kann?

    Was für Kabel benötige ich dann? Funktionieren die Module mit den HPE Aruba Switchen?

  • Deshalb schrieb ich ja OS2 (ist das Gleiche wie Single Mode Fiber [SMF]). Wenn Du 40 km überbrücken möchtest, dann kannst Du diese Module nehmen. Ich halte die 10 km Variante (gibt es sicherlich auch) für praktikabler...

    Bei den BiDi Modulen musst Du darauf achten, das es Sende und Empfangsmodule gibt. Diese haben vertauschte Wellenlängen (Switch A Rx/Tx <-> Tx/Rx Switch B). Du benötigst beide!

    Bezüglich der passende Module fragst Du den Händler deines Vertrauens. Es ist ja auch eine Frage des Supported, ob man Originalmodule verwenden muss oder kompatible (beispielsweise von FS.com oder BlueOptics) verwenden darf.

    Zu der Kabelfrage: Bei Single Mode spielen Längen nur eine sehr, sehr untergeordnete Rolle. Ganz im Gegensatz zu OM (Multimode) Kabeln.

  • Hintergrund ist die Anbindung von ca. 25 Rechnern & 10 Servern an ein bestehendes Netzwerk. Die Server sind dabei an den Switch mit 10 GBit angebunden, die Rechner mit 1 GBit.

    Die Anbindung soll qualitativ so gut und hoch sein, dass gefühlt kein Unterschied bei der räumlichen Trennung ist.


    In Summe 25Gbit/s der Rechner und 100Gbit/s der Server.

    Was ist denn der Usecase/Gleichzeitigkeitsfaktor usw.?

    Wenn hier den ganzen Tag Dateien von einem zum anderen Gebäude geschoben werden kann man schon über Hardware mit QSFP28 nachdenken und dann einfach einen/zwei 100Gbit link/s realisieren.


    Wenn du unbedingt die 40KM SFP+ Module haben willst, kannst du direkt ein paar Dämpfungsglieder mit dazukaufen 8o

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  • Nachdem ich mich noch ein wenig eingelesen habe, geht meine Tendenz eher Richtung QSFP+.

    Das wären dann auf beiden Seiten dieser Switch:

    HP FlexFabric 5700 Rackmount Gigabit Managed Switch, 48x RJ-45, 4x SFP+, 2x QSFP+

    Die würde ich dann mit zwei QSFP+ 40GB Modulen verbinden und die Server mit SFP+, die Clients mit dem 1GBit RJ45.

    Was mich etwas erschreckt hat sind die recht teuren originalen HPE Module, allerdings kann man die wahrscheinlich auch refurbished, bzw. von fs.com nehmen. z.B.:

    Cisco 40G QSFP+ Modul | QSFP-40GE-LR4 40GBASE-LR4 Transceiver-Modul - FS.com Deutschland
    Kaufen Sie Cisco 40G QSFP+ Modul, QSFP-40GE-LR4 40GBASE-LR4 QSFP+ Transceiver-Modul, Singlemode Kabel 1310nm 10km LC Stecker beim QSFP+ Glasfaser Module…
    www.fs.com

    Was für ein Kabel nimmt man dann?

    Danke

  • Das steht in der Beschreibung: Das Cisco QSFP-40GE-LR4 kompatible optische QSFP+ Transceiver Modul ist für einen 40GBASE-Ethernet-Durchsatz von bis zu 10km über Singlemode-Faser (SMF) mit einer Wellenlänge von 1310nm über Duplex-LC-Stecker ausgelegt.

    Wieso einen HP FlexFabric 5700, der meiner Kenntnis nach EOL ist?

    Warum kein HPE Aruba 8320 (JL581A) oder 8100 (R9W92A), wenn damit bereits Erfahrungen vorhanden sind?

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  • Was für ein Kabel nimmt man dann?

    Für Standortvernetzung auf jeden Fall Singlemode, bei Verlegung in der Erde alles austauschbar in Leerrohren. Mindestens 12 Fasern, je nach geforderter Verfügbarkeit getrennter Trassenverlauf und im Ring verkabeln.

    Kosten für das Kabel kann man grob mit 1€ - 1,50€/m rechnen, dazu kommen die Kosten für die Installation, ggf. Durchbrüche, Tiefbau, Kabelwege ausbauen, Brandschotts, Spleißboxen, Spleißen, Messungen. Eine Spleißbox mit 12 Fasern inkl. Spleißen und Messen kann man grob mit 1000€ rechnen, das wird pro Kabel 2 x fällig, da ja beidseitig eine Spleißbox benötigt wird ab der man dann mit Patchkabeln weiter in die SFP/QSFP Module in den Switchen geht.