Gießener Anzeiger: Wirrwarr bei Glasfaser

  • Netzfund zum FTTH Ausbau in Gießen.

    Neben den vier Glasfaser-Anbietern mischen ja noch die Deutsche Telekom mit der Cashcow DSL und bestimmt noch 1..2 Kabelnetzbetreiber in der so schon unübersichtlichen Situation mit. Das kann so nichts werden! =O

    Wirrwarr bei Glasfaser
    www.giessener-anzeiger.de
  • Es wird im Text ausdrücklich erwähnt, das es um den Landkreis Gießen geht und nicht nur um die gleichnamige Stadt.

    Wenn ich nur die aktiven Glasfaserunternehmen zähle, sind folgende involviert:

    1. GlasfaserPlus GmbH | https://glasfaserplus.de/
    2. Goetel GmbH | https://www.goetel.de/
    3. Deutsche GigaNetz GmbH | https://deutsche-giganetz.de
    4. YplaY Germany GmbH | https://yplay.de/
    5. Breitband Gießen GmbH/Auftragnehmer Telekom | https://www.breitband-giessen.de/
    6. Deutsche Glasfaser | https://www.deutsche-glasfaser.de/

    Grundsätzlich belebt natürlich ein Wettbewerb und das ist auch gut so. Ich denke auch, dies wird die Struktur der Zukunft sein: Viele kleine und wenig große Anbieter. Eine Mischung aus eigenwirtschaftlichem und geförderten Glasfaserausbau. Grundsätzlich gelten für alle die gleichen Regeln. Schaut man sich das im Einzelnen an, dann fällt beispielsweise bei YplaY die völlige Ahnungslosigkeit (oder bewusste, aktive Ignoranz?) in Sachen Endgerätewahlfreiheit auf.

    Die mit Penalen für die Unternehmen besetzte Durchsetzung des TKG ist die große Herausforderung für die Zukunft! Die BNetzA ist die dafür kompetente Behörde, leider ist gerade diese nicht mit den dafür notwendigen Befugnissen ausgestattet.

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  • Eine Konsolidierung wird stattfinden, da stimme ich mit dir überein. Die Frage ist nur, ob die Kleinen verschwinden oder die mittelgroßen Unternehmen.

    Im Kabelnetz war es ja lange Zeit auch so, das es sehr viele NE4-Betreiber gab. Diese waren technisch gar nicht in der Lage den Rückkanal zu realisieren und jahrelang war bei Kabel-TV Kunden eines NE4-Betreibers kein Internet über Kabel buchbar. Erst als die mittelgroßen Contentlieferanten z.B. Unitymedia die kleinen NE4 übernehmen konnten, kam Bewegung in den Markt. Wiederum nach einigen Jahren ist Unitymedia von Vodafone geschluckt worden.

    Im Glasfasermarkt kann man die NE4-Betreiber mit den Stadtwerken vergleichen (ist zwar rechtlich falsch, spielt aber hier erst mal keine Rolle). Da wiegt jedoch die Verquickung mit den Kommunen (Landräte, Bürgermeister) viel schwerer als die privatwirtschaftlichen NE4 im Kabelnetz. Zu begierig sind Politiker auf die Bezeichnungen wie Vorstandsmitglied oder Teil der Geschäftsführung. Es gibt zwar den Spruch "Ein Indianer reitet kein totes Pferd". Das gilt jedoch nicht für die Politik und Behörden/politische Organisationen. Und fremdes Geld gibt sich immer leichter aus als das eigene.

    Unter diesem Hintergrund sehe ich die Konsolidierung tatsächlich im Verschwinden der mittelgroßen Firmen im Besitz von private Equity Konstruktionen. Für mich gut vorstellbar ist, das die DTAG in einigen Jahren (5 bis 10) Glasfaser Plus und Deutsche Glasfaser übernimmt und Vodafone sich Deutsche GigaNetz einverleibt.

  • Für mich gut vorstellbar ist, das die DTAG in einigen Jahren (5 bis 10) Glasfaser Plus und Deutsche Glasfaser übernimmt und Vodafone sich Deutsche GigaNetz einverleibt.

    Bei GlasfaserPlus gibt es wohl schon von vorne herein eine Vereinbarung mit dem australischen Co-Investor IFM, dass die Telekom nach Ende der Ausbauperiode ihren Anteil zumindest auf über 50% vergrößern kann und damit die Kontrolle übernimmt. Bei dem aktuellen Konstrukt mit der 50:50-Beteiligung geht es vor allem auch darum, dass GlasfaserPlus den aktuellen Ausbau über Kredite finanzieren kann, ohne dass diese Kredite die Verschuldung der Telekom erhöhen (da sie nicht in der Telekom-Bilanz auftauchen).

    "Die Deutsche Telekom kann sich nach Ablauf der Ausbauperiode, spätestens nach zehn Jahren, einen Anteil von IFM sichern. Damit geht eine zusätzliche Optionalität auf die zukünftige Vollkonsolidierung der Gesellschaft einher." (Quelle)

  • mischen ja noch die Deutsche Telekom mit der Cashcow DSL(...)mit

    mhhh mitmischen ist hier der völlig falsche Wortlaut... Das Telefonnetz der Telekom liegt da wohl schon etwas länger und auch die Outdoor DSLAM stehen da schon länger wie das FTTH Netz der genannten Anbieter.

    Glasfasermonteur aus Leidenschaft

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  • mhhh mitmischen ist hier der völlig falsche Wortlaut... Das Telefonnetz der Telekom liegt da wohl schon etwas länger und auch die Outdoor DSLAM stehen da schon länger wie das FTTH Netz der genannten Anbieter.

    Das mitmischen bezog sich auf die Situation, dass viele Eigentümer/Nutzer einen FTTH-Ausbau ablehnen, da sie mit xDSL alles hätten was sie brauchen. Damit ist es eben kein Wettbewerb der Glasfaser-ausbauenden Unternehmen untereinander, sondern in wesentlichen Teilen ein Wettbewerb gegen den xDSL-Bestand. Und die Deutsche Telekom als alleiniger Anbieter des xDSL-Bestands wird einen Teufel tun und ihren Kunden den Umstieg auf Glasfaser zu empfehlen. HALT: Natürlich nur dort, wo sie indirekt (wie hier) mit der GlasfaserPlus oder im Auftrag ausbaut.

    Einmal editiert, zuletzt von e16 (14. Januar 2024 um 19:21)

  • Das mitmischen bezog sich auf die Situation, dass viele Eigentümer/Nutzer einen FTTH-Ausbau ablehnen, da sie mit xDSL alles hätten was sie brauchen. Damit ist es eben kein Wettbewerb der Glasfaser-ausbauenden Unternehmen untereinander, sondern in wesentlichen Teilen ein Wettbewerb gegen den xDSL-Bestand. Und die Deutsche Telekom als alleiniger Anbieter des xDSL-Bestands wird einen Teufel tun und ihren Kunden den Umstieg auf Glasfaser zu empfehlen. HALT: Natürlich nur dort, wo sie indirekt (wie hier) mit der GlasfaserPlus oder im Auftrag ausbaut.

    Oder wo sie durch Wettberb so viele Kunden verliert, das sich der Betrieb des CuDA-Netzes dort nicht mehr lohnt weil er zu teuer geworden ist.

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  • Abgesehen davon, dass prozentuale Werte nichts über die absoluten Zahlen aussagen, finde ich diesen Absatz aber entscheidend:

    Zitat

    Die Telekom hält mit den Erfahrungen der Pandemie entgegen: Deutschland genoss seinerzeit dank des aufgemotzten Kupfernetzes ausreichend schnelle Internetverbindungen. „Hätten wir 2016 direkt auf Glasfaser gesetzt, wären heute vielleicht ein paar Millionen Haushalte mehr angeschlossen, vor allem in Städten“, sagt ein Sprecher der Deutschen Telekom. Der Rest der Nation hätte dann kriechende Geschwindigkeiten von acht oder 16 Mbit pro Sekunde ertragen müssen.

    Die Deutschen sind dank Vectoring auf dem Land besser versorgt als die Nachbarn: Laut EU haben 93 Prozent der deutschen Landbevölkerung schnelles Internet, aber nur 73 Prozent ihrer ländlichen EU-Nachbarn. Dieser Fakt drückt hierzulande auch auf die Glasfasernachfrage: Viele Verbraucher fühlen noch keine Notwendigkeit zu wechseln.

    Die Frage ist: Was wäre gewesen, wenn? Wäre der Kapitalmarkt in die Lücke gesprungen? Hätte der Staat mehr Geld in die Hand nehmen müssen?

  • Abgesehen davon, dass prozentuale Werte nichts über die absoluten Zahlen aussagen, finde ich diesen Absatz aber entscheidend:

    Die Frage ist: Was wäre gewesen, wenn? Wäre der Kapitalmarkt in die Lücke gesprungen? Hätte der Staat mehr Geld in die Hand nehmen müssen?

    Wenn die Telekom konsequent parallel, nachdem sie das Ende von POTS/ISDN bis 2018 verkündet hatten, auch den Umstieg auf GF gemacht hätten, wären wir erheblich weiter. Aber sie haben es damals eben nicht begriffen.

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  • Hätte nur keiner bezahlt. Oder was soll der Trick bei der Methode sein?

    Kupfer und Glastarife sind gleich. Die Einnahmen bleiben also. Die Energiekosten für DSL fallen nicht an.

    Und der Ausbau hätte mit anderen Marktteilnehmern koordiniert und OA abgestimmt werden können, so daß man einen Zeitraum von (2008 - 2024) 16 Jahren zum Ausbau hätte nutzen können (Streckung). Und wie das ja so ist, Der Appetit kommt beim Essen. Also wäre, da kein DSL verfügbar, auch die Nachfrage für GF-Tarife angestiegen.

    Aber egal. Die Chance wurde vertan. Und wer darauf spekuliert, das sich ein solcher Umbau mit eimem RoI von 3 Jahren zeigt, der träumt sowieso.

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  • Die Einnahmen bleiben gleich oder steigen sogar ggf., aber trotzdem kostet der Vorgang sehr viele Milliarden.

    Das hätte dann nicht für Vectoring zur Verfügung gestanden (was erheblich billiger war, auch wenn man Stromkosten einbezieht) und Millionen Haushalte wären auf 2-10 Mbps hängen geblieben.

    Nicht umsonst liegt die Breitbandversorgung der ländlichen Haushalte in Deutschland deutlich höher als im europäischen Vergleich (den Link hatten wir doch gerade erst hier irgendwo..).

    Unser Staat hätte ein Modell wie in Schweden umsetzen sollen, wo im Wesentlichen die Stadtwerke in die Pflicht genommen wurden, ein passives Netz zu errichten. Aber dazu hat es Merkel und ihren Ministern an Mut gefehlt.

  • Unser Staat hätte ein Modell wie in Schweden umsetzen sollen, wo im Wesentlichen die Stadtwerke in die Pflicht genommen wurden, ein passives Netz zu errichten. Aber dazu hat es Merkel und ihren Ministern an Mut gefehlt.

    Da hilft das Jammern nun auch nicht. Ich war und bin immer noch der Freund alle bauseitige Infrastruktur (Straße, Schiene, TK, Energieversorgung) von staatlichen Infrastrukturbehörden für jeden Marktteilnehmer zu gleichen Konditionen nutzen zu lassen. Diese Chance wurde bei der Privatisierung der Bundespost vertan und wo Mehdorns Privatisierung der Deutschen Bundesbahn hingeführt hat, erleben wir alle zur Zeit.