Der Bagger kommt nicht wieder

  • Warum sollte man einem Schauspieler glauben. Der wird dafür bezahlt.

    Naja, er hat dafür geworben Aktien zu kaufen, die man vier Jahre später mit fast 700% Gewinn wieder hätte verkaufe können. Die Aktien zum Börsengang zu kaufen war sicher keine Fehlentscheidung, die man bereuen müsste. Die Aktien beim Stand von über 100 Euro nicht zu verkaufen dann schon eher.

    Aber selbst wer bis heute an seinen Aktien seit 1996 festgehalten hat, hat mit der Aktie eine bessere Anlage gemacht als mit dem klassischen Sparbuch...

  • Besser hätte man es nicht schreiben können!

  • Ich bin mir nicht sicher, ob die Anforderungen an die Spitzenbandbreiten so deutlich steigen werden. Der Anstieg der Datenmengen ist meines Erachtens eher auf die Benutzung von Streaming und Cloud-Diensten zurückzuführen: Die Übertragungen benötigen nicht unbedingt hohe Spitzenbandbreiten, die Haushalte lasten die Leitung täglich nur länger aus. Und auch eine 100 MBit/s Leitung reicht für 4 parallele Streams.

    Tatsächlich halte ich die Bandbreite für das schwächste Argument für Glasfaser. Die anderen QoS Parameter sind deutlicher vor den Kupfer-Konkurrenten, und natürlich die Zukunftssicherheit. Man muss sich darüber klar sein, dass Glasfaser über kurz oder lang das einzige Netz ist, dass bestehen bleibt.

    Komisch, wenn ich meinen Traffic eines HD-Streams aus der ÖR-Mediathek scanne, habe ich ziemlich Spitzen drin. Und die sollten dann bei 4 Steams an meinem 100BMit/s Anschluss nicht gleichzeitig kommen.

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  • Komisch, wenn ich meinen Traffic eines HD-Streams aus der ÖR-Mediathek scanne, habe ich ziemlich Spitzen drin. Und die sollten dann bei 4 Steams an meinem 100BMit/s Anschluss nicht gleichzeitig kommen.

    Naja, was wird passieren?

    Vier Geräte fordern von Zeit zu Zeit an, ihren Buffer neu zu füllen. Wenn das gleichzeitig passiert, teilen sie sich die Bandbreite. Dadurch wird der Peak etwas in die Breite gezogen.

    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie im MIttel weniger als 100 Mbps ziehen werden.

  • Komisch, wenn ich meinen Traffic eines HD-Streams aus der ÖR-Mediathek scanne, habe ich ziemlich Spitzen drin.

    Und wenn dein Anschluss nur 50 MBit/s liefert, dann haben die Spitzen eine Höhe von 50 MBit/s, tauchen aber doppelt so oft auf. Bedenke dabei auch das Aktualisierungsintervall der Anzeige, dass nicht mit der Streaming App synchronisiert ist und somit Verzerrungen erzeugen kann.

    Solange dein Anschluss die Bandbreite des Streams liefern kann, ist alles gut. Und wenn nicht, reduziert der Streamingdienst die Bandbreite, und zwar so, dass die meisten es gar nicht mitbekommen.

    Einmal editiert, zuletzt von frank_m (11. September 2023 um 19:10)

  • Und wenn dein Anschluss nur 50 MBit/s liefert, dann haben die Spitzen eine Höhe von 50 MBit/s, tauchen aber doppelt so oft auf. Bedenke dabei auch das Aktualisierungsintervall der Anzeige, dass nicht mit der Streamjng App synchronisiert ist und somit Verzerrungen erzeugen kann.

    Solange dein Anschluss die Bandbreite des Streams liefern kanm, ist alled gut. Und wenn nicht, reduziert der Streamingdienst die Bandbreite, und zwar so, dass die meisten es gar nicht mitbekommen.

    Die Abtastraten der Messung sind hoch genug um die Spitzen erfassen zu können. Ich weiß schon was ich tue.

    Und wenn sich die Bandbreite reduziert, sehe ich das ziemlich deutlich. Dann geht es i.r.R. auf SD zurück.

    Ich wollte hiermit auch lediglich aufzeigen, dass Streams eben nicht mehr glattgebügelt Bandbreite belegen (wie das beim alten MagentaTV der Fall war), sondern eher größere Paketen ziehen.

    Und die zweite Annahme, dass wenn mehrere dieser Streams zeitgleich unterwegs sind, die Wahrscheinlichkeit von Engpässen auf einem 100MBit/s Anschluss steigt.

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  • Die Streaming-App interessiert sich nur dafür, wie schnell der Puffer gefüllt wird.

    Wenn das als zu schlecht bewertet wird, wird es reduziert.

    Die alte Plattform lief über Multicast/UDP. Da gab es im Grunde keine Puffer und daher war die Auslastung relativ konstant.

    Selbst in den höchsten Qualitätsstufen liefern die verschiedenen Anstalten Bitraten zwischen 2 und 6 Mbps in der Mediathek.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die App besonders empfindlich reagiert, wenn die Daten nur mit 25 Mbps reintrudeln.

  • Ich wollte hiermit auch lediglich aufzeigen, dass Streams eben nicht mehr glattgebügelt Bandbreite belegen (wie das beim alten MagentaTV der Fall war), sondern eher größere Paketen ziehen.

    Ja, genau so ist es. Wir hatten kürzlich noch einen Thread dazu, da hab ich sogar einen Screenshot dazu gepostet. Das bedeutet aber nicht, dass ein langsamerer Anschluss deshalb früher Engpässe erzeugt. Dafür ist immer noch die mittlere Bandbreite des Streamings entscheidend.

  • Es wird definitiv dahin gehen, dass Bürger Anspruch auf Grundversorgung bekommen und spätestens wenn die Kupfernetze auch für ein paar letzte Mohikaner nicht mehr betrieben werden können werden die Netzbetreiber gezwungenermaßen diese dann anschließen. Wenn im Rahmen der Grundversorgung und dafür ein bestehender Vertrag gekündigt oder umgestellt werden muss mutmaßlich sogar ohne Mehrkosten, da nicht vom Anschlussnehmer veranlasst.

    Also konkret: wenn's im Viertel nur noch ein paar Leute mit VDSL gibt und die Telekom die Pflicht zur Grundversorgung trifft, dann wird die Telekom Anno 2030 um Geld zu sparen lieber das Kupfernetz abschalten und den Nachanschluss übernehmen.

    Dass diese Grundversorgung kommt kann als sicher angenommen werden, erste Grundlagen sind hierfür schon normiert und die Diskussion geht politisch weiter. Unklar ist im Wesentlichen nur noch ob dies die Anbieter tragen müssen oder der Steuerzahler oder eine Mischfinanzierung.

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  • Gibt diverse Artikel dazu, z.B. diesen hier. Wobei sich ja eigentlich nichts grundsätzlich ändert, die Option soll ja erhalten bleiben. Neu ist nur dass Eigentümer jetzt evtl länger warten müssen, bis sie einen Anschluss bekommen den sie vorerst sowieso nicht nutzen wollen.

    Kurios ist die im Artikel erwähnte Kritik des VATM: dass diese Haushalte jetzt erst später ausgebaut werden sei gezielte Marktabschottung, weil manche Anschlüsse erst später gelegt werden. Würde ein VATM-Unternehmen ausbauen würden diese Haushalte garnicht angeschlossen (zumindest nicht kostenlos), und die Glasfaser würde trotzdem in der Strasse verlegt werden.

    Telekom sind immer die bösen das ist halt das Feindbild aus Tradition.

    Schade ist nur, dass die Telekom die Anschlüsse für Eigentümer zum Nulltarif nicht mehr neu anbietet. Das war langfristig der klügste Weg zB die vielen Rentnerhaushalte zu überzeugen die halt kein Internet wollen und selbstverständlich dann auch nicht hunderte Euro für etwas bezahlen wollen sondern sagen darum sollen sich die Erben kümmern, die bekommen schließlich schon eine Immobilie geschenkt.

    Hab ich selbst schon so gehört und ich kann's absolut nachvollziehen.

  • Ansonsten ist es natürlich so, dass für immer mehr Menschen Mobilfunk wichtiger als Festnetz ist (auch als Datenverbindung) und auch hier das Thema Grundversorgung in dee Politik zunehmend ernster genommen wird:

    Paukenschlag im Mobilfunk: Telekom, Vodafone & O2 müssen sich auf Änderungen einstellen
    Wie geht es mit den Mobilfunk-Netzen in Deutschland weiter. Die Netzbetreiber stehen vor einer wegweisenden Entscheidung.
    www.inside-digital.de
  • Das war langfristig der klügste Weg zB die vielen Rentnerhaushalte zu überzeugen die halt kein Internet wollen und selbstverständlich dann auch nicht hunderte Euro für etwas bezahlen wollen sondern sagen darum sollen sich die Erben kümmern, die bekommen schließlich schon eine Immobilie geschenkt.

    Hab ich selbst schon so gehört und ich kann's absolut nachvollziehen.

    Genau diese Haltung ist leider weit verbreitet. Wenig bis kein Gemeinsinn. Nicht einmal innerhalb von Familien (wenn Immobilien in dieser vererbt werden).

    Machen wir uns doch nichts vor: Die Ausbausituation und Vorgehensweise der TK-Untertnehmen ist alles andere als optimal, aber im Moment und kurzfristig nicht änderbar.

    Trifft nun diese Flickenteppichausbauverhalten mit Quote auf wenig Gemeinsinn, bleiben die Glasfaserwilligen im Zweifel bei Ablehnungsquoten >70% auf der Strecke. Da kann jeder einzelne Ablehner seinen ganz privaten Grund haben (ich könnte Bücher darüber schreiben), über die Folgen dieses Verhaltens machen sich die wenigsten Mitmenschen Gedanken.

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  • Es ist doch mittlerweile so, dass jedes Thema ein Stück weit polarisiert.

    Das hat hier vielleicht auch damit zu tun, dass man teilweise ein verzerrtes Bild vermittelt. Wie oft ist es in der Presse runtergebetet worden, dass wir quasi ein Drittweltland sind, weil Rumänien rechts und links mit dem Glasfaserausbau an uns vorbeizieht?

    Die Wahrheit ist natürlich deutlich komplexer. Das Kupfernetz in Rumänien war kaum existent bzw. Schrott. Da war es natürlich sinnvoll, gleich mit Glas zu starten. Und zu der Wahrheit gehört auch, dass die Versorgung bei weitem nicht überall gut ist. Aber das wird natürlich nicht erwähnt.

    Und wenn man den Leuten so kommt, dann riechen die, dass das nicht ganz koscher ist. Und dann schauen sie sich ihre Situation an und stellen fest, dass 100 Mbps via VDSL gut funktionieren und die Leute gar nicht verstehen, warum sie jetzt handeln sollen.

    2011/2012 hat die Telekom mit dem Gf-Ausbau begonnen, diesen aber zunächst zu Gunsten von FTTC pausiert. Ob das im Nachhinein strategisch gut war?

    Fakt ist, dass durch den FTTC-Ausbau 30 Millionen Haushalte Zugang zu 100-250 Mbps erhalten haben.

    Ohne FTTC wären >80% dieser Leute weiterhin auf 3-15 Mbps festgenagelt geblieben. Wäre das besser gewesen?

    Die damaligen Regierungen der 00er und 10er Jahre haben es meiner Meinung nach verbockt. Damals hätten man noch die richtigen Weichen stellen können. Jetzt kann man den Flickenteppich nur noch verwalten.

  • Deutschland hat quasi überall das goldene Jahrzehnt verpasst, als Geld billig war, die Inflation niedrig und die Boomer als Generation der workaholics (manche nennen es vornehmer protestantische/preußische Arbeitsethik) noch voll im Arbeitsmarkt als Fachkräfte zur Verfügung standen.

    Wir hätten spottbillig das ganze Land sanieren und nagelneu aufstellen können. Schulen, Schienen, Glasfaser, usw. alles höchster Standard und der Kapitalmarkt hätte es zum realen Negativzins finanziert, so waren halt die Zeiten. Die Energiewende könnte auch schon fast abgeschlossen sein.

    Stattdessen hat man gar nichts gemacht, alles auf Verschleiß laufen gelassen und sich über die schwarze Null gefreut. Der herunter gewirtschaftete Kapitalstock ist auch eine Form von Verschuldung in der volkswirtschaftlichen Bilanz, aber soweit können viele auch in der Politik nicht denken, Wirtschaft ist ja nicht einmal ein verpflichtendes Schulfach hierzulande. Die aktuelle Inflation nach Pandemie und dem ganzen Gasthema hätte uns sogar einen guten Teil der Schulden weg inflationiert, der neue Kapitalstock wäre geblieben. Das wäre die makroökonomische Großtat des Jahrhunderts gewesen. Oder jetzt halt das größte anzunehmende Versäumnis.

    Einmal editiert, zuletzt von Derwisch (14. September 2023 um 15:48)

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  • Hätten wir statt unserer aktuellen Schuldenquote, die das Ergebnis des letzten Jahrzehnts der schwarzen Null ist, die durchschnittliche Staatsschuldenquote (Nettoschulden) aller G7 Staaten (ca. 90%), dann hätten wir ca. 2.000 Milliarden € investieren können. Pro Jahr zweimal den Bundeswehr-Wumms, ein ganzes Jahrzehnt lang. Und wir wären nur so stark verschuldet wie der Durchschnitt unserer peers, aber hätten ein blitzblankes Land und könnten die Dividenden einfahren.

    Unterlassene Investitionen kosten nämlich langfristig auch Geld. Durch Verspätungen in der Bahn, schlechte Digitalisierung, ungenügende Bildungserfolge, usw. Das hat alles volkswirtschaftliche Kosten. Teuer gespart hat Herr Schäuble da.

  • Das Problem ist/war aber auch die Beratungsresistenz der Politiker und Führungskräfte in der Wirtschaft. Was wir als IT gegen Windmühlen in den letzten 20 Jahren innerhalb des Betriebes gekämpft haben. Zum Glück können wir Dokumentation, ist nett, wenn jemand von Oben kommt und einem sagt: "Warum haben sie uns nicht schon früher von dieser Entwicklung in Kenntnis gesetzt"

    Es war nicht nur die Politik. :cursing:

  • Schade ist nur, dass die Telekom die Anschlüsse für Eigentümer zum Nulltarif nicht mehr neu anbietet.

    Woher hast Du diese Information?

    Ich habe nur gelesen dass die Telekom die Anschlüsse ohne Tarifbuchung mit geringerer Priorität baut. Davon dass es sie nicht mehr geben soll war nicht die Rede. Und in einem aktuellen Telekom-Ausbaugebiet wird der Anschluss nach wie vor kostenlos angeboten (gerade getestet).

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  • In meinem Ausbaugebiet der Telekom (bisher ist noch kein Bagger angerollt) gab es nie eine zu erreichende Quote, sie haben einfach gesagt sie bauen aus und fertig.

    Am Anfang gab's den kostenfreien Hausanschluss für Eigentümer. Inzwischen können Eigentümer den nur noch für 799 Euro ohne Vertrag bestellen.

    Ist halt so. Mag sein, dass das noch nicht überall so ist, alleine, dass es hier so ist, ist unverständlich. Mit Tarif kann man nach wie vor ohne Anschlussgebühr mitbestellen. Und ich finde auch nicht, dass meine Nachbarn Ende 80 Egoisten sind, wenn sie zusätzlich zum Lärm und Dreck und Fremden im Haus dann nicht auch noch hunderte Euro ihrer knappen Rente für (aus ihrer Sicht) nix abdrücken wollen. Heizkosten, Pflegedienst usw. sind teuer genug, da bleibt eh nichts übrig.

  • In meinem Ausbaugebiet der Telekom (bisher ist noch kein Bagger angerollt) gab es nie eine zu erreichende Quote, sie haben einfach gesagt sie bauen aus und fertig.

    Am Anfang gab's den kostenfreien Hausanschluss für Eigentümer. Inzwischen können Eigentümer den nur noch für 799 Euro ohne Vertrag bestellen.

    Ist halt so. Mag sein, dass das noch nicht überall so ist, alleine, dass es hier so ist, ist unverständlich. Mit Tarif kann man nach wie vor ohne Anschlussgebühr mitbestellen. Und ich finde auch nicht, dass meine Nachbarn Ende 80 Egoisten sind, wenn sie zusätzlich zum Lärm und Dreck und Fremden im Haus dann nicht auch noch hunderte Euro ihrer knappen Rente für (aus ihrer Sicht) nix abdrücken wollen. Heizkosten, Pflegedienst usw. sind teuer genug, da bleibt eh nichts übrig.

    Ich sage mal, lernen durch Schmerzen. Wenn die Nachbarn so lange warten, bis der Hausanschluss kostenpflichtig wird, ist denen nicht mehr zu helfen.
    Und btw, das hat nix mit dem Alter zu tun. Meine Nachbarin mit 85 stand ganz vorn in der Reihe, als es um den (kostenfreien) Glasfaserausbau ging.