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Mehrfamilienhaus NT Absicherung

  • noX
  • 8. Juni 2023 um 23:48
  • noX
    Beiträge
    4
    • 8. Juni 2023 um 23:48
    • #1

    Hallo,

    ich bin Miteigentümer in einer WEG bestehend aus sechs Wohneinheiten. Es handelt sich um einen Neubau, die Wohnungen sind allesamt erst seit wenigen Monaten bezogen. Leider hat der Bauträger kein FTTH vorgesehen, und sich während des Baus bei diesem und auch vielen anderen Themen nicht in die Karten sehen lassen.

    Kommende Woche soll auf der WEG Versammlung möglicherweise ein Beschluss zum Nachträglichen Einbau von FTTH gefasst werden. Ob das durchgehen wird, kann ich nicht sagen. Sollte dies nicht geschehen, wäre folgendes Setup angedacht:
    Je Wohnung soll ein NT im allgemein zugänglichen Technikraum installiert werden. Meine Wohnung hat eine CAT7 Zuleitung von diesem Technikraum. Die Idee ist nun, dass der NT an die RJ45 Buchse im Keller angeschlossen wird, und mein Router (gemietete Fritzbox 7590 AX von DG) an die RJ45 Buchse in meiner Wohnung. Damit wäre der Router dann im Internet. Die Details vom Heimnetzwerk sind jetzt erstmal egal denke ich - aber Patchfeld + Switch stehen direkt da, wo auch die CAT7 Zuleitung aus dem Keller kommt.

    Es kann sein, dass nicht alle Wohnungen solche Zuleitungen haben. Das Ursprüngliche Konzept des Bauträgers und Elektrikers sah vor, die Router sogar auch im Technikraum unterzubringen - das habe ich vehement abgelehnt.

    So nun zu meiner Frage: Wenn nun alle NTs im frei zugänglichen Technikraum stehen, kann dann nicht jeder seine Zuleitung (seinen Router) an meinen NT anschließen? Soweit ich hier im Forum gelesen habe, stellt der NT einfach die Internetverbindung demjenigen Gerät zur Verfügung, das gerade angeschlossen ist. Das wäre dann ja höchstgradig unsicher, da 1. andere meine Internetverbindung missbrauchen könnten und 2. sich über die Zuleitung Zugang zu meinem privaten Netzwerk verschaffen können - sofern das die Fritzbox nicht verhindert.

    Gibt es hier Erfahrungen mit einem solchen Setup, wo die NTs frei zugänglich sind? Gibt es ggf. Möglichkeiten, diese wegzuschließen, so dass nur die jeweiligen Bewohner physischen Zugriff auf den NT erlangen können? Oder wie funktioniert ein gescheit eingerichtetes FTTB im Mehrparteienhaus?

    Vielen Dank für eure Unterstützung!

    noX

  • James
    Fortgeschrittener
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    Beiträge
    418
    • 9. Juni 2023 um 08:24
    • #2
    Zitat von noX

    Ich hier im Forum gelesen habe, stellt der NT einfach die Internetverbindung demjenigen Gerät zur Verfügung, das gerade angeschlossen ist. Das wäre dann ja höchstgradig unsicher, da 1. andere meine Internetverbindung missbrauchen könnten

    So einfach ist es dann doch nicht, das angeschlossene Gerät muss den Registrierungsprozess durchlaufen ehe es ins Internet kann. Ideal wäre es natürlich wenn jeder ONT in einem Abschließbaren Gehäuse kommt.

  • noX
    Beiträge
    4
    • 9. Juni 2023 um 09:00
    • #3

    OK das beruhigt mich schonmal, danke!

    Ich hatte aber einige Beiträge gelesen, z.B. "schließe direkt dein Laptop an den NT an und probier, ob das Problem weiter besteht" oder "ja, eine pfSense kann man auch anschließen" das hörte sich alles an, wie wen da jeder alles dran hängen kann.

    Leider gibt's da auch von den unterschiedlichen Providern keine wirklichen Aussagen dazu. Manche haben auch eine Illustration von den Kupferkabeln, die von den einzelnen Wohnungen in den Keller laufen. Aber keine weiteren Infos, wie das dann konkret umzusetzen ist.

    Einmal editiert, zuletzt von noX (9. Juni 2023 um 10:27)

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  • alfalfa
    Gast
    • 9. Juni 2023 um 10:43
    • #4

    Das angeschlossene Gerät, das den Registrierungsprozess durchlaufen muss, ist allerdings der NT. Dahinter kann man bei Providern, die nicht zusätzlich noch PPPoE mit Zugangsdaten einsetzen, anschließen, was man will. Ggf. ist eine Pause nötig, um den DHCP-Server zu besänftigen, aber eine weitere Hürde gibt es dann nicht. Es ist also schon zu empfehlen, den NT so unterzubringen, dass sich da nicht jeder einfach einstöpseln kann. Noch besser wäre natürlich, Glasfaser für FTTH zu verlegen. Es ist schon eine längere Zeit Stand der Technik, dass Kommunikationskabel austauschbar (also in Rohren) verlegt werden. Damit müsste auch eine nachträgliche Installation möglich sein.

  • noX
    Beiträge
    4
    • 9. Juni 2023 um 11:01
    • #5
    Zitat
     

    Das angeschlossene Gerät, das den Registrierungsprozess durchlaufen muss, ist allerdings der NT. Dahinter kann man bei Providern, die nicht zusätzlich noch PPPoE mit Zugangsdaten einsetzen, anschließen, was man will.


    OK also ist es jetzt doch so, wie ich befürchtet habe und die (O)NTs müssen, wenn sie schon nicht in der Wohnung sind, abgeschlossen sein. Auf DHCP warten oder auch ein MAC Filter sind natürlich keine Sicherheitsmaßnahmen.

    Ist denn Deutsche Glasfaser ein Provider, der PPPoE Zugangsdaten verwendet? Würde das das Problem lösen?

    Zitat

    Es ist also schon zu empfehlen, den NT so unterzubringen, dass sich da nicht jeder einfach einstöpseln kann. Noch besser wäre natürlich, Glasfaser für FTTH zu verlegen.


    Mal sehen, vielleicht habe ich ja Glück und die WEG entscheidet sich ohnehin für den FTTH Ausbau - dann ist das alles egal.

    Zitat

    Es ist schon eine längere Zeit Stand der Technik, dass Kommunikationskabel austauschbar (also in Rohren) verlegt werden. Damit müsste auch eine nachträgliche Installation möglich sein.

    Ja das ist Stand der Technik und ich hab das auch verlangt, aber gemacht wurde nichts mit Leerrohren. Auf meinen Wunsch hin, Leerrohre zu verwenden bei mir wurde das mit der Begründung verweigert, bringt eh nichts da zu viele Ecken/Kurven. Zudem sieht das originale Konzept ja auch vor, selbst die Router im Technikraum unterzubringen und da direkt an einen Switch anzuschließen, der das Patchfeld mit dem privaten LAN der jeweiligen Wohnung verbindet. Da habe ich gleich einen Riegel vorgeschoben und verlangt, dass mein Patchfeld auch bei mir ist. Das war echt eine Vollkatastrophe.

    Es ist einfach keine gute Planung gewesen und bei weitem nicht das Einzige Problem - so ein Gebäude besteht ja aus mehr als nur Kommunikationsleitungen.

    Das Angebot für den FTTH Ausbau sieht eine Aufputz Montage mit Eckkabelkanal vor, der von unten nach oben alle Wohnungen versorgen soll. Das betrifft dann auch Sondereigentum und wenn da nicht alle mitziehen, dann wird das vermutlich nichts. Und man muss sich mit den Wohnungen über/unter der Eigenen einigen, an welcher Stelle dieser Kanal verlaufen soll.

  • HubeBube
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    • 9. Juni 2023 um 16:56
    • #6
    Zitat von noX

    Kommende Woche soll auf der WEG Versammlung möglicherweise ein Beschluss zum Nachträglichen Einbau von FTTH gefasst werden. Ob das durchgehen wird, kann ich nicht sagen.

    Im aktuellen WEG wird FTTH gleichbedeutend mit Barrierefreiheit und Elektromobilität priorisiert.

    Jeder Eigentümer kann einen FTTH Anschluss (d.h. in der jeweiligen Wohnung) verlangen. Im Sinne ordnungsgemäßer Verwaltung muss der jeweilige Anschluss zwar auf einer Versammlung beschlossen werden, das interessante ist das eine Ablehnung jedoch nicht statthaft ist. Falls doch, ist der Beschluss anfechtbar und vor Gericht bekommt die Eigentümergemeinschaft bzw. der Verwalter eins auf den Deckel.

    Das sollte dein Verwalter eigentlich wissen. Falls ihr keinen habt, dann würde ich mir schnellstens eine aktuelle Ausgabe des WEG besorgen, das wirst Du brauchen.

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  • HubeBube
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    • 9. Juni 2023 um 17:01
    • #7
    Zitat von noX

    Das Angebot für den FTTH Ausbau sieht eine Aufputz Montage mit Eckkabelkanal vor, der von unten nach oben alle Wohnungen versorgen soll. Das betrifft dann auch Sondereigentum und wenn da nicht alle mitziehen, dann wird das vermutlich nichts. Und man muss sich mit den Wohnungen über/unter der Eigenen einigen, an welcher Stelle dieser Kanal verlaufen soll.

    Man muss ja nicht an die große Glocke hängen, das die Gemeinschaft zwar nicht über das ob, jedoch über das wie entscheiden kann.

    Letztlich macht es auch aus technischer Sicht viel Sinn, die konkrete Ausführung einem Fachunternehmen zu überlassen und möglichst wenig hineinzureden. Das macht es nicht nur billiger, man kommt auch schneller an sein Ziel.

  • HubeBube
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    • 9. Juni 2023 um 17:15
    • #8
    Zitat von noX

    Ist denn Deutsche Glasfaser ein Provider, der PPPoE Zugangsdaten verwendet? Würde das das Problem lösen?

    Wie viele neue Provider verwendet DG kein PPPoE, sondern DHCP/IPoE.

    PPPoE erschwert sicherlich etwas die missbräuchliche Nutzung. Schützt jedoch nicht vor Vandalismus oder das Abhören bzw. Mitschneiden der Netzwerkkommunikation zur nachfolgenden Analyse.

    Du hast in deinem Stromverteiler ja auch keine öffentlich zugängliche Steckdose...

  • noX
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    • 9. Juni 2023 um 17:54
    • #9
    Zitat von HubeBube

    Im aktuellen WEG wird FTTH gleichbedeutend mit Barrierefreiheit und Elektromobilität priorisiert.

    Jeder Eigentümer kann einen FTTH Anschluss (d.h. in der jeweiligen Wohnung) verlangen. Im Sinne ordnungsgemäßer Verwaltung muss der jeweilige Anschluss zwar auf einer Versammlung beschlossen werden, das interessante ist das eine Ablehnung jedoch nicht statthaft ist. Falls doch, ist der Beschluss anfechtbar und vor Gericht bekommt die Eigentümergemeinschaft bzw. der Verwalter eins auf den Deckel.

    Das sollte dein Verwalter eigentlich wissen. Falls ihr keinen habt, dann würde ich mir schnellstens eine aktuelle Ausgabe des WEG besorgen, das wirst Du brauchen.

    Das ist schonmal sehr gut!

    Zitat von HubeBube

    Man muss ja nicht an die große Glocke hängen, das die Gemeinschaft zwar nicht über das ob, jedoch über das wie entscheiden kann.

    Letztlich macht es auch aus technischer Sicht viel Sinn, die konkrete Ausführung einem Fachunternehmen zu überlassen und möglichst wenig hineinzureden. Das macht es nicht nur billiger, man kommt auch schneller an sein Ziel.

    Also wie konkret das in meine Wohnung kommt ist mir tatsächlich egal. Vom Treppenhaus oder einer Nachbarwohnung - das ist mir total egal.

    Und dass man die Ausführung einem Fachunternehmen überlassen sollte, versteht sich ohnehin.


    Zitat von HubeBube

    Du hast in deinem Stromverteiler ja auch keine öffentlich zugängliche Steckdose...

    Haha guter Punkt!

    Danke für die ausführliche Information!

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  • Phino
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    • 11. Juni 2023 um 00:39
    • #10

    Als Idee: Mal schauen, wie die Verkabelung von Strom im Treppenhaus erfolgt ist. Bei meiner Mutter (das Haus Baujahr 1959) gab es dort Leerrohre und man konnte dort nach Umlegen von Stromleitungen eines nutzen. Jetzt gibt es nur kurze schmale Kabelkanäle in jeder Etage von der Mitte aus an der Decke entlang.
    Bei 6 Wohneinheiten benötigt man bei Aufputz keine großen Kanäle. Ich würde versuchen den Bauträger zu nötigen diese mindestens farblich anzupassen. Die Kanäle sind/müssen aus Metall sein. Durch die Wohnungen zu gehen, ist aus verschiedenen Gründen eine schlechte Idee. Zum einem wie du schon sagtest ein Eingriff in Sondereigentum, zum anderen was ist, wenn dort einer diese bei z.B. Renovierungen beschädigt.

  • Phino
    Erleuchteter
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    • 11. Juni 2023 um 00:49
    • #11

    Alternativ vielleicht eine Reihe von kleinen anschließbaren Sicherungskasten, in die der ONT steckt und eine Steckdose enthält. Darin ist dann auch die Ethernetleitung angeschlossen. Wäre jetzt nicht der Sicherheitsanspruch für Kritis--Technik, aber bei einem WEG mit 6 Einheiten sollte es reichen.

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