Glasfaserausbau Saarland - Gigabitatlas

  • Das saarländische Wirtschaftsministerium hat einen nützlichen Gigabit-Atlas auf dessen Webseite veröffentlich, der für Interessierte von Nutzen sein könnte:

    Gigabitatlas

    Hier wird in jedem Ortsteil/Stadt die aktuelle Ausbauplanung samt auszubauendem Unternehmen angezeigt.

  • Da bleibt nur zu hoffen, dass das Ausbaupotenzial auch ausgebaut wird. In einigen Orten ist die Nachfragebündelung schon gescheitert. Dazu kommt, dass die Überredungskünste der "Drückerkolonnen" (so nennt sie die örtliche Presse) auf einigen Unmut stoßen, das spricht sich schnell rum hier im Saarland. Auch ich habe mich darüber sehr geärgert, wie massiv die Leute bedrängt werden, Verträge zu unterzeichnen.

    Und dann ist auch der Ausbau immer wieder mit Problemen verbunden, es wurde in mindestens einem Ort sogar schon die Genehmigung widerrufen, weil die Baufirma sich nicht an Absprachen gehalten hat.

    Für diejenigen, die "weit ab vom Schuss" wohnen, ist es auch kein Trost, wenn 95% ausgebaut sind und sie trotzdem nicht dazugehören. Da wurden die Gebiete geschickt abgesteckt und z.B. die Höfe zwischen den Orten vom Ausbau ausgeschlossen.

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  • Da wurden die Gebiete geschickt abgesteckt und z.B. die Höfe zwischen den Orten vom Ausbau ausgeschlossen.

    Dafür gibt es ja extra die Förderprogramme. Bei uns in der Gegend wurden die Außenbereiche durch solche Förderprojekte erfasst und der Ortskern durch privatwirtschaftlichen Ausbau. Bei Neubaugebieten gibt es die Auflage, dass grundsätzlich Glasfaser verlegt wird. So kommen wir inzwischen auf eine Ausbauquote von 100%. Wer bei uns im Dorf keinen Glasfaseranschluss hat, ist selber schuld.

  • Dafür gibt es ja extra die Förderprogramme. Bei uns in der Gegend wurden die Außenbereiche durch solche Förderprojekte erfasst und der Ortskern durch privatwirtschaftlichen Ausbau. Bei Neubaugebieten gibt es die Auflage, dass grundsätzlich Glasfaser verlegt wird. So kommen wir inzwischen auf eine Ausbauquote von 100%. Wer bei uns im Dorf keinen Glasfaseranschluss hat, ist selber schuld.

    Aber nicht im Saarland:

    Staatliche Förderung solle, so das Ministerium weiter, „sukzessive und zielgerichtet ergänzen“

    Es ist ja schön dass es - wie vom TE verlinkt - einen Gigabitatlas für das Saarland gibt,

    aber "im Rahmen der landeseigenen Gigabitstrategie haben sich Land, Kommunen und Netzbetreiber darauf verständigt, den deutlich effizienteren eigenwirtschaftlichen Netzausbau zu priorisieren."

    Das führt hier im Ort zur paradoxen Situation, dass ich z.B. bei erfolgreicher Nachfragebündelung per Telekom mit 250 MBit, per Vodafone mit 1 GBit und evtl. demnächst über die DG mit 1GBit angeschlossen bin. Prima für mich, aber die beiden Höfe in 300m Luftlinie werden über ein Telekom-Kabel versorgt, das streckenweise per Plastikständer durch den Wald verlegt ist (mit vielen deutlich sichtbaren Flickstellen, die frei in der Luft hängen), weil bei jedem kleineren Sturm die ursprünglich mal über Holzmasten geführte Leitung von Ästen heruntergerissen wird.

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  • Dafür gibt es ja extra die Förderprogramme. Bei uns in der Gegend wurden die Außenbereiche durch solche Förderprojekte erfasst und der Ortskern durch privatwirtschaftlichen Ausbau. Bei Neubaugebieten gibt es die Auflage, dass grundsätzlich Glasfaser verlegt wird. So kommen wir inzwischen auf eine Ausbauquote von 100%. Wer bei uns im Dorf keinen Glasfaseranschluss hat, ist selber schuld.

    150T Einwohner: eher nicht verfügbar ...

  • Und welche Stadt im Saarland soll das sein ?

    Ich habe nicht behauptet, das das im Saarland ist.

    Da bleibt nur zu hoffen, dass das Ausbaupotenzial auch ausgebaut wird. In einigen Orten ist die Nachfragebündelung schon gescheitert. Dazu kommt, dass die Überredungskünste der "Drückerkolonnen" (so nennt sie die örtliche Presse) auf einigen Unmut stoßen, das spricht sich schnell rum hier im Saarland. Auch ich habe mich darüber sehr geärgert, wie massiv die Leute bedrängt werden, Verträge zu unterzeichnen.

    Und dann ist auch der Ausbau immer wieder mit Problemen verbunden, es wurde in mindestens einem Ort sogar schon die Genehmigung widerrufen, weil die Baufirma sich nicht an Absprachen gehalten hat.

    Für diejenigen, die "weit ab vom Schuss" wohnen, ist es auch kein Trost, wenn 95% ausgebaut sind und sie trotzdem nicht dazugehören. Da wurden die Gebiete geschickt abgesteckt und z.B. die Höfe zwischen den Orten vom Ausbau ausgeschlossen.

    Dafür kann dann Förderung beantragt werden. Ist in anderen Bundesländern auch so.

    Kreis PB: Vielfacher eigenwirtschaftlicher Ausbau der DG. Aber eben auch etliche Aussensiedlungen nicht. Dafür hat der Kreis dann eine Förderung beantragt und auch bekommen.

    Aber die Kernstadt ...

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  • Ganz ehrlich: Wenn das die Strategie des Saarlandes ist, dann kann es der Atlas auch nicht retten.

    Solch abgelegenen Orte werden dann mit Fördermitteln des Landes erschlossen, nur will man erstmal dem privatwirtschaftlichen Ausbau nicht vorgreifen und ermittelt den Bedarf erst danach. Irgendwann werden diese abgelegenen Höfe also schon in den Genuss von FTTH kommen. Problematisch finde ich hier eher die ganzen lokalen Stadtwerke, die anscheinend dem Ministerium grünes Licht für einen Ausbau "irgendwann" gegeben haben. Da kenne ich leider sehr viele Negativbeispiele, da wir direkt mit solchen Stadtwerken zu tun haben beim Anschluss von Gewerbekunden.

  • Warum weckt das in mir Erinnerungen?

    Wir hatten einmal eine Wohnung in der Zeit als Unitymedia das Kabelfernseh-Koaxkabel mit Rückkanal ausstattete, also DOCSIS einführte. Über mehrere Jahre war das bei uns nicht möglich.

    Das ist der Grund:

    Am Anfang war das Fernsehen und das Kabel der Deutschen Bundespost. Der damalige Postminister Schwarz-Schilling wollte der Bundespost nicht noch ein weiteres Monopol liefern und führte die sogenannten Netzebene 4 Betreiber ein. Da durften kleine, lokale Fernseh und Antennengeschäfte die Infrastruktur in Wohnungen ausbauen und traten dem Bewohner als einziger Vertragspartner in Sachen Kabelfernsehen entgegen. Die Bundespost war lediglich der Lieferant der Infrastruktur im öffentlichen Raum. Später kamen noch Contentanbieter wie Unitiymefia dazu, die über das lokale Fernsehgeschäft ihre Inhalte anboten. So weit die Einführung.

    Nenn wird das Geschäft nun Mal Fernseh-Schmidt. Dieser Firma ging es jahrelang gut, hatte genug Bauherren und in Wohnsiedlungen und Mehrparteienhäusern viele Kunden am Koaxkabel. Alles war gut und jeder zufrieden. Dann erwuchs die Gier, warum sollte Fernseh-Schmidt dem Inhaltsanbieter jeden Neukunden in einem Mehrparteienhaus melden? Unitymedia kann gar nicht in Erfahrung bringen, wer Kunde des (Analog-)Fernsehens ist. So kam es zu dem Geschäftsmodell Betrug. Der Teilnehmer bezahlte an Fernseh-Schmidt den monatlichen Beitrag und dieser wanderte jahrelang in die eigene Tasche.

    Nun kam DOCSIS und der Kunde wollte mit der sagenhaften Bandbreite 32.000 Down 4.000 (?) Up (kbps) surfen und wendete sich an Fernseh-Schmidt mit abschlägiger Auskunft. Frustriert davon gab es Kommunikation mit Unitymedia, wann denn geplant ist digitaler Fernsehcontest und Rückkanal anzubieten. 18 Monate später war es dann so weit. Angeblich musste Fernseh-Schmidt seine Netzebene 4 an Unitymedia übergeben, um von hohen Rückforderungen und Klagen aufgrund nicht gemeldet Teilnehmer abzusehen.

    Manchmal wird der Föderalismus ins Negative verkehrt und zu feingliedrig. Jede Ebene will am Profit beteiligt sein.

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