Fritz!Box 5590 - Macht 2.5 GBit/s Ethernet Sinn bei AON 1000BASE-BX10​?

  • Hallo,


    die Fritz!Box 5590 unterstützt lediglich ITU-T G.652; IEEE 802.3ah-2004 1000BASE-BX10 bei AON per SFP.


    Weiß jemand von euch ob dies auch bei 936 MBit/s limitiert ist? Wie 1 GBit/s Ethernet. Sprich der 2.5 GBit/s Ethernet Port würde bei einem 1 GBit/s Tarif trotzdem maximal 936 MBit/s übermitteln?


    Ich brauche für 2.5 GBit/s zwei 2.5 GBit/s Switche um meinen Computer zu erreichen.


    Die beiden Switche kosten zusammen minimal ~215 Euro. Wäre logischerweise gesetzt des Falls der Limitierung durch das SFP Modul pure Geldverbrennung.


    Liebe Grüße


    Hustensaft3624

  • Sind die Daten ins Internet denn die einzigen, die du zur Fritzbox überträgst? Eine lokale Verbindung zum Beispiel zu WLAN Clients kommt nicht vor?


    Die Verbindung ins Internet ist ja nur ein "Ausgang" der Fritzbox. WLAN, die anderen LAN Anschlüsse - und die Summe aus all dem - muss man ebenfalls bedenken. Bei mehreren Geräten, die ggf. an deinem Switch hängen, summiert sich das schnell mal auf über 1 GBit/s.


    Ach ja: Das AON SFP Modul überträgt netto genau die 940 MBit/s, die man von Ethernet kennt.

  • Mir geht es nur um den Internzugang. Ich übertrage im Heimnetz keine lokalen Daten. Hätte nicht gedacht, dass Glasfaser genauso limitiert ist wie Kupfer. Hätte gedacht der Overhead ist zumindestens kleiner oder die Bruttodatenrate so hoch damit volle 1000 MBit/s ankommen.


    Der AVM Support meinte, man könne höchstwahrscheinlich kein 10 GBit/s AON SFP+ Modul verwenden.


    Benötigt SFP+ Treiber und deswegen kann die Fritzbox nicht mit jedem Modul umgehen?


    AVM sagte außerdem dass nur spezielle XG-PON Providermodule mit 10 GBit/s supported werden.

  • 1000BASE-BX ist Gigabit Ethernet, mit der gleichen Einschränkung wie bei den anderen Gigabit-Ethernet-Standards.


    Andere AON-Standards und GPON können schneller sein, aber man kann nur den Übertragungsstandard einsetzen, den auch die andere Seite der Verbindung verwendet. Die Verbindung wird nicht schneller, wenn du statt des 1000BASE-BX Moduls ein 10GBASE-BX Modul verwendest, sondern sie funktioniert dann nicht, es sei denn die Fritzbox würde das Modul unterstützen und der Provider würde auch 10GBASE-BX einsetzen.

  • Hätte nicht gedacht, dass Glasfaser genauso limitiert ist wie Kupfer.

    Du kannst über Glasfaser deutlich höhere Datenraten fahren. Aber 1000 MBit/s Ethernet sind 1000 MBit/s Ethernet - egal ob über Glas oder Kupfer. Das ganze soll ja auch interoperabel bleiben. Der Overhead kommt von den höheren Protokollschichten, und die sind bei Glas und Kupfer gleich.


    Der AVM Support meinte, man könne höchstwahrscheinlich kein 10 GBit/s AON SFP+ Modul verwenden.

    Es gibt im Moment kein passendes Modul für Fritzboxen, und vor allem: Keinen Anbieter, bei dem man es nutzen könnte. Jedenfalls nicht für Privatkunden. Was hilft dir ein 10 GBit/s SFP Modul, wenn die Gegenseite nicht damit umgehen kann?


    Benötigt SFP+ Treiber und deswegen kann die Fritzbox nicht mit jedem Modul umgehen?

    AVM schränkt das ein und lässt nur freigegebene Module in den Fritzboxen zu. Aber auch sonst kann es bei SFP immer mal Kompatibilitätsprobleme geben. Nicht jedes Modul läuft in jedem Gerät.


    AVM sagte außerdem dass nur spezielle XG-PON Providermodule mit 10 GBit/s supported werden.

    Ja, dafür gibt es ein Modul von AVM, und dafür gibt es im Ausland auch ein paar Anbieter. In Deutschland spielt das noch keine Rolle.

  • Keines der AON Module hat 10 GBit/s. Eigentlich ist die 5590 abseits von GPON und XG-GPON ein ziemliche Mogelpackung. Warum kauft man eine Fritz!Box 5590? Sicher nicht damit die auch bei 936 MBit/s limitiert.


    Welchen "Vorteil", abseits davon, dass ich im Webinterface den 1 GBit/s WAN AON Link sehen kann, bietet so ein Glasfaser-WAN einer Fritz!Box?


    Ich glaube mit 2.5 GBit/s werde ich erstmal so oder so warten. Über 100 Euro für solche 5-Port Switche sind sehr heftig. 1 GBit/s Switche kosten gerade mal 10 Euro.


    Abgesehen davon liest man bei fast allen 2.5 GBit/s Switchen (bis auf den Edimax zu dem es keine negativen Berichte bzw. kaum Berichte gibt, der aber auch nach einem China OEM aussieht, Gehäuse könnte das vom fehlerbehaften TrendNet sein) von Problemen mit Instabilität (Vermutung der Nutzer Überhitzung) und sogar schnellen Defekten wie auch Datenraten von nur ca. ~700 MBit/s.


    Es gibt natürlich auch 2.5 GBit/s / 10 GBit/s Switche für mehrere 100 Euro mit Lüfter, aber die sind für mich als Privatanwender wirklich ziemlich uninteressant, zumal ich 2 Stück benötigen würde. Das wären Kosten die niemals für mich und viele andere rechtfertigbar wären. Die Geräuschkulisse natürlich auch nicht.

  • ...und vor allem: Keinen Anbieter, bei dem man es nutzen könnte. Jedenfalls nicht für Privatkunden. Was hilft dir ein 10 GBit/s SFP Modul, wenn die Gegenseite nicht damit umgehen kann?

    In der Schweiz schon länger möglich, z.B.:


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    und sogar günstiger als 1 GBit/s in Deutschland.

  • Warum kauft man eine Fritz!Box 5590? Sicher nicht damit die auch bei 936 MBit/s limitiert.

    Die Lösung ist doch ganz einfach:

    1. Du suchst einen Provider, der dir mehr Bandbreite als 1 Gbps im AON liefert.
    2. Du verwendest den vom Provider gelieferten ONT.
    3. Mit dem gesparten Betrag (FRITZ!Box nicht gekauft) kaufst Du dir einen Multigigabit-Switch.
    4. Für WLAN Anbindung/Telefonie käme vorzugsweise eine FB 4060 in Betracht.
  • Warum kauft man eine Fritz!Box 5590? Sicher nicht damit die auch bei 936 MBit/s limitiert.

    Die Fritzbox ist nicht, was limitiert. Das ist der Übertragungsstandard 1000BASE-BX. Wie alle anderen Gigabit-Ethernet-Standards überträgt auch dieser 1.000.000.000 Bit pro Sekunde. Nach Abzug des Overheads der verschiedenen Protokolle bleiben davon ca. 940 Mbit/s übrig. Mehr kann kein Gerät aus einer Gigabit-Ethernet-Strecke herausholen.

  • Welchen "Vorteil", abseits davon, dass ich im Webinterface den 1 GBit/s WAN AON Link sehen kann, bietet so ein Glasfaser-WAN einer Fritz!Box?

    Man kann auf den separaten ONT verzichten, und den damit verbundenen Platz- und Energiebedarf.


    Warum kauft man eine Fritz!Box 5590? Sicher nicht damit die auch bei 936 MBit/s limitiert.

    Es ist nicht die Fritzbox, die limitiert, sondern der Übertragungsstandard. Wie ich schon schrieb: 1000 MBit/s Ethernet sind und bleiben 1000 MBit/s Ethernet.


    Ich glaube mit 2.5 GBit/s werde ich erstmal so oder so warten. Über 100 Euro für solche 5-Port Switche sind sehr heftig. 1 GBit/s Switche kosten gerade mal 10 Euro.

    Du reitest immer auf deinem 2.5 GBit/s Heimnetz herum. Das hat überhaupt nichts mit dem Internetzugang zu tun. Du kannst im Heimnetz vollkommen problemlos 2.5 GBit/s nutzen, auch wenn du mit einem 1 GBit/s AON SFP in der Fritzbox arbeitest. Der Internetzugang an sich ist ja vermutlich noch mal deutlich langsamer und wird auch die 1 GBIt/s des SFP Moduls nicht voll auslasten.


    In der Schweiz schon länger möglich, z.B.:

    Das ist aber kein AON, sondern XPS-GPON. Dafür gibt es ein AVM SFP Modul.

    Meines Wissens gibt es im Moment keinen Privatkundentarif mit 10 GBit/s AON. Es gibt Businesstarife mit der AON Geschwindigkeit, aber da muss die Frage erlaubt sein, ob eine Fritzbox das geeignete Endgerät dafür ist.

  • Meines Wissens gibt es im Moment keinen Privatkundentarif mit 10 GBit/s AON.

    OpenInfra baut 10 Gbps AON Netze, darüber kann bei Internetnord oder Mr.Fuxx 8 (nur um zwei zu nennen) ein 8 Gbps Internetaccess gebucht werden (99,90€/Monat).

    Wie bei OpenInfra üblich, werden CTS ONTs verwendet.

  • Es soll ja auch Provider geben die keine ONTs anbieten wie meiner, bei mir läuft gerade noch eine 5490 diese werden ich im Laufe des Jahres durch die 5590 austauschen. Ich verstehe auch die Diskussion über Sinn und Unsinn nicht, wer die 5590 unsinnig findet soll sie halt nicht kaufen.

  • Ich habe eine zweite 5590 ausprobiert, weil der Händler mir eine gedötschte Verpackung mit einer Fritz!Box 5590 zugesendet hat. Vermutlich Sturzschaden.


    Die zweite 5590 zeigt als Empfangsleistung statt -6.1dBm, -6.7 dBm an. Gleiche Kabel wurden verwendet.


    Ich denke mal jedes SFP Modul hat eine andere Dämpfung. Deswegen ist die der zweiten Fritz!Box 5590 leicht höher. Oder es liegt an der Tageszeit. Obwohl das bei AON nicht passieren dürfte. Da jeder Nutzer seinen eigenen Port hat.


    Ich habe auf beim Wechsel, musste schnelle gehen, den Staubschutz nicht auf den Stecker getan und das Kabel auf einem Tisch abgelegt. Da sich das Kabel gedreht hat kann es passiert sein das der Stecker eventuell die glatte Tischoberfläche berührt hat. Ich habe den Stecker vor dem Einstecken mit Druckluft gereinigt.


    Ja, ich weiß es ist nicht optimal. Habe aber keinen Cleaning Pen für LWL. Ich habe dann ein 70 % Isopropyltupfer der meiner Meinung nach nicht fusselt verwendet. Kein Unterschied bei der Empfangssendeleistung. Dann habe ich eben sowohl das SFP Modul als auch den Stecker noch mal mit Druckluft behandelt. Kein Unterschied.


    Fachleute würden sagen, wie kann man nur. Geht nur mit Cleaningpen. Wenn ihr gesehen hättet was das sogenannte "Fachpersonal" bei der Installation des Glasfaser APL und der ONT gemacht hat, würdet ihr nicht mehr darüber nachdenken was ein bisschen Druckluft in einem Keller anrichten kann. Die haben an den Buchsen mit sehr dreckigen Händen und Hanschuhen rumgefummelt. Der APL ist verschlossen, die Buchsen und Stecker könnte ich sowie so nicht mehr reinigen.


    Selbst mit Cleaningpen kann sich nach Reinigung wieder Staub auf der Kontaktfläche absetzen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Cleaningpen Wunder bezüglich der Dämpfung vollbringen wird.


    Edit:


    Ich habe mir gerade mal die Staubschutzkappen von den SFP Modulen der FB5590 angeschaut. Daran haften viele, grobe Schmutzpartikel. Also sauber sind die auch nicht.


    Daher war es schon richtig das SFP Modul auszupusten.

  • Oder es liegt an der Regelung. Die Sendeleistung wird ja anhand der Empfangsleistung angepasst, meines Wissens aber als Open Loop. Wenn dein Gerät stärker sendet, denkt die Gegenseite, dass die Leitungsdämpung niedrig ist und reduziert ihre Sendeleistung. Folglich kommt dann bei dir weniger Empfangsleistung an.


    Wie hoch ist denn die angezeigte Sendeleistung deines Moduls? Aus der Differenz aus Sendeleistung und Empfangsleistung kann man eine grobe Abschätzung der Leitungsdämpfung ableiten (wenn auch nicht präzise, da man die Sendeleistung der anderen Seite nicht genau kennt, aber näherungsweise davon ausgehen kann, dass die sich in einer ähnlichen Größenordnung befindet).

  • Also FB 1 hatte:


    -4 dBm Sendeleistung

    -6.1 dBm Empfangsleistung


    FB 2 hat (aktuell):


    -4 dBm Sendeleistung

    -6.7 dBm Empfangsleistung


    Ich könnte mir jetzt einen Cleaningpen bestellen. Aber glaube das ist ohne, dass man an alle Steckverbindert auf der Strecke kommt für die Katz. Ich komme nicht mal an die Buchse vom APL ran.


    Jemand der in seinem Unternehmen viel Glasfaser installiert meinte er hat noch nie einen Cleaningpen verwendet. Denke mal das ist übertrieben. Bei grober Verschmutzung kann das sicher einen Unterschied machen. Aber Staubpartikel sind überall in der Luft. Merkt man sofort wenn man eine Folie z.B. aufs Smartphone klebt. Man kann also selbst mit einem Cleaningpen reinigen. 1 Sekunde später können sich bereits Staubpartikel aus der Umgebung auf der Kontaktfläche abgesetzt haben.

  • Da Du mit der angegebenen Empfangsleistung sowieso schon ein sehr starkes Signal hast, würde ich mir bei dem um 13% verminderten Wert keine großen Gedanken machen. Sicherlich ist auf saubere Steckkontakte bei optischen Verbindungen zu achten, jedoch machen sich bei 1 Gbps Staubpartikel noch lange nicht so störend bemerkbar wie bei 10 oder mehr Gbps.

  • Die Werte sind ja völlig unkritisch und weit im grünen Bereich, wenn man sich die technischen Daten der Box und der Module ansieht. Demnach kann das Modul bis -23 dBm empfangen - da liegen -7 dBm Größenordnungen drüber.


    Mein Modul sendet mit -4.4 dBm und empfängt mit -6.9 dBm. Deshalb würde ich wirklich keinen Aufwand betreiben. Das funktioniert seit über einem Jahr völlig unkritisch und hat aktuell eine Uptime von 158 Tagen. Die letzte Unterbrechung dürfte das Firmwareupdate auf 07.29 gewesen sein, irgendwann kurz vor Weihnachten.


    So ein Modul ist auch kein Messgerät. Das sollte man auch bedenken. Gewisse Toleranzen können da sicherlich auftreten.

  • James


    Ich will die Ursache für die unterschiedlichen Werte ergründen.


    frank_m


    Du hast etwas von der Differenz zwischen Sende und Empfangsleistung erzählt. Sind nun die Werte von FB 2 besser?


    Bei FB 1 komme ich auf ein Leistungsbudget von 2.1 dBm bei FB 2 auf 2.8 dBm.


    Je höher das optische Leistungsbudget, desto mehr Reichwerite hat der Glasfaser-Transceiver. Also sind die Werte von FB 2 besser.