GF-TAs und NTs sinnvoll in Zwei-Familienhaus platzieren

  • Hallo,


    unser Dorf wird nun auch erfreulicherweise von DG erschlossen. Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Nachfragebündelung, ausnahmsweise wollte ich diesmal aber frühzeitig mit der eigenen Planung beginnen. Man lernt ja doch aus alten Fehlern, die unter Zeitdruck entstanden sind...


    Zunächst alle (hoffentlich) wichtigen Infos:

    Unser alleinstehendes Haus aus den 60er Jahren wird derzeit von einer Familie bewohnt, besteht aber aus einer Wohnung im EG (mit Zugang zum Keller) und einer Wohnung im OG (mit Zugang zum Dachboden). In Zukunft könnte wieder eine Untervermietung der OG-Wohnung erfolgen, die dann auch über einen separaten Glasfaser-Anschluss verfügen sollte.


    Die EG-Wohnung wurde vor kurzem renoviert und dabei mit insgesamt 7 Doppel-Netzwerkdosen via Cat7 Duplex Verlegekabel versorgt. Eine Doppeldose ist im EG-Flur für unseren aktuellen Router (FB6660) reserviert; dort sollte für gute WLAN Abdeckung des EGs später dann unsere alte FB7590 (derzeitig im Mesh Betrieb im OG) angeschlossen werden. Zusammengeführt habe ich alle Cat-Kabel über einen unbenutzten Schornstein zu einem Patchpanel im Keller. Dort befindet sich auch ein 24-Port Switch. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:


    Der wahrscheinliche HÜP (dort wo auch Telefon und Kabel-TV in den Keller kommen) ist etwa 12m entfernt.


    Die OG-Wohnung soll demnächst renoviert werden und erhält dann eine Netzwerkverkabelung -- ähnlich der EG-Wohnung -- die zu einem Patchpanel und Switch auf dem Dachboden (ebenfalls durch den leeren Schornstein) zusammengeführt wird. Strom ist auf dem Dachboden vorhanden, beide Switche werden zunächst verbunden, müssten aber bei einer späteren Vermietung der Wohnung komplett trennbar sein.


    Stichpunktartig meine offenen Fragen:

    -Müssen wegen der späteren möglichen Nutzung als Zwei-Familienhaus 2 Fasern von der Straße in unser Haus abgezweigt werden?

    -Da wir derzeit nur einen Internet-Anschluss benötigen (und auch nur einen Vertrag bezahlen möchten) wird auch nur 1 GF-TA und 1 NT an den HÜP im Haus angeschlossen, oder kann ein zweiter GF-TA und NT bereits mit installiert werden?

    -Wo sollte der GF-TA für die EG-Wohnung gesetzt werden?

    • Im Keller neben dem Patchpanel, dort auch den NT installieren, dann via Cat7 zur FB7590 im EG-Flur?
    • Direkt im EG-Flur? Leerrohr ist zwar vorhanden (derzeit belegt mit Telefon, Coax und Duplex Cat7) endet aber in einer 4er Wanddose (derzeit TAE, Multimedia, Ethernet und Strom). Kann der GF-TA als Unterputzdose ausgeführt werden? Kann man den NT in einem Schuhschrank verstecken? Wandinstallation verbietet sich aus optischen Gründen...

    -Wo sollte der GF-TA für die OG-Wohnung gesetzt werden?

    • Im Keller neben dem Patchpanel, dort auch den NT installieren, dann via Cat7 zum Router im OG-Flur? Contra: möglicher Mieter hat keinen Zugang zum NT (Neustart häufig nötig?), Stromverbrauch? (läuft auf Stromzähler für EG-Wohnung)
    • Auf dem Dachboden? Verlegung des Glasfaserkabels im Schornstein problematisch (wohl auch zusätzlich in einem Leerrohr nötig, oder?)
    • Direkt im OG-Flur? Steck- oder Spleißverbindung zum GF-TA? (Spleißverbindung evtl. problematisch bei späterer Renovierung)

    Um mal meine Denkweise zu veranschaulichen hier meine derzeitige Idealvorstellung. An die Experten: Bitte teilt mir mit, was nicht funktioniert, oder was besser wäre!


    -DG verlegt vom HÜP 2 LWL (in von mir verlegten Leerrohren) zu 2 GF-TAs neben dem Keller Patchpanel

    -Dort werden auch beide NTs installiert (oder vorzeitig nur einer)

    -Via Patchpanel können die NTs nach Bedarf auf die FritzBoxen im EG-Flur bzw. OG-Flur weitergeleitet werden

    -Ich verlege selbst 2 LWL-Patchkabel (als optionale "Verlängerung") von den GF-TAs im Keller zum EG-Flur und OG-Flur

    -Diese LWL-Patchkabel enden jeweils in einer TAE(RJ45)/LWL Kombidose (Keystone Modul)

    -Im EG-Flur wird eine FB5530 via LWL angeschlossen und arbeitet im Mesh Betrieb zusammen mit der FB6660 im OG-Flur (beide Wlan ax fähig!)


    Oh Gott, ist das viel Text geworden. Aber selbst falls es niemand lesen sollte, habe ich zumindest mal meine Gedanken dabei sortieren können.


    Falls es jemand gelesen haben sollte bin ich für jede Antwort oder Anregung sehr dankbar!


    LG

    Wolf

  • wolf

    Hat den Titel des Themas von „GF-TAs und NTs sinnvoll in Zwei-Familienhaus plazieren“ zu „GF-TAs und NTs sinnvoll in Zwei-Familienhaus platzieren“ geändert.
  • Herzlich willkommen im Forum!


    Zunächst wünsche ich euch ein Erreichen der 40% Hürde. In den meisten Fällen wird sie erreicht, wenn auch häufig erst in der Verlängerung (Ausnahmen bestätigen die Regel).


    In kleineren Wohnanlagen wird nur ein HÜP installiert. Dort terminieren zunächst einmal alle Glasfaserkabel für das Objekt.

    Da die Hausbegehung noch aussteht, weise bitte den Hausbegeher darauf hin, dass die Einliegerwohnung später vermietet wird und es sollen mehrere Fasern eingeblasen werden. Lass' dir das schriftlich im Hausbegehungsprotokoll bestätigen. Da mit ist ein späterer Ausbau problemlos möglich.


    Der GF-Ta ist der Netzabschlusspunkt, an dem der Router oder NT angeschlossen wird. Dieser soll möglichst in der Nähe bei dem vorgenannten Gerät positioniert sein.


    Damit nähern wir uns schon dem TKG an, da wird nämlich u.a. von Teilnehmern und Betreibern gesprochen. Teilnehmer sind die, die einen Vertrag mit dem Betreiber abgeschlossen haben. Falls dein Mieter einen Glasfaseranschluss benutzen möchte, ist dieser der Vertragspartner und in dessen Räumlichkeiten befindet sich der passive Abschlusspunkt. Damit sollte die Standortfrage schon geklärt sein.


    Ab Spätsommer/Herbst diesen Jahres soll es gerüchteweise bei DG möglich sein, auch eine kundeneigene FB 5530 Fiber direkt an die Glasfaser im GPON anzuschließen. Da musst Du dich schon gut mit dem Mieter verstehen, wenn dieser seine Hardware im Keller verbaut und jederzeit dort Zutritt haben kann/darf/muss.

    Der Strombedarf des NT oder eines Routers sind nicht die Welt, sollten aber von dem Eigentümer/Nutzer der aktiven Komponenten getragen werden..

  • In kleineren Wohnanlagen wird nur ein HÜP installiert. Dort terminieren zunächst einmal alle Glasfaserkabel für das Objekt.

    Da die Hausbegehung noch aussteht, weise bitte den Hausbegeher darauf hin, dass die Einliegerwohnung später vermietet wird und es sollen mehrere Fasern eingeblasen werden. Lass' dir das schriftlich im Hausbegehungsprotokoll bestätigen. Da mit ist ein späterer Ausbau problemlos möglich.

    Aus eigener leidvoller Erfahrung muss ich dem widersprechen. Die Hausbegehung ist zu spät, um an der Anzahl der zu installierenden Glasfasern noch etwas zu ändern. Die Hausbegehung findet nach der Beauftragung des Generalunternehmers statt. Der hat dann schon eine feste Liste von Anschlüssen, die er zu bauen hat. Der Hausbegeher kommt im Auftrag des Generalunternehmers und klärt nur, wohin installiert wird, nicht was installiert wird.


    Wenn die DG das Objekt nicht als zwei Wohneinheiten im System hat, wird nur ein Anschluss installiert. Für zwei Anschlüsse müssen dann auch zwei bestellt und bezahlt werden. Nur mit dem Hinweis auf eine mögliche spätere Aufteilung wird kein zweiter Anschluss vorbereitet.


    Nachanschlüsse sind bei der DG eine Katastrophe. Stell dich auf jahrelanges Warten ein, mit der Möglichkeit, dass es trotzdem nichts wird. Nach dem Erstausbau redet man bei der DG gegen die Wand, wenn es um Bauangelegenheiten geht. Der Hintergrund ist, dass auch Nachanschlüsse einer Art Nachfragebündelung unterliegen und keine Einzelaufträge an Bauunternehmen vergeben werden. Wenn für einen Bauauftrag nicht genügend Anschlüsse zusammenkommen, musst du eben warten. Das sagt dir aber niemand und auch sonst erfährst du nichts. Aus meiner Perspektive würde ich sagen: Eine nicht angeschlossene Adresse kann man in DG-Ausbaugebieten nicht als erschlossen betrachten. Nachanschlüsse sind nicht in vertretbaren Zeiträumen verfügbar.


    Auf dem Dachboden? Verlegung des Glasfaserkabels im Schornstein problematisch (wohl auch zusätzlich in einem Leerrohr nötig, oder?)

    Das wäre die beste Lösung für den zweiten Anschluss. Selbst wenn ein zweiter Anschluss vorbereitet wird, wäre das aber nur bis zum HÜP der Fall. Gf-TA und NT werden nur für bestellte Anschlüsse installiert. Den Rest kannst du also auch später noch machen, es sei denn du bestellst direkt zwei Anschlüsse.

  • Aus eigener leidvoller Erfahrung muss ich dem widersprechen. Die Hausbegehung ist zu spät, um an der Anzahl der zu installierenden Glasfasern noch etwas zu ändern.

    Das ist ja Grütze! wolf: Dann bitte unbedingt einen Infoabend besuchen bzw. vorher im Infopoint/Baubüro einen vor Ort Termin vereinbaren und erwähnen, das nur dann ein Vertrag zu Stande kommt, wenn sichergestellt ist, das die in Zukunft zu vermieten Wohnung für den Anschluss vorbereitet wird. Am besten ist es dies in das Vertragsdokument schriftlich aufnehmen.

    Ich hatte dann wohl das Glück 12 Fasern eingeblasen zu bekommen...

  • Auf dem Dachboden? Verlegung des Glasfaserkabels im Schornstein problematisch (wohl auch zusätzlich in einem Leerrohr nötig, oder?)


    Das wäre die beste Lösung für den zweiten Anschluss. Selbst wenn ein zweiter Anschluss vorbereitet wird, wäre das aber nur bis zum HÜP der Fall. Gf-TA und NT werden nur für bestellte Anschlüsse installiert. Den Rest kannst du also auch später noch machen, es sei denn du bestellst direkt zwei Anschlüsse.

    Das heißt, wenn die zweite Faser zum HÜP eingeblasen wird bin ich auf der sicheren Seite? Die spätere Inhouse Verkabelung würde genauso ablaufen wie beim ersten Anschluss (selbst gelegte Leerrohre, Monteur zieht nur LWL ein) und wäre ohne die von dir erwähnte Terminproblematik machbar? Wie viel würde das dann kosten? Hoffentlich nicht die überall erwähnten 750,-€ für einen Neuanschluss...


    Dann bitte unbedingt einen Infoabend besuchen bzw. vorher im Infopoint/Baubüro einen vor Ort Termin vereinbaren und erwähnen, das nur dann ein Vertrag zu Stande kommt, wenn sichergestellt ist, das die in Zukunft zu vermieten Wohnung für den Anschluss vorbereitet wird.

    Der Infoabend war bereits vor einigen Wochen und hat nur Online ohne Fragemöglichkeiten stattgefunden. Wie ich gerade überrascht gesehen habe, sind die 40% auch schon erreicht und wir sind in der Planungsphase angekommen. Ich werde mein Problem in unserem Servicepunkt mal persönlich vortragen.


    -Ich verlege selbst 2 LWL-Patchkabel (als optionale "Verlängerung") von den GF-TAs im Keller zum EG-Flur und OG-Flur

    -Diese LWL-Patchkabel enden jeweils in einer TAE(RJ45)/LWL Kombidose (Keystone Modul)

    Ist meine Idee machbar? Ganz naiv gefragt: Können die aktiven Komponenten (NT oder FB5530) überhaupt selbst erkennen, ob sie direkt an einem GF-TA oder an einer "Verlängerung" von 10m hängen?

  • Das heißt, wenn die zweite Faser zum HÜP eingeblasen wird bin ich auf der sicheren Seite? Die spätere Inhouse Verkabelung würde genauso ablaufen wie beim ersten Anschluss (selbst gelegte Leerrohre, Monteur zieht nur LWL ein) und wäre ohne die von dir erwähnte Terminproblematik machbar? Wie viel würde das dann kosten? Hoffentlich nicht die überall erwähnten 750,-€ für einen Neuanschluss...

    Technisch besteht ein Anschluss aus zwei Fasern, von denen nur eine genutzt wird und die andere als Reserve dient. Für zwei Anschlüsse würden also insgesamt vier Fasern zum HÜP geführt. Der spätere Anschluss läuft genau wie beim Erstausbau ab. Ich habe noch nie erlebt, dass der Nachanschluss zusätzlich zum Tarif berechnet wurde, obwohl das immer wieder angekündigt wird. Die Kehrseite davon ist aber halt, dass man Nachanschlüsse nicht auf Zuruf bekommt.


    Ist meine Idee machbar? Ganz naiv gefragt: Können die aktiven Komponenten (NT oder FB5530) überhaupt selbst erkennen, ob sie direkt an einem GF-TA oder an einer "Verlängerung" von 10m hängen?

    Ja, das geht. Die Gesamtlänge der Leitung ist unerheblich. Durch die zusätzliche Steckverbindung steigt die Dämpfung, aber das sollte kein Problem sein. Mit speziellen Messgeräten (OTDR) kann man solche Übergänge erkennen, aber für die normalen Endgeräte sind zwei gute Steckverbindungen nicht von einer etwas schlechteren Verbindung unterscheidbar. Solange die Gesamtdämpfung innerhalb der Spezifikation ist, hat die Verlängerung keinen Einfluss auf die Übertragungsgeschwindigkeit.

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