Deutsche Glasfaser: verbaute Hardware

  • Beispiel Spanien. Sehr hohe Durchdringung nach meiner Einschätzung durch viel geringere Baukosten, vor allem fehlt es dort massiv an VDSL und HFC. Letzteres in Deutschland sehr stark ausgebaut.

    Diesen Fehler hätte man, bei konsequentem und koordiniertem Umbau von CuDA auf Fiber ab 2008 (Bekanntgabe des Umstiegs auf VoIP bei der Telekom) auch in DE vermeiden können.

  • Dort gibt es monokausale Zusammenhänge? Ist das nicht etwas gewagt?

    Na ja, ist halt eine Auftragsstudie von einer Consulting-Bude... Im besten Fall ist die Studie hinreichend objektiv und der Auftraggeber behaelt sich vor die in der Schublade verschwinden zu lassen wenn sie nicht hilfreich erscheint, im schlechtesten Fall besteht bereits der Auftrag darin unterstuetzendes Material fuer eine vorgefasste Position zu erzeugen.

    Aber hier im speziellen Fall passt die Studie halt auch zur Markt-Theorie und Praxis, wer besseren Wettbewerb will muss dafuer dienliche Bedingungen schaffen und diese aufrecht erhalten.

    Allerdings ist das leider gar nicht unser regulatorisches Ziel.... da geht es (IMHO etwas kindlich naiv) darum den Marktanteil des Ex-Monopolisten weit genug runter zu druecken um Erfolg vermelden zu koennen, und nicht darum einen tatsaechlich effizienten TK Markt aufzubauen.

  • vor allem fehlt es dort massiv an VDSL und HFC. Letzteres in Deutschland sehr stark ausgebaut.

    Allerdings nur wenig gebucht... es gibt bei ca. 45 Millionen Anschluessen (davon ca. 70% mit Kabelanschluss im Haus) nur ca. 9 Millionen Docsis/HFC Nutzer. In Spanien haben ca. 40% der WEs einen Docsisanschluss, weniger als bei uns, ja aber ich wuerde nicht sagen Docsis fehle massiv in Spanien.

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  • Allerdings nur wenig gebucht... es gibt bei ca. 45 Millionen Anschluessen (davon ca. 70% mit Kabelanschluss im Haus) nur ca. 9 Millionen Docsis/HFC Nutzer. In Spanien haben ca. 40% der WEs einen Docsisanschluss, weniger als bei uns, ja aber ich wuerde nicht sagen Docsis fehle massiv in Spanien.

    Dann habe ich das falsch eingeschätzt.

  • Na ja, ist halt eine Auftragsstudie von einer Consulting-Bude... Im besten Fall ist die Studie hinreichend objektiv und der Auftraggeber behaelt sich vor die in der Schublade verschwinden zu lassen wenn sie nicht hilfreich erscheint, im schlechtesten Fall besteht bereits der Auftrag darin unterstuetzendes Material fuer eine vorgefasste Position zu erzeugen.

    Aber hier im speziellen Fall passt die Studie halt auch zur Markt-Theorie und Praxis, wer besseren Wettbewerb will muss dafuer dienliche Bedingungen schaffen und diese aufrecht erhalten.

    Allerdings ist das leider gar nicht unser regulatorisches Ziel.... da geht es (IMHO etwas kindlich naiv) darum den Marktanteil des Ex-Monopolisten weit genug runter zu druecken um Erfolg vermelden zu koennen, und nicht darum einen tatsaechlich effizienten TK Markt aufzubauen.

    Aufschluss gibt Seite 23. Übernahme am HVt kaum sinnvoll. Beim BNG hingegen sehr realistisch.

    Das würde ich aus dem Bauch heraus mittragen.

  • Aufschluss gibt Seite 23. Übernahme am HVt kaum sinnvoll. Beim BNG hingegen sehr realistisch.

    Na ja, solche Arbeiten sind wie angedeutet nicht ohne Hintergedanken... 1&1 Versatel hat bereits viele BNG-Standorte erschlossen, klar, dass fuer 1&1 BNG Standorte ideal waeren... Daher haben die halt die Zahlen so angesetzt, dass BNG sinnvoller erscheint... die Beispiele salt.ch und Init7 in der Schweiz zeigen, dass mit der Variante am HVt durchaus profitabel gearbeitet werden kann... und Init7 zeigt auch Beispielrechnungen das weit weniger als 1000-2000 Kunden pro HVt ausreichen um Breakeven zu erreichen:

    Zitat

    Kostendeckung

    Unseren Kunden verrechnen wir CHF 777 (CHF 64.75 pro Monat) für den Init7-Anschluss. Davon abgezogen werden die Mehrwertsteuer und die Mietkosten für die Glasfasern vom PoP zur OTO-Dose des Endkunden. Übrig bleibt eine monatliche Bruttomarge von CHF 35.12 pro Kunde. Mit redundanten Verkabelungen benötigen wir folglich 64 Kunden, um die direkt mit dem PoP verbundenen Kosten zu decken (Break-Even-Point). Ohne Redundanzen sind die Kosten mit 39 Kunden gedeckt. Weitere Kosten wie Personalaufwand, Büromieten, Marketingaufwand etc. sind hier nicht eingerechnet.

    Berechnung des Marktanteils

    Um einen Hinweis darauf zu erhalten, wie realistisch es ist, dass im Einzugsgebiet des PoPs mindestens 64 (resp. 39) Kunden gewonnen werden können, berechnen wir den notwendigen Marktanteil. Dazu wird die Anzahl Nutzungseinheiten im Einzugsgebiet benötigt. Als Faustregel gilt: Die Anzahl Einwohner*innen multipliziert mit 0.55 ergibt die Anzahl Nutzungseinheiten. Auf eine Nutzungseinheit kommen also knapp zwei Einwohner*innen. Wird eine Ortschaft durch mehr als einen PoP bedient, muss die Anzahl Einwohner*innen entsprechend reduziert werden. In unserem Beispiel benötigen wir einen Marktanteil von rund 2.2 % (1.3 % ohne Redundanzen), um die einkalkulierten Kosten zu decken.

    Hier ist halt die Annahme nicht, dass der Mitbewerber alle seine Kunden am selben Standort anschliessen muss. Klar ist die Situation in der Schweiz anders als in Deutschland, aber halt nicht um den Faktor 15 den die WIK Studie anzunehmen scheint (>= 64 gegen 1000-2000). Das meine ich mit "Auftragsstudie von einer Consulting-Bude" da geht es darum eine Agenda zu unterfuettern, nicht darum die Realitaet best-moeglich zu beschreiben. Das ist auch nicht direkt ehrenruehrig fuer WIK oder 1&1, deren gutes Recht fuer ihre Position die Trommel zu schlagen, aber wir sollten das vielleicht immer mit etwas Skepsis betrachten?


    P.S.: Mein Argument ist nicht, dass physische Entbuendelung am BNG schlecht waere, sondern nur, dass diese Studie das IMHO aus erklaerbaren Gruenden ueber den gruenen Klee lobt.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (26. Februar 2026 um 19:12)

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  • Spannende Einblicke. Init7 fährt natürlich auch eine gewisse Guerilla-Taktik mit unüblicher Marktansprache als Alleinstellungsmerkmal und nur einem Produkt.

    Aber rechnen kann 1&1 bestimmt auch. Und für ihre Produkte (deutlich geringerer ARPU) macht die entbündelte Leitung weniger Sinn als ein BSA.

  • Ja, auch Init7 hat eine eigene Agenda, das streite ich nicht ab, aber das zeigt IMHO die mindestens notwendigen 1000-2000 Anschluesse aus der WIK Studie sind konstruiert... das ist IMHO relevant weil ein PtP Netz bis zum BNG rechtschaffen unrealistisch sein duerfte weil ich nicht erwarte, dass die BNG Stsndorte gross genug sind um mehrere 10000e Glasfaser TALs zu terminieren, die HVt. der Telekom hingegen schon, weil das existierende CuDA Netz bereits ein PtP Netz ist und in den HVt/VSt terminiert und da meist auch noch Platz fuer analoge Vermittlungstechnik bereit stand.

    Ansonsten gilt zur Wirtschaftlichkeit, wenn ein Vorleister profitabel BSA anbieten kann, sollte ein ISP mit eigener Technik und L1 Zugang ebenfalls profitabel arbeiten koennen (wenn er denn ausreichend viele Kunden hat um die Technikkosten zu tragen), der Vorleister schlaegt ja auf seine eigenen Kosten noch eine Profitmarge auf... (Aber ja, bei niedrigen Kundenzahlen kann BSA fuer den Mitbewerber guenstiger sein, aber halt auf Kosten der tariflichen Flexibilitaet, die Vorleistung setzt enge Grenzen fuer Preis und Zugangstechnik, da bleibt nicht mehr so viel um sich vom Vorleister abzusetzen.)

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