Deutsche Glasfaser - Performance bei Netzen im Aufbau

  • Es gibt von der Bundesnetzagentur die Breitbandmessung. Das Windows Tool nimmt 20 Messungen auf und erstellt im Anschluss ein genaues Protokoll inklusive Traceroutes und der gemessenen Datenrate pro Messung. Das kannst du dann bei der BNetzA einreichen. Ob das was bringt, kann ich nicht sagen. Wenn das aber viele machen ändert sich vielleicht etwas.


    Ich nehme an, der Speedtest auf der DG Seite zeigt immer die volle Bandbreite an? Der 1st Level Support verweist dich nämlich immer ausschließlich auf diesen Speedtest, da dieser immer die volle Bandbreite liefert. Ich nehme an, das die Peering und Transit Kapazitäten in deren Backbone einfach überlastet sind.


    Erfahrungsgemäß handelt die DG nur, wenn es schlechte Presse gibt, denn die ist denen hoch und heilig, sprich wenn Heise oder Golem schlecht über die DG berichten.

  • Hat die Bundesnetzagentur denn auch eine API, die man ansprechen kann? Es macht doch wenig Sinn, nur eine punktuelle Messung zu machen. Da können die Ursachen doch sonstwo liegen. Aber aus den kontinuierlichen Messungen sieht man sehr schön den Einbruch der Bandbreite am Abend.


    Kennt jemand die Server-ID des von der DG verwendeten Ookla-Servers? Dann könnte ich als Vergleich auch mal gegen den die Speedtests laufen lassen. Aber einen Server durch QoS so zu priorisieren, dass er volle Bandbreite hat, ist ja kein Kunststück. Da finde ich Werte gegen unterschiedliche Server aussagekräftiger.


    Das mit der Presse ist eine gute Idee. :)

  • Hat die Bundesnetzagentur denn auch eine API, die man ansprechen kann? Es macht doch wenig Sinn, nur eine punktuelle Messung zu machen. Da können die Ursachen doch sonstwo liegen. Aber aus den kontinuierlichen Messungen sieht man sehr schön den Einbruch der Bandbreite am Abend.


    Kennt jemand die Server-ID des von der DG verwendeten Ookla-Servers? Dann könnte ich als Vergleich auch mal gegen den die Speedtests laufen lassen. Aber einen Server durch QoS so zu priorisieren, dass er volle Bandbreite hat, ist ja kein Kunststück. Da finde ich Werte gegen unterschiedliche Server aussagekräftiger.


    Ddas mit der Presse ist eine gute Idee. :)

    Die Breitbandmessung ist nunmal, meines Wissens nach, das einzige womit die BNetzA arbeiten, kann, weil die Sicherstellen können, das der Speedtest Server nicht das Problem war zu dieser Zeit. Das ist wichtig, wenn die BNetzA die DG zur Stellungnahme auffordern will, da es mit Speedtest.net Servern schlicht nicht rechtssicher ist und die DG das sofort auf die Speedtest.net Gegenstellen schieben wird.


    Deswegen machst du mit dem Tool ja auch 20 Messungen. Die muss man leider manuell machen, aber das kann man ja mal an einem Wochenende machen, indem man jede Stunde auf den Knopf drückt. Am Ende fällt eine PDF raus mit weitaus mehr Informationen, als dein Speedtest.net liefern kann. Unter anderem die Traceroute von Server -> Client. Die PDF kannst du der BNetzA schicken.


    Die DG betreibt keinen öffentlichen Speedtest.net Server, sondern hat sich den Custom Speedtest.net bei Ookla eingekauft zum selber hosten. Der Speedtest auf der DG Seite ist nur ein IFrame, den kannst du seperat öffnen.


    Ich bezweifel, das die DG QoS zum eigenen Speedtest Server macht. Erfahrungsgemäß sind die Engpässe tatsächlich in den Transits/Peerings bzw. in deren Core Routern. Der Speedtest Server steht davor.

  • Ich nehme an, der Speedtest auf der DG Seite zeigt immer die volle Bandbreite an? Der 1st Level Support verweist dich nämlich immer ausschließlich auf diesen Speedtest, da dieser immer die volle Bandbreite liefert. Ich nehme an, das die Peering und Transit Kapazitäten in deren Backbone einfach überlastet sind.

    In meinem Fall hat der DG-Speedtest ebenfalls die Bandbreiteneinbrüche gemessen. Außerdem hat es diese Probleme aber bei anderen auch gegeben, während an meinem Anschluss sowohl nahe als auch weit entfernte Testserver außerhalb des DG-Netzes volle Leistung anzeigten. Beides deutet darauf hin, dass es nicht an den Transit- und Peeringkapazitäten liegt. Es scheint regionale Unterschiede zu geben, und die Einschränkungen verschwinden mit der Aufrüstung regionaler Infrastruktur im DG Netz.


    Zur Testmethodik: Um zu verstehen, wo der Engpass ist, ist es immer auch sinnvoll, getrennte Messungen mit IPv4 und IPv6 durchzuführen. Außerdem sind Tests mit iPerf3 und festen Testservern ratsam, am besten getrennt mit einer Verbindungen und mit mehreren Verbindungen. Dafür böte sich zum Beispiel https://speedtest.wtnet.de/ an.

  • Mit etwas Glück ist das garnicht mehr nötig. Die DG hat sich heute bei mir telefonisch gemeldet und bestätigt, dass das Problem bekannt sei und an einer Lösung gearbeitet würde. Letzte Woche bin noch noch per Mail mit Standardfloskeln abgetan worden. Auch wenn ich nichts Verbindlicheres habe, hoffe ich doch, dass das Problem in absehbarer Zeit behoben wird. Ich habe mich mittlerweile in der Gemeinde umgehört und es haben sich diverse andere gemeldet, die das gleiche Problem haben. Meine Messungen mögen nicht exakt gewesen sein, aber die Verläufe zeigen doch trotzdem gut die Regelmässigkeit der Bandbreiteneinbrüche. Verglichen mit den Störungsmeldungen andere Kunden (Das Internet geht nicht...) sollte das schon recht fundiert sein. Trotzdem vielen Dank für die Tips und Anregungen, insbesondere die Messung mit iPerf3 per IPv4 und IPv6 werde ich mier mal ansehen. Evtl. kann ich mein Bandbreitendashboard damit noch erweitern.


    Letztlich will ich ja nur stabil die zugesagte Bandbreite und nicht zweifelsfrei den Nachweis erbringen, wie wenige Bits jetzt genau durch meinen Anschluß getröpfelt sind. Ich hätte mich wahrscheinlich auch mehr auf die Mobilisierung anderer Kunden und evtl. auch die Presse konzentriert.


  • Klar, eigentlich muss einen nicht interessieren, was genau da bremst. Es wäre halt schön, wenn man durch bessere Daten irgendwann der DG sagen könnte, "passt auf, ihr habt in dieser Region wieder zu wenig Bitflüssigkeit eingefüllt, macht mal ordentlich", aber halt mit einer zutreffenden Diagnose. Vielleicht müssten sich die Kunden in neuen Regionen dann nicht immer erst für dumm verkaufen lassen, wenn sie mit allabendlichen Bandbreiteneinbrüchen beim Support aufschlagen. Langsames Internet am Abend ist ein Problem, dass ich der DG wirklich nicht durchgehen lassen will: Die machen offensiv Werbung damit, dass das bei anderen passiert, aber nicht bei Glasfaser!

  • In meinem Fall hat der DG-Speedtest ebenfalls die Bandbreiteneinbrüche gemessen. Außerdem hat es diese Probleme aber bei anderen auch gegeben, während an meinem Anschluss sowohl nahe als auch weit entfernte Testserver außerhalb des DG-Netzes volle Leistung anzeigten. Beides deutet darauf hin, dass es nicht an den Transit- und Peeringkapazitäten liegt. Es scheint regionale Unterschiede zu geben, und die Einschränkungen verschwinden mit der Aufrüstung regionaler Infrastruktur im DG Netz.


    Zur Testmethodik: Um zu verstehen, wo der Engpass ist, ist es immer auch sinnvoll, getrennte Messungen mit IPv4 und IPv6 durchzuführen. Außerdem sind Tests mit iPerf3 und festen Testservern ratsam, am besten getrennt mit einer Verbindungen und mit mehreren Verbindungen. Dafür böte sich zum Beispiel https://speedtest.wtnet.de/ an.

    Ich denke mal es liegt einfach daran dass zu viele Kunden auf einem GPON-Port sind. Man teilt sich ja mit bis zu 32 Kunden die 2,5Gbit/s. Deswegen dauert es dann auch lange das zu beheben, denn dafür muss extra ein Techniker hinkommen um die Kunden umzustecken. Mich würde einmal interessieren was für ein Ping ihr zu 100.68.119.24 habt. Und wie bei euch so der Jitter aussieht. Da habe ich bei meinem Anschluss relativ große Probleme. Mein Kumpel mit DSL meist so bei 0,5ms. Ich bin meist bei 1-2ms.

  • Mit etwas Glück ist das garnicht mehr nötig. Die DG hat sich heute bei mir telefonisch gemeldet und bestätigt, dass das Problem bekannt sei und an einer Lösung gearbeitet würde. Letzte Woche bin noch noch per Mail mit Standardfloskeln abgetan worden. Auch wenn ich nichts Verbindlicheres habe, hoffe ich doch, dass das Problem in absehbarer Zeit behoben wird. Ich habe mich mittlerweile in der Gemeinde umgehört und es haben sich diverse andere gemeldet, die das gleiche Problem haben. Meine Messungen mögen nicht exakt gewesen sein, aber die Verläufe zeigen doch trotzdem gut die Regelmässigkeit der Bandbreiteneinbrüche. Verglichen mit den Störungsmeldungen andere Kunden (Das Internet geht nicht...) sollte das schon recht fundiert sein. Trotzdem vielen Dank für die Tips und Anregungen, insbesondere die Messung mit iPerf3 per IPv4 und IPv6 werde ich mier mal ansehen. Evtl. kann ich mein Bandbreitendashboard damit noch erweitern.


    Letztlich will ich ja nur stabil die zugesagte Bandbreite und nicht zweifelsfrei den Nachweis erbringen, wie wenige Bits jetzt genau durch meinen Anschluß getröpfelt sind. Ich hätte mich wahrscheinlich auch mehr auf die Mobilisierung anderer Kunden und evtl. auch die Presse konzentriert.


    Wie testest du das denn genau, würde gerne das Script haben um es bei mir auch zu testen. ;)

  • Man teilt sich ja mit bis zu 32 Kunden die 2,5Gbit/s.

    Bis zu 64 Kunden.


    Mich würde einmal interessieren was für ein Ping ihr zu 100.68.119.24 habt. Und wie bei euch so der Jitter aussieht. Da habe ich bei meinem Anschluss relativ große Probleme. Mein Kumpel mit DSL meist so bei 0,5ms. Ich bin meist bei 1-2ms.

    Das ist eine nicht-öffentliche Adresse*. Wenn dein Kumpel die an seinem DSL Anschluss erreichen kann, ist das sehr wahrscheinlich nicht das selbe Ziel wie bei dir.


    *) 100.64.0.0/10 (100.64.0.0 bis 100.127.255.255) ist Shared Address Space (RFC 6598)

  • Moin,


    wir haben glaube ich neue Erkenntnisse, sind aber noch am Debuggen des DG Anschlusses, deswegen als Disclaimer: Das sind ausschließlich Vermutungen und müssen noch genauer überprüft werden.


    Ich war heute bei einem Kunden um einen Deutsche Glasfaser Anschluss in Betrieb zu nehmen. Dieser nutzte eine gemietete FritzBox 7590. Ich war sichtlich erstaunt, als an diesem Anschluss beim Download der Datei speed.hetzner.de/1GB.bin die Downloadrate auf 50MB/s kletterte und stabil blieb. Ich also zurück an meinen Anschluss und einen Speedtest mit der gleichen Datei gemacht: Downloadrate 2-8MB/s und völlig instabil. Die beiden Anschlüsse sind am gleichen PoP. Ich nutze einen Kundeneigenen Router (genauer EdgeRouter 4).


    Die erste Vermutung war, das die FritzBox 7590 dort irgendeine Magic fabriziert. Also den Traffic mitgeschnitten und gesehen, das sämtlicher Traffic über VLAN 360 geht O_o. Gleichzeitig scheint es für VoIP und TR-069 nochmals ein eigenes VLAN zu geben (342 und 330). Über VLAN 0, sprich untagged, gibt es außschließlich die Möglichkeit die Provisionierungskonfiguration des Routers zu laden.


    Um die FritzBox als "Verschnellerungsmagie" auszuschließen, haben wir den DHCP-Request der Fritzbox 7590 mitgeschnitten und mit dem dhcp-test-tool (https://github.com/saravana815/dhtest) die DHCP-Anfrage der DG über das VLAN 360 (Internet) nachgebaut. Wir haben vom DHCP Server eine IP bekommen, die wir uns dann statisch auf das VLAN Interface 360 gesetzt haben.


    Das Ergebnis war, das am Laptop die volle Bandbreite des gebuchten Tarifs ankam.


    Wir haben die Vermutung, das Anschlüsse mit Kundeneigenem Router offensichtlich ein anderes DG internes Routing haben als die Anschlüsse mit einem DG Router über VLAN 360 und somit langsamer sind. Mit den Leuten mit denen ich bisher gesprochen habe, die ein Bandbreitenproblem haben nutzen alle einen eigenen Router. Diese These wäre auch noch zu verifizieren.


    Die jetzt noch offene Frage ist: Könnte man einen Basic Router bestellen und dann den eigenen Router über VLAN 360 betreiben. Wir werden das mal testen ;)

  • Bevor ihr DG-Router bestellt und hin und her wechselt, lest euch bitte Abschnitt 10 der aktuellen Leistungsbeschreibung durch ("Tarif und Router-Wechsel"). Nachdem ich das gelesen habe, würde ich ehrlich gesagt die Finger von DG-Routern lassen.

  • Okay, ich habe eine eigene 7590. Bei mir sind die Speeds zu Hetzner auch stabil bei 50 Mb/s über IPv4/v6. Wenn ich mein Laptop direkt an ONT anschließe komme ich zu gleichen Ergebnissen.

    Bis zu 64 Kunden.


    Das ist eine nicht-öffentliche Adresse*. Wenn dein Kumpel die an seinem DSL Anschluss erreichen kann, ist das sehr wahrscheinlich nicht das selbe Ziel wie bei dir.


    *) 100.64.0.0/10 (100.64.0.0 bis 100.127.255.255) ist Shared Address Space (RFC 6598)

    Ja, dass weiß ich. Geht nur an die DG Kunden. ;). Das mit 64 Kunden ist aber eher selten. Wenn man in einem Dorf wohnt(Dort wo DG meist ausbaut) hat man bessere Chanchen.

  • Okay, ich habe eine eigene 7590. Bei mir sind die Speeds zu Hetzner auch stabil bei 50 Mb/s über IPv4/v6. Wenn ich mein Laptop direkt an ONT anschließe komme ich zu gleichen Ergebnissen.

    Du meinst auch 50MB/s? Nicht 50Mbit/s? Sprich du bekommst deine 400Mbit/s zu Hetzner durch?


    Das ist alles total merkwürdig :D. Wir haben aktuell bei uns im Dorf fast überall nur 70Mbit/s zu Hetzner, während ein paar wenige Anschlüsse scheinbar volle Bandbreite bekommen. Keine Ahnung ob da nen Load Balancing läuft.

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