Der Zug ist ja schon vor quasi Jahrzehnten abgefahren.
Aktuell sieht es erst mal so aus. Gut moeglich, dass wir in 20 Jahren den Sack wieder aufmachen muessen und die Fehler der Vergangenheit teuer korrigieren, frei nach der Maxime:
There is never time/money to do it right, there is always time/money to do it over...
Und ich habe deine Spekulationen zur PoP-Größe schon gesehen. Den Nachweis, dass es solche "wirtschaftlichen" PoPs irgendwo gibt, sehe ich nicht.
Zu frueh aufgehoert zu lesen, es geht nicht um die PoP Groesse (was unstrittig ist und bereits im TKG steht) sondern auch darum wid vile solcher PoPs es bundesweit gibt... Skaleneffekte halt.
Das Marketinggerede von Init 7 ordne ich entsprechend ein. Die brauchten halt dringend eine sexy Story als Alleinstellungsmerkmal. Ist mit XGS-PON jetzt auch überholt
Nein, die sind da ehrlich geblieben und sagen elizit was ich hier auch schon seit Jahren erklaere:
ZitatAber, da war doch was mit dem Glasfaserstreit?
Richtig. Der Glasfaserstreit, ein umfangreiches Kartellverfahren gegen Swisscom, das letztlich in einem Verbot der PON-Topologie endete. Wie passt das nun mit XGS-PON und Basic7 von Init7 zusammen?
Das ist selbstverständlich eine berechtigte Frage. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen PON auf Layer 1 und Layer 2. Auf Layer 1, also der Art der Netztopologie, ist PON respektive P2MP (Point to Multipoint) tatsächlich von der Wettbewerbskommission und den nachfolgenden Gerichtsinstanzen verboten worden. Dabei ging es im Wesentlichen um die Positionierung der Splitter. Solange diese in der Zentrale, beziehungsweise im PoP installiert sind, besteht kein kartellrechtliches Problem. Eine Positionierung der Splitter in Quartieren oder einzelnen Gebäuden hätte hingegen eine «Marktverschliessung» bewirkt (Zitat aus dem Urteil im Glasfaserstreit). Die Details der beiden Netztopologien haben wir in unserem Blog bereits früher beschrieben.Entscheidet sich ein Provider also für XGS-PON als Technologie, die auf PON respektive P2MP basiert, dann wird die PON-Topologie quasi auf der P2P (Point to Point) Topologie abgebildet. P2MP kann auf P2P implementiert werden, umgekehrt ist dies jedoch nicht möglich.
P2P ermöglicht den Technologie-Wettbewerb
P2P als Netztopologie ist deshalb notwendig, damit der Technologie-Wettbewerb zwischen den Providern ungehindert funktioniert – so das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Ohne P2P wäre Fiber7 auf Ethernet-Topologie nicht möglich und auch Basic7 auf XGS-PON nicht, weil wir als Mitbewerber von Swisscom nicht in der Lage wären, selber in allen Quartieren und Überbauungen eigene Splitter zu installieren. Die Splitter müssen deshalb in den Zentralen oder PoPs installiert sein und so hat jeder Provider die Möglichkeit, die für seine Zwecke optimale Technologie auszuwählen.
XGS-PON ist damit zum Quasi-Industrie-Standard geworden. Aus Sicht des Layer 2, also der Elektronik, spielt es keine Rolle, wo die Splitter installiert sind. Aus kartellrechtlicher Sicht jedoch schon. Der ungehinderte Wettbewerb funktioniert nur, wenn der PON-Baum einen sehr kurzen Stamm und lange Äste hat. Deshalb hat die Wettbewerbskommission einen langen Stamm und kurze Äste verboten, denn so hätte Swisscom das Glasfasernetz monopolisieren können. Dass dies nicht passiert ist, verdanken wir unserem Sieg im Glasfaserstreit.