NetCom BW FTTH – Wo Hausanschluss, HÜP & ONT installieren?

  • Hallo zusammen,

    ich stehe vor einer wichtigen Entscheidung und hoffe auf eure Meinungen und Erfahrungen. Bei uns wird durch die NetCom BW ein FTTH-Glasfaseranschluss ermöglicht, der im Keller realisiert werden soll. Nun bin ich unsicher, wo der Hausübergabepunkt (HÜP) und das Netzabschlussgerät am besten platziert werden sollten. Es gibt zwei mögliche Standorte in unserem Elternhaus, aber ich bin mir nicht sicher, welche langfristig die bessere Wahl ist. Ich habe bereits mit einem Elektriker gesprochen, aber die Meinungen gehen stark auseinander.

    Rahmenbedingungen:

    • Das Haus verfügt aktuell weder über einen separaten Technik- noch einen Hauswirtschaftsraum.
    • Eine bestehende Innenverkabelung oder Netzwerkdosen sind nicht vorhanden.
    • An den potenziellen Standorten gibt es derzeit keine Steckdosen, aber ein Stromverteilungskasten ist in der Nähe, sodass Strom problemlos abgezweigt werden kann.
    • Zwischen den beiden möglichen Standorten befindet sich eine Wand, in deren Nähe sich auch der Sicherungskasten befindet.
    • Der Router soll wandmontiert werden, um die WLAN-Abdeckung im 1. Stock zu optimieren.
    • Vom Router wird ein Netzwerkkabel per Kabelkanal in den 1. Stock zu meinem Computer geführt.
    • Eine zusätzliche Netzwerkdose im Wohnzimmer soll den Fernseher oder einen späteren Access Point versorgen.

    Mich interessiert eure Meinung zu diesen Punkten:

    • Ist es sinnvoll, HÜP und ONT direkt in der Nähe der Treppe zu platzieren, oder könnte das unpraktisch sein? Die Tiefbaufirma gibt nur grob an, wo das Leerrohr ins Haus geführt wird.
    • Wäre der angrenzende, derzeit ungenutzte Leerraum die bessere Wahl für eine zukunftssichere Installation, da dort mehr Platz für Erweiterungen ist? Oder ist die kompakte Lösung an der Treppe langfristig vorteilhafter?
    • Wird der Konverter (ONT) in einem leeren Raum installiert und der Router daneben, sind zwei Steckdosen erforderlich. Sollte ich diese Investition übernehmen, wenn es die beste Lösung ist?
    • Hat jemand Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation und kann eine Empfehlung geben?

    Wenn ihr euch die Bilder anschaut, welche Platzierung würdet ihr bevorzugen? Falls alles im Kellerflur nahe der Treppe installiert wird, wäre keine zusätzliche Steckdose im Nebenraum nötig, da der Router dort wandhängend montiert werden soll. (Mir ist bewusst, dass Access Points pro Stockwerk ideal wären, aber diese Investition kommt für meine Eltern aktuell nicht infrage.) Vielleicht irgendwann mal. Falls das Haus irgendwann vermietet wird (hoffentlich erst in ferner Zukunft), könnte man zwei Wohneinheiten schaffen. Diese würden dann jeweils ein eigenes Netzwerk benötigen.
    Falls der Glasfaseranschluss im Nebenraum installiert wird, müsste ein Netzwerkkabel durch die Wand gelegt werden, um den Router an der Treppe zum Erdgeschoss anzubinden - das ist aber machbar.

    Die Lösung sollte nicht nur für den aktuellen Bedarf passen, sondern auch zukünftige Erweiterungen ermöglichen.

    Ich bin für jeden Tipp und eure Meinungen sehr dankbar! 😊

  • Willkommen im Forum!

    Üblicherweise wird der HÜP in unmittelbarer Nähe der Mauerdurchführung des Glasfaserkabels montiert. Ab dem Hüp geht ein eigenes separates Glasfaserkabel zu einer Glasfaser-Dose/Gf-TA. Dies ist der passive Netzabschlusspunkt, der vom TKG verlangt wird. Ab dem Gf-TA bist Du Herr der Verkabelung.

    Der ONT ist nicht der Netzabschluss, sondern das erste Gerät im Heimnetz, auch wenn die Provider gerne das Gegenteil behaupten. Der ONT wird an den Gf-TA angeschlossen. Daher kannst Du natürlich ein eigenes Glasfaserkabel zwischen Gf-TA und ONT verlegen und natürlich verwenden.

    Die Meinungen ob der ONT bei dem HÜP montiert werden soll oder der ONT in unmittelbarer Nähe des Routers verortet sein soll, gehen auch hier im Forum auseinander. Letztlich ist das eine Frage der Praktikabilität. Ist es einfacher ein Glasfaserkabel anstatt ein Netzwerkkabel zu verlegen, besteht evtl. schon eine LAN-Verkabelung, sind Steckdosen dort wo sie benötigen werden und vieles mehr.

    Eine Abzweigung für eine Steckdose aus dem Hauptverteilerkasten zu legen ist mittlerweile nicht mehr statthaft. Es muss ein neuer, kleinerer Verteilerkasten mit eigener Absicherung und FI-Schutz montiert werden. Mag sein, das dies dir der Elektriker nicht gesagt hat oder gar nicht weiss. Ist auch letztlich einerlei, wenn Du eine Auftragsbeschreibung und Rechnung des Fachbetriebes hat. Er muss dann für fehlerhafte Montage und Folgeschäden haften.

  • Willkommen im Forum!

    Üblicherweise wird der HÜP in unmittelbarer Nähe der Mauerdurchführung des Glasfaserkabels montiert. Ab dem Hüp geht ein eigenes separates Glasfaserkabel zu einer Glasfaser-Dose/Gf-TA. Dies ist der passive Netzabschlusspunkt, der vom TKG verlangt wird. Ab dem Gf-TA bist Du Herr der Verkabelung.

    Verstanden. Geplant ist, den Konverter per CAT-7-Kabel mit dem Router zu verbinden. Wir haben bereits über die Umsetzung nachgedacht, sind uns aber noch unschlüssig, wo genau die Hauseinführung erfolgen soll. Ich bin unsicher, ob ich hier eine falsche Entscheidung für die Zukunft treffe. Hast du dazu auch eine Meinung?

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  • Letztlich hat man wenig Einfluss darauf, wo die Hauseinführung stattfindet. Üblicherweise ist das die kürzeste Strecke zwischen der Grundstücksgrenze und der Hauswand.

    Wenn Du vor dem Tiefbau auf deinem Grundstück ein Leerrohr verlegst (ich finde hierfür das blaue Kunststoffwasserrohr von der Rolle eine smarte Lösung) und die Kopflöcher an Grundstückgrenze und Hauswand offen lässt, freut sich der Tiefbauer und Du kannst maximalen Einfluss auf die Wegführung nehmen.

    Gibt es bei dir schon einen Termin für die Auskundung/Hausbegehung? In dem hierbei angefertigten Protokoll wird die Hauseinführung und Montagepositionen des HÜP und Gf-TA vor dem Beginn der Tiefbauarbeiten festgelegt. Achte darauf das Protokoll zu erhalten!

  • Im Grunde sind beide Varianten gleich. Es grenzt beides direkt an die Straße an.

    Die Dame von der Tiefbaufirma, die diese Hausbegehungen macht, war im Dezember 24 ca. 10 Minuten da und hat mit meiner Mutter gesprochen und hat sich Bilder gemacht. Meine Mutter hat den kleinen Raum vorgestellt, die Dame hatte dann den Vorschlag alles an der Treppe zu machen. Leider habe ich nicht mal ein Protokoll bekommen HubeBube

  • Ich persönlich halte die Montage an der Treppe nicht ideal. Bei einem Transport von sperrigen Sachen bleibt man gerne am Kabelkanal oder Router hängen und reißt leicht etwas ab.

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  • Eine Abzweigung für eine Steckdose aus dem Hauptverteilerkasten zu legen ist mittlerweile nicht mehr statthaft. Es muss ein neuer, kleinerer Verteilerkasten mit eigener Absicherung und FI-Schutz montiert werden.

    Da isser wieder: Der erhobene Zeigefinger ;)

    Die Installation einer weiteren Unterverteilung ist nicht notwendig nur um für einen Stromkreis einen FI nachzurüsten.
    Es gibt mittlerweile genau für solche Fälle sogenannte FI/LS Kombinationen (sogar mit nur 1TE). Der vorhandene LS für den betroffenen Stromkreis wird einfach durch ein solches Bauteil ersetzt und schon ist alles VDE konform.

    Einmal editiert, zuletzt von hetti72 (10. Februar 2025 um 09:23)

  • Das war der erhobene Zeigefinger in Richtung der entstehenden Kosten. Es muss eine Unterverteilung montiert und abgesichert werden. Da bist Du mit mehreren hundert Euro dabei.

    Günstiger ist es für den Zweck des Anschlusses von ONT und/oder Router die Stromversorgung von einer bestehenden Steckdose abzuzweigen.

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  • So wie ich den Threadersteller verstanden habe, möchte er im HV eine Steckdose (nachtäglich) einbauen. Das ist nicht (mehr) statthaft.

    Sollte hingegen eine Unterverteilung gemeint sein, sollten dort schon alle Phasen abgesichert sein. Letztlich übernimmt jedoch der Elektriker hierfür die Verantwortung, schrieb ich bereits in #2.

  • Ich möchte noch einmal auf die Sicherstellung der Stromversorgung für die kommende Fritz!Box und den ONT eingehen – letzterer wird uns ja ohnehin bereitgestellt, daran führt kein Weg vorbei. Der ein oder andere kennt diesen ONT-Zwang durch den Anbieter möglicherweise.

    An der geplanten Position des Routers gibt es aktuell keine Steckdose. Ein Vorteil ist jedoch, dass sich im Keller, direkt zwischen dem leeren Raum und dem Kellerflur, ein Stromkasten befindet, in dem auch der Zähler untergebracht ist.

    Da dies die Stromquelle ist, gehe ich davon aus, dass der Elektriker zwei Steckdosen in der Nähe des gewünschten Standorts nachrüsten kann.

    Allerdings vermute ich, dass eine doppelte Steckdose für den ONT und den Router nicht ausreichen wird – insbesondere je nach endgültiger Platzierung des ONT. Wahrscheinlich werden zwei separate Steckdosen benötigt.

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  • Über die Elektrik wurde ja schon hinreichend gesprochen.

    den ONT eingehen – letzterer wird uns ja ohnehin bereitgestellt, daran führt kein Weg vorbei. Der ein oder andere kennt diesen ONT-Zwang durch den Anbieter möglicherweise.

    Dein Anbieter darf dir keinen Zwangs-ONT vorschreiben, das ist diesem gemäß dem Telekommunikationsgesetz (TKG) verboten!

  • Dein Anbieter darf dir keinen Zwangs-ONT vorschreiben, das ist diesem gemäß dem Telekommunikationsgesetz (TKG) verboten!

    Und das ändert an der Tatsache das es geschätzt 80% der FTTH Anbieter trotzdem tun genau was?
    Auch wenn du das (und die GF-TA Installations Plicht) immer wieder verschiedenen Leuten um die Ohren haust, ändert das an der Tatsache das es gelebte Praxis ist doch gar nichts.

  • Moin!

    Im zu verlegenden Kabelkanal für die Netzwerkkabel lege man eine zweiadrige Leitung, rot/schwarz als Litze, auch als Lautsprecherkabel bekannt.

    Fertige Anschlusskabel mit Hohlstecker verbindet man mit Wago 221-Klemmen, verstaut diese Verbindungsstellen mit im Kabelkanal und das ganze endet auf einem Hutschienennetzteil ausreichender Leistung, welches in der Niederspannungsverteilung
    durch den Elektriker installiert wird.

    Die Ausgangsspannung kann justiert werden, um einen möglichen Spannungsabfall auszugleichen.

    Das ganze nennt sich Schutzkleinspannung.

    GrussGruss

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  • Auch wenn du das (und die GF-TA Installations Plicht) immer wieder verschiedenen Leuten um die Ohren haust, ändert das an der Tatsache das es gelebte Praxis ist doch gar nichts.

    Ach so, deshalb akzeptieren wir ab sofort widerspruchslos gesetzeswidrige Handlungen?

    Und darüber hinaus halten wir das auch noch geheim?

  • Moin!

    HubeBube

    Ich weiß nicht, was du unter Hauptverteilerschrank verstehst.

    Ein „Zählerschrank“ ist mindestens 2feldrig, eine Seite besteht aus dem Zählerfeld mit allen nötigen Komponenten und das zweite Feld ist das Verteilfeld, mit den LSS, RCD uswusf, Reihenklemmen, Klingeltrafos; Haussprechanlagen, KNX-Komponenten, Smarthome sind dort zu finden.

    Und da kann auch ein Sammelnetzteil mit Verteilerblöcken installiert werden.

    https://assets.hager.com/step-content/P/HA_39176209/Document/de-DE/23DE0035-tip-h-46-messkonzepte-web.pdf

    GrussGruss

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  • Und da kann auch ein Sammelnetzteil mit Verteilerblöcken installiert werden.

    https://assets.hager.com/step-content/P…onzepte-web.pdf

    Danke für die Klarstellung, wir beide meinen das Gleiche. Das mit dem Trafo ist natürlich eine feine Sache, hätte mir damals (2021?) jedoch nicht weiter geholfen, da ich eine zugängliche Steckdose benötigt habe, die nicht vorhanden war.