PYUR: Erfahrung mit eigener FritzBox statt ONT

  • Hallo,
    ich überlege, ob ich meinen ONT von PYUR ("Genexis FiberTwist G2120B") gegen eine FritzBox Fiber tauschen lassen soll. Ich hab ich schon gelesen, dass dies wohl teilweise ein recht anstrengender Prozess sein soll, da die Kompetenz im Support ... nennen wir es mal "ausbaufähig" ist. Daher möchte ich gerne mal wissen, wie die Erfahrungswerte derjenigen sind, die gewechselt haben.

    - Was waren eure Beweggründe?
    - Was läuft jetzt besser/schlechter?
    - Ist der Ping besser?
    - Welche Geschwindigkeiten erreicht ihr beim Download und Upload? (Das wäre mir besonders wichtig)
    - Gibt es sonst noch etwas, das besonders hervorgehoben werden sollte?
    - Wie ist euer Fazit? Hat sich der Wechsel gelohnt?
    usw...

    Der ONT hat ja nur einen 1 GBit/s-Port und ist damit auf ca. 940 MBit/s beschränkt - das nervt mich, da ich so nicht die volle Geschwindigkeit erreichen kann. Das ist zwar Meckern auf hohem Niveau, aber selbst im Produktinformationsblatt wird von 950 MBit/s gesprochen und meine Geräte sind durchaus in der Lage, die vollen 1 GBit/s auszunutzen.

  • Ich moechte einen generellen Kommentar zum Ping abgeben und was mann erwarten kann, wenn mann den Netzwerkpfad um einen lokalen Hop verringert:

    Der Ping zu einem Ethernetgeraet im selben L2-Segment liegt i.d.R bei < 1 Millisekunde, und dafuer muss die Gegenstelle mehr Arbeit verrichten als fuer das einfache Weiterleiten eines Packetes, d.h. die theoretisch zu erwartende Latenzveringerung liegt deutlich unter 1 Millisekunde, das wird schwer zu messen sein (Windows Ping.exe rundet z.B. auf ganze Millisekunden).

  • Danke für den Hinweis zum Ping. Ich habe nämlich einen Ping von um die 9-12 ms. Das sind die gleichen Werte wie bei DSL. Ich habe öfter gelesen, dass der Ping bei Glasfaser bei um die 3-4 ms liegen soll und hab mich gefragt, ob das vielleicht am ONT liegen könnte.

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  • Mmh, IMHO ist da viel halbgare Information im Umlauf zum Thema Latenzen verschiedener Zugangstechnologien...

    ADSL mit Interleaving (also ohne Fastpath Option) hatte oft Latenzen im Bereich 20-40ms (je nach tiefe des eingestellten Interleavings) alleine auf dem Zugangslink und daher ruehrt IMHO der schlechte Ruf der DSL-Latenz.

    Allerdings hat z.B. die Telekom bei VDSL2 von (hohem) Interleaving auf G.INP Retransmissionen gewechselt und da liegt die reine L2-Zugangslatenz im niedrigen einstelligen Millisekundenbereich (die Latenz zum ersten L3/IP-Hop kann durchaus hoeher liegen, bei mir z.B. ~10 Millisekunden, allerdings wohne ich auch ca. 250 km Luftlinie von meinem PoP entfernt).

    Bei GPON/XGS-PON gibt es durch den Request/Grant-Mechanismus auch Zugangslatenzen die ueblicherweise auch im niedrigen einstelligen Millisekundenbereich liegen.

    DOCSIS/Kabel liegt auch im niedrigen einstelligen Millisekundenbereich allerdings meist etwas ueber den Werten fuer PON oder VDSL2.

    Aktives Ethernet ueber Glasfaser (AON) kann tatsaechlich niedriger liegen (theoretisch IMHO auch unter 1 Millisekunde), aber AON ist relativ selten und nur weil das theoretisch moeglich ist, heisst das nicht, dass es in der Realitaet auch so hinkommen muss.

    Ich vermute mal der groesste Teil des Pings den wir als Endnutzer zum ersten IP-Hop sehen kommt gar nicht vom Zugangslink selber, sondern vom Netz zwischen Zugangslink und erstem IP-Hop.

    Dein Genexis FiberTwist G2120B ist ein GPON Geraet... womit fuer Dich der AON Fall irrelevant ist, und die Beobachtung, dass die Latenz bei DSL und GPON aehnlich ist, passt eigentlich zur Theorie, allerdings giklt die nur wenn der Netzpfad ansonsten gleich ist und da bin ich nicht sicher ob der fuer Pyur-GPON und ???-DSL identisch war.

  • - Gibt es sonst noch etwas, das besonders hervorgehoben werden sollte?
    - Wie ist euer Fazit? Hat sich der Wechsel gelohnt?
    usw...

    Für mich hat sich der Umstieg von Nokia ONT auf FB5530 aus zwei Gründen gelohnt:

    1. Einsicht in Signalstärken Rx/Tx
    2. Und viel wichtiger: Wahrnehmung der Endgerätewahlfreiheit
  • 1. Was genau bringt es dir, die Signalstärken zu sehen? Das müsste ja rein der Information dienen, oder? Wenn jetzt die Signalstärken schlecht wären, dann könntest du dir evtl auftretende Fehler erklären oder wie kann ich das verstehen? :)

    2. Gut, das ist auch rein subjektiv ^^

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  • Geht die Signalstärke auf 0 habe ich einen Beleg für einen Faserbruch und kann dies mit einem Screenshot gegenüber dem Kundendiesnt belegen. Mit einem ONT sehe ich gar nichts, da kann es mehrere Vermutungen (aber keine Feststellung) meinerseits geben, wo das Problem "kein Internetaccess" liegt.

    Endgerätewahlfreiheit: Wer nicht dafür eintritt läuft die Gefahr einen vom Provider gesteuerten und auslesbaren Zwangs-ONT verwenden zu müssen. Je diversifizierter das Feld ist, desto höher ist der Druck auf die Provider dem TKG folgen zu müssen.

  • Gute Argumente! Ok, das mit der Signalstärke ist dann für mich nachvollziehbar!

    Das sehe ich genau so, deswegen überlege ich ja, mir ne Fiber Fritzbox zu holen. Zu DSL-Zeiten hab ich mir auch immer ne ungebrandete FritzBox im Handel gekauft und nie die Provider-Variante genommen.

    Merkst du einen Unterschied in der Geschwindigkeit?

  • Habe selber kein FTTH (der Ausbau ist halt noch nicht vorbeigekommen) daher kann ich nicht aus Erfahrung sprechen, aber ich meine die Fritzboxen zeigen auch an, wieviele ONTs in einem Segment aktiv sind. Das ist IMHO eine interessante Information, aber ob mann deshalb einen neuen Fiber-Router kaufen will muss jeder/jede selber entscheiden.

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  • Nein, bei einem 400/200 Tarif kratze ich ja nicht einmal am Rand der Möglichkeiten. Selbst der kleinste Tarif von Deutsche Glasfaser (100/50) wäre für uns noch locker ausreichend.

  • Merkst du einen Unterschied in der Geschwindigkeit?

    Was pyur macht weiss ich nicht aber die Telekom schaltet brutto i.d.R. ca 20%-25% ueber der vertraglichen Maximalrate, so dass netto ca. 10-15% mehr ankommt als vertraglich festgelegt. Das ist ein Unterschied den mann wohl messen kann, der aber bei normaler Nutzung kaum auffaellt... wenn jetzt ein grosser download on 60 oder 54 Minuten fertig ist, duerfte so direkt fuer die meisten Nutzer nicht spuerbar sein...

  • aber ich meine die Fritzboxen zeigen auch an, wieviele ONTs in einem Segment aktiv sind.

    Machen sie, zusätzlich die (eigene) ONT-ID (das ist nicht die GPON Serial).

    Was für einen Mehrwert bringen diese Informationen? Es ist schön diese zu kennen, was fange ich jedoch damit an?

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  • Was für einen Mehrwert bringen diese Informationen? Es ist schön diese zu kennen, was fange ich jedoch damit an?

    Na ja, gerade die DG hat Segment mit bis zu 32 und solche mit bis zu 64 Anschluessen, bei letzteren kann es leichter zu Ueberlastung kommen. Schoen wenn mann sehen kann ob im eigenem Segment 64 oder nur 1 ONT aktiv ist.

    ABER solange alles normal laeuft ist die Information kaum interessant, und wenn es hakt hift die Information gerade mal bei der Diagnose, beheben kann so etwas dann nur der ISP.

  • Pyur ist wahrscheinlich der perfekte Provider für eine Fritz!Box 5530, da ja keine eingehenden Verbindungen möglich sind und somit der lausige VPN-Durchsatz der 5530 egal ist.

    Die Endgerätefreiheit zu verfechten, verstehe ich auch, aber da würde ich eher den extremen Weg wählen und versuchen, ein Glasfaser Modem 2 onboarden zu lassen und keine Fritz!Box Fiber. Dazu kommt, dass bei Pyur keine Besonderheiten beim Internetzugriff zu beachten sind, der Router muss kein PPPoE, kein VLAN und kein DS Lite, nicht einmal IPv6 überhaupt unterstützen, also fällt einer der Hauptgründe für eine Fritz!Box weg und man könnte theoretisch einfach den günstigsten Router mit 2,5 Gbit LAN und WAN nehmen, den man findet, für knapp 90 statt über 200 Euro.

    Zur Segmentauslastung würde ich mir bei Pyur keine Gedanken machen. Deren Backbone ist im Vergleich zum PON-Segment wahrscheinlich 1000-fach überbucht.

  • Bin zwar nicht bei Pyur, aber als Beispiel von meinem Telekom GPON, zum ersten Hop habe ich ~1ms Latenz, Server in Rechenzentren in der gleichen Stadt erreiche ich dann schon in ~2ms. Ein VDSL mit Vectoring vom Freund am Ende der Stadt in ca. 5-6ms, da sieht man dann schon das selbst der Latenzanteil von VDS Lmit Vectoring gar nicht mehr so groß sein kann. Nach Rechenzentren in/um Frankfuhrt sind es dann i.d. Regel schon min. >10ms, ist dann aber auch schon 400km+ Luftlinie entfernt.

    Ein Wechsel des ONTs auf eine Fiber Fritzbox wird da keine Spürbaren Veränderung bringen, höchsten die hier angesproche Einsicht in die xPON Werte die einem im Fehlerfall bei der Diagnose helfen können, oder sollte Pyur auch das Brutto großzüger schalten und man ggf. einen Gigabit Tarif hat, das man den auch voll ausnutzen könnte.

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  • Die Endgerätefreiheit zu verfechten, verstehe ich auch, aber da würde ich eher den extremen Weg wählen und versuchen, ein Glasfaser Modem 2 onboarden zu lassen und keine Fritz!Box Fiber.

    [...] man könnte theoretisch einfach den günstigsten Router mit 2,5 Gbit LAN und WAN nehmen, den man findet, für knapp 90 statt über 200 Euro.

    Hmm, ja, aber die Frage ist, ob das Telekom-Modem auch bei PYUR funktionieren würde. Der Support schreibt nur was von AVM. Evtl kennen sie nichts anderes oder es ist nicht kompatibel. Und auf ein Experiment will ich mich nicht einlassen, es sei denn, ich kann mir sicher sein, dass das Telekom-Modem funktioniert. Gefühlt sitzen bei PYUR nur welche, die rudimentäre Technikkenntnisse haben (der erste Mitarbeiter wollte mir was vom Bildempfang erzählen, obwohl es eindeutig um den ONT ging). Aber abgesehen vom Glasfaser-Modem der Telekom kenne ich kein anderes Modem in der Art.

  • Kompatibilität dürfte da eine Ausrede sein. Ein GPON-ONT muss irgendwie ins Netz zu bringen sein, egal ob der von AVM, Sercomm, Huawei Nokia, ASKEY oder Genexis hergestellt wurde. Dass sich Pyur am liebsten davor drücken möchte, kann ich nachvollziehen, aber irgendwann werden sie es müssen und sie wären klug, drauf vorbereitet zu sein.

  • Ok, danke an alle, die mir bisher geantwortet und geholfen haben! Ich werde vermutlich eine 5530 nehmen, da

    1. PYUR kennt eine 5530 und stellt sich nicht quer.

    2. Ich hab vorher schon AVM genutzt.

    3. Ich hab sowieso einen Router mit Wifi7 und die 5530 ist damit eher ein ONT auf Steroiden für mich.

    Bei weiterem Verlauf werde ich hier mal updaten.

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  • Na ja, gerade die DG hat Segment mit bis zu 32 und solche mit bis zu 64 Anschluessen, bei letzteren kann es leichter zu Ueberlastung kommen. Schoen wenn mann sehen kann ob im eigenem Segment 64 oder nur 1 ONT aktiv ist.

    Diese Anzeige ist jedoch nicht qualitativer Natur.

    Ich bin in einem 64er Segment und bemerke keinerlei negativen Auswirkungen. Es macht auch einen Unterschied, ob man 50 Wenignutzer oder 20 CAD-Büros und Architekten im Segment werkeln. Nach mehr als 3 Jahren FTTH kann ich lediglich die Aussage treffen, dass es bei meinem Anschluss keinen Unterschied macht, ob im PoP 32 oder 64 Kunden aggregiert werden. Und ja DG arbeitet nicht mit optischen Splittern im Street Cabinet, sondern hat auch im GPON quasi eine AON Infrastruktur/Topologie.

  • Ich bin in einem 64er Segment und bemerke keinerlei negativen Auswirkungen.

    Das ist auch voll OK, aber wenn Du Ueberlastsymptome bemerkst und 64 Teilnehmer im Segment hast ist es gut moeglich, dass die Ueberlast im Zugangsnetzselber liegt, teilst Du Dir das Segment mit z.B. nur einem anderen ONT, muesste die Ueberlast Upstream des PON-Baumes entstehen. Das kann schon diagnostischen Wert haben, aber perfekt ist das in der Tat nicht (und ein ISP hat bessere Diagnosemoeglichkeiten).

    Und ja DG arbeitet nicht mit optischen Splittern im Street Cabinet, sondern hat auch im GPON quasi eine AON Infrastruktur/Topologie.

    Im bisherigen System ja, die Ankuendigungen fuer die Zukunft waren IMHO Splitter im Feld...